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THE CHOISE FEW – ONE WAY STREETS

THE CHOISE FEW – ONE WAY STREETS
(Rebellion Records / Longshot Music)

Vorab etwas Namedropping. Die Mitglieder von THE CHOISE FEW waren zuvor in den Bands NO HEART, LAST CRUSADE oder auch EMERGENCY aktiv. Wer sich auch mal mit dem Oi/Streetpunk Underground beschäftigt, wird den ein oder anderen dieser Namen sicherlich schon mal gehört haben oder vielleicht sogar mehr als das.

THE CHOICE FEW bleiben mit einem Bein zwar in dieser Tür, stellen das andere aber ziemlich gekonnt in den Mod-Punk-Türrahmen. Aufgrund der Erfahrung wirkt das gekonnt, macht Spaß und passt zusammen. Unter den sechs eigenen Songs ist jedenfalls kein Ausfall festzumachen und auch das THE LETTERS Cover von „Nobody loves me“ kann was. Jenes gilt auch für die Aufmachung, denn das silberfarbene Vinyl dieser auf 500 Exemplare limitierten 12 Inch, ist perfekt auf´s Cover abgestimmt.

Stiefel und Glatze polieren, Hosenträger über´s kartierte Hemd, rauf auf die Vespa und ab mit der ganzen Outsider-Crew in den Pub. Nach Corona natürlich. Das hier ist der perfekte Soundtrack dazu und er wartet schon, endlich seiner Berufung nachzukommen. Spike

www.facebook.com/thechoicefew

KINGS NEVER DIE – IT´S WHAT WE LIVE FOR

KINGS NEVER DIE – IT´S WHAT WE LIVE FOR
(Upstate Records)

KINGS NEVER DIE, dass sind ein paar Hardcore- und Punk-Recken aus New York und New Jesery, die sich vor nicht allzu langer Zeit zusammengetan haben und es mit ihren Outputs wohl ziemlich eilig haben. 2020 kam ihre Debüt EP als 7Inch mit 4 Songs raus, nun, ein gutes Jahr später, folgt auch schon der nächste Streich.

Wieder ne´ EP, dieses Mal mit 5 Songs, aber zwei von denen waren auch schon auf der vorherigen EP. Na ja, kann ne´ Band machen, muss sie aber nicht. Ich selbst bin kein großer Freund von diesen Songaufgüssen, damit neues Material getreckt werden kann oder warum auch immer. Wie eingangs erwähnt, sind die Musiker ein paar alte Recken und dementsprechend beherrschen sie nicht nur ihr Handwerk, sondern verfügen auch über Kontakte. Als Produzent ist Jerry Farley (SICK OF IT ALL, MADBALL) an Board und als Gastsänger sind u.a. Vinnie Stigma und Mike Gallo von AGNOSTIC FRONT mit von der Partie.

Zu Hören gibt typischen In-your-face-NYHC, gut gespielt, mit der nötigen Härte und Angepissheit und zum Schluss hin sogar noch mit etwas Kneipen- und Saufatmosphäre. Wie bereits geschrieben, verstehen die Jungs ihr Handwerk oder sagen wir´s mal so: solide ja, außergewöhnlich nein. Für Fans der im zweiten Absatz genannten Bands aber möglicherweise nicht ganz uninteressant. Spike

www.facebook.com/KingsNeverDieBand

FOTOKILLER – LENSES

FOTOKILLER – LENSES
(Colossus Tapes)

Oh wie schön. Mal wieder eine Kassette, gehalten in knalligem Rot und verpackt in einen hübschen Pappschuber. Da kann einem schon das Herz aufgehen. Leider, und das muss ich vorwegnehmen, ist die Optik des Tonträgers auch das Einzige was mir an diesem Demo so richtig gefällt.

Die Band spielt eine Mischung aus Punk und Wave der monotoneren Sorte. Mancheine*r würde vielleicht auch Post-Punk sagen. Die Geschwindigkeit liegt im Midtempobereich, wobei der selbstgezimmerte Sound doch sehr nach 90er Jahre im Proberaum mitgeschnitten klingt. Der Gesang ist dabei ziemlich leise und geht im Rest fast unter. Zusätzlich wirkt dieser meist ein wenig gelangweilt. Also Leidenschaft ist was anderes und von der sicherlich beabsichtigten Melancholie noch ein Stück entfernt. Auch die Riffs und Melodien wirken oftmals konstruiert und trotzdem erscheint alles so ein bisschen vor sich hingedudelt, ohne wirklich zu wissen, wohin es geht. Viel hängen bleibt bei mir daher nicht.

Zwar scheinen mir die Protagonist*innen schon ein wenig mehr musikalische Erfahrung zu besitzen, aber das hier ist einfach zu unausgegoren und von der Aufnahme her auch nicht gerade berauschend. Schade. Mirko

www.facebook.com/Fotokiller.Punx

BROT #6

BROT #6

Eigentlich könnte ich meinen Text vom letzten Jahr, als die letzte Ausgabe erschienen ist, fast genau so noch einmal schreiben. Nur die Inhaltsbeschreibung ein wenig updaten. So einfach könnte es gehen. Aber ich mach mir mal die Mühe, nochmal was zu schreiben.

Das Heft liest sich flüssig durch und der Inhalt ist erneut kunterbunt gemixt. Natürlich gibt’s wieder Bandinterviews. Sogar ein Doppelinterview mit SCHEISSE und SCHAISZE. Aber auch MOLLY PUNCH und GULAG BEACH, die mir bisher wenig gesagt haben, werden zum Gespräch gebeten. Dazu wieder ganz nette Comix und ein paar Kolumnen (z.B. zum Satanismus), persönliche Erinnerungen, Reviews sowie „Diesdas“, wie es auf dem Cover steht. Wie immer nicht alles ernst gemeint, manchmal aber auch schon und erfreulicher Weise immer der Lage angepasst. Vor allem aber mit eigenem Kopf und offenen Worten. Handlich im A5-Format, mit gut 90 Seiten auch prall gefüllt und übersichtlich gestaltet.

Mein Fazit ist allerdings dann doch von der letzten Ausgabe kopiert, denn genau das trifft auch auf diese Ausgabe zu: „Alles in allem ein feines Heftchen, das gut unterhält, sich selbst nicht allzu ernst nimmt, aber auch die politische Haltung deutlich zum Ausdruck bringt. Gefällt mir wieder sehr gut und wir warten mal ab, wann die nächste Ausgabe kommt. Ich freu mich jedenfalls schon.“ Mirko

brotfanzine@gmx.de

LESSONER – EXZENTER

LESSONER – EXZENTER
(Save The Scene Records / Seven Oaks Records)

Im Promoschreiben steht geschrieben, dass es sich um die brandneue LP von LESSONER handelt. O.k., dass ist vielleicht leicht übertrieben. Dass Ding ist zwar brandneu, aber sieben Songs (trotz ca. 25 Spielzeit) sind für eine LP-Bezeichnung fast etwas mager, gell? Wollen wir uns an solchem Kleinkram aber mal nicht aufhängen.

Dieser 12Inch gingen, soweit ich das überblicke, zwei Kassetten voraus, ansonsten ist mir über diese Band nicht viel bekannt, außer die Bandcamp Beschreibung: “3 friends who love heavy and melodic music.“ Die drei Freude musizieren dann auch hart und melodisch und verpacken ihre klischeefreien Lyrics in eine Mischung aus Post-Hardcore (davon ziemlich viel) und Punk (davon etwas weniger). Der Gesang ist mal klar und gesungen, mal aber auch kreischig, brüchig, schräg und erzählt. Die Band ist jedenfalls ziemlich flexibel und bringt dadurch einiges an Abwechslung rein.

Manche Songs kommen stellenweise etwas anstrengend rüber, andere, wie z.B. das gleichnamige „Exzenter“ zünden sofort. Hat ein wenig was von älteren MARATHONMANN Songs, aber den Vergleich hören die Jungs bestimmt nicht zum ersten Mal. Why not? Spike

www.facebook.com/lessoner.music

GATUPLAN – KAMPEN GÅR VIDARE!

GATUPLAN – KAMPEN GÅR VIDARE!
(Wild Kingdom Records)

Schweden-Punk hab ich ja schon immer gern gehört. In letzter Zeit kam mir da leider viel zu wenig an die Ohren. Mal abgesehen von der überbewerteten BABOON SHOW. Hinter diesem Projekt verbirgt sich Punkmusiker Inge Johansson, der in diversen Bands aktiv ist/war, eine lustige Frisur hat und hier sein erstes Soloalbum vorstellt. Eingespielt wurde die Scheibe zusammen mit diversen befreundeten MusikerInnen.

Als Einflüsse nennt Johansson die RAMONES & RANCID. Anhand des Liedes „Dee Dee Ramone“ wird ersterem sogar direkt gehuldigt. Die Songs befinden sich als allesamt irgendwo zwischen seichtem Oldschool-Punk und SKA, können aber auch Elemente aus anderen Stilen vorweisen. Viel gute Laune spricht aus der Musik, was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass auch ernste Themen behandelt werden. Leider liegen die Texte nur auf Schwedisch vor, aber die Thematik kann man sich auch so zusammenreimen. Schade, dass mein Schwedisch etwas eingerostet ist. Hätte da gerne mehr von verstanden. Die Songs sind, wozu auch eingängige Schunkel-Melodien beitragen, teilweise schon etwas poppig geraten. Trotzdem vermag der Funke bei mir überzuspringen. Auch der unterschiedlichen Stile wegen, die für ausreichend Abwechslung sorgen. Am besten gefallen mir die minimalistischen Oldschool-Songs, denen trotz seichter musikalischer Umsetzung viel Schwung anhaftet. Das wiederum liegt mit am umwerfenden Sound der Aufnahme, der perfekt auf die Mucke abgestimmt ist, und nicht nur auf Percussion-Ebene das ein oder andere Extra springen lässt.

Mit dem Sound des frühen, rotzig-schnellen Schweden-Punk hat das Album genau so wenig zu tun wie mit der BABOON SHOW. Und diese Vergleiche sollte man auch nicht ziehen. GATUPLAN ist eigenständiger, offenherziger Punkrock, der weder durch Tempo noch Härte glänzt, sondern durch Ausdruck, Gefühl und dem Blick sowohl zurück als auch nach vorne. Das Album schafft es jedenfalls mich abzuholen – und sogar mitzunehmen. Auch wenn ich normalerweise ja auf härteren Scheiß stehe, aber die Platte hier macht schon Spaß! Mirko

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