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PIPES AND PINTS – THE SECOND CHAPTER

PIPES AND PINTS – THE SECOND CHAPTER
(Fly High Booking)

Sieben Jahre nach ihrem letzten Album erscheint nun ein neues Werk mit leicht veränderter Besetzung. Geblieben ist der keltische Dudelsack-Rock, den die Band aus Prag fabriziert. 10 neue Songs haben auf der Scheibe Platz gefunden, die ich hier jetzt kurz bewerten soll.

Auch wenn der Stil weiterhin derselbe ist, hat sich doch auch einiges geändert. Die Songs sind allesamt etwas ruhiger geworden und auch poppiger. Man hat sich offensichtlich, auch des großen Erfolges wegen, ein wenig der Massenkompatibilität angepasst. So finden sich neben flotteren auch balladeske Songs im Repertoir wieder. Alles sehr eingängig mit vielen Mitsing-Offerten, aber auch ein bisschen glatt und brav abgemischt. Der Sound ist dabei keinesfalls schlecht, die Mucke verliert aber viel Druck und Direktheit. Ganz zu schweigen vom rauen, schäbigen Unterton, der hier völlig abhanden gekommen ist.  Erst im vorletzten Song kommt dann etwas Stimmung auf. Aber da ist‘s dann schon zu spät.

PIPES AND PINTS haben sich mit diesem Album, kurz gesagt, weiterentwickelt. Alles ist um einiges professioneller, damit leider aber auch angepasster und gediegener als in vergangen Tagen. Nur in wenigen Momenten blitzt da der alte Geist auf, der einen mitreißt. Schade eigentlich. Mirko

https://pipesandpints.com

DECIBELLES – ROCK FRANÇAISE

DECIBELLES – ROCK FRANÇAISE
(Def Rock Records)

Das Trio aus Lyon / Frankreich besteht bereits mehr als zehn Jahre und mit Rock Française erscheint nun das dritte Album der Band. Mit „ein 100% französisches Album“ wird die Scheibe, die in den USA aufgenommen wurde, beworben. Was das nun also genau bedeuten soll, erschließt sich mir daher nicht ganz. Muss ja aber auch nicht alles logisch sein.

Die Musik der mir bis dato nicht bekannten Band könnte man als schäbigen, teils chaotischen Indie-Rock/Punk bezeichnen. Der Sound versprüht ungeschliffen Garagencharme, untermalt von einer zarten Frauenstimme. Da ich der französischen Sprache aber nicht mächtig bin, bleiben mir Inhalt und Aussage der Texte leider verborgen und so muss ich mich mit der Phonetik begnügen, die aber auch recht angenehm erscheint. Etwas schwieriger wird es da mit der Musik, der das Prädikat Eigenständigkeit nicht abzusprechen ist. Es rumpelt und kracht, was zwar schön ist, aber ab und an werden die Songs auch etwas abstrakter und extravaganter und damit nicht ganz unanstrengend. Individuell ist das aber halt schon.

So sehr ich mich auch bemühe, mehr fällt mir zu dieser Platte gerade gar nicht ein. Ist halt ein etwas ungewöhnlicher Retro-Sound und damit auch interessant, aber auf Dauer freunde ich mich damit halt auch nicht so ganz an. Mirko

www.facebook.com/decibellesband

EUPHORIE – MITTELFINGER

EUPHORIE – MITTELFINGER
(Incredible Noise Records)

Zwei Demos haben EUPHORIE bereits vorausgeschickt, jetzt folgt die Debüt-LP des Trios aus München. Der Titel der Platte passt zu den Songs wie die Faust auf´s Auge, denn dieser Mittelfinger wird fleißig ausgestreckt und auch mit der eben erwähnten Faust auf´s Auge wird nicht gespart. Zwischendurch oder nach Feierabend wird aber auch mal ins Glas eingeschenkt, aber ansonsten kotzen sich EUPHORIE ganz gut aus gegen Yuppies, Polizei, Patrioten oder Politik.

Kompromisslos in den Texten und schnörkellos in der Musik gibt es 13x auf die Zwölf. Gerne mal plakativ, aber dafür halt immer unmissverständlich und direkt. Simpler Streetpunk bzw. Oi-Punk!, der unterhält und Laune macht. Und der manchmal sogar facettenreicher ist, als er vielleicht sein möchte. Bestes Beispiel: „Schenk nochmal ein“, dass nicht nur einen Part mit Sprechgesang beinhaltet, sondern auch noch einen schönen „Where is my mind“ Melodiebogen.

Mich erinnert das alles ein wenig an EIGHT BALLS. U.a. weil´s auch so schön unverkrampft ist. Checkste am besten selbst mal und wenn du auf guten Deutschpunk Schrägstrich Oi!-Punk stehst, isses vielleicht was für dich. Spike

http://euphoriepunkrock.de

MEDIØKRIST – TRAUMWELT

MEDIØKRIST – TRAUMWELT
(Timezone)

Oh, o.k., Metalcore in deutscher Sprache. Fand ich bei CALLEJON schon immer etwas gewöhnungsbedürftig, kann aber gar nicht genau sagen warum. Hat vielleicht was mit Gewohnheit zu tun. Auf der anderen Seite verleiht es dem Ganzen natürlich auch was Außergewöhnliches und wenn geschrien wird, versteht man ohnehin kaum, ob in Englisch oder Deutsch gesungen wird. Von daher passt es schon wieder.

„Traumwelt“ ist das Debütalbum der 6 Jungs aus dem Ruhrgebiet, die mit zwei Sängern zu Werke gehen. Das Bandname bedeutet übersetzt „Durchschnittsmensch“ und eben dieser Durchschnittsmensch, der ständig durch Beeinflussung von Medien, Politik und Umwelt um Selbstverwirklichung kämpft, ist das zentrale Thema der Songs. Die Traumwelt dabei eine Flucht zum Nachdenken, zum Auftanken, zum Selbstschutz, zum Dampf ablassen.

Metalcore steht dabei deutlich als Genreüberschrift, jedoch ist dieser keineswegs festgefahren und spielt auch mit diversen Elementen aus anderen Genres, wenn auch eher sparsam. Dadurch beweist die Band, dass sie was draufhat und es ihr an Ideenreichtum nicht mangelt. Um aber musikalisch aus der Masse hervorzustechen, gibt es dann allerdings doch zu viel Masse. Ein gewisser Exotenstatus aufgrund der deutschen Texte zu dieser Musik, ist ihnen aber gewiss. Spike

www.facebook.com/mediokrist

GAFFA – MACH‘S GUT!

GAFFA – MACH‘S GUT!
(Pogodepp Records)

Bei „Mach‘s gut!“ handelt es sich um das zweite Album nach dem Neustart, der bereits mehr als 10 Jahre zurück liegt. Mit der neuen Scheibe hat man sich allerdings auch viel Zeit ge- und fast 6 Jahre ins Land streichen lassen. Dafür hat man auch fast 50 Minuten Musik (inkl. Hidden-Track) auf die CD gepresst.

Was Sound und Songwriting angeht, haben sich die Schwaben jedenfalls gesteigert und so bekommt man hier 14 (inkl. Hidden-Track) eingängige Deutschpunk-Songs präsentiert. Viel Melodie ist dabei und das Tempo auch angemessen, hier und da ein paar Chöre, etwas Ohohoh und Ahahah und eine geschmeidige Gesangsstimme und fertig ist der Gassenhauer. Aber GAFFA können aus anders. Mit „Unsere Pflicht“ klopfen sie einen kämpferischen Politsong raus, denen ich ihnen aber nicht ganz so abnehmen will. Da sind die anderen Texte doch authentischer. Auch hier gibt es kritische Worte zu hören, aber eben nicht so plakativ, sondern eher mit einem sarkastischen Unterton. Dazu kommt persönliches und auch erbauliches, mal besser mal schlechter geschrieben. Bis auf angesprochenes Lied gibt man sich aber keine größere Blöße. GAFFA schämen sich aber auch nicht, die ein oder andere Hymne raus zu hauen. Denn auch wenn ein paar Songs eher durch Gewöhnlichkeit bestechen, gibt es auch einiges, was auch im Ohr hängen bleibt. Eigenständiger, aber auch harmonischer sind GAFFA auf jeden Fall geworden.

Auch wenn es manchmal ein bisschen weniger brav sein könnte, hört sich die Scheibe doch ganz gut durch. Ein bisschen Mittelmaß, ein bis zwei Gurken, aber auch ein einige echte Knaller beinhaltet die Scheibe, die bis auf die Gurken auch stimmig und homogen wirkt. Verstecken müssen sich GAFFA jedenfalls nicht. In die CD kann man somit auf jeden Fall mal rein hören. Mirko

www.gaffa-punkrock.de

SWORN ENEMY – GAMECHANGER

SWORN ENEMY – GAMECHANGER
(M-Theory / Membran)

Wer es gerne deftig mag, ist sicher mit dem neuen, sechsten Album gut beraten. Von der Urbesetzung ist allerdings nur noch Sänger Sal Lococo übrig geblieben. Vielleicht hat es auch deshalb fünf Jahre gedauert, die Platte fertigzustellen.

SWORN ENEMY mischen derben HC mit ebenso deftigen Metalparts. So schafft es auch die ein oder andere Solomelodie in die ansonsten doch recht brachialen Riffs und Beats. Dabei ist auch vieles schleppend gehalten. Ansonsten versteht man aber auch wirklich gut auf den Putz zu hauen. Dabei ist alles präzise und druckvoll eingespielt. Da hat man schon auf jedes Detail geachtet. Und trotzdem ist die Wut und Aggression, die hier zu Tage tritt, beachtlich. Somit föhnt einem der Sound dann auch ganz schön die Gehörgänge durch. Im letzten Drittel der Scheibe schleicht sich dann aber auch ein wenig Eintönigkeit ein, ganz egal wie es hier knallt. Denn die Songstrukturen sind sich dann doch alle recht ähnlich und eigentlich im Grunde das typische HC-Geballer, wie man es von einschlägigen New Yorker Bands kennt. Aber auch die ein oder andere Ähnlichkeit hört man heraus.

Auch wenn zum Ende hin dann halt doch etwas redundant und auch gewöhnlich, handelt es sich hier um eine Scheibe, die dem/der Hörenden mit voller Wucht in die Magengrube schlägt. Deftig, kräftig und wütend, zudem hervorragend eingespielt und aufgenommen. Mirko

www.facebook.com/OfficialSwornEnemy