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POLAR – NOVA

POLAR – NOVA
(Arising Empire)

Viertes Studioalbum von POLAR aus London, welche mir bis eben tatsächlich völlig unbekannt waren. Das Album-Cover hätte mich im Plattenladen schon mal nicht angesprochen und auch keineswegs neugierig gemacht, deshalb also gut, dass die Platte auf anderem Wege hier gelandet ist.

POLAR lieben es optisch erst einmal schlicht und unauffällig. Die Aufmachung unaufdringlich und die Songtitel bestehen lediglich aus einem Wort. Nachdem die Playtaste gedrückt wurde oder sich die Nadel auf das Vinyl legt, wird aber schnell deutlich, dass POLAR alles was außen defensiver gehalten wurde, innen umso offensiver gestalten. In ungezügelten Songs, die meistens in ultramelodische Refrains münden, wird eine unglaubliche Energie freigesetzt. Die Texte zu den harten Klängen sind überwiegend persönlich, nachdenklich, ja fast schon ein wenig spirituell.

Bei dieser Mischung aus modernem Metal und Hardcore der neueren Schule, kurz auch Metalcore genannt, die uns POLAR hier darbieten, ist definitiv nicht auszuschließen, dass sie auch Hörer_Innen anspricht, denen Metalcore nicht selten viel zu anstrengend ist. Denn POLAR stehen nicht nur vielen bekannten amerikanischen Größen dieses Genres in nichts nach, nein, sie schaffen es sogar, ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Und der ist ziemlich eingängig. Steff

https://www.polaruk.co

TAG OHNE SCHATTEN – EIN BESSERER ORT

TAG OHNE SCHATTEN – EIN BESSERER ORT
(Eigenproduktion)

Nachdem die Mitglieder dieser Band im Jahre 2014 TAG OHNE SCHATTEN aus der Taufe gehoben haben, hatten sie schon etliche Jahre in verschiedenen Punkbands auf dem Buckel. Nun also ein neues Projekt und das erste Album der Hannoveraner.

Das Album ist mit neun Songs und gerade mal 23 Minuten Spielzeit relativ kurz geraten, bietet aber auch klasse Songs, die ziemlich eingängig daher kommen. Meist recht flott gespielt, aber auch mit dem ein oder anderen etwas ruhigeren Song im Gepäck, läuft die Scheibe in einem Rutsch durch. Auf Krawall wir auf textlicher Ebene weitgehend verzichtet. Stattdessen bewegt man sich auf einer ansprechenden, teils nachdenklichen, teils fordernden Ebene und die Gesellschaft wird kritisch hinterfragt. Dabei aber auch immer direkt und klar formuliert.

Mit „Ein besserer Ort“ haben die Veteranen gezeigt, dass sie es immer noch draufhaben. Ernst zu nehmender Punkrock, der was zu sagen hat, ziemlich gut ins Ohr geht und auch vom Sound her frisch und natürlich wirkt. Gutes Teil. Mirko

www.facebook.com/TagOhneSchatten

BURNING ALMS – AFTERNOON SASS

BURNING ALMS – AFTERNOON SASS
(Geenger Records)

Dies ist wieder so ein Album, bei dem ich mich insgeheim frage, warum es überhaupt hier gelandet ist. Aber man gibt ja allem eine Chance. Leider können die BURNING ALMS aus London mit ihrem Album bei mir nicht punkten.

Zwar schreibt das Trio sich auch den Begriff „Punk“ auf die Fahne, aber meiner Meinung nach hat der Sound damit doch recht wenig zu tun. Für mich lässt sich das eher in die Richtung Indie-Pop mit einer kleinen Prise Noise einordnen. Letzteres bezieht sich aber doch eher auf den Sound, der ein wenig krachiger daherkommt, wie man es ansonsten von Indie-Pop-Bands gewohnt ist. So plätschern die Songs vor sich hin, ohne bei mir irgendetwas auszulösen. Der „trostlose englische Winter“, in dem die Scheibe wohl aufgenommen wurde, überträgt sich hier augenscheinlich auf die Musik, mit der ich mal so gar nicht warm werden will.

Sicherlich mag es Menschen geben, die sich so was anhören können. Ich gehöre aber nicht dazu und so kann ich diesem Album auch keine positive Bewertung geben. Für mich ist das nur lahm und langweilig. Mirko

www.burningalms.com

100 KILO HERZ –WEIT WEG VON ZU HAUSE

100 KILO HERZ –WEIT WEG VON ZU HAUSE
(Bakraufarfita Records)

So, Freunde der wilden Tanzmusik. Das Album von 100 KILO HERZ fand ich bereits Ende letzten Jahres schon mal auf meinem Schreibtisch zur Besprechung vor. Damals noch in Eigenregie bzw. über Records Jet, wurde die ganze Geschichte nochmal via Bakraufarfita Records auf den Weg gebracht. Bessere Promo, größere Reichweite – zumindest gehe ich davon jetzt mal aus. Da die Besprechung bereits vor ein paar Monaten schon erfolgte und sich am Inhalt nichts geändert hat, zitiere ich mich mit den nachfolgenden Zeilen nun selber. Man muss sich manche Dinge im Leben auch manchmal etwas einfacher und bequemer machen, gell?

“Die Band wurde mir schon mehrmals ans Herz gelegt und mit ihrem ersten Longplayer bekomme ich nun endlich auch mal die Gelegenheit, beide Ohren zu riskieren. Aktiv seit 2014, 2016 schon mal ne´ EP rausgehauen und 7 Menschen umfassend, von denen 3 neben den üblichen Instrumenten Blaswerkzeug bedienen. Es ist aber kein Ska-Punk, sondern einfach Punk, manchmal auch Rock, mit Trompete und Saxophon. Die Melodien gehen ins Ohr und in die Beine, die Texte erzählen kleine Geschichten, verarbeiten mitunter aber auch selbst Erlebtes.

Da ist viel Herz dabei und da wurde vieles einfach geradeaus heraus gesungen und anders als bei den meisten anderen Bands, reimt sich in den Texten wenig. Die Band präsentiert sich auf diesem Album spielfreudig ohne Ende und auch an der aktuellen Live-Präsenz merkt man, dass die Jungs Böcke haben. Das Album packt mich zwar nicht komplett, aber ich glaub Live tropft es da ganz gut von der Decke. Ein bisschen wie zwischen FEINE SAHNE FISCHFILET und RANTANPLAN.“ Spike

https://100-kilo-herz.com

V.A. – TRIBUTE TO RESTALKOHOL – ATTACKE DER ALTEN (+HÖRBUCH)

V.A. – TRIBUTE TO RESTALKOHOL – ATTACKE DER ALTEN (+HÖRBUCH)
(Rhein Musik Produktion)

Passend zum Buch “35 üble Jahre“ (HIER die Besprechung) ist auch ein RESTALKOHOL-Tribute-Sampler erhältlich. Fand man das Buch schon recht umfangreich, wird hiermit noch ein weiteres Mal deutlich, wie viel Arbeit in dieses RESTALKOHOL Projekt gesteckt wurde.

Viele namhafte Bands und Interpreten ließen sich scheinbar nicht lange bitten und es wurden sogar spannende Bandprojekte gebildet, um RESTALKOHOL auch ein musikalisches Denkmal zu setzen. Da Buch- und Samplermacher G. Recke auch bei den KELLERGEISTERN trällert, liegt es natürlich erstmal nahe, dass auch KELLERGEISTER-Chefin Mogan, sowie Michel (WILDE ZEITEN, KELLERGEISTER) und Tommy (MOLOTOW SODA, KELLERGEISTER) hier Songs zum Besten geben. Dazu gesellen sich noch ZWAKKELMANN, HEITER BIS WOLKIG, Andi (DÖDELHAIE), Micro (ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN), Rio (NO EXIT) und weitere alte und neue Freunde. Und als wäre das alles nicht genug, kommt die Scheibe als Doppel-CD mit der auf 4 Stunden gekürzten RESTALKOHOL Geschichte als Hörbuch.

Mehr RESTALKOHOL geht wirklich nicht, aber im Vergleich muss man schon ganz klar sagen, dass das Buch definitiv mehr kann als der Sampler. Auch wenn dieser die Geschichte musikalisch nochmal fein abrundet. Aber ich lese doch lieber von RESTALKOHOL als mir ihre gecoverten Lieder anzuhören. Steff

www.facebook.com/RestAlkohol-Band-526224994494937

35 ÜBLE JAHRE RESTALKOHOL – DIE GESCHICHTE EINER BAND

35 ÜBLE JAHRE RESTALKOHOL – DIE GESCHICHTE EINER BAND
(Impact Books)

G. Recke sollte allen Literatur-interessierten Punkrocker_Innen ein Begriff sein. Mit seinen schrägen Geschichten ist er bereits seit über 20 Jahren unterwegs, hat (dieses mitgezählt) 3 Bücher voll mit wilden und wirren Storys rausgehauen, manche davon zusätzlich als Hörbuch eingelesen, hat mit seinen Erzählungen einen festen Sendeplatz bei Kamikaze Radio, mischt außerdem bei die KELLERGEISTER mit und hatte vor 35 Jahren als verträumter Jungspund mal gedacht, mit einer stümperhaften Punkband groß rauszukommen, ist aber kläglich gescheitert. Alles natürlich fiktiv oder wie Andreas Bourani singen würde: “Alles nur in seinem Kopf“.

An die 3 ½ Jahrzehnte zurückliegende Zeit erinnert sich G. Recke mit diesem Buch. An die wilde Zeit in Westberlin, die er gemeinsam mit Klobürste, Glotze und jeder Menge anderer skurriler, sympathischer und auch unsympathischer Personen durchlebte. Die Band hätte in diesem Jahr 35jähriges Jubiläum gefeiert und für G. “Laberkopp“ Recke ein guter Grund auf Gedankenreise zu gehen und eine fiktive Bandbiographie niederzuschreiben, die auf erfundenen Tatsachen und Möglichkeiten beruht. Die Jungs erleben allerlei Abenteuer, wie man sie als junge stümperhafte Band mit billigen Instrumenten und seltsamen Frisuren eben erlebt. Chaotisch, wild, draufgängerisch, musikalisch nicht die Besten und trotzdem von sich überzeugt und gerne mal überheblich.

Die Geschichte von RESTALKOHOL ist nichts anderes als eine Achterbahnfahrt. Rauf, runter, o.k., und vielleicht dann sogar nochmal runter. Viele Seifenblasen, alle geplatzt, trotzdem lustig. G. Recke ist halt vom Fach und kennt sich aus, dass merken die punkaffinen Leser sehr schnell. Aber vielleicht auch nur die, denn ob sich diejenigen, die sich weniger in diesem Punk- oder sagen wir Rock-Genre bewegen, auch mit diesen Storys fesseln lassen, wage ich fast zu bezweifeln. Aber gut, das soll nicht Recke´s Problem sein. Gibt die Krimis denen, die Krimis mögen, gibt die Romane denen, die Romane mögen und gib die schrägen Geschichten denen, die selbst in irgendeiner Form schräge Vögel sind. Neben den Storys beinhaltet das Buch auch noch allerhand Gimmicks, Ausmalbild, Comic und und und. RESTALKOHOL mögen 35 üble Jahre durchlebt haben, aber ihre Geschichten sind gar nicht mal so übel. Steff

www.facebook.com/TaschenRecke