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HEART OVT – WE‘RE NOT SUPPOSED TO BE LOVERS

HEART OVT – WE‘RE NOT SUPPOSED TO BE LOVERS
(Homebound Records)

Ach Du meine Güte. Muss ich doch schon im Werbezettel lesen: „…eine emotional aufgeladene und abwechslungsreiche Achterbahnfahrt durch 90-er Jahre Emo und rockigem Indie-Sound!“, da ahne ich schon was ich hier ausgesetzt werde. Und ich ahne zu recht nichts Gutes.

Wenn aus obigem Zitat die Worte „abwechslungsreiche Achterbahnfahrt“ mal hinten angestellt werden, trifft es das aber fast. Und wenn ich so was hören will, schalte ich Sonntag abends SWR1 ein. Da muss ich jetzt aber doch auch mal etwas emotionaler werden. Belanglose, schnulzige Popmusik ohne Anspruch, dafür aber mit vielen smoothen Klängen im Angebot. Vielem wird ein schmuckes Ohoh oder Aahhaaahaaa beigegeben, was das Ganze aber auch nicht viel besser macht. Ebenso wie die zwei Parts, in denen sich erahnen lassen kann, dass die hier beteiligten Musiker früher in HC-Bands gespielt haben sollen.

Für mich ist das leider nur völlig nichtssagender Indie-Pop und ich bin froh, die sechs Lieder hinter mich gebracht zu haben. Kann mir im Moment aber auch nicht vorstellen, wem das so gefallen könnte? Nee… ich leg lieber schnell was anderes auf. Mirko

http://heartovt.com

KALIK – DISAPPROVED

KALIK – DISAPPROVED
(Eigenproduktion)

Bereits seit 12 Jahren existent, angeblich hunderte von Shows gespielt und bereits zwei Alben veröffentlicht. Das sind KALIK aus Dänemark, die ich bisher nicht kannte, mir aber nun ihre zweite EP anhören werde, die im Juli 2017 veröffentlicht wurde. 5 Songs werden darauf in 10 Minuten verbraten, zu denen ich kurz etwas schreiben will:

Eigentlich sind die Lieder gewöhnlicher Punkrock, der aber doch eine gewisse eigene Note besitzt. Man orientiert sich am 77er-UK und 80er-Jahre-Punk, passt diesen vom Sound her zwar etwas den moderneren Hörgewohnheiten an, bleibt dabei aber schön ungeschliffen. Ein bisschen SKA mischt sich dann ab und an auch noch mit ein, was zusätzlich etwas Abwechslung mit einbringt. Eingängig sind die Songs auch, also alles gut.

Schöner, authentisch klingender Punkrock aus dem hohen Norden erfreut einen hier also. Nichts wirklich Außergewöhnliches, aber solide gespielt und mit Herzblut vorgetragen. Kann man sich also schon mal geben. Mirko

www.facebook.com/kalikofficial

SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT

SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT
(Eigenproduktion)

Fünf Jahre nach ihrem Debüt und nach zwei Jahren Live-Abstinenz liegt nun das zweite Album der Erfurter vor. Sehr schön aufgemacht im Poster-Faltcover und limitiert auf nur 150 Stück. Da sollte man doch schnell zugreifen. Und nicht nur der liebevoll gestalteten Verpackung wegen, sondern durchaus wegen der musikalischen Qualität von SPECHT RUPRECHT.

Auch auf ihrem zweiten Album haben die Thüringer hunderte Ideen auf Lager und mich wundert, dass sie es schaffen, das alles in 11 Liedern unter zu bringen. Auf jeden Fall ist der Sound abstrakt und eine Mischung aus eigentlich so allem, dass alles auf der Basis bodenständigen Hardcores. Sicherlich mag das aber nicht jedermanns und auch -fraus Geschmack sein, denn die Songs sind teilweise doch ziemlich vertrackt. Nach kurzen Startschwierigkeiten beim ersten Lied gehen mir die restlichen Stücke aber ausnahmslos gut rein! Denn ich finde, der Band gelingt es recht gut, dass alles in einen Topf zu werfen und kräftig darin zu rühren. Die Texte sind für mich dabei eher das passende Beiwerk. Denn einen wirklichen Sinn dahinter darf man sicherlich nicht immer suchen oder erwarten. Allerdings passen viele der lyrischen Satz- und Textfragmente wirklich ausgezeichnet ins musikalische Gesamtbild. Und dass die Musikanten ihre Instrumente auch wirklich beherrschen, muss ich wohl nicht zusätzlich erwähnen.

Man muss das halt schon mögen, solch einen Sound, der manchmal auch anstrengend sein kann und sich in keine Schublade stecken lässt, für seine Komplexität aber erstaunlich eingängig ausfällt. Für mich eine grandiose Scheibe, die gekonnt mit allen Elementen der modernen Rockmusik spielt und dabei einen gesunden, wenn auch etwas geringeren Härtefaktor als beim Erstling, besitzt. Post-Hardcore at it‘s best. Mirko

http://spechtruprecht.de

DANNY DIABLO – THE CRACKSON HEIGHTS PROJECT

DANNY DIABLO – THE CRACKSON HEIGHTS PROJECT
(Eternal Sound Records / Force 5 Records)

Von DANNY DIABLO hab´ ich das erste Mal 2002 gehört, als die TRANSPLANTS mit ihrem großartigen Debüt-Album meine (und nicht nur meine) Aufmerksamkeit auf sich zogen und DANNY DIABLO beim Song „D.R.E.A.M.“ mitmischte. Er folgten Zusammenarbeiten und gemeinsame Songs mit Tim Armstrong (RANCID), TERROR, H2O, BIOHAZARD und vielen weiteren Bands und Künstlern aus der Punk- Hardcore- und Hip Hop Szene.

Wie also offensichtlich wird, tanzt DANNY DIABLO auf vielen musikalischen Hochzeiten und lässt sich in seinem Schaffen nicht Einengen. Auf der einen Seite mit seiner Band THE WILDING INCIDENT die übelste Hardcore-Crust Keule zu schmettern und auf der anderen Seite als Solo-Künstler ein Hip-Album rauszuhauen. Für den New Yorker Künstler alles kein Thema. Auf „The Crackson Heights Project“ geht’s sowohl dreckig und rau als auch chillig zur Sache. Hip Hop trifft auf Crossover und das mit massig Features in fast allen Songs.

Da ich auch mit den Hip Hop-lastigen TRANSPLANTS Songs oder den Sologeschichten von Travis Barker in diese Richtung was anfangen kann, kann ich der Sparte die dieses Album bestimmt, durchaus was abgewinnen. Find´s auch super, dass DANNY DIABLO die Genres vereint oder eben auf Schubladen scheißt und das musikalische Ding durchzieht, auf das er Bock hat. Spike

www.facebook.com/dannydiablo

KHMER – LARGA SOMBRA

KHMER – LARGA SOMBRA
(WOOAAARGH)

Liegt es daran, dass ich mich in der Regel mit Musik beschäftige, die sich auch als solche präsentiert oder warum sind Bands wie KHMER komplett an mir vorbeigegangen? Noch dazu, weil sie scheinbar keine Unbekannten sind, wovon über 40.000 Likes bei Facebook zeugen. Donnerwetter!

Donnerwetter – übrigens auch ein gutes ein gutes Stichwort für die Musik der spanischen Band, die hier eine fett produzierte Scheibe abliefert. Auf dieser lassen sie Metal-, Crust- und Grindcore zu einer Mischung zusammenfließen, die sich musikalisch so anhört, wie man es von dieser Schublade erwartet, nämlich böse und brutal. Da der Sound auch viel düstere Ausstrahlung hat, wird´s gerne und nicht zu selten schleppend. Aber keine Sorge, die flotten Parts kommen nicht zu kurz. Die Texte werden in spanischer Sprache geträllert, also sind zum Verständnis Textbeilage und Übersetzung von Nöten. Gibt´s auf der bandcamp-Seite der Band sogar in englischer und japanischer Übersetzung. Service ist alles!

Ist nichts, was mich aktuell wirklich anspricht, denn da meine Freunde mich früher immer mit DISFEAR oder WOLFBRIGADE geärgert haben, hab´ ich diese ganz harte Sparte so´n bisschen hinter mir gelassen. Die beiden Bands sind aber nicht allzu weit von dem hier entfernt, nur das KHMER metallischer und düsterer klingen. Spike

www.facebook.com/khmer.band

AUSBRUCH – ZAHN DER ZEIT

AUSBRUCH – ZAHN DER ZEIT
(Twisted Chords)

Jeder Punkrockopa, oder sagen wir mal jeder Punkrocker mittleren Alters, hat garantiert Songs dieser Band im Regel stehen. Entweder auf irgendwelchen gängigen Punkrock-Samplern oder im besten Falle sogar die legendäre „Harte Zeiten“ aus dem Jahre 1985. Nachdem die alten AUSBRUCH Sachen nochmal neu aufgelegt wurden und die Band sich in Verbindung damit nochmal auf die Bühnenbretter begab, hatte man wieder Bock und daraus resultiert nun tatsächlich ein neues Album der Kultband.

Nun ist seit dem ersten Album 1/3 Jahrhundert ins Land gezogen, man hat die ein oder andere Reunion kommen und gehen gesehen und der Sound vieler älterer aktiver Bands hat sich geändert bzw. der Zeit angepasst. Dementsprechend gespannt war ich, wie AUSBRUCH wohl nach Ewigkeiten der musikalischen Abstinenz klingen würden. Aber unglaublich, die unumgängliche bessere Aufnahmequalität ändert nichts daran, dass die Songs trotzdem total nach AUSBRUCH klingen und auch diesen Spirit der 80´er Jahre in sich tragen. Ich fühle mich beim Hören solch großartiger Stücke wie „Knastgebet“ oder „Was wollt ihr?“ gleich mal zwei Jahrzehnte jünger – mindestens.

Zu den melodischen Stücken mit nostalgischem Charme gibt’s politische und gesellschaftskritische Texte. Die meisten davon zeitgemäß, die anderen auf jede Zeit projizierbar. Keine Ahnung wie die Band es geschafft hat, so ein Album aus den Ärmeln zu schütteln, aber das ist mal ne´ Hausnummer. Vielleicht liegt es daran, dass die ganze Bande noch in Originalbesetzung zusammen ist, lediglich um einen zusätzlichen Gitarristen gewachsen ist und noch mit viel Herz bei der Sache ist. An die jungen, wilden, hippen Punkrockbands und die alten, angepassten, dem Erfolg von früher nachjagenden Punkrocksäcke: Hier habt ihr einen Maßstab! Spike

www.facebook.com/ausbruch1981