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V.A. – AGGROPUNK VOL. 4 (HARTE ZEITEN)

V.A. – AGGROPUNK VOL. 4 (HARTE ZEITEN)
(Aggressive Punk Produktionen)

Die Zeiten der Deutschpunksampler sind eigentlich vorbei, aber die Erinnerungen an damalige Klassikerreihen wie „Schlachtrufe“ oder „Sicher gibt es bessere Zeiten“ bleiben natürlich. Eine der neueren Samplerreihen hält sich seit 2010 aber wacker und geht mittlerweile in die vierte Runde. Der Aggropunk-Sampler!

Eine Mischung aus Labelsampler (TOXOPLASMA, ALARMSIGNAL, KOTZREIZ, POPPERKLOPPER, FAHNENFLUCHT oder MISSSTAND) und nebenbei aus allem, was aktuell im Genre „Deutschpunk“ so angesagt ist oder seit Jahren zur Deutschpunksperrspitze gehört (DRITTE WAHL, SLIME, RASTA KNAST, PESTPOCKEN u.v.a.). Der Hauptgrund, warum dieser Sampler immer noch Bestand hat, ist schnell ausgemacht. Es gibt so gut wie keine Lückenfüller und fast jede Band liefert einen Hit aus ihrem jeweiligen Repertoir. Hinzu kommen noch viele bisher unveröffentlichte Beiträge, die die Sache zusätzlich interessant machen.

Harte Zeiten erfordern Lieder, mit denen sich die harten Zeiten besser ertragen lassen. Auf „Aggropunk Volume 4“ gibt’s massig davon. Die mögliche Spielzeit wurde fast komplett ausgereizt und auch optisch macht das Ding einiges her. Spike

www.aggressivepunkproduktionen.de

BULLHEAD – TOUGH LUCK

BULLHEAD – TOUGH LUCK
(Boersma-Records)

Nach zwei EPs ist dies nun das erste komplette Album von BULLHEAD, die seit dem Jahre 2015 existieren und es in dieser kurzen Zeit geschafft haben, eine Vielzahl von Konzerten zu spielen und auch die ein oder andere Festival-Bühne zu erklimmen.

Die Wurzeln der Band liegen ganz klar in den 1990er-Jahren und stellen eine Mischung aus Bad-Ass-Rock und Grunge mit einer Prise Punkrock dar. Meist bewegt man sich im Mid-Tempo-Bereich, tritt das ein oder andere Mal das Gaspedal auch etwas weiter durch. Aber auch softere Passagen finden Einfluss in den Sound der Bayern. Als sehr gut stellt sich die Aufnahmequalität dar. Kraftvoll und mit Druck kommen so die Songs aus den Boxen und lassen beinahe vergessen, dass es man hier eigentlich mit alt hergebrachten Tonfolgen zu tun hat, die hier in modernem Soundgewand erscheinen. Soll heißen, dass das Rad zwar nicht neu erfunden, dafür aber etwas aufpoliert wurde. Die Melodien sind daher auch nicht unbedingt neu, gehen aber gut ins Ohr und bleiben zu einem gewissen Teil auch dort hängen. Leider liegen der CD keine Texte bei, so dass ich nicht alles heraushöre, was da so gesungen wird. Jedenfalls hört man auch hier, dass Englisch nicht die Muttersprache des Quartetts ist.

Angenehmes Album mit einem gewissen Retrofeeling, das 13 solide Rocksongs zu bieten hat. Manchmal fehlt es vielleicht etwas an Biss, aber alles in allem laufen die Songs ganz gut rein und haben somit zweifelsfrei einen Platz in meiner Küchenliste verdient. Mirko

www.bullhead.porn

GRAUPAUSE – DEMO 2018

GRAUPAUSE – DEMO 2018
(Eigenproduktion)

Arg lange gibt es die GRAUPAUSE noch nicht. Genauer gesagt erst seit Ende 2017. Ein Jahr später hat die Band nun eine auf 200 Exemplare limitierte 4-Track-Demo CD raus gehauen, die dieser Besprechung zu Grunde liegt. Dass die Bandmitglieder schon seit einiger Zeit Musik machen hört man, nur in dieser Konstellation haben die fünf Herren mittleren Alters bisher noch nicht zusammen gespielt.

Deuschpunk hat sich GRAUPAUSE auf die Fahnen geschrieben. Und das machen sie auch recht gut. Ein wenig Postpunk wird hier mit klassischem Deutschpunk, der gut nach vorne geht, angerührt. Natürlich hört man dabei deutliche Einflüsse der Hamburger Schule, aber man gibt sich wenig verkopft und verklausuliert, sondern direkt und aussagekräftig. Monotonie kommt hier nicht auf, sondern es wird direkter Punkrock gespielt der Ausdrucksstark daher kommt. Also nicht unbedingt das, was man in Szenekreisen gerne abfällig als Studentenpunk bezeichnet oder im Feuilleton vielleicht auch als Artpunk. Und das obwohl man sich auch aus dieser Schublade bedient. Allerdings sind die vier Songs dafür viel zu geradlinig und direkt. Auch was die gesellschaftskritischen, klar formulierten Texte angeht, die zu keiner Zeit aufgesetzt oder peinlich wirken.

Mein Fazit: Vier eingängige treibende Punkrocksongs die sich hören lassen können. Man ist also auf einem guten Weg und schafft es mit dem ungeschliffenen Sound und treibendem Rhythmus meine Gehörgänge zu erfreuen. Weiter so. Mirko

www.graupause-punk.de

PARTOUT – S/T

PARTOUT – S/T
(Bakraufarfita Records)

Mit leicht schrägen Tönen im Intro starten PARTOUT ihre Debüt-EP, die neben diesem Instrumental vier weitere Songs enthält. Aufgenommen wurde die Scheibe bereits im Frühjahr 2018, also ungefähr ein Jahr nach Gründung der Band.

PARTOUT sollten, so sagt es der beigelegte Infowisch, nicht nur auf den zu Grunde liegenden Post-Punk reduziert werden, sondern wegen vielfältigen Einflüssen wahrgenommen werden. Leider tue ich mich hier mit der Wahrnehmung etwas schwer. Denn für mich bewegen sich die Stücke doch eher in Richtung Monotonie. Auch das gewollt leicht Schräge im Sound des sächsischen Trios kann da bei mir nicht so richtig zünden. Hinzu kommen emotional gelagerte Texte, die dem Ganzen zusätzliche Melancholie verleihen. Selbstreflexion soll das sein und ein Ausbruch aus dem grauen Alltag. Kann ich angesichts der introvertierten Lyrik nicht so ganz nachvollziehen, aber jeder hat da ja seine ganz eigene Methode. Lediglich beim Song „Rennen“ keimt dieses Gefühl kurzzeitig auf.

Für mich eine eher typische Post-Punk-Veröffentlichung, die zwar emotional daher kommt, mich aber nicht wirklich packen oder gar mitreißen kann. Ihr Publikum wird die Band damit bestimmt dennoch finden, ich kann damit aber nicht wirklich viel anfangen. Mirko

www.facebook.com/partoutband

NH3 – SUPERHERO

NH3 – SUPERHERO
(Long Beach Records)

Alter Falter. Drei Seiten Promoschreiben, vollgeschrieben, kleingedruckt. Geht’s noch? Zum Glück für die Band entschädigt die Mucke sofort vom ersten Eindruck. Hier gibt’s Ska-Core aus Spanien, mit Pauken und Trompeten (Bläser) und dem ganzen pie pa po. Fast Richtung SKA-P will ich meinen.

Es geht schön fett produziert, rotzig und melodisch zur Sache. Gesang und Gang-Shouts (was das?) wechseln sich ab. Zu den Texten kann ich natürlich nix sagen und dieses Promoschreiben ist mir eindeutig zu aufgeblasen, um es ganz zu lesen. Leider auch hier nur ein Promo im Pappschuber, also kein Booklet mit Übersetzungen oder so. Die Gitarrenfraktion rotzt schöne punkige Powerakkorde raus, so muss das sein. Ska Elemente gibt’s natürlich auch.

Kommt via Long Beach Europe. Ambitionierte Combo, wird sicher viele Fans finden oder schon haben. Ich habe erstmal gerätselt, was denn der Bandname ist. Superhero oder NH3. Ich glaube es ist NH 3. Chris de Barg

www.nh3.it

KONTROLLE – EGAL

KONTROLLE – EGAL
(Holy Goat Records)

Hier liegt das Debüt-Album von KONTROLLE auf dem Tisch. Es handelt sich hier um recht monotonen Post-/ Wavepunk, so das Promoschreiben. Es geht mal rockig, mal zackig, aber immer schön rotzig zur Sache. Zum Einsatz kommt auch ein Synthi, wer hätte das gedacht? Daher wohl auch dieser teilweise übersteuerte Sound, hört sich dann an wie kaputte Boxen.

Teile der Musiker spielten schon bei BLANK und MINUTES. Ok. Herauskommen wird das Teil über das Kölner Label „Holy Goat Records“. Hab ich noch nie was von gehört. Zur Aufmachung kann ich nix sagen, da mir nur eine Promo-CD im Pappschuber vorliegt. Daher auch nur ein Kurzeindruck von den deutschen Texten, die irgendwo zwischen abgedreht und bli bla blub liegen. Vermutlich.

Vielleicht etwas Pech gerade für die Combo, das ihre CD im gleichen Päckchen war, wie die grandiose neue RAZZIA CD, welche halt ganz eindeutig den Unterschied zwischen einer Institution oder Legende und einer von vielen ganz netten neuen Bands deutlich macht, die meistens so schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind. Chris de Barg

www.facebook.com/kontrolleband