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SCHWACH – GEGENEINANDER

SCHWACH – GEGENEINANDER
(Antikörper Export)

Zwei Jahre nach ihrer Debüt-LP hauen SCHWACH drei neue Songs auf einer kleinen Scheibe raus. Sangen SLIME einst „Alle gegen alle“, so sind sich auch SCHWACH auf „Gegeneinander“ dem Egoismus bewusst, der schließlich dazu führt, das unterm Strich “Jeder gegen jeden“ kämpft.

Neben dem gleichnamigen Song beginnt die Platte mit „Landfriedensbruch“, der die Polizeigewalt rund um den G20 Gipfel anprangert und endet mit einer augenzwinkernden Liebeserklärung an Hardcore (T.I.S.A.L.T.S.). Textlich also 2x ernst und 1x humorvoll, musikalisch aber beide Male volle Kanne und richtiges Brett.

Wütender Fuck-off-Hardcore, der aber keinen Fick auf alles gibt und somit alles andere als gleichgültig ist. Wut gebündelt und umgewandelt in Musik. Motto: „We are unstoppable – another world is possible“. Spike

www.schwach-hardcore.de

MATCHES – X

MATCHES – X
(Kidnap Music)

Hier kommt aus Trier ein Sideproject aus dem Hause Love A angeflattert. Es handelt sich bei MATCHES um eine Allstar – Besetzung, z.B. Mit Dominik und Karl von Love A und weiteren erfahrenen Musikern. Low Cravity Cirkus sagt mir auch irgendwas.

Nun, die netten Herren scheinen mit ihren anderen Combos nicht ausgelastet zu sein, so dass sie hier mal eben ne´ LP aus den Ärmeln schütteln. Geboten wird hier fetziger Garage/RnR/Punk, dessen Gesang teilweise etwas an alte Clash und andere UK Bands der ersten Stunde erinnert. Es geht recht monoton zur Sache was die Rhythmen angeht. Die Melodien macht eher der Gesang. Zu den Texten kann ich nix sagen, da mir nur ne´ Promo CD ohne Textheft vorliegt. Ist halt alles in Englisch.

Ich finde die Aufnahme etwas dünn für ne´ Plattenveröffentlichung, ist aber vermutlich Absicht. Hier wird keineswegs das Rad neu erfunden und ihre Fans und Daseinsberechtigung wird die Combo allemal finden. Das Label meint: „ Kratzige Distortion- Streicheleinheiten für die Rockechse im Stammhirn. Aha. Wer ist eigentlich dieser Karl Busch? Kommt über Kidnap und Rookie. Chris de Barg

www.matchesband.de

LAK – …NICHTS EINGEBÜSST

LAK – …NICHTS EINGEBÜSST
(Wiewaldi Tonträger)

9 lange Jahre nach der “Unter Verdacht“ endlich neues Material von LAK. Optisch bleibt man sich den letzten beiden Longplayern erstmal treu und präsentiert das Cover in rot mit weißer Schrift und ein wenig schwarz dazu. Inhaltlich hingegen ist das zwar auch immer noch klar hörbar LAK, aber qualitativ in den Bereichen Songwriting, Umsetzung und Soundqualität nochmal deutlich nach oben geschraubt.

Die Songs wirken mega ausgereift und in ihnen werden immer wieder kleinere musikalische Spielereien präsentiert, die es früher in dieser Form nicht zu hören gab. Das geht alles total ins Ohr und zeckt mal richtig an. Auf Geschwindigkeit legen LAK auch weiterhin keinen Wert, was aber überhaupt nicht dramatisch ist, da so die unglaubliche Bandbreite an Melodien noch deutlicher durchdringt. Besungen werden viele persönliche Dinge wie z.B. die Liebe zum Leben, zur Musik, aber auch zum Fußball. Auch kritische Themen bleiben natürlich nicht außen vor und werden auf den Punkt gebraucht.

Insgesamt verstreut die Platte viel positive Energie und steckt voller klasse Musik. Der Vorgänger war ja schon gut, aber “…nichts eingebüßt“ ist noch guter und man hört, dass hier scheinbar viel Zeit, Kraft und Liebe investiert wurde. Es macht echt Spaß die Songs zu hören und so verbleibe ich mit den absoluten Anspieltipps: “…nicht eingebüßt“, “Irgendwann“, “Warum ich hier steh´“, “Mit Joe Strummer an der Bar“ und “Lachen“. Steff

www.l-a-k.de

QUELLMANN – ALLE ANNE LUFT

QUELLMANN – ALLE ANNE LUFT
(Teenage Rebel Records)

Neue Platte, aber schon ältere Band bzw. ältere Aufnahmen. Nach Jahren endlich veröffentlicht (dank Teenage Rebel Records) und dies zu Ehren des völlig unerwartet verstorbenen Bassisten der Band. Die Band ist mit neuem Bassisten aber weiterhin aktiv, setzt sich u.a. aus Leuten zusammen, die von den RUHRPOTTKANAKEN oder den LOKALMATADOREN bekannt sind und kommt… natürlich, aus Mülheim an der Ruhr.

Ein bisschen Pott-Proll-Charme darf da natürlich nicht fehlen, allerdings kommt dieser nicht über Asi-Oi-Punk zum Ausdruck, sondern mehr über Dicke-Eier-Stoner-Punk-Rock. Ziemlich dreckiger Stoner-Rock sogar, mit nicht weniger sauberer Note Garage-Punk. Angereichert mit Texten, die nicht immer ganz ernst zu nehmen sind, die aber auch mal kritisch können und garniert mit einem Plattencover, das auch direkt aus den Siebzigern stammen könnte.

Könnt ihr euch noch an die große Fun-Punk Welle Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger erinnern? Zwischen all den damaligen Bands mit den lustigen Namen schwamm so ne´ Band mit, die mehr so dreckigen Hardrock´n´Roll als Punk spielte und damit immer etwas herausstach. LÜDE & DIE ASTROS hießen die. Genau an die erinnern mich QUELLMANN. Spike

MILENRAMA – CORAZÓN Y ACITUD

MILENRAMA – CORAZÓN Y ACITUD
(Sarna Social / Cn‘r / RilRec / Gabba)

Dies ist bereits das dritte Album der katalanischen Band, die schon seit etwas mehr als 10 Jahre existiert. Oder muss ich sagen spanische Band? Man wird einerseits ja schnell als Nationalist abgestempelt, wenn man Volksgruppen unterstützt, die für eine Abspaltung von einem Land kämpfen, dem sie sich nicht zugehörig fühlen und für ihre eigene Identität. Andererseits wird so was aber ja auch oft als Befreiungskampf gegen die oktroyierende Besatzungsmacht angesehen. Hmmm… so ist das dann wohl, wenn Dogmatismus und blinder Aktionismus mit Verständnis und Rationalität konkurrieren. Das durften in letzter Zeit auch andere Bands erfahren, die sich gegen völkische Gewalt und Staatsterror stellten und es dennoch wagten, ihre Herkunft und Identität in ihre Lieder mit ein zu bringen. Das aber nur am Rande. Hier soll es ja um die neue Scheibe von MILENRAMA gehen.

Die Band stellt sich konsequent gegen Homophobie und Faschismus, gegen Kapitalismus, Politik gegen das Volk und kämpft für Verständnis und ein soziales Miteinander. Ganz egal, wer man ist und woher man kommt. Für eine offene Welt ohne diesen Dogmatismus, der auch innerhalb der „Szene“ zu Spaltungen führt. Für alle, die kein Spanisch oder Katalonisch verstehen, sind die Texte daher auch in englischer Übersetzung abgedruckt und vermitteln eine klare Haltung, über die man sich schon mal Gedanken machen sollte. Verpackt wird das Ganze in melodischen HC-Punk, der keine Wünsche offen lässt. Schnelle Beats, eingängig und treibend. Dazu eine markante weibliche Stimme, die nicht auf Anhieb als solche zu erkennen ist. Hier könnte sich der Kreis fast schon wieder schließen, denn warum muss ich auch extra betonen, dass die Band mit einer Frontfrau aufwartet. Nur weil ich diese nicht auf Anhieb als solche erkannt habe oder weil Frauen in Punk-Bands immer noch als exotisch gelten? Aber sei‘s drum. Ich will mich da jetzt nicht rein steigern. Diese Band und diese Scheibe sind nämlich ein gutes Beispiel dafür, wie man diesen Dogmatismus bestens umschiffen kann, dabei klare Ansagen formuliert und dazu noch richtig geilen Punkrock zum besten gibt. Dass sich die Band nach einer unscheinbar anmutenden, aber wirkungsvollen Heilpflanze benannt hat, passt da wie die Faust auf‘s Auge.

Eine fette Scheibe, die sowohl musikalisch als auch textlich überzeugen kann, Mauern ein- und einfach mitreißt, wichtige Themen anspricht und sich einen Scheiß um überflüssigen, kontraproduktiven Firlefanz schert. Hier werden die Dinge beim Namen genannt, und das ist gut so. Mirko

www.milenramahcpunk.com

PENADAS POR LA LEY – MALOS TIEMPOS PARA LA LIBERTAD

PENADAS POR LA LEY – MALOS TIEMPOS PARA LA LIBERTAD
(Cn‘r / Guerrera Rec. / G.B.R / Mass Prod. / BamBam Rec. / RilRec.)

Das Trio aus Bilbao besteht bereits seit über zwanzig Jahren, wenn man dem Veröffentlichungsdatum des ersten Tapes anno 1996 Glauben schenken darf. Das erste Album erschien jedenfalls erst im Jahre 2012 und nun legt die im Steam-Punk-Style gekleidete Band  ihre bereits dritte Scheibe vor. Grund dafür könnt auch sein, dass die Band argentinischen Ursprungs nun aber in Spanien beheimatet ist und es daher zwischendurch etwas Leerlauf gab.

Zu hören gibt es melodiösen Punkrock, deren Texte ich leider nicht verstehe, denn eine englische Übersetzung selbiger liegt nicht vor. Zumindest lässt sich vermuten, dass es vorwiegend kritisch und politisch sowie freiheitsliebend zu geht. Die Songs sind schnörkellos und eingängig. Meist auch recht treibend und immer im Vorwärtsgang. Dazu der passt auch der ausdrucksstarke Gesang von Bassistin Fabi und die gut eingesetzten Chöre. Dennoch fehlt mir irgendwie der letzte Kick bei den Songs, der mich wirklich mitreißen könnte.

Engagierter Punkrock auf gehobenem Niveau, den man auf jeden Fall mal antesten kann. Abwechslungsreich und eigenständig, eingängig und authentisch,  aber auch mit noch ein wenig Luft nach oben. Mirko

www.facebook.com/penadasporlaley