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DR. DREXLER – KAPITALAKKUMULATION

DR. DREXLER – KAPITALAKKUMULATION
(In Gute Hände / Elfenart Records)

DR. DREXLER und seine Band machen es einem nicht leicht mit dieser Scheibe, das ist vom ersten Ton an klar. Denn wer sich die Ohren verzuckern will ist hier garantiert falsch, denn hier sind Ecken und Kanten Programm.

Sieht man mal von dem Song „Wir können uns das Leisten“ ab, sind die Klangwerke, wie ich es mal nennen will, wenig bis gar nicht stringent. Stattdessen beherrscht eine experimentierfreudige Tonkulisse das Geschehen. Krachig, kratzige Gitarrenfetzen mischen sich mit Synthie- und Elektrosound sowie vom Bass punktuell und unstrukturiert unterstützten Beats, die keine direkte Linie erkennen lassen. Vom Mainstream ist dieses Konstrukt daher weit entfernt und der Untergrund ist auch das wo sich die Band wohlfühlt. NDW, Postpunkt, Kunstprojekt und Experimentalismus vereinen sich zu einem sperrigen Sound, dem die Texte in nichts nachstehen. Dabei wird der Antikonsum und Individualismus genauso propagiert wie die gesellschaftlichen Auswüchse, Konformität und die digitale (Reiz-)Überflutung angeprangert wird.

Eine sicherlich sehr gewöhnungsbedürftige Darbietung, die mit ihren Aussagen vieles auf den Punkt bringt. Konsequent wird dabei ein verschrobener Sound präsentiert, der einen faszinieren, aber auch sehr schnell vergraulen kann. Man muss sich darauf schon einlassen, was mir zugegebener Weise doch recht schwer fällt. Auf jeden Fall mal was anderes, und auch wenn mich die Texte und Lyrik-Fragmente durchaus ansprechen, ist mir das drum herum dann doch ein zu sperrig, um daran Gefallen finden zu können.  Mirko

www.drdrexler.org

COILGUNS – WATCHWINDER

COILGUNS – WATCHWINDER
(Hummus Records)

Mit dem Vorgängeralbum der Schweizer Band konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Zu chaotisch und krachig war mir das Ganze. Nun haben sich die COILGUNS wieder ins Studio eingeschlossen und ein neues Werk eingespielt, und ich kann gleich vorab sagen, dass es mir diesmal ein wenig anders geht als beim Vorgänger.

Musikalisch bleibt man sich jedoch weitestgehend treu. Erneut gibt es krachigen Lärm zu hören. Diesmal aber ein wenig strukturierter und auch vom Sound her weitaus besser und druckvoller geraten. Deshalb besitzt das Album auch eine metallische Kante, die dem Vorgänger abging. Auch sind die Songs etwas stringenter, wenn auch immer noch recht vertrackt. Der Gesang, bzw. das Geschrei kommt dabei auch weit besser zur Geltung. Hatte ich beim ersten Song noch meine Bedenken, da dieser zu Beginn lediglich mit einem obskuren Schlagzeugbeat und halbgarem Gesang daherkommt, muss ich eingestehen, dass die anderen Songs doch etwas an sich haben und viel Energie versprühen und gar nicht auffällt, dass hier ohne Bass musiziert wird. Knallt nämlich schon mächtig rein. Der ein oder andere experimentelle Einfluss fällt daher auch gar nicht so auf.

Insgesamt gesehen für meinen Geschmack deutlich besser als das letzte Album. Zwar immer noch krachig, aber mit viel Power und Leidenschaft vorgetragen. So können mich die COILGUNS schon mehr überzeugen und ich muss dem Album doch eine recht gute Gesamtnote ausstellen. Mirko

www.coilguns.ch

DIRTY SOUND MAGNET – TRANSGENIC

DIRTY SOUND MAGNET – TRANSGENIC
(Hummus Records)

Schon wieder so abgefahrene, komplexe Mucke. Macht denn keiner mehr simplen Punkrock? Oder bekomme ich so was nur nicht mehr auf den Tisch? Dieses Trio versucht sich jedenfalls an hippieskem Psychedelic-Rock, der ein breites Spektrum an musikalischer Vielfalt bereithält.

Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, existiert die Band bereits seit 10 Jahren und dies ist auch nicht das erstes Album des Schweizer Trios. Auf Basis von eigentlich bodenständigen Rhythmen verliert man sich aber oftmals in rauschähnlichen Sphären, geprägt von viel Hall und einigen choralen Gesängen. Glücklicher Weise verliert man dennoch nicht den Boden unter den Füßen, was die Sache halbwegs erträglich macht. Die Einflüsse dabei sind vielfältig und auch die musikalische Umsetzung bemüht diverse ungewöhnliche Instrumente und diverse Soundelemente, die man zusammenschustert. Insgesamt gesehen entsteht dabei schon ein interessantes, manchmal auch überbordendes Klangbild, das sich zwar als anspruchsvoll und künstlerisch wertvoll präsentiert, mich aber dennoch nicht gefangen nehmen kann. Kann mir das ja schon mal anhören, aber halt nicht abfeiern. Bei diesem musikalischen Sammelsurium kommt mir einfach die Direktheit zu kurz.

Anspruchsvoller Ausflug in die Welt der Musik. Dabei verträumt und emotional, aber auch ohne das wesentliche aus den Augen zu verlieren. Und das finde ich dann doch recht positiv. Trotzdem eine Scheibe die ich wahrscheinlich nicht nochmals in den Player legen werde.  Mirko

http://dirtysoundmagnet.com

MAFFAI – ZEN

MAFFAI – ZEN
(Kidnap  Music)

Das Debütalbum der süddeutschen Band wird im Wachzettel auch mit dem Attribut „Postpunk“ beschrieben. Dabei trifft es der Begriff „Indie-Rock“, der ebenfalls angeführt ist treffender, wenn auch das Adjektiv „wütend“ vielleicht ein wenig übertrieben erscheint. Denn vielleicht könnte man partiell sogar das Wörtchen Pop mit ins Spiel bringen. Zumindest was das Musikalische betrifft.

Stellenweise erinnert mich das Ganze auch ein klein wenig an die frühe Neue Deutsche Welle, allerdings in einem modernen Soundgewand. Manchmal aber auch an den deutschen 80s Pop, was sicherlich auch dem entsprechenden Einsatz eines Synthesizers zu verdanken ist. Textlich kratzt man dabei nicht nur an der Oberfläche, sondern dringt auch tiefer in die Materie ein, ohne zu verklausulieren. Musikalisch gibt man sich relativ minimalistisch und auch die Melodien sind recht einfach. Manchmal sogar ein wenig monoton. Allein der Gesang bringt hier die notwendige Intensität mit, die der instrumentale Teil ein wenig vermissen lässt. Daher könnte man, um ein wenig Namedropping mit einzubringen, die Band als softe Version von AKNE KID JOE bezeichnen, von denen passender Weise auch zwei Mitglieder beim Song „Tunnelblick“ als Gastmusiker fungieren.

Ein bisschen mehr Pep hätte die Scheibe sicherlich vertragen, weshalb die Scheibe bei mir nicht so recht zünden mag. Da können Gesang und Texte noch so intensiv und emotionsgeladen sein, wenn der Druck dahinter einfach fehlt. Indie-Rock-Freunden sei diese Scheiben dennoch als Neuentdeckung empfohlen.  Mirko

www.maffai.de

THE BROODERHOOD OF SONIC LOVE – SATELLITE HEART

THE BROODERHOOD OF SONIC LOVE – SATELLITE HEART
(Sonic Love Records)

Ein paar Jahre Bandgeschichte, ein paar Singles und eine EP hat die Kopenhagener Band schon auf dem Buckel. Nun kommt auf dem bandeigenen Label das erste Album.

Auf der Scheibe befinden sich zehn Psychadelic-Rock Tracks, die mit einem schmutzigen Retro-Sound ausgestattet sind. Die beruhen auf einem einfachen Akkord-Fundament, ummalt mit kratzenden Gitarren und einem intensiven Gesang. Die Melodien sind eingängig und das Tempo gedrosselt. Dennoch gibt es einige deftige Passagen, die auch mal rein knallen. Textlich gibt man sich sehr persönlich begibt sich dabei auch in seelische Abgründe. Viel Spielraum für Abwechslung bleibt dabei allerdings nicht, so dass sich auf Dauer auch ein wenig Eintönigkeit einschleicht.

Dreckiger, energetischer und intensiver Rock aus dem Underground, der sich in die Abgründe des menschlichen Bewusstseins begibt. Teilweise wirklich stark, manchmal leider auch redundant. Kann man sich aber schon mal geben. Mirko

www.facebook.com/thebrotherhoodofsoniclove

GRAUPAUSE – VERDAMMTE STILLE

GRAUPAUSE – VERDAMMTE STILLE
(Eigenproduktion)

Verdammte Stille? Nanana, wer wird denn da gleich an die BROILERS denken? Du? Kannste gleich mal wieder vergessen, der hier weht musikalisch ein ganz anderer Wind. Ein paar der hier ackernden Musikanten standen vorher in Diensten der Deutschpunkband PARAGRAPH 08/15 und GRAUPAUSE dürfen wohl auch als inoffizielle Nachfolgerband bezeichnet werden.

Über die Hügel im Sauerland weht aus Richtung Lüdenscheid ein frischer Wind, der ein Debüt mit sich trägt, welches sich gesellschaftskritisch an diversen Themen abarbeitet. Keine neuen, aber da sich wenig geändert hat, leider nach wie vor aktuelle Thematiken. Hierbei geht es ihnen nicht nur darum, auf etwas hinzuweisen, sondern die Musik auch als Ausgang aus der grauen Monotonie des Alltags zu nutzen und diese Ausgangstür auch für ihre Hörerschaft offen zu lassen.

Viel Melodie, viel Aussage und ordentlich Tempo gegen eine kaputte und düstere Welt hält dieses ganz und gar nicht stille Album parat, was auf der einen Seite nach alten FAHNENFLUCHT klingt, auf der anderen Seite aber auch mal nach punkigen und hastigen TURBOSTAAT, in jeden Fall aber erfrischend. Im Meer der unzähligen Deutschpunkproduktionen versinken GRAUPAUSE damit jedenfalls nicht und dürften nach und nach für Aufmerksamkeit sorgen. Steff

www.facebook.com/graupausepunkrock