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WIPEOUT – SONGS FOR ANDROIDS

WIPEOUT – SONGS FOR ANDROIDS
(Noise Appeal Records)

Ich hab ja schon viel Mist gehört, aber was da aus meinen Boxen schallt, übertrifft davon vieles. Anscheinend wird diese Band aber von vielen szenekundigen Schreiberlingen hoch geschätzt. Leider sind diese aber eher nicht dem Punkrock zugeneigt. Jedenfalls hat die Band nach längerer Pause nun wieder eine EP veröffentlicht, die ich mir kaum anhören kann.

Düster geht es zu, und elektronisch. Manchmal schleicht sich da auch eine Melodie ein, aber hauptsächlich ist das beatlastige Club-Music mit EFM und Wave-Elementen. Dazu in eher getragenem Tempo dargeboten. Bis auf den Gesang ist hier nichts handgemacht, sondern komplett elektronisch und mit vielen kleinen Frickeleien. Aber auch der Gesang wird ab und an kräftig durch den Elektro-Fleischwolf gedreht, so dass zumindest der EP-Titel nicht ganz abwegig erscheint.

Wer diesem Genre etwas abgewinnen kann, könnte bestimmt auch an diesem Werk Freude haben und objektiv gesehen könnten die Lobhudler sicher auch ein bisschen recht haben. Für mich ist das aber echt Mist, auf den ich gut und gerne verzichten kann. Mirko

www.fuckhead.at/wipeout

MALATESTA – TAPE

MALATESTA – TAPE
(Eigenproduktion)

Nach sieben Jahren haben die Münchner, die mir leider bisher nicht bekannt waren, endlich neue Songs aufgenommen. Und zwar ganze drei Stück. Gut, man war in letzter Zeit wohl nicht ganz so aktiv und hat sich einen neuen Sänger angelacht, aber trotzdem ist das jetzt kein riesen Output. Die Songs kommen als Musikkassette daher, also schon Oldschool.

Gespielt wird HC-Punk, der mal schneller, mal langsamer vorgetragen wird. Angereichert mit einem inbrünstigen Schreigesang, der manchmal ein bisschen zu sehr im Hintergrund bleibt. Bisschen mehr Druck hätte mir da besser gefallen. Gut auch, dass die Texte abgedruckt sind. Schade jedoch, dass ich bis auf den zweiten Song „Leerlauf“, diese aber auch inhaltlich nicht ganz verstehe. Macht aber nix. Die Mucke ist meist flott und mit einem klitzekleinen bisschen Melodie versehen, kann aber auch ziemlich schleppend werden. Ansonsten ist die Aufnahme – im positiven Sinne – aber auch schön krachig und roh. Und wenn ich zu Beginn etwas gemeckert habe, so gefallen mir die drei Lieder doch recht gut, denn das alles sind ja nur Kleinigkeiten. Und manch Makel macht ein Produkt schließlich auch interessant.

Leider etwas kurz geratenes Tape, dass dafür drei nicht immer konventionelle und auch mal emotionale HC-Songs enthält. Immerhin kommt man dann doch auf fast 10 Minuten, die auch Lust auf mehr machen. Mirko

www.facebook.com/Malatestapunx

ZYSTEM – SPATZEN

ZYSTEM – SPATZEN
(S.N. Rex. / Noise Massacre)

ZYSTEM kommen aus Esslingen und das hier ist ihre erste offizielle Veröffentlichung. Nach einem kurzen Blick auf ihre bandcamp Seite kann ich ergänzen, dass vor 3 Jahren ein 12-Song umfassendes Demo vorausging, von dem aber kein einziger Song erneut verwendet wurde. Also alles frisch und auch die Aufnahmequalität ist im Vergleich zum Vorboten deutlich gestiegen.

Gepresst wurden die 5 neuen Songs auf weißes Vinyl und zum Inhalt gehören Donwloadcode und kleines Textheft. Cover, EP-Titel und gleichnamiger Opener behandeln das Thema Überwachung („Und die Spatzen pfeifen es von allen Dächern, wohin du gehst und mit wem du dich so triffst. Denn da sind Orte, die plötzlich alle Augen haben. Die einen sehen, doch man selber sieht sie nicht“). Der Mensch als Arbeitsmaschine, das NSU-Drama oder auch die Kommerzialisierung des Fußballs sind weitere Themen, die ZYSTEM völlig parolenfrei, aber auch frei von jeglichem kryptischem Redenstil, angehen.

Die Songs wirken bescheiden, weil sie nicht dick auftragen und mehr von Emotionen getragen werden – und genau damit können ZYSTEM punkten und erspielen sich einige Sympathiepunkte. Kann man sich ungefähr als BOXHAMSTERS und DISCO//OSLO Mischung vorstellen. Wer dieser Richtung was abgewinnen kann, sollte mal eine Hörprobe in Betracht ziehen. Spike

www.facebook.com/zystem.punk

RAKETE FEHLSTART – DEMO

RAKETE FEHLSTART – DEMO
(S.N. Rex.)

„Eigenständiger Deutschpunk mit seltsamen Texten“ – endlich mal ein ehrliches Promoanschreiben. Ohne Lobhudelei und mit einem Satz ziemlich auf den Punkt gebracht. Einleitend sei noch erwähnt, dass es sich um eine Band aus Stuttgart handelt und diese EP ihr erstes Output ist.

Aber wieder zurück zur Seltsamkeit, denn seltsam sind nicht nur die Texte, von denen ohne Textblatt nicht alles zu verstehen ist (also nicht auszuschließen, dass die unverständlichen Parts vielleicht gar nicht so seltsam sind), sondern auch die Art des Gesangs. Dieser ist irgendwo zwischen Singen und irgendwas, bei dem sich die Stimme überschlägt. Seltsam, aber nicht uninteressant.

Auch wenn das Promoschreiben (siehe Eingangszitat) RAKETE FEHLSTART als eigenständigen Deutschpunk einordnet, so sollte die Betontonung vorwiegend auf „eigenständig“ und nicht auf „Deutschpunk“ liegen, denn die Musik hat für Deutschpunk fast schon zu viel Rock-A-Billy Anteil. Kann mich alles in allem zwar nicht wirklich begeistern, aber da es aus der typischen Rolle fällt, kann ich hier immerhin einen gewissen Wiederkennungswert attestieren. Spike

www.facebook.com/raketefehlstart

POPPERKLOPPER – WIR SIND MEHR

POPPERKLOPPER – WIR SIND MEHR
(Aggressive Punk Produktionen)

Wir sind mehr! Nach den Vorkommnissen und Hetzjagden letztes Jahr in Chemnitz eine Reaktion in Form eines Mottos unter dem Festival oder Demos stattfanden, in Form eines Hastags, in Form eines Mutmachstatements. Nicht nur nach Chemnitz, auch nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg, die nach Verfassen dieser Plattenbesprechung gerade mal ein paar Tage zurück liegen. Die Mehrheit ist nach wie vor nicht blau/braun, aber die Tendenzen sind alarmierend. Statements, um dem entgegen zu wirken, um aufzuklären, um Mut zu machen, in welcher Form auch immer, daher ungeheuer wichtig. Auch Musik agiert als wichtiges Werkzeug gegen diesen Wahnsinn und das wenden POPPERKLOPPER mit ihrer aktuellen 7“ EP an.

Der Hauptsong der Platte (ein Lied in A, F und D) macht deutlich, was man von den Umständen und den ewig Gestrigen hält. Klare Aussage und Kante und gefeatured von Steff (ALARMSIGNAL), Thomas (FAHNENFLUCHT) und Mani (MISSSTAND), die den Song als Aggropunk Allstars mitgestalten und unterstützen. Da die Bands alle aus einem ähnlichen Holz geschnitzt sind, harmoniert das auch super und passt. Die mittlerweile gewohnte POPPERKLOPPER Rezeptur aus Punkrock, Rock´n´Roll und Deutschpunk mundet nicht nur in diesem Song, sondern auch mit den beiden Stücken auf der B-Seite. „Ohren zu und durch“ und dem kämpferischen „Antifascista“, bei dem REJECTED YOUTH Matze mitsingt.

Wichtiges und gutes Teil, dass die Wartezeit aufs neue POPPERKLOPPER-Album „Alles wird Wut“ (VÖ: 18.10.) etwas verkürzt. Und nein, keine Sorge, auf dem kommenden Album werden nicht alle Songs dieser EP erneut verbraten. Bis auf das Titelstück gibt’s keinen Song doppelt. Das nur zur Info. Limitierte 300er Auflage – die interessierten späten Vögel sollten sich also ranhalten. Spike

www.facebook.com/popperklopperpunk

TOMAS TULPE – DER MANN IM PFANDAUTOMAT

TOMAS TULPE – DER MANN IM PFANDAUTOMAT
(Bakraufarfita Records)

An TOMAS TULPE scheiden sich die Geister. Die den elektronischen Klängen nicht abgeneigten und Schlager-offenen Party-Punker bewegen gerne ihre verschwitzen Körper zu ihm, andere hingegen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und verstehen die Welt nicht mehr.

Was man auch von ihm halten mag, er vereint die Genres Elektro, Schlager, Comedy und Punk und parkt mit seiner Mischung irgendwo zwischen GUILDO HORN und DIE LOKALMATADORE oder zwischen MICKIE KRAUSE und EISENPIMMEL. Unterhaltung voller Anarchie und Albernheit, die natürlich am besten funktioniert, wenn man schon ein wenig getankt hat. Songs wie “Botox im Bauch“, “Graffiti geht nicht ab“, “Komm doch bitte nicht mit deiner dicken Butterstulle an mich ran“ oder “Der Mann im Pfandautomat“ sind die Aushängesongs dieser Platte bzw. die Songs, die sofort hängen geblieben sind.

Dazwischen leider auch Songs, die nicht zünden wollen, die etwas erzwungen lustig wirken und die nicht unbedingt die unverkrampfte Ironie manch älterer TULPE-Klassiker ausstrahlen. Nicht auszuschließen, dass ich mich an den tulp´schen Humor aber auch einfach nur gewöhnt habe. Steff

www.facebook.com/tomastulpe