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ABSTURTZ – ALLES BLEIBT ANDERS

ABSTURTZ – ALLES BLEIBT ANDERS
(DMB Records)

Gerade mal geschaut wie lange die letzte Album Veröffentlichung von ABSTURTZ zurück liegt. Fast ein ganzes Jahrzehnt liebe Brüder und Schwestern, neun Jahre um genau zu sein. Auf dem Schweizer Label „DMB Records“ präsentieren sie nun den „Alles wird gut“ Nachfolger.

Nach einem Intro und der ersten Single-Auskopplung „Feuer“ blicken ABSTURTZ zurück auf „15 Jahre“ und nennen namentlich einige ihrer vielen Stationen. Man merkt hier, dass die Band bodenständig und sich weitgehend treu geblieben ist, was Songgerüste und Texte betrifft. Letztere bewegen sich zwischen politischen und sozialkritischen Themen, feiern aber auch das Leben, die Freundschaft und die Menschlichkeit. Manches mal blitzt auch ein wenig Klischee durch, aber hey, Punk und so.

Auch die Songs sind unverwechselbar ABSTURTZ, oft gewohnt schnell, meistens melodisch, jedoch weitaus ausgereifter und verspielter als zuvor, was meiner Meinung nach ganz besonders bei Songs wie „Menschlichkeit“, „Unsere beste Zeit“, „Wir drehen durch“, dem Rasta-Knast-ähnlichen “Glücklich“ oder dem emotionalen „Du fehlst“ zum Ausdruck kommt, also eher in den Songs, wo nicht Vollgas gefahren wird. Nichts verlernt und musikalisch sogar noch ein gutes Stück vielfältiger geworden. Spike

www.facebook.com/Absturtz

MOSCOW DEATH BRIGADE – BAD ACCENT ANTHEMS

MOSCOW DEATH BRIGADE – BAD ACCENT ANTHEMS
(Fire And Flames Music)

2 Jahre nach „Boltcutter“ legen MOSCOW DEATH BRIGADE mit „Bad Accent Anthems“ nach. 11 Dampfwalzen in 35 Minuten. Klare Kante und keine Kompromisse, zumindest nicht bei den Texten. Musikalisch natürlich schon, aber genau das zeichnet die Band ja aus.

Ein wilder Cocktail aus härteren Genres wie Hardcore und Punk trifft auf Elektro, Hip Hop, Techno, Trance. Also auf Musikrichtungen, die viele Hardcore-Kids oder Hardcore-Punks früher oftmals vehement ablehnten und dies teilweise auch noch heute tun – wenn auch nicht mehr so gravierend wie einst, denn das große Electro-Spielfeld mit all seinen kleinen Subgenres, erfreut sich, sei es pur oder mit Härterem vermischt, szeneübergreifender Beliebtheit. Und wenn man die verschiedenen Richtungen auch noch so gekonnt verbinden kann, wie es MOSCOW DEATH BRIGADE tun, macht das auch wirklich Spaß und reißt mit.

„Feed The Crocodiles“, „Sound Of Sirens“ oder „Never Walk Alone“ sind absolute Abgehnummern. Mag das Cover vielleicht auch etwas kitschig erscheinen, der Inhalt hat es definitiv in sich und ist ein knallharter Mix, mit dem du dich sowohl auf dem Dancefloor wie auch im Pogokreis austoben kannst. Ellenbogen raus und ab dafür! Spike

www.facebook.com/moscowdeathbrigade

THE WEIGHT – IN CONTROL

THE WEIGHT – IN CONTROL
(Heavy Rythm & Roll Records)

Mit „In Control“ liegt jetzt schon wieder ein Scheibe auf meinem Tisch, wo ich mich – schon wieder – frage, warum sie hier gelandet ist. Jetzt ist es nun aber mal so und deshalb schreibe ich auch mal was darüber. Ich versuch‘s zumindest.

Hab die Scheibe jetzt ein paar Mal nebenher laufen lassen. Also beim „Arbeiten“ am Computer. Aber wirklich hängen geblieben ist dabei nichts. Das ist so Rockmusik, die den vergangenen Tagen huldigt und auch stark davon beeinflusst ist. Vor allem zum Südstaaten Rock der 70er und 80er-Jahre finde ich hier Parallelen. Aber auch der Stadion-Rock lässt grüßen. Man versucht schon auch irgendwie atmosphärisch vereinnahmende Songs ala´ PINK FLOYD oder LYNYRD SKYNYRD zu kreieren. Gelingt eigentlich ganz gut. Manchmal etwas funky, manchmal etwas über emotional, so dass man sich dann doch wieder an die musikalische Untermalung bei geselligen 40+ Revivals im Waldheim oder einer Betriebsfeier eines hip wirken wollenden Mittelstandsbetrieb erinnert fühlt

Also als Begeleitmusik zum Home Office (meine neue Küchenliste) taugt die Scheibe wirklich gut. Läuft ganz gut rein, stört nicht und viel zum Nachdenken oder aktiv Zuhören müssen ist auch nicht dabei. Gute Alternative zum momentanen Radiosound. Musik zum Wohlfühlen halt. Mirko

https://theweightrock.com

SNACKWOLF – APPETIZERS

SNACKWOLF – APPETIZERS
(30 Kilo Fieber Records)

Formiert aus einschlägigen süddeutschen Formationen, haben SNACKWOLF nach relativ kurzer Existenz ihre erste EP eingespielt. Optisch schon mal ziemlich gelungen, dafür aber leider ohne Textblatt. Erfreue ich mich halt am knallbunten Cover.

Würde ich auf selbigem nicht lesen, dass die Band SNACKWOLF heißt, und hätte man mir die Scheibe ohne dieses Wissen vorgespielt, hätte ich doch glatt vermutet, dass es sich um die nächste Veröffentlichung von PLANET WATSON handeln könnte. Denn diese spielen genau dieselbe Art Punkrock, wie man sie auf dieser gut achtminütigen EP zu hören bekommt. Gut gespielter, schneller und natürlich auch melodischer Punkrock mit Skatepunk-Attitüde, der gut ins Ohr geht und zum Abzappeln einlädt. Da die Musiker aber auch aus deren Umfeld stammen nicht weiter verwunderlich. Geht zwar ziemlich gut nach vorne ab, aber irgendwie empfinde ich es doch als – zumindest gelungene – Blaupause.

Die Eigenständigkeit fehlt mir bei der EP daher ein wenig, aber gut rein laufen tut sie dennoch. Wer also PLANET WATSON mag, wird daher garantiert auch SNACKWOLF mögen. Tut mir leid, dass ich diesen Vergleich ständig wiederholen musste, aber daran seid ihr irgendwie auch selbst schuld *Zwinkersmiley*. Mirko

https://www.facebook.com/snackwolf

BROT #5

BROT #5

Mit den angepeilten 6 Monaten bis zur nächsten Ausgabe hat‘s wohl nicht ganz so geklappt. Über ein Jahr ist es her, dass die letzte Nummer erschienen ist. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn Yannig und Thommy hauen leichtfüssig eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Ausgabe raus.

Die Themen sind vielfältig, launisch, flüssig und ironisch geschrieben und verzetteln sich nicht in gezwungenem Humor. Auch wenn dem Humor in der vorangegangenen Ausgabe mehr Platz eingeräumt wurde, wird man bestens unterhalten. Bandinterviews wechseln sich ab mit kleinen Kolumnen, Berichten, Comicstrips und Meinungsausbrüchen. Dazu noch ein paar Reviews und ein Konzertbericht und fertig ist das schmucke Allerlei. Zu Wort kommen unter anderem FONTANELLE und ALTER EGON, das Dreißigjährige der Roten Flora wird zelebriert, dazu ein Porträt der Zwiebel, dem Lieblingsobst der Deutschen. Ein paar Schmähungen dürfen auch nicht fehlen (Bad Religions Weihnachtslieder) und, nach Ansicht der Autoren, mittelmäßige Bands mit kurzen Kommentaren bedacht. Aufgefrischt mit mal mehr, mal weniger sinnigen Kolumnen und Tipps zur Freizeitgestaltung.

Alles in allem ein feines Heftchen, das gut unterhält, sich selbst nicht allzu ernst nimmt, aber auch die politische Haltung deutlich zum Ausdruck bringt. Gefällt mir wieder sehr gut und wir warten mal ab, wann die nächste Ausgabe kommt. Ich freu mich jedenfalls schon. Mirko

brotfanzine@gmx.de

RITUAL DICTATES – GIVE IN TO DESPAIR

RITUAL DICTATES – GIVE IN TO DESPAIR
(Artoffact Records)

Mal wieder so ein Cover, bei dem man sich im Plattenladen wohl nicht mal die Mühe machen würde, die Platte herauszuziehen und sie näher zu betrachten. Aber mag ja auch sein, dass es genau das ist, was andere wiederum total neugierig macht. Vielleicht ein taktisch kluger Schachzug? Keine Ahnung! Packen wir das gute Stück mal aus, legen sie ein, drücken auf „Play“ und lesen nebenbei die Promo-Lektüre.

RITUAL DICTATES ist also ein Bandprojekt des Duos Justin Hagberg und Ash Pearson, die nebenbei noch in allerhand anderen Bands aktiv sind oder waren, die mir aber alle nicht bekannt sind, jedoch dem Metal zugeordnet werden können. Diesem widmen sich die beiden Köpfe auch mit diesem Projekt und grasen dabei alles ab, was er (der Metal) auf der „härteren“ Spielfeldseite zu bieten hat. Death Metal, Grindcore, bisschen Black-Metal, also mehr die extremere Richtung mit ordentlichen Brettern und kräftigem Geballer. Ganz frei von klassischem Heavy Metal sind RITUAL DICTATES zwar nicht und bauen ihn stellenweise in die Songs mit ein, jedoch wirkt das dann zwischen dem Brutalo-Sound schon eher befremdlich und ist weniger willkommene Abwechslung, sondern bremst ihn vielmehr aus.

Ich bin jetzt kein Metalhead und vielleicht auch deshalb weniger euphorisch. Aber diejenigen die es sind, finden hier, wie im Absatz zuvor erwähnt, einen Mix verschiedener härterer Stile mit einer fett produzierten Soundwand vor. Leider nur manchmal mit zu viel experimenteller Vielseitigkeit, so dass manche Übergänge zu krass und manchmal auch zu komisch wirken und deshalb nicht immer harmonieren. Spike

www.facebook.com/ritualdictates