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LA CRY – SONGS ABOUT SHITSHAKING AND HEARTBREAKING

LA CRY – SONGS ABOUT SHITSHAKING AND HEARTBREAKING
(Eigenproduktion)

Lange Zeit war es still um LA CRY. Nachdem sich die Band zu Beginn des Jahrtausends trennte, fanden sich die Hamburger erst im Jahr 2015 wieder zusammen. Mit diesem Album, dessen Titel mir zu lang ist, um ihn nochmals zu schreiben, knüpft die Band genau da an, wo sie vor zwanzig Jahren aufgehört hat. Wirklich verwunderlich ist dies allerdings nicht. Denn schenkt man dem Beipackzettel glauben, wurde das vorliegende Album bereits im Jahre 1997 aufgenommen. Während man zur Zeit an einem Album mit neuen Songs bastelt, wird diese Aufnahme also nun als reines Download-Album veröffentlicht. Hat wohl aber auch damit zu tun, dass sich kein geeignetes Label fand und man dann eben auf diese Art der Veröffentlichung zurück gegriffen hat. Ist ja aber auch egal und anhören sollte man sich das Teil auf jeden Fall.

Die 14 Songs hauen so richtig rein. Kick-Ass-Punk wie er sein soll. Rotzig, treibend, druckvoll und mit starkem Einfluss des dreckigen Garagenrocks und Oldschool-Punkrock. Ab und an ist sogar ein Keyboard zu hören, das, wenn es sich etwas im Hintergrund hält, ganz gut reinpasst. So wie bei meinem Favoriten „This Punkrock (not LA)“ oder auch bei dem etwas ruhigeren, „Face it & Fight“. Da kommt das richtig gut. Aber auch sonst wissen LA CRY mit ihrem erfrischenden und dennoch rohen und kräftigen Sound zu gefallen. Auch vom Tempo her ist alles mit dabei, wobei mir natürlich die schnelleren Songs besser reingehen. Davon gibt es glücklicher Weise einige und LA CRY kann zudem immer mal wieder noch einen drauflegen, im richtigen Moment das Gas aber auch wieder runternehmen. Auch dadurch sind die Songs von Abwechslung geprägt und nie langweilig. Zwischendurch immer mal wieder ein kleines Gitarren-Solo & auch einiges an Melodie, dass passt schon alles!

Wirklich eine geile Scheibe, wie ich finde. Deftiger, zeitloser Punkrock mit der richtigen Attitüde, viel Leidenschaft und Hingabe. Da bin ich doch glatt mal gespannt, ob die sich in Arbeit befindlichen neuen Songs da mithalten können. Die Erwartungen sind auf jeden Fall hoch. In der Zwischenzeit sollte man dieses Werk ausgiebig genießen. Mirko

www.lacry.de

THE BOMBPOPS – FEAR OF MISSING OUT

THE BOMBPOPS – FEAR OF MISSING OUT
(Fat Wreck Chords)

Obwohl die Bandmitglieder noch so jung aussehen, gibt’s die Band gefühlt schon ewig, na ja, genauer gesagt seit 2007, aber 10 Jahre schafft auch nicht jede Band. Durch einen, nennen wir es einfach mal Zufall, lernte ich die Band bzw. ihr Material auch schon von Anfang an kennen und verfolgte Anfänge und Werdegang immer mit einem Auge. Die ersten Sachen kamen ausschließlich als EP und ohne Label und es dauerte tatsächlich ein ganzes Jahrzehnt, bis nun schließlich auch der erste Longplayer an den Start gebracht wurde.

Damit landete die Band gleich bei Fat Wreck Chords, wo sie musikalisch auch gut hinpasst, womit aber auch dieses Underground-Ding komplett flöten ging. Aber gut, wer will ihnen so einen Deal verüblen. Ich nicht, auch wenn in mir beim Hören von “Fear Of Missing Out“ immer wieder der Gedanke aufkommt, als hätten THE BOMBPOPS ihre musikalische, unbekümmerte Seele an Fat Mike verkauft ;- ) Die 12 Songs sind überwiegend Pop-Punk oder Skate-Punk oder Surf-Punk oder Fun-Punk oder Bubbelgum-Punk. Halt diese ganzen Bezeichnungen und irgendwo zwischen NOFX und THE DESCENDENTS und (wegen des weiblichen Gesangs) THE MUFFS.

Die Stücke sind super produziert, die Hitdichte hingegen wesentlich geringer als bei den früheren Geschichten. Schlecht ist das zwar alles nicht, aber es zündet bei mir nicht richtig. Um ehrlich zu sein, kann ich für mich mit dem grungigen “Jerk“ und dem Gute-Laune-Hit “Be Sweet“ nur zwei Hits rausfiltern. Diese sind dann aber auch totale Knaller, die mir total taugen, während der Rest mir zu typisch und austauschbar ist. 2 Kracher von 10, naja. Ich empfehle somit zwar nicht dieses Album, aber dafür den Hit der Platte mit der nachfolgenden, irgendwie niedlichen Videoauskopplung. Steff

http://thebombpops.com

DERBE LEBOWSKI – S/T

DERBE LEBOWSKI – S/T
(Spastic Fantastic Records / Dead Heroes Records)

So, Nachbarn alle wach? Ich denke schon! Dabei tobte das Weckkommando gerade mal knappe 15 Minuten. Nur 1/3 der 9 Songs knackt die 2-Minutengrenze. Die restlichen 2/3 bleiben um eine Minute oder sogar darunter. Trotzdem Zeit genug, um alles in Schutt und Asche zu legen. Die Kehrwoche geht auf DERBE LEBOWSKI, bedankt euch bei denen.

Geballer auf Teufel komm raus, immer mit vollem Krafteinsatz. Unruhig, hektisch, brutal und voller Rückkopplungen. Schleppend wird´s hier lediglich aus dem Grunde, damit dass anschließende Durchdrehen noch heftiger wirkt. Ansonsten totales Abdrehen, bei dem jeder verfügbare Ton aus den Instrumenten geholt, sowie die Stimme ordentlich überstrapaziert wird.

Musik, die ohne Vorbereitung durch jahreslanges Training die Ohren zum Bluten bringen könnte. Die Soundkeule, vor der dich deine Eltern immer gewarnt haben. Mein lieber Herr Lebowski, das ist echt mal derbe. Ohne Scheiß! Spike

www.facebook.com/derbelebowski

GRUPA KROVI – ZONA

GRUPA KROVI – ZONA
(Eigenproduktion)

Irgendwie bin ich ganz schön tranig heute. Hab fast zehn Minuten gebraucht um zu merken, dass die CD die ich gerade eingelegt hatte, gar nicht läuft. Nachdem ich dann halt doch manuell auf Start gedrückt hatte, setzte sich die Tranigkeit auch gleich auf musikalischem Wege fort. Denn das Stoner-Rock-Duo aus Tübingen, das mittlerweile zum Trio mutiert ist, hat eine neue Scheibe am Start. Produziert hat die Band erneut in den eigenen vier Wänden und auch sonst, wie schon beim ersten Album von 2013, alles selbst in die Hände genommen.

Wie schon beim Erstling sind die sechs Songs, die zwischen einer und zwölf Minute(n) lang sind, meist recht schleppend. Da der Sound bei der neuen Scheibe aber um einiges besser ist, kommen die Songs doch schon etwas kräftiger rüber. Und auch der ein oder andere rockigere, oder grungige Part findet dadurch zu Ausdruckskraft. Insgesamt empfinde ich die Platte deshalb als etwas härter und auch ein klein wenig flotter als es der Vorgänger war. Die Improvisation wurde meinem Empfinden nach ein klein wenig zurück geschraubt, was nicht bedeutet, dass man auf einige Ausschweifungen verzichten müsse oder gar die Experimentierfreude verloren ginge. So finden sich im mal monotonen, mal stampfenden Sound auch ein paar Melodien wieder.

In sich sehr stimmige Stoner-Doom-Rock-Metal-Platte, die doch auch einige Härte aufweist. Eine gesunde Weiterentwicklung, die die Band da genommen hat. Auch wenn in Lied Nummer 5, meinem Favoriten auf der CD, doch ganz schön gebolzt wird, zwischendurch aber leider immer mal wieder recht träge. Mit der Entspannungszigarette in der Hand kann ich das aber schon auch mal hören. Mirko

www.facebook.com/grupakrovi

CONTRA REAL – KEINE KOMPROMISSE

CONTRA REAL – KEINE KOMPROMISSE
(Riot Bike Records / Raccoone Records / Fire and Flames Music)

Es läuft einem wahrlich kalt den Rücken herunter, wenn man die Auszüge einer Björn Höcke Rede zu Beginn von „Retter des Abendlandes“ zu hören bekommt. Dieser Mensch streut mit wenigen Worten so viel Gift, da ist es eine regelrechte Erlösung, wenn CONTRA REAL mit ganz viel Gegengift loslegen.

Die drei Hamburger sind Freunde klarer Worte und gehen kompromisslos (wie der Titel schon ausdrückt) auf Konfrontation. AfD, Pegida, Wutbürger, G20-Beführworter, Ausbeutung, Überwachung, unpolitische Spinner in den eigenen Reihen – das sind die Kernthemen in den 5 neuen Songs auf dieser 7Inch-EP. Kernig, unbequem, direkt, schnörkellos und mit Wechselgesang quasi so eingehämmert, dass es ankommt. Und alles mit dem unverwechselbaren Deutschpunk-Charme der 80´ger Jahre.

Zum Debüt schrieb ich damals, dass mir das Hören solcher Platten zwischen all den von der Punkerpresse übertrieben abgefeierten Hipster-Punk-Bands echt gut tut. Das Label selbst bringt es mit: „Kein Hipster-Selbstironie-Scheiß, sondern wütender Ernst“ sogar noch besser auf den Punkt. 1 Euro pro Platte gehen übrigens an die Rote Hilfe bzw. fließen direkt in die „Widerstand braucht Solidarität“-Kampagne, die von G20-Repressionen betroffene Genoss_Innen unterstützt. Mensch bekommt also nicht nur authentische Musik, sondern unterstützt mit dem Kauf auch noch ne´ hilfreiche Kampagne. Spike

https://www.facebook.com/ContraReal-234834016559445/

AKNE KID JOE – HASTE NICH GESEHN!

AKNE KID JOE – HASTE NICH GESEHN!
(Kidnap Music)

Wieder schneit mir hier ein Stück Vinyl aus dem Hause Kidnap ins Haus. In der Regel ein Grund für Freudensprünge. Das hier ist die erste Single von AKNE KID JOE. Das Promoblatt verrät:“ Durch Zufall aber wurde ein grottiger Handymitschnitt der ersten Bandprobe zum viralen Erfolg“. Also ich habe den Eindruck, hier wurde genau dieser grottige Handymittschnitt auf Platte gebannt.

Ich nehme an, das hier soll in die Kerbe der Bands hauen, die wie z.B. KOTZREIZ mit Absicht schlecht und dilettantisch klingen wollen. Das Label nennt es Dilettantenpunk und Synthipunk. Ein Trend, der an mir leider total vorbeigeht. Ich dachte im ersten Moment, die Boxen in meinem Auto wären kaputt. Das mumpfige Grummeln ist aber wohl der erwähnte Synthi. Schlagzeug und die schrammeligen anderthalb Akkorde der Gitarre hört man fast gar nicht. Dazu noch schlecht aufgenommenes, übersteuertes Geschrei. Also wenn schon unterirdisch produziertes Geschrammel, dann bitte von SCHLEIMKEIM.

Den Sinn dieser Platte verstehe ich leider nicht. Tut mir leid. Das ist nicht die Mucke, die mich 2017 anspricht. Viele andere sehen das mit Sicherheit anders und die Platte wird ihre Käufer finden. Schön aufgemachte 7“, mit Texten und Downloadcode. Chris de Barg

www.facebook.com/aknekidjoe