• SICK OF SOCIETY

    SICK OF SOCIETY

    Einige Jahre ist es her, dass ich SICK OF SOCIETY das erste und bisher auch einzige mal Live gesehen und...
  • RESIST TO EXIST (2017)

    RESIST TO EXIST (2017)

    Am ersten August Wochenende ist es wieder soweit. Große Punkerhorden machen sich auf den Weg zum Resist To Exist Festival....
  • WÄRTERS SCHLECHTE

    WÄRTERS SCHLECHTE

    Seit 1991 hinterlassen WÄRTERS SCHLECHTE ihre schon ihre Streetpunk-Duftnoten und sind dabei stets laut, schrill, bunt, kritisch und politisch. Ob...

HELMUT COOL – SCHLACHTRUFE BRD GMBH

HELMUT COOL – SCHLACHTRUFE BRD GMBH
(Twisted Chords)

Jo, mit dem Plattencover haben HELMUT COOL (der Bandname ist auch cool) das Cover des Jahrzehnts abgeliefert. Großartige Nachstellung des „Schlachtrufe BRD“ Covers. Paar Freunde eingeladen, grölend als Gang durch die Straße gezogen – und selbst bei den etlichen HELMUT COOL Schriftzügen ganz viel Liebe zum Detail bewiesen.

Die erwarteten Schlachtrufe verpackt in den radikalen Sound der typischen Schlachtrufe-Bands gibt’s aber nicht. Das überrascht mich ein wenig, denn ich hätte mit vielen gerechnet, aber nicht mit leicht poppigem Fun-Punk der Marke MONTREAL oder ÜBERFLÜSSIG. So höre ich mich also durch Songs mit Titeln wie „Bachelor of Hartz“, „Nein, meinen Kanzler fick ich nicht“ oder „Kaufland muss sterben“. Ich will nicht sagen, dass mich das nicht unterhält, weil´s wirklich manchmal witzig ist. Also positiv witzig. Hin und wieder aber auch negativ witzig mit Assoziation an diverse, ältere Nix-Gut-Bands.

Wer den Humor von Bands wie BRIEFTAUBEN mag, keine Probleme mit einem Punksänger hat, der tatsächlich Singen kann und Deutschpunk auch ohne Geknüppel und Geholpere mag, der sollte hier hellhörig werden. Ansonsten sei gesagt: Der Inhalt ist nicht der, den das Cover verspricht! Davon sollte man sich also nicht verleiten lassen. Spike

www.facebook.com/helmutcoolband

LÜGEN – S/T

LÜGEN – S/T
(Twisted Chords)

„Ein bisschen Ruhe, etwas Frieden, tut uns allen mal ganz gut“ – nur eine von vielen Textzeilen, mit der LÜGEN so viel zu sagen haben. Auf den ersten Blick zwar ne´ schlichte Aussage, aber als Ganzes und im Zusammenhang gesehen mit jeder Menge Tiefgang. Keine Parolen, keine Klischees, keine Schüttelreime – sondern freie Gedanken, frei erzählt. Gerade heraus.

Wie auch die Musik. Postpunk. Deutschpunk. Schrammel-Punk. Punk. Oft disharmonisch und trotzdem passend. Am Ende jedenfalls immer aussagekräftig. Gesungen, gesprochen, geschrien. Hauptsache die Frustration, die Hoffnungslosigkeit, die ganze Scheiße kommt irgendwie raus, irgendwie.

Und sie kommt raus. Und wie! Jeder Song sitzt und kommt auf direktem Wege beim Empfänger an. Klar, LÜGEN erfinden den Punk nicht neu, aber da wo viele andere Bands mit ihren Songs ohne die typischen Abläufe und nicht immer stimmigen Melodien anstrengend werden, werden LÜGEN erst richtig interessant. Spike

https://luegenpunx.bandcamp.com

STATIC MEANS – NO LIGHTS

STATIC MEANS – NO LIGHTS
(Major Label / Jean Claude Madame)

Ich weiß nicht, ob ich´s schon mal geschrieben habe, aber ein Faible für ziemlich aus dem Rahmen fallende Bands muss man Major Label wirklich lassen. Und STATIC MEANS bilden da absolut keine Ausnahme.

Dritter Durchlauf in Folge und ich bin immer noch irritiert und unschlüssig, ob ich das jetzt gut oder nicht gut finden soll. Konfrontiert werde ich mit düsterem Wave-Punk, der von glasklarem Frauengesang und Synthesizer getragen wird. Die 9 Songs haben durchaus einen besonderen Charme und bringen Einiges an Emotionen rüber. Jedoch überwiegend in dem emotionalen Bereich, der mich weniger packt und mitreißt.

Die Fangemeinde, die der Band aus Leipzig bereits ein 5-Song-Demotape und eine 7Inch weggekauft hat, wird sich über diesen ersten Longplayer freuen. Ich find ihn weder gut noch schlecht, sondern irgendwo dazwischen. Dieser Wave-Punk / Post-Punk ist unterm Strich aber auch einfach nicht meine Baustelle. Hier, Link zur Bandcamp-Seite, hört einfach selber mal rein. Spike

https://staticmeans.bandcamp.com

ELMAR – BETRIEBSTEMERATUR, HALTEN

ELMAR – BETRIEBSTEMERATUR, HALTEN
(Twisted Chords)

Ich kenn einen Hund der heißt Elmar. Ausgesprochen wird er aber Elmor, weil er aus Sachsen kommt und sein Herrchen ihn auch mit sächsischem Dialekt ruft. Elmar, äh, Elmor ist ein bisschen wie diese Band. Er wirkt oft nachdenklich und gechillt, kann aber auch mal ohne Vorwarnung griffig werden und hat´s, obwohl man es ihm nicht ansieht, faustdick hinter den Ohren. Seine Emotionen fahren mehrmals am Tag Achterbahn.

Die von ELAMR der Band auch. Das Köpfchen ganz gut auf Sendung, taucht die Band aus Meissen von der Oberfläche in tiefsinnigere Bereiche, bewegt sich dort und sucht dort ihre Inspiration. Melancholisch und mit gelegentlichen Wutausbrüchen präsentieren sich die 10 Songs immer mit leicht kryptischer Ader. Der gefühlsbetonte Punkrock weiß dabei genau, wie er welchen Text zu transportieren hat. Das geht nicht selten ganz gut unter die Haut.

Das Promoschreiben weist darauf hin, dass die Stücke sich gerne mal ein paar Durchläufe Zeit nehmen, um zu wirken. Bei mir zündete es komischerweise sofort. Und das, obwohl ich ansonsten bei der Art von Musik länger brauche. TAGTRAUM oder MUFF POTTER werden unvergessen bleiben, aber haben halt fertig. Ein Teil der hinterlassenen großen Fußstapfen könnten ELMAR ausfüllen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Betriebstemperatur wirklich gehalten wird. Steff

www.facebook.com/elmarpunk

RAG A MUFFIN – BORDERLINE

RAG A MUFFIN – BORDERLINE
(Eigenproduktion)

Wer denkt denn bei dem Bandnamen schon an Punkrock. Ich eigentlich nicht, aber das ist genau das was die Koblenzer machen. Hier ist nichts mit süßen Kätzchen oder beschwinglicher 2-Tone-Musik. Dies ist bereits die zweite EP und eine LP wurde wohl auch schon veröffentlicht. Ich komme dagegen das erste Mal in Berührung mit RAG A MUFFIN.

Eingeschlagen in bedrucktes, etwas besseres Butterbrotpapier, befindet sich darin eine auf 100 Stück limitierte CD mit sieben Liedern. Direkt und geradeaus vom ersten Ton an, rockt man sich souverän in elf Minuten durch die Playlist. Ungeschliffener Sound mit Garagenfeeling, der schön schnörkellos aber temporeich daher kommt. Manchmal können sogar ein paar HC-Elemente in den Sound hinein interpretiert werden. Aber eigentlich ist‘s doch direkter Punkrock, der auch schon mal etwas wuchtiger daher kommen kann. Die englischen Texte widmen sich eher ernsteren gesellschaftlichen Themen, die ich aber aufgrund eines fehlenden Textblatt akustisch nicht immer ganz verstanden habe. Und wirklich deutlich ist der Gesang halt auch nicht immer. Aufgenommen wurde die Scheibe übrigens nur von Janik und Jannik, da die Stelle des Bassisten zum Zeitpunkt der Aufnahmen vakant war. Mittlerweile ist das Duo, wie man liest, aber wieder zum Trio angewachsen.

Knallt trotzdem gut rein, diese EP. Kurze, knackige Songs, die mitreißen können. Dazu der passende, ehrliche Sound, treibendes Tempo und gelegentliche Härte. Alles Zutaten, denen ich gegenüber sehr aufgeschlossen bin und deshalb auch wirklich Gefallen an dieser kurzen CD finde, die Lust auf mehr macht. Uneingeschränkt empfehlenswert! Mirko

http://ragamuffin.blogsport.eu/

DIE SIFFER – VIERUNDZWANZIG

DIE SIFFER – VIERUNDZWANZIG
(Riot 77 / Calygram)

DIE SIFFER befinden sich im vierundzwanzigsten Bandjahr und veröffentlichen mit „Vierundzwanzig“ ihr achtes Album. 24 geteilt durch 8 macht im Durchschnitt alle 3 Jahre ein Album. Hab ich mal eben so im Kopf ausgerechnet, Mathegenie eben. Weiß gar nicht, warum ich in dem Fach damals immer zwischen befriedigend und ausreichend schwankte. An mir kann´s scheinbar nicht gelegen haben.

Zurück zu DIE SIFFER. Die bleiben sich mit ihrer weitläufig und frei interpretierbaren Selbstumschreibung „hartchorpop“ treu. Schwer einzuordnen, weil´s einfach von allem ein bisschen ist. Den Punkanteil empfinde ich als sehr gering, da nehmen Pop oder Rock weitaus größere Parts für sich in Anspruch. (Fun-)Punker kommen natürlich trotzdem auf ihre Kosten, brauchen jedoch einen etwas spezielleren Humor. Es wird mit viel ÄRZTE-ähnlichem Wortwitz gearbeitet, der allerdings auch schon mal albern wirken kann. Muss man mögen. Textlich vielleicht auch eher was für die jüngere Generation, musikalisch hingegen aber so variabel, dass es vielleicht mehr die Älteren anspricht, speziell die, die früher mal Deutschpunk mochten, aber mittlerweile breit gefächerter geworden sind und auch mal zur deutscher Pop- und Rockmusik greifen.

So eine geniale Sache wie „Nazis ham ne´ Scheißfrisur!“ findet sich hier nicht (auch wenn es blöd ist, die Band ständig an diesem Spruch, Song & Shirtmotiv zu messen). Und 17 Songs, die es auf fast eine Stunde Spielzeit bringen, ziehen sich auch zu lang. An ihren Instrumenten haben DIE SIFFER einiges auf dem Kasten, dass wird vor allem in den etlichen Frickeleien auf dem großen genreverbindenen Spielfeld deutlich. Aber manchmal es ist dann doch etwas zu experimentierfreudig und nicht mein Humor. Etwas weniger von allem wäre hier einfach mehr gewesen. Eine Bewertung, um den Kreis mal zu schließen, würde meiner damaligen Mathenote gleichen. Spike

www.diesiffer.de