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BLASKE – VOM SCHWINDEN DER DINGE

BLASKE – VOM SCHWINDEN DER DINGE
(Bakraufarfita Records)

Der Berliner Band BLASKE stellt sich mit ihrem Debütalbum vor. Aufgenommen im Sommer 2019, haben die Jungs scheinbar erstmal die Coronakrise abgewartet und veröffentlichen nun, im Herbst 2021. Macht Sinn!

BLASKE spielen die modernere Form des Punkrocks, die andere vielleicht schon gar nicht mehr als Punk, sondern als irgendwas zwischen „Indie“ oder „Alternative“ bezeichnen würden. Die Texte sind nachdenklich, politisch, persönlich, nicht immer auf Anhieb durchschaubar und absolut klischee- und parolenfrei. Der Gesang ist mehr Erzählung als Gesang und erinnert in seiner speziellen Art stark an FRAU POTZ, was die Band sicherlich nicht zum ersten Mal hört.

Zwischen denen und TURBOSTAAT, ADAM ANGST oder BOXHAMSTERS sind BLASKE ungefähr einordbar. Viele schöne Melodien, die aber auch schon mal disharmonisch gegeneinander ausgespielt werden – dass allerdings in der Ausnahme. Starkes Debüt, sehr interessante Platte, vielen starke und emotionale Songs. „Treibsandkasten“, „2182“ und „5 nach12“ stechen als meine persönlichen Hits heraus. Spike

www.facebook.com/blaskeband

TALCOMANIA – DER GERUCH DER TOTEN

TALCOMANIA – DER GERUCH DER TOTEN
(Wie Waldi Tonträger)

Das ich das letzte Mal TALCO gehört habe, ist schon gefühlte Ewigkeiten her. Meistens gebe ich Ska-Bands auch gerne wem anders zum Besprechen, aber ich glaub vor Jahren hab´ ich mich selbst mal einem TALCO Album gewidmet, an das ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann. Somit sind mir die Songs nicht wirklich bekannt, aber da ich gerade nochmal etwas Nachhilfe bei YouTube genommen habe, kann ich die musikalische Umsetzung schon mal als gelungen einordnen. Als Zuhörer*in kann auch recht schnell vernommen werden, dass TALCOMANIA nicht die erste Band der hier Musizierenden ist.

Um zwischendurch kurz aufzuklären sei erwähnt, dass TALCOMANIA eine TALCO-Tribut Band ist, die die italienischen TALCO-Lyrics dicht am Original ins Deutsche übersetzt hat auf diesem Wege dieser Band Tribut zollt. Anfangs und zur Lockdown-Überbrückung nur als spaßiges Solo-Projekt gedacht, ist mittlerweile eine Band daraus gewachsen, die hier mit großer Leidenschaft zu Werke geht.

Tatsächlich waren selbst TALCO von den Songs ziemlich angetan und ich denke, hierzulande wird es TALCO- und generell Ska-Liebhaber*innen nicht anders gehen. Zu mir mag der Funke nicht wirklich überspringen, aber das liegt weniger am handwerklichen Können der wirklich guten Musikannten, sondern vielmehr daran, dass es nur wenige Ska-Bands gibt, denen ich was abgewinnen kann. Es ist einfach ein Genre, zu dem ich schwerer Zugang finde als andere. Vielleicht auch, weil ich ein schlechter Tänzer bin. Steff

www.talcomania.de

RESTPOSTEN – FOR SAIL

RESTPOSTEN – FOR SAIL

Bereits im Mai des Jahres 2020 wurde dieser Tonträger veröffentlicht. Dabei handelt es sich offenbar um das bereits zweite CD Album der recht jungen, aber schon seit ein paar Jahren aktiven Band aus Stralsund / Greifswald, die diese Scheibe mit einem gar lustigen Wortspiel betitelt haben.

Weiß gar nicht so recht, wo ich hier anfangen soll, denn ich bin bei diesem Werk etwas zwiegespalten. Einerseits findet sich viel Naivität aber auch Unbedarftheit wieder. Gut, man muss nicht unbedingt die Geburtsdaten der Musiker im Beipackzettel darnieder schreiben, kann man aber auch schon mal machen. Hat zwar nichts mit dem musikalischen Output zu tun, sagt aber auch etwas aus. Egal. Daran muss man sich ja nicht aufhängen und ist mir auch irgendwie egal. Andererseits offenbar auch nicht, sonst würde ich es ja nicht erwähnen. Sei’s drum. Zu Hören bekomme ich epischen Deutschpunk, was sich nicht unbedingt auf die Qualität, sondern eher die Länge der Lieder und den guten Willen, sich entsprechend zu entfalten, bezieht. Und tatsächlich steckt vor allem in den meisten Texten viel Potential. Andererseits gibt es aber auch Texte wie zum Beispiel „DB“, die lyrischen Anspruch gänzlich vermissen lassen. Ähnlich verhält es sich mit der Musik. Da schwankt man auch zwischen profan, aber gekonnt und gewollt, aber nicht ausgereift genug. Und nochmals dasselbe beim Gesang. Die Stimme ist markant und passt zu dieser Art des Deutschpunks, ist aber nicht immer tonsicher. Wäre jetzt nicht schlimm, aber sobald die Chöre einsetzen, wird’s doch etwas arg. Schon beim ersten Song „Der Neunte“ ist dies unüberhörbar.

Auf Grund der Entwicklungsfähigkeit, muss ich hier vor allem den Enthusiasmus der Band und den Charme der Scheibe in den Vordergrund stellen. Ist zwar nicht alles wirklich toll, aber zumindest gut gemeint. Zudem sollte man sich freuen, dass es immer noch junge Bands gibt, die versuchen Akzente zu setzen. Das mag hier vielleicht nicht immer gelingen, ist aber sympathisch und hoffentlich auch ein Ansporn, den beschrittenen Weg weiter zu gehen. Mirko

www.facebook.com/Restpostenband

DIE VISITOR – DER ERSTE STEIN

DIE VISITOR – DER ERSTE STEIN
(Anarchy of Sounds)

Rustikaler Streetpunk aus Neubrandenburg. Damit könnte schon fast alles gesagt sein. Provokant & Asozial hatte sich die Band auf die Fahnen geschrieben und ist auch schnell mit der Staatsmacht aneinander geraten. Danach war nicht mehr viel los im Hause DIE VISITOR. Da es aber noch einige Songs zu veröffentlichen galt, hat sich Gitarrist Fu, der einigen womöglich von der kontroversen Band EXKREMENT BETON bekannt sein könnte, entschlossen, das Erbe der Band mit Hilfe eines externen Schlagzeugers nochmals einzuspielen und im Namen der Band zu veröffentlichen.

Musikalisch bewegt sich das ganze zwischen Oi!, Streetpunk, Hardcore und Metal und vom Sound her ist der ganze Scheiß doch ziemlich heavy ausgefallen. Fett, treibend, aber dennoch rotzig und ungeschliffen. Modern political correctness gibt es natürlich nicht unbedingt und so wird sich der und vor allem die ein oder andere schon mal auf den Schlips getreten fühlen. „Pogo, Sex & Promille“ oder „wir sind gegen Hausdursuchungen aber fürn geilen Fick – Oi!“, wie im Opener „Anti“ und vor allem der pornographische Song „Prinzessin“ könnte da manchen schon in den falschen Hals rutschen. Die Zeiten ändern sich eben und nicht jede(r) kommt heutzutage mit solch proletarischen Machozeilen oder pubertären Gernfick-Liedern klar. Einerseits könnte man darüber schmunzeln, andererseits passt es aber einfach auch nicht mehr zum modernen Bewusstsein. Grundsatzdiskutierenswürdig allemal. Denn das „scheiß auf alles“ und „fickt das Establishment“ des frühen Punkrocks, welches hier kompromisslos vertreten wird, ist mittlerweile ja einem „pass bloß auf, was Du sagst“ gewichen. Für einen anregenden Diskurs dazu bin ich immer gerne bereit, falls jemand meint, ich würde hier irgendwelche Tendenzen verharmlosen. Denn in diesem Review ist leider zu wenig platz, so was differenziert darzulegen. Ansonsten stellen sich DIE VISITOR kompromisslos gegen Nazis, Kapitalismus, Bullen, aber eben auch sexuellen Missbrauch und alles was einen sonst noch so alles ankotzt in dieser perversen Welt.

Sowohl musikalisch als auch textlich kompromissloser Oi!-/Streetpunk, wie man ihn aus den frühen 1990er-Jahren kennt. Provokant, asozial, radikal & absolut Anti-alles. Der LP liegt übrigenz noch eine CD anstatt eines Downloadcodes bei. Mirko

https://www.facebook.com/DieVisitor-Streetpunk-aus-Brandenburg-172580488313

TENDER LOVING MEDICATION – PANIC IN THE STREETS

TENDER LOVING MEDICATION – PANIC IN THE STREETS
(Save The Scene Records)

Die Sommerloch schließt sich langsam, wenngleich diese Platte mich sogar noch vor den Sommerwochen erreichte, aber ihr kennt das sicherlich. Dies, Das, Ananas, Sommer, Sonne, Kaktus, eben war noch Juni, jetzt ist schon wieder August.

Die Hamburger Band TENDER LOVING MEDICATION bringt mit dieser 10-Song umfassenden Platte ihr Debüt auf „Save The Scene Records“ raus. Die Band macht ne´ Mischung aus 77´er Punk und Garage Rock´n´Roll. Das sind ein paar schöne Stücke mit dabei, wie z.B. „Nothing“ oder „Panic In The Streets“, aber leider auch ein paar Lückenfüller, die einfach so durchlaufen.

Handwerklich ist das super, aber um mich mehr zu packen, ist das für 77´ irgendwie zu geschmeidig und zu wenig dreckig und wild. 4 von den knackigen Songs auf einer 7Inch, dass wär´s gewesen. Für mich zumindest. Spike

www.facebook.com/tenderlovingmedication

TEAM O – TALES FROM THE LOCKDOWN

TEAM O – TALES FROM THE LOCKDOWN
(Tape or die / Dogma Records)

Timo „Team O“ Tolkmitt, Bassist von DxBxSx und Sänger/Gitarrist der mir unbekannten BLUTIGE KNIE, hat die Lockdown-Zeit genutzt, um im Proberaum und zu Hause dieses Soloalbum aufzunehmen, das im März diesen Jahres als Tape erschien. Da das Teil aber wohl reißenden Absatz fand, wird nun noch diese CD-Version im Digi-Sleeve und in Vinyl-Optik rausgehauen.

Bis auf drei Gastauftritte am Synthie, der vom Mischer bedient wurde, spielt Timo alle Instrumente, sprich Drums, Gitarre und Bass selbst. Herausgekommen sind 12 minimalistische, teils schleppende Rock-Songs. Dazu gesellt sich ein Bonus-Lied, bei dem es sich um eine alternative Version eines älteren Stückes handelt. Der Sound hat ein gewisses Garagen-Flair und kommt leicht kratzig daher, während der Gesang recht klar ausgefallen ist. So dröhnen die Songs oft gemütlich vor sich hin, wobei einige davon auch rockiger und flotter ausgefallen sind. Wirklich eingängig sind die Melodien nicht, dafür sind die Songs roh und mit vielen Ecken und Kanten versehen. Nicht wirklich meine Schiene, aber wie der Barde im Opener schon singt „wenigstens nicht mit `ner Akustik-Klampfe“. Sowieso gefallen mir die abgedrehten Texte doch um einiges besser als das musikalische Wirken auf dieser Scheibe.

Unverfälschter authentischer Stoner-Rock, der weniger durch eingängige Songs als durch seine eigene Atmosphäre, einen ungeschliffenen Sound und flapsige Lyrics besticht. Wie gesagt, nicht meine Tasse Bier, aber puristische Stoner-Rock-Freunde mit Hang zum Garagen-Sound könnten hier schon gefallen dran finden. Mirko

www.facebook.com/dasoriginalteam