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KGW – KRAUSE GLUCKE WELTVERSCHWÖRUNG

KGW – KRAUSE GLUCKE WELTVERSCHWÖRUNG
(Eigenproduktion)

Wer wohl Krause und Glucke sind, fragt man sich gleich beim Lesen des Bandnamens der Konstanzer Band. Der Mykologe weiß es gleich, der gemeine Internetnutzer erst nach einer schnellen Recherche: Das ist ein parasitischer (Speise-)Pilz, auch „Fette Henne“ genannt. Gut. Wäre das geklärt.

Das vorliegende Tape ist auf nur 100 Stück limitiert und enthält 6 Stücke, die im fernen Oldenburg eingespielt wurden. Die Aufmachung in selbstgebastelter Papphülle plus Textheftchen und Downloadcode ist schon mal ziemlich schick. Zu Hören gibt es einfachen, eingängigen Pop-Punk, der sicher aber auch ein paar NDW-Einflüsse besitzt. Der Sound ist schön schraddelig. Leider ist Sängerin Marion nicht immer ganz stimmsicher, was aber Charme besitzt. Einige der Songs haben dann auch wirklich gelungene, politische und kritische Texte („Endtation“ oder „Dekoration“), andere, z.B. „Zugrund optimiert“ sind dann doch etwas gezwungen, plakativ oder übermotiviert, auch wenn das eigentliche Anliegen als positiv zu werten ist. Trotzdem machen die sechs Lieder Spaß.

Trotz einiger Mängel ein doch gut hörbares, ungeschliffenes Tape, der Newcomer mittleren Alters. Kann man schon mal rein hören. Zum Beispiel auf der Bandcamp-Seite der Band. Mirko

www.facebook.com/KrauseGluckeWeltverschwoerung

BIBI AHMED – ADGHAH

BIBI AHMED – ADGHAH
(Sounds of Subterrania)

Ach nö! Das hat Punkrock jetzt aber wirklich nichts mehr zu tun. Dennoch will ich, wenn das Teil hier schon landet, auch ein paar Worte darüber verlieren. Viel interessanter als die Musik ist jedenfalls das Leben des Protagonisten.

BIBI AHMED stammt aus dem Niger und hat wohl schon viele politische Querelen miterlebt. Dabei wurde er auch selbst zum Opfer dieser. Er lebte eine Zeit lang in einem libyschen Flüchtlingscamp und hat nun den Weg nach Deutschland gefunden. Jetzt hat der Musiker, der hier alle Instrumente selbst bedient, in Frankfurt/Main sein erstes Album eingespielt. Dabei handelt es sich nach Selbsteinordnung um Tuareg Blues. Viele traditionelle Rhythmen, durch verschiedene Percussioninstrumente zum Ausdruck gebracht, sowie eine tonangebende Gitarre wurden verwendet. Dazu der leiernde Gesang in einer mir völlig fremden Sprache. Vielleicht würde das im Plattenladen auch unter „Weltmusik“ oder „Traditionals“ eingeordnet sein. Mich kann der Barde mit seiner Musik leider nicht wirklich erreichen. Auch Begriffe wie „Psychedlic-Sahara-Rock“ können bei mir da nicht weiter helfen. Allerdings kann der Sound doch hypnotisch werden. Vor allem nach dem Konsum des ein oder anderen Genussmittels. Mir geht‘s dennoch nach 5 Minuten ganz schön auf die Eier.

Sicher die richtige Intention, ethisch, sozial, sowie kulturell auch wichtig und eine Stimme die nicht verstummt, trotz Krieg und Flucht. Musikalisch bei mir aber an der ganz falschen Adresse. Und auf Dauer halt auch ziemlich ermüdend. Mirko

www.facebook.com/BibiAgadez

ASTRONUTS – SPACEMENT MISSION

ASTRONUTS – SPACEMENT MISSION
(Eigenproduktion)

Nicht einmal ein Jahr nach der Bandgründung hauen die ASTRONUTS aus Mannheim gleich mal eine fünf Songs umfassende CD-EP raus, die sie in Eigenregie veröffentlichen. Dass die Jungs schon musikalische Vorerfahrung mitbringen und keine Anfänger am Werke sind, merkt man dabei sofort.

Zu hören bekommt man soliden, schon 1000 Mal gehörten Melodic-Punk, der aber souverän dargeboten wird. Die Songs sind eingängig auch mal ziemlich flott gespielt und straight nach vorne. Dazu die obligatorischen Chöre und fertig sind 5 doch ganz nette Punkrock-Songs mit Westcoast-Prägung. Textlich ist alles dabei. Von aufrüttelnd über Alltagsimpressionen und persönlichem bis hin zum nachdenklichen. Aber eigentlich hab ich auf die Texte gar nicht so gehört und erst beim Durchlesen ein wenig auf den Inhalt geachtet. Bei der Musik läuft das halt so eher nebenher mit.

Läuft an für sich ganz gut rein. Fünf unterhaltsame Lieder, die sich locker in einem Rutsch durchhören lassen. Aber halt nichts, was nicht schon mal da gewesen wäre. Trotzdem ein solides Debüt. Mirko

www.astronuts.de

DEFENDERS OF THE UNIVERSE / ATHEIST RAP – SPLIT LP

DEFENDERS OF THE UNIVERSE / ATHEIST RAP – SPLIT LP
(SN-Rex.)

Langeweile und Alkohol. Eine gefährliche Mischung, durch die die man auf die dümmsten Gedanken kommen kann. Z.B. auf den Gedanken eine Band zu gründen. Irgendwie so hat es sich zugetragen und DEFENDERS OF THE UNIVERSE entstanden aus dieser Kombination in Schwäbisch Gmünd. Ihre Musik auf dieser Split-LP ist auch eine Kombination, weshalb diese Band schwer einem Genre zuzuordnen ist. Punk, Pop, Rap, Crossover, Ska, DEFENDERS OF THE UNIVERSE beherrschen sie alle und vermischen sie zu einem speziellen Sound, dem sie ihre ganz eigene Handschrift aufdrücken.

Ihre Split-Partner hören auf den Namen ATHEIST RAP und stammen aus Novi Sad / Serbien. Der Bandname ist etwas irreführend, denn ATHEIST RAP machen Punkrock mit ein bisschen Oi!, der ein bisschen so klingt wie eine schlechte Kopie von LOS FASTIDIOS. Die Texte werden in Landessprache vorgetragen und somit habe ich keinen Plan, über was die Band so singt, aber angeblich bewegen sie sich irgendwo zwischen humoristisch und politisch.

DEFENDERS OF THE UNIVERSE wissen zumindest musikalisch über weite Strecken ganz gut zu unterhalten, aber nach mehreren Durchläufen merke ich schon, dass der Konsum auf Dauer auch anstrengend sein kann. Also besser gut dosiert konsumieren. ATHEIST RAP klingen aufgrund serbischer Texte zwar nicht alltäglich, aber musikalisch sticht mir das aus dem ganzen Punkrock-Zirkus, auch wenn die Band scheinbar schwer angesagt ist, definitiv zu wenig heraus. Mein Ding ist das nicht. Spike

www.facebook.com/defendersoftheuniverse1312
www.facebook.com/AtheistRapOfficial

DIE LOKALMATADORE – HEUTE EIN KÖNIG …MORGEN EIN ARSCHLOCH

DIE LOKALMATADORE – HEUTE EIN KÖNIG …MORGEN EIN ARSCHLOCH
(Teenage Rebel Records, Cargo Records)

Ich hätte darauf wetten können, dass das nicht die erste Wiederveröffentlichung dieses Kultalbums auf Platte ist, aber wenn ich richtig recherchiert habe, hätte ich die Wette wohl verloren. Auf CD hat man die Scheibe zwischendurch mal rausgeknallt, auf Platte scheint das aber echt die erste Neupressung seit 1994, also dem ursprünglichen Erscheinungsjahr zu sein.

Jo, wat willste bei DIE LOKALMATADORE noch groß zur Vorstellung und zu deren Platte sagen? Haben ja eh alle schon mal gehört, vielleicht auch ohne es zu wissen. Lieder über Fußball, Ficken und Alkohol, über Pippikacka, über Mülheim / Ruhr. Für die einen nur besoffen zu ertragen, für die anderen laufen diese Themen unter Lebenseinstellung.

Jetzt also neu aufgelegt. Beim Layout schön ans Original gehalten, beim Ton noch etwas überarbeitet und fertig… da ist sie wieder. „Heute ein König …Morgen ein Arschloch“. Eure Partygäste werden sich freuen. Oder früher gehen. Das kommt auf den Geschmack eurer Partygäste an. Rülps. Spike

www.lokalmatadore.com

XIII XXIII – REALITÄT

XIII XXIII – REALITÄT
(Wiewaldi Tonträger, SN-Rex.)

Auf Wiewaldi Tonträger und S.N.-Rex. erscheint die Platte einer Band mit dem mysteriösen Bandnamen XIII XXIII. Denkt man erstmal so… whaaat??? Bis man schließlich rafft, dass das ja römische Zahlen sind, die übersetzt 1323 ergeben. Ebenfalls ein eher ungewöhnlicher Bandname, aber gehört oder gelesen hat man den schon mal irgendwo, zumindest was mich betrifft.

Das Trio aus Hamburg (ich glaub früher war das mal ein Quartett, oder?) liefert hiermit seinen ersten Longplayer ab. Schön auf transparentem Vinyl und limitiert auf 300 Scheibchen. Aufmachung und Inhalt schlicht in s/w gehalten, alle Texte abgedruckt und als Plattenbeilage gibt’s das Ding zusätzlich noch gratis auf CD. Soll ja tatsächlich noch Menschen geben, die einen CD-Player besitzen, höhö ;- )

Textlich legen XIII XXIII den Fokus auf diverse Missstände wie Konsum, Umweltzerstörung, Polizeigewalt oder Krieg. Sie brauchen dazu keine großen Worte oder komplizierte Umschreibungen, die die Inhalte Studentenpunktypisch durchs Hintertürchen transportieren, sondern treten direkt die Vordertür ein und bringen die Dinge auf den Punkt. Die Mucke ist zwar Deutschpunk, aber in dem Bereich doch recht variabel. Klingt mal nach 80´er, mal nach 90´er Jahre. Mal nach alten DRITTE WAHL, mal nach BUMS, mal nach MOLOTOW SODA / CANALTERROR – von denen passenderweise „Staatsfeind“ gecovert wird. Geht klar! Spike

www.1323-punkrock-hamburg.de