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ATOMSPIONE – GERADE MAL GENUG

ATOMSPIONE – GERADE MAL GENUG
(D.I.Why Records / Katakomben Rekordz)

Ui, die ATOMSPIONE. Eine Band, die ich schon fast völlig verdrängt hatte, obwohl ich damals so´n geilen Track von denen auf irgendeinem selbstgebrannten Sampler hatte. Wenn ich da nichts durcheinanderbringe, war das irgendwas mit „Atomspione gegen Nazis, Atomspione gegen unpolitische Heuchelei“ oder so ähnlich. Hab´ die Band deshalb damals, im Gegensatz zu einigen anderen Oi-Bands, immer als korrekt wahr genommen, wenn auch als viel zu prollig, aber das gehört halt zum Oi-Punk-Handwerk.

Dem Beipackzettel entnehme ich, dass die ATOMSPIONE seit 1991 zwar nahezu ununterbrochen Musik machen, aber halt total faul sind. Die Faulheit führte dann auch dazu, dass die Band in 30 Jahren erst 3 Veröffentlichungen (mit dieser) in der Diskographie stehen hat. Und nicht nur das, denn diese 7Inch sollte eigentlich schon 2006 erscheinen, aber da immer irgendwas dazwischenkam, wurde die VÖ einfach mal 15 Jahre nach hinten verschoben. Irgendwie sympathisch und definitiv Punk.

Auch inhaltlich definitiv Punk, bzw. Rumpel-Oi-Punk, der mit den vier Songs „Idioten“, „Wir sind allein“, „Old Spys“ und „Gerade mal genug“ geboten wird. Textlich ebenfalls völlig unbekümmert und nicht auf dem höchsten Niveau, aber ich glaub, dass soll und muss so. Wer auf Stuff aus so kultigen Samplern wie „Kampftrinker Stimmungshits“ oder auch „Die Deutsche Punkinvasion“ (aber nur Teil 1) steht, dem wird´s gefallen. Wer´s glattgebügelter und sauberer braucht, lässt lieber die Finger von diesem Proletenpunk vom Niederrhein. Spike 

www.facebook.com/Atomspione

REJECT THE SICKNESS – WHILE OUR WORLD DISSOLVES

REJECT THE SICKNESS – WHILE OUR WORLD DISSOLVES
(Wormhole Death / Aural Music)

Die fünfköpfige Metalband aus Belgien, dürfte bislang überwiegend nur Expert_innen des Genres ein Begriff sein. Mit “Chains Of Solitude“ (2015) und “The Weight Of Silence“ (2018) gingen diesem Album zwar schon zwei voraus, aber REJECT THE SICKNESS sind (oder waren?) bisher mehr so der Underground Tipp.

Dabei ist die Mischung, die REJECT THE SICKNESS hier abliefern, wahrlich keine uninteressante. Death-Metal und Trash-Metal, der mit einigen melodischen Elementen auch gerne in Metalcore mündet. Die Riffs sind anspruchsvoll und die Double-Bass klingt wie irgendwas zwischen Maschinengewehr und Gewitter. Spannend und anders als bei vielen Bands des härteren Genres, ist das lyrisches Konzept. Thematisch dreht es sich hier hauptsächlich um vernachlässigte, missbrauchte Jugendliche, um Selbstverletzung, um dunkle Bereiche der menschlichen Psyche. Dass kommt nicht von ungefähr, denn Sänger Guy arbeitet als Sozialarbeiter und hat natürlich schon Einiges erlebt. Es wird aber dennoch betont, dass es sich um fiktive Texte handelt.

Textlich aber wirklich mal was anderes, etwas, was auch mal zum Nachdenken anregen sollte. Musikalisch ebenfalls viel Interessantes dabei, aber hin und wieder schleicht sich auch mal etwas Eintönigkeit ein, vor allem in den Songs, wo die Priorität von der Melodie genommen und auf das Geballer gelegt wird. Aber das müssen dann eben Songs wie der Angefügte wieder ausgleichen. Spike

www.reject-the-sickness.com

RENÈ SCHIERING – HEUTE DOOF UND MORGEN DOOF UND ÜBERMORGEN WIEDER

RENÈ SCHIERING – HEUTE DOOF UND MORGEN DOOF UND ÜBERMORGEN WIEDER
(RoBiDo-Verlag)

Ach ja, die Brieftauben. Eine der Bands, die mich als Teenie zum Punk gebracht haben. Ich liebe sie einfach und es war das erste T-Shirt, dass ich von einer Punkband hatte. Unvergessen das Konzert im Stuttgarter Longhorn anno 1989, das ich als 14-jähriger Steppke besucht habe. Nun hat René Schiering eine Biographie geschrieben, die ich auch sofort verschlungen habe.

Auf ca. 230 Seiten wird hier die Geschichte der Band nachgezeichnet, aber auch ein Blick auf das komplette Leben von Micro & Konrad geworfen. Dabei gibt es diverse Einblicke in die Entwicklung der Band und auch in die Freundschaft der Beiden. Nicht beleuchtet wird dagegen die Geschichte nach der Neugründung, die komplett außen vor bleibt, was ich auch angemessen finde. Zu Wort kommen auch viele Weggefährten und so gibt es neben zig Statements von Micro und Konrad auch diverse Kommentare von z.B. David Spoo, „Fanclub“-Leiterin & Ehefrau von Micro, Paul M. Berger, Ted Geyer & Schorsch Kamerun, Martin K., Elf, Fabsi, Ingo Schmoll und vielen weiteren. So entsteht ein toller und authentischer Einblick in die Karriere der Tauben, der natürlich auch die Entwicklung zur BRAVO-Band und die Kritik daran beleuchtet. Darüber auch die zunehmenden Spannungen innerhalb und die Ausgebranntheit, die schließlich zur Auflösung führte. Vieles was in dem Buch beschrieben wird, ist auch in dem zweistündigen Interview mit den Tauben „25 Jahre sind genug – Wir waren die Tauben“ zu hören, das auch auf YouTube zu finden ist. Wer also zu faul zum Lesen ist, erfährt inhaltlich auch alles Wissenswerte zu den Tauben, dennoch lohnt sich das Buch. Ich habe mir jedenfalls beides gegeben und war nicht gelangweilt. Ich denke, beides ergänzt sich ganz gut. Dem Werk liegt auch noch eine CD bei, die aber lediglich einen Song enthält, und zwar das etwas schwache Lied „Tanzen“. Die hätte man sich daher getrost auch sparen können.

Kurzweiliges und sehr flüssig zu lesendes Buch, das den ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN absolut gerecht wird. Handliches Format, gutes Layout mit einigen schwarz/weiß-Bildern und einer übersichtlichen Timeline. Nicht nur für Fans der Band geeignet, sondern auch ein guter Einblick in die Entwicklung des Fun-Punk zum Mainstream, wobei die Tauben trotz allem immer beschieden, bodenständig und sich treu geblieben sind und dabei ihre Wurzeln nie vergessen haben. Mirko

www.robido.de
www.abstuerzendebrieftauben.de

BLOOD.SHOT.DOWN. – THE GREAT ESCAPE

BLOOD. SHOT. DOWN. – THE GREAT ESCAPE
(Coretex Records)

BLOOD. SHOT. DOWN. legen mit “The Great Escape” ihr Debüt vor. Fünf Jahre gibt’s die Band bereits, aber die Musiker sind allesamt alte Hasen und schon seit 2 Jahrzenten im Auftrag der harten Klänge unterwegs und in diversen Bands aktiv. Auf Namedropping verzichten wir an dieser Stelle mal. Somit klingen die 5 Berliner natürlich nicht wie Anfänger und spielen ihre musikalischen Erfahrungen auch recht gekonnt aus.

Es gibt klassischen Hardcore mit vielen metallischen Einflüssen auf die Ohren, aggressiv und kompromisslos. Auch um Abwechslung sind die Hauptstädter bemüht. So wird z.B. in „The Last Kiss“ auch mal richtig gesungen oder mit „Unser Herz“ ein Song komplett in deutscher Sprache vorgetragen. Da der mir vorliegende Rundling kein Booklet hat und auch nicht jedes Wort zu verstehen ist, kann ich zu den Texten gar nicht so viel sagen, aber das, was ich so raus höre, scheint sehr sozialkritisch zu sein. Bis auf das eben erwähnte Stück mit deutschem Text, weisen zudem alle Liedtitel die Besonderheit auf, mit „The“ zu beginnen. Keine Ahnung, was es damit auf sich hat, aber ich find´s irgendwie gut.

Auch wenn diese ganzen NYHC-Bands wie AGNOSTIC FRONT oder MADBALL Legenden und Aushängeschilder sind, stehen BLOOD.SHOT.DOWN. diesen vom musikalischen Können her in nichts nach. Den Rest müssen sie sich im großen HC-Haifischbecken erspielen. Der Anfang ist hiermit ja schon mal gemacht und den machen sie gar nicht mal so schlecht. Spike

www.bloodshotdown.com

HARRY GUMP – VON MAUERN, TÜRMEN, BRÜCKEN UND WEGEN

HARRY GUMP – VON MAUERN, TÜRMEN, BRÜCKEN UND WEGEN
(True Trash Records, 30 Kilo Fieber Records, Never Grow Up)

War die letzte Veröffentlichung des sympathischen Liedermachers noch eine Compilation aus diversen EPs, gibt es knapp ein Jahr später neues Material in Form von 12 Stücken, die auf diese CD gepresst wurden.

Bewaffnet mit einer Akustik-Gitarre und der Unterstützung von diversen Gastsänger*innen schrubbt sich HARRY GUMP durch die simpel gestrickten 4-Akkord-Songs, die durchweg gut ins Ohr gehen. Dabei geht er durchaus mit Leidenschaft zu Werke. Gut, die Melodien und Akkordfolgen sind wahrlich nichts Neues, sondern eher wohlvertraut, laden aber dennoch zum Mitschunkeln ein. So simpel wie die Musik gestaltet sich die Aufmachung der CD. Im Gegensatz zu seiner Compilation, die zusammen mit einem fetten Buch erschien, wirkt das schon ein bisschen lieblos. Dadurch stehen aber die Songs im Vordergrund. Textlich gesehen ist der Anspruch ein wenig höher gelegt. Persönliches, kritisches und politisches gehen Hand in Hand. Auf Parolen wird verzichtet, aber auch nichts verkompliziert, sondern klar und unmissverständlich ausformuliert, ohne allzu radikale Positionen zu vertreten.

Angenehmes Liedermaching aus München, das man sich zwischendurch schon mal geben kann. Auch wenn die Musik und die Melodien recht gewöhnlich sind, geht mir hier kein Lied auf die Eier. Mit 35 Minuten Spielzeit auch von der Länge her genau richtig, bevor es eventuell langweilig werden könnte. Mirko

https://linktr.ee/harrygump

FIGHTING CHANCE – THINGS THAT SET US FREE

FIGHTING CHANCE – THINGS THAT SET US FREE
(Horror Business Records)

Ein ziemlich fettes Brett blasen FIGHTING CHANCE aus Dortmund aus den Boxen. Fünf Jahre nach ihrem Debüt legt die Band mit diesem Longplayer nach. Und der hat sich wirklich gewaschen.

Mit ihrem fetten Hardcore/Metalcore bläst die Band ordentlich die Gehörgänge durch und lässt kein Stein auf dem anderen. Aber hier wird nicht nur gebolzt, sondern es finden sich immer auch wieder auflockernde Elemente wieder. Nicht nur was das Tempo betrifft, sondern auch der eigentlich ziemlich fiese Brüll-Gesang wagt den ein oder anderen Ausflug in verschiedene Melodielinien, die mit klarer Stimme vorgetragen werden. Nicht mehr ganz so häufig wie ich es gewohnt war, aber verzichtet wird darauf glücklicher Weise nicht. Auch bei den mehrstimmigen Einsätzen kommt dies ganz gut zur Geltung. Leider verstehe ich so gut wie nichts von den Texten und ein Textblatt liegt der Promo-CD auch nicht bei. Schade. Dafür sticht die Band gerade durch das Nutzen der verschiedenen Gesangsstile und auch diverser Elemente aus verschiedenen Metalspielarten aus der breiten Masse hervor.

Wer es gerne etwas härter mag, ist bei FIGHTING CHANCE sicherlich gut aufgehoben. Zehn brachiale Stücke mit Groove, deftigen Rhythmen und derbem Gesang. Hier schlägt das Hardcore-Herz höher. Brutaler als das Debüt, aber immer noch mit einer gewissen Abwechslung versehen, auch wenn die brutalen Parts zu Lasten der Punkaffinen Versatzstücke mehr in den Vordergrund rücken. Mirko

www.facebook.com/fightingchanceofficial