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DIE LOKALMATADORE – HEUTE EIN KÖNIG …MORGEN EIN ARSCHLOCH

DIE LOKALMATADORE – HEUTE EIN KÖNIG …MORGEN EIN ARSCHLOCH
(Teenage Rebel Records, Cargo Records)

Ich hätte darauf wetten können, dass das nicht die erste Wiederveröffentlichung dieses Kultalbums auf Platte ist, aber wenn ich richtig recherchiert habe, hätte ich die Wette wohl verloren. Auf CD hat man die Scheibe zwischendurch mal rausgeknallt, auf Platte scheint das aber echt die erste Neupressung seit 1994, also dem ursprünglichen Erscheinungsjahr zu sein.

Jo, wat willste bei DIE LOKALMATADORE noch groß zur Vorstellung und zu deren Platte sagen? Haben ja eh alle schon mal gehört, vielleicht auch ohne es zu wissen. Lieder über Fußball, Ficken und Alkohol, über Pippikacka, über Mülheim / Ruhr. Für die einen nur besoffen zu ertragen, für die anderen laufen diese Themen unter Lebenseinstellung.

Jetzt also neu aufgelegt. Beim Layout schön ans Original gehalten, beim Ton noch etwas überarbeitet und fertig… da ist sie wieder. „Heute ein König …Morgen ein Arschloch“. Eure Partygäste werden sich freuen. Oder früher gehen. Das kommt auf den Geschmack eurer Partygäste an. Rülps. Spike

www.lokalmatadore.com

XIII XXIII – REALITÄT

XIII XXIII – REALITÄT
(Wiewaldi Tonträger, SN-Rex.)

Auf Wiewaldi Tonträger und S.N.-Rex. erscheint die Platte einer Band mit dem mysteriösen Bandnamen XIII XXIII. Denkt man erstmal so… whaaat??? Bis man schließlich rafft, dass das ja römische Zahlen sind, die übersetzt 1323 ergeben. Ebenfalls ein eher ungewöhnlicher Bandname, aber gehört oder gelesen hat man den schon mal irgendwo, zumindest was mich betrifft.

Das Trio aus Hamburg (ich glaub früher war das mal ein Quartett, oder?) liefert hiermit seinen ersten Longplayer ab. Schön auf transparentem Vinyl und limitiert auf 300 Scheibchen. Aufmachung und Inhalt schlicht in s/w gehalten, alle Texte abgedruckt und als Plattenbeilage gibt’s das Ding zusätzlich noch gratis auf CD. Soll ja tatsächlich noch Menschen geben, die einen CD-Player besitzen, höhö ;- )

Textlich legen XIII XXIII den Fokus auf diverse Missstände wie Konsum, Umweltzerstörung, Polizeigewalt oder Krieg. Sie brauchen dazu keine großen Worte oder komplizierte Umschreibungen, die die Inhalte Studentenpunktypisch durchs Hintertürchen transportieren, sondern treten direkt die Vordertür ein und bringen die Dinge auf den Punkt. Die Mucke ist zwar Deutschpunk, aber in dem Bereich doch recht variabel. Klingt mal nach 80´er, mal nach 90´er Jahre. Mal nach alten DRITTE WAHL, mal nach BUMS, mal nach MOLOTOW SODA / CANALTERROR – von denen passenderweise „Staatsfeind“ gecovert wird. Geht klar! Spike

www.1323-punkrock-hamburg.de

FIRST SPRING – OF HOPE AND DESPAIR

FIRST SPRING – OF HOPE AND DESPAIR
(Eigenproduktion)

FIRST SPRING stammen aus der Region um Freiburg, gründeten sich 2011 und haben seitdem schon über 100 Shows in Deutschland und er benachbarten Schweiz gespielt. In ihrer Album-Diskographie stehen bisher zwei EP´s und mit diesem Werk hier auch ihr erster Longplayer.

Das Schwarzwälder Quartett gibt sich mit den 12 Tracks auf „Of Hope And Despair“ ganz dem melodisch angehauchten Punkrock hin, der immer wieder mal von Shouts nach vorne gepeitscht wird und dadurch etwas dreckiger als wirkt als das, was sonst so als Melodic-Punk bekannt ist. Ihr kennt ja diese ganzen glattgebügelten Hochglanzproduktionen. Damit haben FIRST SPRING nichts am Hut.

Das Teil wirkt authentisch, somit vom Sound her total erfrischend und die Songs stammen auch nicht aus schlechter Feder. Erinnert nicht selten an ältere Stücke von RISE AGAINST und wenn man ungefähr so klingt wie die, ist das ja wahrlich nicht verkehrt, gell? Spike

www.facebook.com/FirstSpringMusic

POPPERKLOPPER – ALLES WIRD WUT

POPPERKLOPPER – ALLES WIRD WUT
(Aggressive Punk Produktionen)

Vor gut 2 Monaten hatte ich erst die „Wir sind mehr EP“ auf dem Tisch und jetzt kommt die große Scheibe, die mit POPPERKLOPPER´s 30jährigem Bandbestehen einher geht. Die Titel setzt sich übrigens aus zwei ihrer vorherigen Jubiläumsalben zusammen. Aus „Alles wird gut“ (10 Jahre Popperklopper) und „Was lange gärt, wird endlich Wut!“ (20 Jahre Popperklopper), wird mit 3 Jahrzehnten auf dem Bandbuckel „Alles wird Wut“ – auch passend zur aktuellen gesellschaftlichen Stimmung, wie die Band ergänzt.

Nun dürfte es ja in all den Bandjahren an niemandem vorbei gegangen sein, dass die Band sich kontinuierlich weiterentwickelt hat. Der raue und simple Deutschpunk früherer Jahre, erweiterte durch immer mehr Rock´n´Roll und 77´er Punk-Einflüsse das musikalische Spielfeld des Trios aus der Südeifel. POPPERKLOPPER klingen natürlich allein durch Carstens Stimme immer noch nach POPPERKLOPPER, aber sie sind musikalisch so schön gereift und textlich Auge in Auge mit den herrschenden Zuständen. Die Hymne „Wir sind mehr“ ist ja bekannt, aber das Album hält noch mehr Hymnen und Hits bereit. Die Themen reichen von Krieg über Naturschutzignoranten bis hin zu G20, aber auch die jüngere Generation bekommt mit „Generation APP“ (der Titel spricht für sich) den Spiegel vorgehalten, den POPPERKLOPPER auch mit dem verdrogten „Auf ins Wunderland“ sowie dem genialen „666“ oben halten, welches dem 666-Kindergarten und denjenigen, die sich angesprochen fühlen und zwischen den Zeilen lesen können, nicht bekommen wird.

Machen wir uns nichts vor, dieses Album ist ausgereift, ehrlich, kritisch und geht so dermaßen ins Ohr, dass es schon seit Tagen in Dauerschleife läuft – und das ohne langweilig zu werden. Vielleicht das beste deutschsprachige Punk-Album (mit Ausnahme von 3 englischsprachigen Songs) in 2019. Spike

www.facebook.com/popperklopperpunk

.LEAVES – WAS ERZÄHLEN WIR JETZT UNSEREN KINDERN

.LEAVES – WAS ERZÄHLEN WIR JETZT UNSEREN KINDERN
(Eigenproduktion)

Die Jungs von .LEAVES kontaktierten mich vor einiger Zeit per Email, etwas verzweifelt waren sie auf der Suche nach einer Adresse, wo sie ihre Platte zum Reviewen bei Uglypunk hinschicken können. Nichts leichter als das hab´ ich mir gedacht, die könnt ihr gleich mir schicken. Sehr netter Kontakt auf jeden Fall, kam schon mal sympathisch rüber.

Das Review zur Platte schiebe ich aber seit Wochen vor mir her. Mal kurz angespielt, polterte mir übelster Grind/Emocore entgegen, so richtig mit Geballer und Growl-Parts und ruhigeren Passagen mit schrillem Geschrei bzw. Screams. Oh man/frau, das ist überhaupt nicht mein Fachgebiet. Irgendwie so uuuuuoooaaahhhhrrr und dann mimimimimimimi. Kann man schlecht getippt darstellen. Die Texte auf Deutsch von poetisch bis depressiv versteht man natürlich nicht, sind aber im Inlay abgedruckt. Die Kapelle meint, sie sei keine Band, sondern Freunde, die wohl schon zusammen aufgewachsen sind. Die LP ist wohl selbst produziert, Sound ist ok.

Ich finde leider gar keinen Zugang und kann mir irgendwie auch kein Urteil bilden. Irgendwie so als wenn King Kong mich anrülpst oder so. Sicher gute Musiker und in ihrem Genre können sie bestimmt was ruppen. Bei mir führt die Platte aber nur zu Ratlosigkeit. Sorry Leute! Chris de Barg

https://leaveshc.bandcamp.com

ANTIHELD – GOLDENER SCHUSS

ANTIHELD – GOLDENER SCHUSS
(Arising Empire)

Eine Band aus Stuttgart, die mit ihrem Debut-Album sehr erfolgreich war, und trotzdem kannte ich die nicht. Und das obwohl ich hier schon ein paar Jahrzehnte lebe. Na gut, ganz so lange gibt‘s die Band noch nicht. Vielleicht liegt‘s ja auch daran, dass das nicht wirklich mein Genre ist und ich deshalb ein wenig Desinteresse an dieser Stilrichtung zeige.

ANTIHELD machen nämlich gefühlvollen, emotionalen Indie-Rock/Pop. Die rauchige Stimme gefällt mir zwar ganz gut, der Rest ist dann aber doch arg getragen. Den persönlichen Texten kann man zwar Tiefgründigkeit bescheinigen und dem Gesang kann man auch nicht absprechen, die Texte mit viel Leidenschaft vorzutragen, die Mucke ist mir aber dann doch viel zu lahm und zieht sich über die fast 60 Minuten Laufzeit doch ziemlich arg in die Länge. Auch wenn die Songs eingängig sein mögen und die Chöre zum Mitsummen animieren können, ist das auf Dauer alles irgendwie zu ähnlich und mag nicht so recht in meinen Ohren hängen bleiben. Klingt für mich doch recht austauschbar. Zudem beginne ich mich doch ziemlich schnell zu langweilen. Da fehlt einfach der Pep. 14 Balladen bei 16 Liedern ist halt einfach „too much“. Auch kann ich mich in den Songs überhaupt nicht emotional verlieren, was emotionaleren Menschen sicherlich leichter fallen dürfte.

Musikalische Qualität und emotionalen Tiefgang besitzt das Album schon, da gibt‘s sicherlich nichts zu diskutieren. Aber das ist einfach nicht meine Mucke. Ich brauch da schon ein wenig mehr Tempo und Härte. Sorry Jungs, ich gönne Euch den Erfolg, denn viel Herzblut steckt ja schon in dem Album, wie man auch an der Coverversion von „99 Luftballons“ deutlich merkt. Aber meine Sache ist das einfach nicht und ein zweites Mal werde ich mir die Scheibe sicher nicht antun. Mirko

www.antiheldmusik.de