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ZWAKKELMANN – PAPA PUNK

ZWAKKELMANN – PAPA PUNK
(Hulk Räckorz)

Hinter ZWAKKELMANN, das sollte sich nach 7 Alben herum gesprochen haben, steckt ein gewisser Schlaffke, der früher als Sänger bei SCHLIESSMUSKEL sein Unwesen trieb und der sich nach der Zeit der analen Abdichtungsmuskel in ein neues Abenteuer stürzte. Allerdings nicht nur am Mikrophon stehend, sondern auch mit ner´ umgehängten Gitarre, die er schrammelte und mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger zur Komplettierung seiner kleinen Bigband. Soweit zur Vorstellung, die ich mir wahrscheinlich hätte sparen können, die aber sein muss, damit das Ganze professioneller wirkt. Ja, nee, is´ klar ne!

Auf seinem neuesten Werk öffnet Zwakkel-Schlaffke wieder einen großen Sack und lässt überdurchschnittlich viele Songs und Geschichten aus eben diesem. Verpeilt, liebenswert, sarkastisch, viele davon selbst erlebt oder aus gesammelten Eindrücken zusammen geschustert. ZWAKKELMANN´s Einflüsse sind das Leben da draußen, aber auch das Leben drinnen, vor der Glotze oder im Internet, in dem er sehr aktiv ist und das er auch gerne mal als Inspirationsquelle nutzt, um Texte zu schreiben. Sein spezieller Humor ist dabei sicherlich nicht jedermanns- und fraus Ding und wer denkt, dass ZWAKKELMANN jetzt, da er Papa geworden ist und sein Album auch so genannt hat, komplett an die Welt der Erwachsenen verlorenen gegangen ist, täuscht sich gewaltig.

ZWAKKELMANN bliebt ZWAKKELMANN und somit sich selbst treu. Seine Art sich auszudrücken, auch mal etwas weniger geläufige Worte mit einzubauen bleibt eine Besonderheit und nahezu einzigartig. Ich würde ihn stellenweise schon fast als ganz gerissenen Wortakrobaten umschreiben. Eingefleischte Fans werden nicht enttäuscht werden. Die, die noch überlegen ob sie es werden wollen, können mit dem nachfolgenden Film- und Liedchen zu Ehren der besten Band der Welt (nee, das sind und waren nie Die Ärzte) ja mal hören, was der Musikus und seine Mitmusikanten auf ihrer aktuellen Scheibe unter anderem so zu bieten haben. Steff

www.zwakkelmann.de

MAMA JEFFERSON – JIZZMAG

MAMA JEFFERSON – JIZZMAG
(Eigenproduktion)

Offenbar hat das Züricher Trio mit seiner ersten EP in der Schweiz eine Menge Staub aufgewirbelt und ist deshalb dort schon ein wenig bekannter. Nun, 18 Monate nach dieser EP legt die Band um Sängerin und Bassistin Vanja mit dem ersten kompletten Album nach.

Darauf zu hören gibt es zehn Indie-Rocksongs mit Trash- und Garage-Rock-Einflüssen, aber auch mit einigen Grunge und auch Pop-Elementen. Die Fusion der verschiedenen Stile gelingt dem Trio dabei außerordentlich gut, so dass die Songs eine Menge Abwechslung zu bieten haben. Auf musikalischer Ebene ist das schon ziemlich gut umgesetzt, auch wenn das jetzt nichts ist, was ich mir täglich anhören könnte. Neben deftigen, übersteuerten Riffs gibt es hier auch zuckersüße Melodien zu hören. Alles ein wenig vertrackt, aber dennoch in sich stimmig. Auf jeden Fall originell und eigenständig. Und so verwundert es einerseits, dass auch massentaugliche Medien der Band eine Bühne bieten, andererseits wird das musikalische Werk zu Recht mit Aufmerksamkeit bedacht. Ebenso kann die Musik sicherlich sowohl in kleinen, verrauchten Clubs, als auch auf größeren Bühnen funktionieren.

Wer Bock auf einen ungewöhnlichen, aber auch frischen Sound hat und auch ein wenig Anspruch nicht abgeneigt ist, wird sicherlich seine Freude an diesem Album haben. Wirklich einordnen lässt es sich nicht, und das ist auch die große Stärke der Scheibe. Mirko

www.mamajefferson.com

MÄNNI – MIR TUT ALLES WEH

MÄNNI – MIR TUT ALLES WEH
(Dackelton Records)

Schon das erste Solo-Album von Antilopen Gang-Drummer MÄNNI konnte, zumindest unseren Rezensenten Chris de Barg, überzeugen. Nun, zwei Jahre später kommt das zweite Album, das erneut von Männi komplett im Alleingang eingespielt wurde. So lese ich es zumindest aus dem verwaschenen Promozettel heraus, wobei ich vermute, dass der Agentur hier die Druckpatrone abgekackt ist, so blass wie der Wisch daher kam.

Wie schon auf dem ersten Album gibt es modernen, eingängigen Deutschpunk auf die Löffel, der wirklich gut produziert ist, aber nicht zu glatt gebügelt, sondern schön roh, rau und mit Druck. Nur das Schlagzeug erscheint mir ab und an doch etwas arg getriggert. Ist aber nicht wirklich schlimm. Dazu kommen eingängige Melodien, die auch mal mit etwas ruhigeren Tönen präsentiert werden. Die Songs erzählen meist kurze Alltagsgeschichten, die stets einen sarkastischen Unterton besitzen. Das ist also nicht die Politkeule, die hier ausgepackt wird, sondern doch eher mit viel Spaß und auch Humor verbunden, auch wenn ein wenig Gesellschaftskritik immer mal wieder mit schwingt.

Das zweite Album von Männi kann mich mit seinen gut geschriebenen, gespielten und produzierten Songs überzeugen. Flotter Deutschpunk mit rauer Stimme, viel Melodie und einem ansprechenden Tempo. Dabei nimmt man sich und das drum herum nicht immer allzu ernst, so dass hier eine flotte Scheibe vorliegt, die einfach rockt. Mirko

www.mnni.de

DER GANZE REST – WIR WAREN SCHON MAL WEITER!

DER GANZE REST – WIR WAREN SCHON MAL WEITER!
(SN-Rex.)

“Anbei findet ihr die neue CD der jungen Stuttgarter Band DER GANZE REST” begrüßt mich das Info-Anschreiben. Dafür, dass die Band noch so jung ist, ist ihre bandcamp-Seite aber schon mal ganz gut gefüllt und auch der Sound ihrer aktuellen Scheibe hört sich gar nicht mal so jung an.

DER GANZE REST stellt sich mit „DGR“ erstmal mit einem Song vor und packt danach einige Rundumschläge aus, die ohne die gängigen Parolen auskommen und trotzdem direkt sitzen, z.B. “Viel Lärm um Nichts“, “Wir bleiben laut“ oder “Kapitalis(t)mus“. Zwischendurch auch mal Lieder für bzw. über das Leben (und die Party) wie z.B. “Die ganze Nacht“ oder die Punkhalbballade “Alles OK“, welche für mich den Hit dieses Albums markiert.

Der Bandname ist zwar nicht der Geilste, aber die Musik und die Songs können was, kommen mit klasse Melodien und sind alle ordentlich gespielt und gut produziert. Und das nicht in einem fetten Studio (auch wenn es danach klingt), sondern zur einen Hälfte im Proberaum und zur anderen Hälfte im Jugendhaus 4D in Bietigheim-Bissingen. Definitiv ein Überraschungsalbum, welches einen durchweg positiven Eindruck hinterlässt. Steff

www.facebook.com/derganzerest

POSTFORD – KEINE LICHTER

POSTFORD – KEINE LICHTER
(Twisted Chords)

Einige meiner Freunde haben mir die Band schon des Öfteren empfohlen, aber irgendwie fand die Debüt-Platte trotz diversen Tipps und Hinweisen nie den Weg in meine Ohren. Dafür landete jetzt die aktuelle Veröffentlichung der Bremer bei mir. Was POSTFORD betrifft, werde ich damit also demnächst im Freundeskreis mitreden und auftrumpfen können.

5 Songs pro Seite hinterlassen sofort beim ersten Durchlauf einen interessanten Eindruck. Keine stumpfen, bereits etliche Male gehörten Phrasen, keine aufgepumpte Produktion, kein „wir-sind-ja-so-hart-und-düster-noch-dazu-und-haben-die-Weisheit-mit-Löffeln-gefressen-Kram“, nein, einfach herrlicher, emotionaler Punkrock, der mega authentisch wirkt. Dazu mehrstimmiger Gesang, unglaublich gute Melodien und unterm Strich ein wirklich vielseitiges Gesamtpacket.

Wer Bands wie INNER CONFLICT oder DISCO//OSLO mag, fährt hiermit genau richtig. Beweisvideo anhängend. Kleiner Nachtrag zum Thema „ …mitreden und auftrumpfen im Freundeskreis“: Auftrumpfen konnte ich leider nicht, denn meine Freunde hatten oder kannten die Scheibe bereits. Aber mitreden, mitreden kann ich jetzt. Spike

www.facebook.com/postford

NICOTINE NERVES – 1995

NICOTINE NERVES – 1995
(Middle Ear Recordings)

Als die NICOTINE NERVES vor zwei Jahren ihre erste EP veröffentlichten, war ich von dem minimalistischen Sound und der gewollt schäbigen Produktion doch recht angetan. Nun hat das Duo sein Debütalbum aufgenommen, wobei Schlagzeuger Frederik die Band während den Aufnahmen verließ. So musste der neue Drummer Lauge die verbliebenen zwei Lieder einspielen, was jetzt aber nicht sonderlich auffällt.

Was bei der Scheibe allerdings auffällt ist, dass deutlich mehr mit dem Sound experimentiert wird. So mischt sich der rotzige Garagen-Sound immer wieder mit modernerem Sound, was doch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Musikalisch wird aber weiterhin rotziger Garage-Grunge geboten, der seine Wurzeln deutlich in den 1990er-Jahren hat. Der Gesang ist dabei immer noch sehr hallen und auf Retro getrimmt, während die Gitarre mit ihrem Wechselspiel aus clean und deftig und fast zu stark verzerrtem Sound auch schon mal richtig räudig daher kommt. Dabei gehen die Dänen aber auch wieder bewusst einen Schritt zurück ins experimentelle und abgedrehte. Dennoch schleicht mit der Zeit ein wenig Monotonie ein, was sicher auch am gedrosselten Tempo und den zum Teil etwas längeren Liedern liegt. Ein bisschen mehr auf den Punk hätte mir da schon zugesagt.

Die Scheibe knüpft eigentlich genau da an, wo die EP aufgehört hat. Eine wirkliche Weiterentwicklung ist, bis auf die Soundexperimente aber nicht auszumachen, wodurch es in Bezug auf die Originalität doch deutliche Einbußen zu verzeichnen gibt. Wem die EP gefallen hat, dürfte hier aber dennoch auf seine Kosten kommen. Mirko

www.facebook.com/NicotineNerves