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OIRO – MAHNSTUFE X

OIRO – MAHNSTUFE X
(Flight 13 Records)

Hier flattert die Promoversion vom neuen Longplayer von OIRO herein. Die Band hats wegen ihrer schrägen und unmelodischen Songstrukturen bei mir nie in die Rotation geschafft. Mir dämmert sogar was, nämlich dass ich den letzten Output „Meteoriten der grossen Idee“ von vor 4 Jahren verrissen habe. Mal kurz nachgeschaut und siehe da, Zitat:“Ich habe 3 Duschgänge (ja DUSCH…)gebraucht, bis ich die CD einmal ganz durchgehört habe und werde sie mir mit Sicherheit kein zweites Mal anhören. OIRO versuchen nämlich krampfhaft jeden Anflug von melodischen Songstrukturen zu vermeiden.“ So hab´ ich seinerzeit geurteilt. Ganz so schräg geht’s jetzt nicht mehr zu. Die Akkordfolgen sind melodischer, nicht mehr mit Gewalt auf unharmonisch getrimmt. Es gibt viele cleane Klimperparts, auf den Verzerrer wird selten gelatscht, ebenso wie aufs Gaspedal, Tempo kommt eher ab und zu über den Takt rein, ohne ins Uffta-Gebolze zu verfallen. Das Promozettelchen sagt, die Band ist zum Quartett geschrumpft, Akki spielt nun Bass und der Sound wurde auf die Essenz eingedampft.

OIRO sind ja keine Unbekannten, im Gegenteil, die Combo gehört wohl zu den Top-Acts ihrer Schublade. Was steht denn überhaupt auf dieser Schublade? Postpunk meint das Promozettelchen von Rookie, gepaart mit NDW-Anleihen. Das passt soweit zur Beschreibung des Sounds, ist aber weit entfernt vom Niveau der alten NDW-Garde. Bisher das beste Punkrelease 2020? Könnte passen, kam ja noch nix weiter raus. Politische Umstände werden angeprangert meint die Promoagentur, nun ja, kann man so aus den recht originellen, etwas abgedrehten Texten raus interpretieren. Um die ganze Platte genau anzuhören und die Texte gezielt rauszuhören, ist sie mir wieder zu anstrengend. Da mir leider nur ne´ gebrannte Promo vorliegt, gibt’s auch kein Textblatt.

Nochma zur Schublade zurück: Zu den Schlaubischlümpfen ala Turbopotter passen sie nicht, dafür sind die Texte zu abgedreht und die Mucke zu vertrackt. Zu den gewollt schlecht und unfähig klingenwollenden Konsorten ala Kotzreiz, Mülheim Asozial oder Abfukk passen sie nicht, dafür ist der Sound zu echt und ihre Instrumente bedienen können sie. An den Witz von Dackelblut kommen sie nicht ran. Möglicherweise bilden OIRO ihre eigene Trademark. Das bedeutet wohl, ich hab´ der Band beim letzten Verriss etwas Unrecht getan, denn nur weil ich sie kacke finde, sind sie lange noch nicht kacke. Sind sie auch nicht. Jetzt noch auf den Punkt kommen, bzw. die Kurve bekommen: OIRO stehen wohl zu recht da wo sie stehen, denn der Erfolg gibt immer Recht. Erscheint nur auf Vinyl inkl. Downloadoption oder als reiner Download über Flight 13 Records. Tour ist in Planung. Live kommt das sicher noch mal komplett anders rüber. Geht klar das Teil. Chris de Barg

www.mofapunks.de

DAS LECK – FERDYDURKE

DAS LECK – FERDYDURKE
(Fuego)

Unglaubliche 77 Lieder haben DAS LECK auf diese Doppel-CD gequetscht und die Songs sind meist gar nicht mal so kurz. Damit das komplette Volumen der Tonträger ausgenutzt. Und das, wo im Jahr 2017 erst das erste Album erschien, dass ebenfalls mit massig Songs ausgestattet war.

Das Trio aus dem Norden der Republik spielt eine Mischung aus Punk, Rock und Garage mit einem Hang zur Experimentierfreude, die auch durch elektronische Einflüsse zum Ausdruck kommt. Der Sound ist dumpf und scheppert über zwei Stunden vor sich hin. Die Texte bestehen teilweise nur aus Satzfragmenten, aber auch längere Lyrik findet sich wieder. Vieles davon ist recht schräg, voller Anspielungen und auch mal provokant. Dabei aber auch immer auf gesellschaftliche Auswüchse fixiert. Man hat das Gefühl, jede noch so skurrile Idee, Nachricht oder Erfahrung wurde hier postwendend vertont. Dies schließt natürlich nicht aus, dass auch so mancher Schrott mit dabei ist. Das schlägt sich auf die Musik nieder. Denn unter den Songs befinden sich auch viele nicht gerade einfallsreiche oder gar eingängige Sachen. Bei einer solchen Lauflänge kann das dann auch schon mal etwas nervig werden. Sicher wäre da weniger mehr gewesen. Man muss ja wirklich nicht jeden Mist mit einfallslosen, experimentellen Tonfolgen unterlegen – und dann auch noch veröffentlichen. Dennoch ist vieles recht interessant und schön abgedreht.

Ziemlich schräge, teils absurde Angelegenheit mit vielen Ideen. Vom Sound her sicher verbesserungswürdig, dafür aber mit dem nötigen Garagen-Charme. Zudem finden sich bei diesem umfassenden Blick auf das Zeitgeschehen viel Sarkasmus und Ironie wieder. Im Endeffekt aber streckenweise etwas bemüht und einfach viel zu lang. Mirko

www.facebook.com/dasleckfrauengold

EINSTURZ – FLIEGEN

EINSTURZ – FLIEGEN
(Timezone Records)

Seit über 20 Jahren treibt die Band bereits ihr Unwesen, dennoch habe ich bisher nicht von ihnen gehört. Hier und da mal ein Song auf einem der älteren, berüchtigten Nix-Gut-Sampler, aber das war‘s dann auch schon. Nun also ein neues Album mit acht Liedern, so dass ich mal ein bisschen mehr von der Band aus Visbek zu hören bekomme.

Die Songs sind sehr gut und modern aufgenommen und erinnern vom Sound her eher an einschlägige Deutschrock-Bands. Mit diesen sollte man die Band allerdings nicht in einen Topf werfen, auch wenn die Songs „Zusammenhalt“ und „Jede Stunde…“ doch recht pathetisch daherkommen. Andere Lieder wie „Krieg“ oder „Aufstand“ zeigen aber auch, dass hier immer noch Haltung bewiesen wird. Denn die früheren Songs waren schon kämpferisch. Dass man erwachsen geworden und sich in den letzten Jahren auch weiterentwickelt hat, zeigt der dagegen der Song „Punkrock“. Die meisten Songs sind im treibenden Midtempobereich angesiedelt. Bei „Gestriegelt und gekämmt“ gibt man aber auch ordentlich Gas und kritisiert dabei auch die angepasste, meinungslose Jugend, verschließt aber auch nicht die Augen davor, das diese auch viel zu oft in die falsche Richtung abbiegt. Für mich der beste Song der Scheibe.

Vom Sound der Straße ist die Scheibe weit entfernt, dafür ist sie doch zu gut aufgenommen. Deshalb leider auch ein wenig glatt und kantenlos, auch wenn mit Druck und rauer Stimme gearbeitet wird. Daher, und auch wegen der hymnenhaften Refrains, die (musikalische) Assoziation mit dem „Deutschrock-Genre“. Anhören kann man sich die Scheibe trotzdem ganz gut. Mirko

www.einsturz.com

COLUMBUS WAS WRONG – NICHT OHIO

COLUMBUS WAS WRONG – NICHT OHIO
(Keine Drogen in Graceland Records)

Aus dem Umfeld der Trierer Punkszene stammen COLUMBUS WAS WRONG, die hier, nach zwei EPs, ihr erstes Album herausbringen. Allerdings ist dieses nur gut 20 Minuten lang. Und deftigen Punkrock sollte man auch nicht erwarten, denn das Quartett lässt es doch eher ruhig angehen.

Acht harmonische Indie-Rock-Lieder beheimatet die Scheibe, die in recht schlichter Aufmachung daherkommt. Gefühlvolle Rockmusik, die man so oder so ähnlich schon recht oft gehört hat. Auch wenn das daher alles nicht wirklich neu ist, gehen die Lieder doch wohltuend ins Ohr. Dazu gibt es mit einer gewissen Emotionalität aufgepeppte Alltagsgeschichten. Vielmehr gibt es eigentlich gar nicht zu sagen über diese Scheibe, und bevor ich mir irgendwelche Phrasen aus den Rippen leiere, will ich mit einem kurzen Fazit schließen.

Authetischer Indie-Rock mit schönen Melodien, der auch mal ein wenig in Pop-Punk-Gefilden umherstreift. Schöne Musik, die keinem weh tut, aber ins Ohr geht, wo sie aber auch nicht besonders lange zu hängen verbleiben mag. Soll heißen: Angenehmer Sound für zwischendurch. Mirko

www.facebook.com/columbuswaswrong

LAST HOPE – PEACEMAKER

LAST HOPE – PEACEMAKER
(Coretex Records)

LAST HOPE sind vielleicht nicht jedem Hardcore-Kid gekannt, aber denjenigen, für die Hardcore auch außerhalb der Staaten existiert, dürfte die Band ein Begriff sein. Immerhin befindet sich die Band aktuell im 25ten Bandjahr. Ja, genau, richtig gelesen. Die ganz große Bekanntheit blieb ihnen über die 2 ½ Jahrzehnte zwar verwehrt, aber dennoch ziehen die Jungs munter ihr Ding durch.

Mit „munter“ ist natürlich nicht die Musikrichtung der bulgarischen Band gemeint, die dieses Album in Italien eingespielt und in Dänemark abgemischt hat, denn „Peacemaker“ ist das genaue Gegenteil davon, nämlich zornig, brachial und angepisst. Dementsprechend geht es hier ganz gut zur Sache und die 10 Songs werden geradlinig und ohne große Schnörkel in 25 Minuten runtergebrezelt.

Die Produktion ist zwar fett und die Stücke versprühen mitunter auch die Energie der alten NYHC-Schule, wirken aber dennoch etwas eintönig, auch wenn die Band unüberhörbar ihr Handwerk versteht. Solide und o.k.? Ja! Unter den (wie das Promoschreiben meint) Top-Ten Genre-Alben des Jahres? Eher nein! Spike

www.facebook.com/lasthopehardcore

JUDAS HENGST – DEATH TAPES

JUDAS HENGST – DEATH TAPES
(Fuego)

Aus dem hohen Norden der Republik stammen JUDAS HENGST, die mit ihren „Death Tapes“ ihr erstes, Album präsentieren. Das Album ist bereits im März des letzten Jahres erschienen und so lange wie es gebraucht hat, bis die Scheibe den Weg zu mir gefunden hat, so langsam sind auch die Songs.

Daraus resultiert auch eine Spielzeit von 43 Minuten, in denen gerade mal sieben Songs zu hören sind. Man lässt sich also Zeit, um sich den, wie die Band es nennt, Postcore, entfalten zu lassen. Zu Beginn schleppt man sich so vor sich hin und es dauert eine Weile, bis das Werk in Fahrt kommt. Denn statt auf Geschwindigkeit setzt man auf Gefühl und Härte. Dabei geht es eher düster zu und es werden nicht nur Elemente aus dem Hardcore, sondern auch aus dem Doom und Sludge-Rock verarbeitet. Und so ziehen sich die Stücke dann auch ein wenig. Unterlegt sind die harten Passagen immer wieder mit angenehmen Melodielinien, die sich ganz gut in den meist stampfenden Rhythmus einfügen und ein wenig Harmonie versprühen. Dadurch werden die teils schon etwas langen Instrumental-Passagen dann doch ein wenig aufgepeppt.

Teilweise etwas zäh, aber dennoch ein mit viel Energie ausgestattetes Album. Ein bisschen mehr Abwechslung und Geschwindigkeit hätte es für meinen Geschmack aber ruhig sein können, denn der Grundaufbau der Songs ähnelt sich, trotz der verschiedenen Elemente, dann doch ein wenig. Kann man sich aber schon mal anhören. Mirko

http://judashengst.de