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F*CKING ANGRY – LACK AB!

F*CKING ANGRY – LACK AB!
(RilRec)

So, jetzt gibt´s musikalisch auffe Fresse. Volles Brett! Vier Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung und mit etlichen Konzerten mehr in der Konzertographie, melden sich F*CKIN ANGRY mal wieder mit einer 7Inch zu Wort, zu der als Vorbote bereits ein Video erschien (siehe unten), was einige vielleicht schon kennen und andere nun hiermit kennen lernen.

Bereit für die Plattennadel liegt 4x angepisster Deutschpunk, der aber in seiner Wut nie die Verbindung zu guten Melodien verliert. Eine großartige Mischung aus rauer Energie und Ohrwürmern, aus knallhartem Ernst, aber auch aus herrlicher Ironie, welche letztendlich etwas überwiegt. Der gleichnamige Opener „Lack ab“ verpackt Kritik gegenüber der Band mit einem Lächeln im Gesicht in einen Song und scheut sich nicht davor, sich selbst auf´s Korn zu nehmen. Song 2 auf Seite A trägt den Titel „Nicht von dieser Welt“ und ist ein Protestsong gegen die Abschottungspolitik Europas („Mach die Augen auf, mach die Herzen auf, mach die Grenzen auf“). Seite B wird eröffnet von „Aluhut“, welches für sich selbst spricht und beendet mit dem augenzwinkernden „Definition von Glück“, in dem ein Zitat von guten, alten Harald Juhnke aka Harald Duhnke aufgegriffen wird: „Keine Termine und leicht einen sitzen ist meine Definition von Glück“.

Das alles gibt’s als Punker-Deluxe-Box mit ein paar F*CKIN ANGRY Aufklebern und einem F*CKIN ANGRY Aufnäher. Und damit der Durchblick nicht verloren geht, auf transparentem Vinyl. Bands sagen über ihre aktuellen Werke gerne: „Unsere neueste Scheibe ist bisher unsere Beste“. Ich glaub F*CKIN ANGRY sagen so was nicht, denen ist das egal. Deswegen muss ich das wohl sagen: „Ihre beste Platte bis jetzt!“ Spike

http://fucking-angry.blogspot.com

PASCOW – JADE

PASCOW – JADE
(Rookie Records)

Fünf Jahre nach Diene der Party, dem letzten regulären Album von Pascow, legen die Jungs aus dem Saarland (und Trier) hier ein neues Album vor. Ein lang erwartetes Album, denn die letzten Jahre machten sie eher mit Projekten wie der DVD /Vinyl Sammler Box LOST HEIMWEH von sich reden. Das Ding kenn ich gar nicht. Seit Wochen wurde man schon angefixt, indem öfter mal das Design vom Cover mit dem Mädchen (Jade?) in verschiedenen Zusammenhängen, letztens dann auch mit Videoclips im Netz auftauchte. Jetzt isse also da die neue Platte, zumindest in meinem Briefkasten, danke dafür, offizielle VÖ ist am 25.01.2019.

Im Promoschreiben der Labels zitieret man nur die Band, die sich „von kryptischer Scheisse und Codierung verabschiedet“, ein Genre was sie selbst geschaffen haben würde ich sagen. Hört man sich die neue Platte an und liest die Texte, merkt man was damit gemeint ist. Die Texte sind jetzt klarer, verfolgen ein Thema und erzählen nachvollziehbare Geschichten, gespickt mit wohlformuliert verpackten Mittelfingern in alle Richtungen der kranken Zivilisation. Auf den früheren Alben wurden ja gerne mal zwar wohldurchdachte, aber wenig präzise aussagekräftige Texte rausgefeuert, also irgendwie schräges Zeug, was man als kryptische Scheisse bezeichnen kann. Pascow sind jetzt irgendwie erwachsen geworden, dazu passt auch die etwas poppigere und ausgefeiltere, sich häufig im Midtempo bewegende Mucke. Alex ist im Video zu JADE mit seinen grauen Haaren und Falten (sorry Alex, aber ich darf das sagen, wir sind ungefähr gleich alt) auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Die Ballade WUNDERKIND ist ein Highlight der Platte und erklärt wohl so ziemlich das Konzept des Albums, mit der Titelfigur, die sich in verschiedene Charaktere verwandelt. Mehr wird aber jetzt nicht verraten.

Wie komm ich jetzt auf den Punkt? Ich finde die Platte super. Pascow haben den nächsten Schritt getan, ohne sich vom vorherigen Stil komplett zu verabschieden. Ihre Stilmittel setzen sie jetzt bloß dosierter ein und der weibliche Gesang bei manchen Songs von Nadine Nevermore, Fr. Wolf und Wick van Houdt tut sein bzw. ihr übriges. Als Produzent hat man sich Kurt Ebelhäuser ins Boot geholt und das Arbeiten mit einem Produzenten führt ja schließlich in der Regel auch zu anderen Ergebnissen, als wenn die Band ihre eingeprobten Songs im Studio alleine nach Schema F einprügelt. Unbedingt auf Tour ansehen, die Platte ist ein Pflichtkauf. Sie zündet richtig nach mehreren Durchläufen. Die Edition mit 2 LP´s enthält wohl noch massig Specials. Chris de Barg

https://pascow.org

BOYKOTTone – KARGLAND

BOYKOTTone – KARGLAND
(Save The Scene Records)

Mit ”Kargland” von BOYKOTTone lassen ”Save The Scene Records” ihre erste Label-Veröffentlichung vom Stapel. Die Labelpolitik ist natürlich klar antifaschistisch ausgerichtet und wird musikalisch von Hardcore über Punkrock bis hin zu Hip Hop in Zukunft breit aufgestellt sein. Da wird aus dem Hause STSR also wohl noch so einiges kommen.

Hier also nun BOYKOTTone mit seinem dritten Album. Zeckenrap, der gnadenlos mit der Gesellschaft abrechnet, aber auch mit dem, was die oberflächliche Hip Hop Szene unter Hip Hop versteht. Einer gegen alle, einer der aus der Reihe tanzt bzw. rappt, einer der vieles von dem, was unter der Überschrift Hip Hop abläuft und der Art sich in dieser Szene zu präsentieren und auszudrücken, satt hat. BOYKOTTone kotzt sich aus und stellt dabei unter Beweis, was für ein Wortakrobat er ist. Auch die Produktion ist fett und die Beats ballern. Und vielseitig ist das Ganze auch noch, denn BOYKOTTone kann auch mal nach NEONSCHWARZ klingen (Eines dieser Leben) oder fast schon locker und flockig CASPER-mäßig daher kommen (Ohne schlechtes Gewissen).

Ein Album voller Ansagen, aber auch persönlichen Zeilen, die tief blicken lassen und ein Album, das hoffentlich viele Kids anspricht und abholt, indem es ihnen vermittelt, dass nicht überall wo Hip Hop draufsteht, auch Hip Hop drin ist. Das Ding gibt’s als LP (in 2 Ausführungen), als CD und als CD-Box u.a. mit Sprühschablone, Sprühdose und Sturmhaube. Steff

www.facebook.com/boykottone

AUTHORITY ZERO –PERSONA NON GRATA

AUTHORITY ZERO –PERSONA NON GRATA
(Concrete Jungle Records)

Gerade mal etwas über ein Jahr nach ihrem letzten Album kommt schon wieder neues Material aus dem Hause AUTHORITY ZERO. Entweder befinden sich die Jungs gerade in einer kreativen Phase oder haben einfach zu viel Zeit. Das Schöne daran ist aber, dass das trotz kurzer Songwriting Zeit alles total lässig und ungezwungen klingt.

Immer melodisch und abwechselnd zwischen Punk, Reggae und Ska, legen AUTHORITY ZERO eine Spagat auf´s Parkett, den sie beherrschen. High Speed, Midtempo oder Slowly. Weil all das kann, wird all das umgesetzt. Und der Gesang von Jason DeVore erinnert nicht nur einmal stark an Tim McIlrath von RISE AGAINST, mit denen man auch sonst einige musikalische Schnittstellen hat.

Unter den 12 Stücken finden sich zwar auch 2-3 schwächere Stücke, aber keine Totalausfälle. Herausragend finde ich das gleichnamige “Persona non grata“ und “The bright side“. Auf meiner Concerts-Wich-List steht die Band aktuell ziemlich weit oben. Steff

http://authorityzero.com

MACSAT –BADABOOM

MACSAT –BADABOOM
(Ring Of Fire Records)

In die dunklen, grauen, kalten und verregneten Wintertage parken MACSAT ein neues Album, das komplett nach Hochsommer klingt… und auch so aussieht. Unter wolkenlosem, blauem Himmel gehen die fünf Jungs gut gelaunt zu Werke und präsentieren zehn durchweg tanzbare Nummern.

„Präsentieren“ ist vielleicht etwas zurückhaltend ausgedrückt, denn sie zelebrieren vielmehr verschiedene Musikstile von Reggae bis Ska, von Rock bis Punk, die eigentlich jede Schublade sprengen. Mein Opa hat über Hobby-Handwerker immer gesagt: “Die mögen vielleicht vieles können, aber nichts richtig.“ Das trifft hier definitiv nicht zu, denn MACSAT beherrschen wirklich mehrere Musikgenres und das lassen sie auch raushängen. Wer kann, der kann! Gleiches gilt auch für die Aufmachung. Alles wieder üppig und luxuriös ausgestattet. Also kein Kleinwagen, eher die Limousine mit vielen Extras.

Aber bei so vielen Gastmusikern (mehr als ne´ halbe Fußballmannschaft) braucht man auch Platz. U.a. wurden Leute von DRITTE WAHL, EISENPIMMEL, HUDSON FALCONS oder THE MOVEMENT mit ins Boot bzw. ins Automobil geholt. Da die Ska/Reggea Anteile am deutlichsten durchdrücken, dürfte hier auch das Zielpublikum zu finden sein, wenngleich, ich schrieb es bereits, auch andere Stile immer wieder für Abwechslung sorgen. Magste RANTANPLAN? Magste JAYA THE CAT? Magste Musizieren auf etwas höherem Niveau? Dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass du auch MACSAT magst! Spike

www.macsat.de

THE BOTTLES – OHNE PROBEN GANZ NACH OBEN

THE BOTTLES – OHNE PROBEN GANZ NACH OBEN
(Eigenproduktion)

Nach sechs Jahren Bandgeschichte haben es die Flaschenpunks aus Ludwigsburg endlich geschafft, eine erste Veröffentlichung an den Start zu bringen. Auch wenn es sich „nur“ um eine selbstgemachte CD mit insgesamt sieben Songs handelt, von denen einer als Live-Version daher kommt.

Mit viel Enthusiasmus rumpelt sich die Bands durch die Songs, die einen authentischen, annehmbaren Proberaum-Sound vorweisen. Lediglich die Liveversion am Schluss ist etwas dumpf und bereitet doch einige Mühe beim Hören. Die einfach strukturierten Riffs entsprechen derweil dem, was man von einer Deutschpunkband alter Schule erwartet. Krachig und kratzend und nicht immer auf den Punkt. Von Perfektion also doch etwas weiter entfernt und ebenso, wie es aus dem Keller schallt. Textlich mischt man ernsthaftes mit bierseligem, ebenso simpel wie mitgröl-tauglich. Alles direkt aus dem Bauch heraus und ohne sich zu verkrampfen. Die Band hat Spaß an dem was sie macht und nimmt sich selbst auch nicht all zu ernst, was das ganze doch sehr sympathisch erscheinen lässt.

Sicherlich kein musikalisches Meisterwerk, aber der geeignete Soundtrack für die Kids, die mit dem Kasi in der Fußgängerzone herum lungern (gibt‘s sowas denn noch?). Ich fühle mich jedenfalls fast in die 90er Jahre zurück versetzt. Mirko

www.no-successmusic.de