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DESTINATION ANYWHERE – BOMBEN

DESTINATION ANYWHERE – BOMBEN
(Uncle M Music)

Beim Bandnamen denkt man wirklich als letztes an eine deutschsprachige Pop-Ska-Punk-Band, aber wie ich gerade entdeckte, begann man 2006 als englischsprachige Band und bedient sich seit 2013 der deutschen Sprache. Kann man machen, haben die DONOTS ja auch gemacht.

Die Songs strahlen viele gute Laune und vor allem positive Energie aus. Zum einen natürlich durch die Bläser, zum anderen aber auch durch die ironische Art in den Texten. Selbst Denkanstöße zu kritischen Themen wissen die Jungs gekonnt zu verpacken und Botschaften wie im Song “Behindert sein ist schwul“ sind unmissverständlich. Die Blasinstrumente sind erfreulicherweise nicht ganz so aufdringlich, so dass auch Menschen die Ska ansonsten eher nervig finden, hiermit gut klarkommen sollten.

Kein klassischer Ska-Punk, sondern Pop-Punk mit Ska Einflüssen. Bisschen SONDASCHULE, bisschen DIE ÄRZTE, bisschen MADSEN. Ich find´s absolut hörbar und das liegt nicht nur daran, dass sich die Musik perfekt mit der aktuellen Jahreszeit deckt. Steff

www.destinationanywhere.de

HUMAN PARASIT #16

HUMAN PARASIT #16

Ehrlich gesagt bin ich letzter Zeit nicht wirklich zum Lesen gekommen. Hab ich die S-Bahn-Fahrten doch eher zum dösen und schlafen genutzt. Darum hat es auch eine Weile gedauert, bis ich die neue Ausgabe des Parasiten vollständig konsumiert habe. Jetzt hab ich‘s aber endlich durch und kann auch was dazu sagen.

Wie immer ist das Teil mit Liebe zum Detail gestaltet und im handlichen A5-Format kopiert worden. Layout und das ganze drum herum passt also. Auch bei dieser Ausgabe merkt man deutlich, wie viel Herzblut Bäppi in sein Fanzine steckt. Alle Artikel sind sehr flüssig zu lesen und weisen eine weite Bandbreite an Themen auf. Interviews, Kolumnen, Bandvorstellungen, Erlebnisberichte, Fanzine- & Tonträgerberichte, wirkliche, aber auch Satire-News. Das alles findet Platz in der sechzehnten Ausgabe des HUMAN PARASITE. Dabei wechselt sich ernsteres mit humorvollem ab und auch mit galliger Kritik und Sarkasmus weiß Bäppi sich zu äußern. Dem Heft liegt diesmal noch das Schlachtrufe BRD Malbuch bei. Ein Heftlein mit künstlerisch eher profanen schwarz-weiß-Bildchen, an dem sich der Punkrock-Nachwuchs mit Buntstiften austoben kann. Als Gimmick eine nette Idee, in der Ausführung aber dann doch etwas arg hingeschludert.

Insgesamt eine rundum gelungene Ausgabe, die Lust auf mehr macht. Als Fanzine-Liebhaber kommt man um das HUMAN PARASITE #16 deshalb kaum herum. Weiter so. Mirko

http://humanparasit.blogsport.eu/

COILGUNS – MILLENIALS

COILGUNS – MILLENIALS
(Hummus Records)

Für ihr zweites Album haben sich die Schweizer für vier Wochen in der teutonischen Provinz in eine Hütte einschlossen, dort ein kleines analoges Studio eingebaut und sich dort an diese Aufnahmen gemacht. In völliger Ruhe ist so ein ziemlich krachiges Album entstanden, dem es wirklich gut tut, nicht mit Digitaltechnik aufgenommen worden zu sein.

Die Band widmet sich dem Noise-Core und Math-Core, der sich durch nicht vorhandene Stringenz und chaotische Abläufe auszeichnet. Dass die Lieder zwischen einer und sechseinhalb Minuten lang sind, passt da gut ins Bild. Die Gitarre ist ziemlich stark verzerrt, ebenso wie der Gesang, wenn man das Geschrei denn als solchen bezeichnen kann. Hinzu kommt viel Hall und unkonventionelle „Strukturen“, die eigentlich kaum nachzuvollziehen sind. Als wirklich flüssig kann man die Lieder jedenfalls nicht gerade bezeichnen, dafür aber als experimentell, undurchsichtig und ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Für mich ein doch recht anstrengendes Album, mit dem ich nicht wirklich warm werde. Mir ist das alles doch zu krachig und unstrukturiert. Anarchischer Underground und meilenweit vom Mainstream entfernt. Für meine Ohren ist das dennoch nichts. Mirko

www.facebook.com/coilguns


BANANA SLUGS – DER UNGLAUBLICHE ALK

BANANA SLUGS – DER UNGLAUBLICHE ALK
(Eigenproduktion)

Heidenei, wie man im Schwäbischen sagt, wenn man solch ein famoses Wortspiel als Titel einer EP/Mini-CD präsentiert bekommt. Und wenn die Band sich dann auch noch solch einen  Bandnamen gibt, kann die Freude auf das zu Erwartende kaum größer sein. Obwohl…optisch sind Bananenschnecken ja schon eher ungewöhnlich.

Der Inhalt dieser 5-Track-CD dagegen ist es nicht. Bekommt man doch das geboten, was man eigentlich erwartet. Zumindest das was ich erwartet habe. Technisch zwar sauber gespielter und gut produzierter, flotter und melodiöser Deutschpunk, der aber irgendwie total zwischen den Seilen hängt. Das liegt vor allem an den Texten, in denen versucht wird, auf ironische Weise Ernsteres zu verarbeiten. Und das gelingt leider nicht besonders gut. Das ist zwar alles gut gemeint, wirkt doch oft etwas unausgegoren. Sei es nun das obligatorische Anti-AfD-Lied, der Veganer-Song oder das pubertäre Lied über‘s Furzen. Der selbstzweifelnde Titeltrack hat dagegen Potential, wirkt durch den Band-Slogan „Beer, Slugs & Rock‘n‘Roll“ aber ein wenig unglaubwürdig und bei „Rache“ kommt zumindest so etwas wie Bauchgefühl rüber. Ansonsten will man ein wenig provozieren, aber doch keinem so richtig auf die Füße treten.

Musikalisch geht die EP auf jeden Fall in Ordnung und man hat auch ein paar gute Einfälle.  Durch die inkonsequente Art der Lyrics wird das alles oftmals aber zu dem, was der „true rebell“, und auch der, der sich dafür hält, als Abi-Punk bezeichnet. Im Endeffekt deshalb schon eher etwas für Leute, die gerade ihre wilde Phase haben. Mirko

www.bananaslugs.de

VODKA JUNIORS – WARRIOR ANTHEMS

VODKA JUNIORS – WARRIOR ANTHEMS
(Diverse DiY-Labels)

Punkrockbands aus Griechenland waren mir bisher völlig unbekannt. Dies soll sich nun mit diesem Album ändern. Seit dem Jahr 2000 bestehen die VODKA JUNIORS aus Athen und dies ist bereits ihr sage und schreibe siebtes Studioalbum.

Man hört auch gleich, dass hier keine Anfänger am Werke sind, denn die Band ist nicht nur gut eingespielt, sondern bietet dem geneigten Hörer auch gut abgestimmte und arrangierte Songs, die vorzüglich produziert sind. Zu hören gibt es soliden Punkrock, der wirklich gut rein läuft. Harmonisch, melodiös und abwechslungsreich in Geschwindigkeit und stilistischen Einflüssen. Wenn man dem Spülwisch glauben darf, ist doch es erstaunlich, dass die Band schon wieder ein komplettes, ideenreiches Album abgeliefert hat, denn erst im Jahre 2015 wurde ein Triple-Album mit unglaublichen 45 Songs veröffentlicht. An Ideenreichtum scheint es der Band jedenfalls nicht zu mangeln. Und es ist auch nicht so, dass hier jeder Hirnfurz aufgenommen wurde, sondern es sich um wohldurchdachte Songs handelt, die auch textlich ansprechend sind. Hier findet sich eine große Bandbreite an Themen, die auch ansprechend umgesetzt wurden. Kritisch, emotional und politisch, aber auch mal nachdenklich geht es hier zu. Das alles wird in eine Mischung aus Punkrock, Hiphop und Elektro und Pop verpackt, wobei der Fokus aber ganz klar auf dem melodischen Punkrock liegt.

Zwar nicht die absolute Innovation im Punkbereich, aber das Album glänzt mit Ideenreichtum, ist gut eingespielt und produziert und ist sicherlich auch für ein breiteres Publikum ansprechend und größere Bühnen geeignet. Mir gefällt‘s wirklich gut, auch wenn mir manchmal ein wenig Härte fehlt. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Mirko

www.vodkajuniors.com

ABBRUCH – LIEBER LINKSRADIKAL

ABBRUCH – LIEBER LINKSRADIKAL
(Abbruch Records / Impact Records)

Den Beweis für den Hinweis, dass dieses Album in punkto Sound „schmaler, dreckiger und direkter“ als seine Vorgänger wäre, liefern ABBRUCH sofort mit dem Einstieg von „Uniform des Kapitales“. Auch nachfolgend wird deutlich, obwohl Tasten- oder Blasinstrumente nicht ganz gewichen sind, dass ABBRUCH mit denen nicht groß herumexperimentieren, sondern sich auf die üblichen, musikalischen Punkwerkzeuge konzentrieren.

So bekommen die Hörer_Innen tatsächlich einen etwas anderen ABBRUCH-Sound präsentiert, als sie vielleicht aus der Vergangenheit von dem Randberliner Trio gewohnt waren. Alles wirkt eine Spur härter, der Gesang böser, mehr klassischer Deutschpunk mit Oi!-Einschlag, dafür weniger Fun-Punk. Auch die sonst gerne mal lustigen Texte sind wesentlich bissiger und kämpferischer. Provoziert wird natürlich nicht komplett ohne die ironische Art, aber nie albern, sondern wirklich auf einem guten Level.

Der Gesang klingt dieses Mal in seinen rauen Parts stellenweise etwas nach Tommy Molotow (MOLTOW SODA). Passt zum neuen Sound der Band und zu den politischen, und gesellschafts- sowie szenekritischen Texten. Ihre beste Platte bis jetzt. Spike

www.abbruch-records.de