クロムハーツ コピー Ugly Punk | Punkrock Zine

FLYING PENGUIN – ORANGE

FLYING PENGUIN – ORANGE
(Hicktown Records)

Das zweite Album von FLYING PENGUIN ist das erste für mich. Ist wohl schon im Mai letzten Jahres erschienen. Was ich auf der Homepage der Band so sehen und lesen konnte, lässt mich darauf schließen, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Von der Produktion über die Kompositionen und Arrangements, bis hin zum symbolträchtigen Artwork, scheint hier vieles genauestens geplant zu sein.

Neben der sehr professionellen Darstellung auf der Homepage, schlägt sich dies auch tatsächlich bei diesem Album nieder. Alles höchst gelungen aufgenommen, eingespielt usw. blabla… Und obwohl die eingängigen, aber druckvollen Songs oftmals eher fröhlich wirken, sind die Inhalte doch recht kritisch behaftet. Da geht es um Schönheitswahn, Korruption, Krieg, Terror, Depression und Klimakrise. Immer mit ein bisschen Ironie versehen. Einen Blödel-Song („Itching Balls“) gibt’s obendrauf. Aber irgendwie gehen die ernsten Aussagen im vielen Schunkeln, Hopsen und Ohohohh etwas unter. Dafür sind die Cover der ersten beiden Single-Auskopplungen farblich so gestaltet, dass die Botschaft der Texte durch die Symbolfarbe der Cover unterstrichen bzw. ergänzt wird. Clever!

Hier befindet sich wirklich vieles auf sehr hohem Niveau und doch fühlt es sich komisch an. Auch wenn der Sound Druck hat, fehlt mir das Kratzige, die Ecken & Kanten. Und auch wenn der Sound stellenweise ordentlich Wumms hat, wirkt es mir oftmals zu glatt. Schade auch um die leicht zur Nebensache geratenen Texte bzw. deren Aussagen. Aber so kann man sich die Mucke wenigstens doppelt gönnen: Einfach mal nur zum Genießen oder eben als gesellschaftlichen Spiegel betrachten. Auch Clever!  Mirko

www.flyingpenguinband.com

PFF-ZINE #4

PFF-ZINE #4

Vier Jahre nach der Ausgabe Nummer drei, erscheint nun die vierte Ausgabe des PFF-Zines, die sogar die letzte sein könnte. Im Vergleich zu den mehr als zehn Jahren, die zwischen den Nummern 2 und 3 lagen, ist das allerdings eine schon recht kurze Wartezeit. 82 Seiten im handlichen und praktischen Postkartenformat hat Markus Magenbitter mit seinem Gast-Zeichner gefüllt, die ein abwechslungsreiches Themenspektrum umfassen.

Kernstück sind natürlich die Comics, die mal mehr, mal weniger lustig, aber immer sympathisch und anarchisch sind. Auch schreckt Herr Magenbitter nicht davor zurück, mal provokante Themen wie Migration oder Sexualität zu thematisieren, was ihm auch schon einige Zensurprobleme bei Ausstellungen in linken Szeneläden eingebracht hat. Auch darüber berichtet Markus und stellt beispielhaft einige dieser Comics inklusive zugehöriger Erklärung vor, da ihm dies in verschiedenen Plenen wohl nicht möglich war. Das Thema PC wird aber auch auf weitere Zeichner und Punkbands ausgeweitet, so dass das Thema viel Raum einnimmt. Darüber hinaus gibt es auch Einblicke in das Leben mit der relativ seltenen und kaum erforschten Krankheit ME/CFS. Markus leidet selbst an dieser Krankheit und das ist auch der traurige Grund dafür, warum dies die letzte Ausgabe des Magazins sein könnte. Drum herum gibt es ein paar Koch-Tipps, einen Konzertbericht, Zeitungsartikel absurder Vorfälle, und ein paar Buch-Tipps.

Alles in allem ein interessantes Heftchen mit viel Inhalt, persönlichen Statements und natürlich einer Menge Comics. Für die Bahnfahrt also der ideale Begleiter. Nicht zuletzt des praktischen Formats wegen. Würde mich jedenfalls freuen, wenn doch irgendwann nochmal eine Nummer erscheint. Mirko

www.magenbitter.net

JOHNNY ROCKY AND THE WEEKEND WARRIORS – CALL ME

JOHNNY ROCKY AND THE WEEKEND WARRIORS – CALL ME
(Rockzone Records)

Der optische Eindruck dieser CD lässt in mir, ehrlich gesagt, nicht wirklich Freude auf dieses Album aufkommen. Aber hinter furchtbaren Covern hat sich ja auch schon so mancher Schatz versteckt. Ganz so hat es sich hier zwar am Ende nicht erwiesen, aber anhören kann man das Teil auf jeden Fall.

War man auf diesem Album noch zu viert unterwegs, ist die Band mittlerweile zum Quintett angewachsen. Der musikalische Schwerpunkt liegt auf einem Mix aus Power-Metal und klassischem Punkrock. Die Songs sind knackig auf den Punkt, melodiös und recht eingängig. Allein der Gesang ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da ein Sänger Johnny Rock ein wenig krampfhaft versucht, hier das typische Metalgejaule mit einfließen zu lassen. Inhaltlich geht es meist um eher leichte Themen. Im Prinzip alles was man so abseits der Maloche macht. Nämlich zu versuchen irgendwie Spaß zu haben und abzurocken. Passt aber eigentlich ganz gut zur Stimmung der Musik und man muss ja auch nicht immer die Politkeule schwingen.

Gute-Laune Album mit viel Herzblut, dass auf Grund der optischen Präsentationsform und des Gesangs leichte Abzüge in der B-Note kassiert. Zwar hinterlässt die Scheibe keinen wirklich prägenden Eindruck, rutscht aber ziemlich gut durch und lässt die Leidenschaft an der Musik erkennen. Mirko

www.johnnyrocky.com

TYPHOID ROSIE – QUEEN OF SWORDS

TYPHOID ROSIE – QUEEN OF SWORDS
(Eigenproduktion)

Gediegenen Punkrock bieten TYPHOID ROSIE auf ihrem dritten Album. Die Scheibe der New Yorker wurde in diversen Sessions in verschiedenen Heimstudios aufgenommen und von der Band komplett selbst produziert und veröffentlicht.

Leider kann ich die angekündigte Wut genauso wenig entdecken wie die Hardcore-Elemente, was ja aber nicht ins Gewicht fallen soll. Dafür gibt es poppigen Punk mit Melodie und Gefühl zu hören. Meist im Midtempobereich, ab und an auch etwas flotter. Dazu aufgeklärte, emanzipierte Texte. Auch hier kann ich nicht viel Wut erkennen, dafür aber klare Statements zur gesellschaftlichen Lage. Daneben aber auch persönliches und reflektiertes. Den Gesang der Frontfrau finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, da nicht jeder Ton sitzt. Allerdings enthält der ein oder andere Track auch schöne Singalongs und eignet sich zum mit wippen.

Wirklich außergewöhnlich ist das Werk, beziehungsweise die Musik, jetzt nicht und erinnert an die ein oder andere Band des Genres wie zum Beispiel TILT, nur eben mit leicht angezogener Handbremse. Anhören kann man sich die Scheibe also schon ganz gut, aber wirklich herausstechend finde ich das Album jetzt nicht. Mirko

www.typhoidrosie.com

MÄNNI – NIETE

MÄNNI – NIETE
(Dackelton Records)

Von MÄNNI hab´ ich zwar schon gehört, aber ihn tatsächlich noch nie selbst gehört. Einerseits ganz schön schwach von mir, zumal „Niete“ mittlerweile schon der dritte MÄNNI Longplayer ist, anderseits kann ich auch nicht überall up-to-date sein. Zumindest weiß ich jetzt, was ich bis hierhin verpasst habe und auch das, was ich in Zukunft nicht mehr verpassen möchte.

MÄNNI ist wohl nur Live und in Videos eine Band, ansonsten ist MÄNNI ein Pseudonym, ein Soloprojekt und spielt im Studio alles alleine ein. Und das macht er richtig gut, egal ob an den Saiten, mit den Sticks oder mit seiner Stimme. Die Songs sind eingängig, erfrischend und stimmig und die Texte bestechen durch viel Wortwitz, aber auch durch politische Statements. Zehn fett produzierte Ohrwürmer zwischen Punk, Rock und Pop, die sofort da sind, mitreißen und in denen man sich auch das ein oder andere Mal gut selbst wiederfinden kann.

Sollten eure WIZO Platten aus irgendeinem Grund mal verloren oder kaputt gehen, kein Problem, MÄNNI kann das genauso gut. Bis auf die Sache mit der übertriebenen automatischen Tonhöhenkorrektur bei „Alles egal“, in Fachkreisen auch Auto-Tune genannt, ist „Niete“ ein richtig gutes Album. Als ganz besonders ansprechende Songs, würde ich gerne „Ich bin perfekt“ und „Dreck Müll Chaos“ hervorheben. Spike

https://mnni.de

THE 69 CATS – SEVEN YEAR ITCH

THE 69 CATS – SEVEN YEAR ITCH
(Cleopatra Records)

Gegründet von einigen etablierten Darkrock-, Garagerock- und Rockabilly-Musikern, gab es den letzten Output dieses Projektes vor sieben Jahren. Mit neuer Besetzung hat THE 69 CATS-Sänger Jyrki 69 das Projekt wiederbelebt. Nachdem es früher vornehmlich Coverversionen zu hören gab, sind auf dieser Scheibe größtenteils Eigenkompositionen, aber auch wieder ein paar nachgespielte Lieder zu hören.

Ziemlich souverän spielt das Quartett ihren Goth-a-billy herunter, bleibt dabei aber meist im gediegenen Tempo. Bluesiges trifft auf Düsteres aber auch Grooviges. Dabei sorgt die tiefe Stimme sowohl für wohlige Wärme, aber auch für eine unheimliche Atmosphäre, die in sich absolut stimmig ist. Während die Rhythmussektion eher im Hintergrund auftritt und für ein solides Grundgerüst sorgt, drängt sich die verspielte Rockgitarre ein ums andere Mal in den Vordergrund. Im Prinzip frickelt man aber auf den altbekannten 3-Akkord-Riffs herum, schafft es aber meist, dass alles nicht ganz so abgenudelt klingen zu lassen.

Auch wenn im Frühjahr erschienen, scheint mir doch der Herbst die richtige Jahreszeit für Grusel- & Dark-Rock dieser Art zu sein. Natürlich kommen auch die Rockabilly-Elemente nicht zu kurz und so liefern THE 69 CATS ein angenehmes, nicht zu aufdringliches Album ab, das sicherlich auf reges Interesse bei der einschlägigen Hörerschaft, aber auch darüber hinaus stoßen wird. Mirko

www.facebook.com/the69Cats