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KALTFRONT – WENN ES DUNKEL WIRD

KALTFRONT – WENN ES DUNKEL WIRD
(Rundling Records)

Die alte, mittlerweile verjüngte DDR-Punk-Legende KALTFRONT, die ja seit 2005 wieder aktiv ist und 2011 bereits ein vielerorts hochgelobtes Reunions-Album ablieferte, liefert hiermit nach.

Wie schon die Vorgänger wird auch hier mehr Wert auf Inneres als auf Äußeres gelegt. Schlichtes, einfaches Cover, dafür Augenmerk auf die düsteren, resignierten Lyrics, die die konsequente Umsetzung des Albumtitels sind. Tiefdunkle Nächte hüllen ihren Nebel um wirklich (fast) jeden der dreizehn Tracks.

Düsterpunk, viel Wave und NDW Einflüsse, das passt. Man merkt, dass die Band ihre Einflüsse in den 80gern hatte und sich dort auch weiterhin verankert sieht. Für Fans des dunkleren Punkgenres genau das Richtige, für alle anderen zu wenig Sonne. Spike

www.facebook.com/Kaltfront

2ND CLASS SUBSTITUTES – AMONG APES

2ND CLASS SUBSTITUTES – AMONG APES
(True Trash Records)

Gerade mal ein Jährchen ist es her, da gaben sich 2ND CLASS SUBSTITUTES mit ihrem ersten Longplayer ein Stelldichein. Mittlerweile mit einem Label im Rücken, kloppen sie ohne lange Wartezeit noch eine 10Inch mit 5 Stücken hinterher.

Einen Vergleich zum Vorgänger hab´ ich nicht, aber merke schnell, dass die Band aus Wien ein Händchen für gute Melodien hat. Eingängiger Punkrock bestimmt das Geschehen, der sowohl mit Pop-Punk wie auch mir Punk vonna Straße liebäugelt, letzteres aber in Maßen. Erinnert mich ein wenig an diverse Bands aus dem Hause Burning Heart Records, speziell an BOMBSHELL ROCKS oder neuere MILLENCOLIN Geschichten.

Unterm Strich solide, wenn auch nichts Neues. Nichts was aus der Masse heraussticht, aber auch nichts, was in ihr untergeht. „Hang On“ z.B. ist ein ziemlicher Granatensong und der Hit der Platte. Hätt´ ich was zu sagen, würde ich sagen: Mehr in diese Richtung! Spike

www.facebook.com/2ndclasssubstitutes

ARRESTED DENIAL – FREI.TAL

ARRESTED DENIAL – FREI.TAL
(Mad Butcher Records)

Mit Spannung erwartet, da das Debüt bei mir bereits ordentlich punkten konnte: Die Neue von ARRESTED DENIAL. Titel und Schreibweise (mit Punkt in der Mitte) deuten auf ein Album hin, dass sich vermehrt mit den aktuellen Umständen in Deutschland beschäftigt – und das dieses Mal komplett in deutscher Sprache vorgetragen wird.

Nach dem deutlichen Opener “Ich hab´ beschlossen euch zu hassen“ folgt “Heimathafen“ (die erste Videoauskopplung) und sofort ist das Gefühl da, das ich von Liedern wie “Zurück“ oder “Soweit“ kenne und liebe. Eingängige Melodie (immer schön von der Sologitarre unterstützt), großartiger Gesang und im weiteren Verlauf sowohl melancholische wie auch politische Texte und beide Textbereiche immer nachdenklich und kritisch formuliert. ARRESTED DENIAL verschaffen sich Luft gegen Patrioten, Faschisten, besorgte Bürger, Pseudochristen und gegen diese schrecklichen “Ich bin kein Nazi, aber… – Menschen“. Und im Wechsel immer wieder diese großartigen, persönlichen Lyrics, die nicht jede Band so unpeinlich hinbekommt und in denen Mensch sich gut wiederfinden kann.

Ja, und dann sind da mit “Nationalisten aller Länder“ und “Solidarität“ noch zwei Ska-Punk Stücke. Diese sorgen zwar für weitere Abwechslung, treffen aber weniger meinen musikalischen Geschmack. Ich erfreue mich am meisten an den melodischen Midtempo-Street-Punk-Nummern (und an den schnelleren natürlich auch) – die packen alle mich total. Keine Frage, für mich ist das hier aktuell eine der besten deutschsprachigen Punkplatten. Steff

www.arresteddenial.de

RANDGESCHICHTEN #19

RANDGESCHICHTEN #19

Mittlerweile in die 19te Runde gehen auch schon die Randgeschichten. Das sympathische Skate-Punk-Zine von Mareike, die immer noch mit Enthusiasmus am Werke ist, um Ihre kleine Gazette zusammenzustellen.

Wie immer beschäftigt sich Mareike gerne mit dem Boarden. So auch hier. Denn es werden mal wieder Skateanlagen vorgestellt und Bildchen von tollen Tricks präsentiert. Für mich ist das allerdings stets der uninteressanteste Teil des Heftchens, ist mir die Faszination für das Rollbrett doch stets etwas fremd gewesen. Viel besser gefällt mir die unbeschwerte Art, wie nachdenkliches, politisches und gesellschaftliches in den verschiedenen kleinen Kolumnen und Textfragmenten zum Ausdruck kommt und Mareike damit wieder viel von ihrer persönlichen Seite Preis gibt. Etwas enttäuscht war ich allerdings vom ziemlich chaotischen Interview mit ALARMSIGNAL, welches wohl unter dem Einfluss von sehr viel Alkohol entstanden ist. Ist bestimmt ziemlich lustig zugegangen bei diesem fröhlichen Beisammensein, aber der Übertrag in die schriftliche Form ist dann doch eher substanzlos und albern.

Hab die Ausgabe deshalb auch ziemlich schnell durchgelesen bzw. auch mal nur durchgeblättert und wer die Randgeschichten kennt, weiß was auf einen zu kommt. Chaos, Bier & (Skateboard-) Anarchie sind hier Programm und auch wenn es inhaltlich nicht immer passt, wird meine Sympathie für dieses ehrliche, ungeschminkte und idealistische Fanzine stets bestehen bleiben. Mirko

randgeschichten@gmx.net

MIND THE GAP #18

MIND THE GAP #18

Seit fast zwanzig Jahren existiert das Hamburger Fanzine bereits. Eine lange Zeit, in der man es auf lediglich achtzehn Ausgaben gebracht hat. Also knapp eine Ausgabe pro Jahr. Trotz der langen Existenz ist die Nummer die erste, die ich in Händen halte. Somit kann ich über die Entwicklung im Grunde überhaupt nichts sagen und muss mich an diesem Heft hier orientieren.

Das Teil kommt im DIN A4-Format und ist rein optisch ziemlich professionell. Die fast 70 Seiten bestehen aus dickem Hochglanzpapier und das Layout ist sehr übersichtlich. Für ein Punkrock-Fanzine fast schon etwas arg glatt und steril, wie ich finde. Das sind aber lediglich die äußeren Merkmale, die ja nicht auf den Inhalt schließen lassen. Neben einem Reisebericht (Cuba) gibt es klassische Musik-bezogene Inhalte. Reviews, Konzertberichte und Interviews. Viel Platz wird den älteren Punkbands eingeräumt, wie THE DAMANED, THE BUTTOCKS oder PVC. Aber auch der jüngeren Generation wird Platz eingeräumt. Zum Beispiel durch das Interview mit VIOLENT INSTINCT oder den Betreibern des MONKEYS MUSIC CLUB. Ein besonderes Augenmerkt wird dabei auch auf Bands und Veröffentlichungen aus Hamburg geworfen, wo die Macher ja auch ansässig sind. Die Mischung finde ich eigentlich ganz gut und die Artikel sind auch sehr flüssig zu lesen. Vielleicht mangelt es etwas an Tiefgang aber den recht unterhaltsamen Gesprächen und Artikeln tut dies keinen großen Abbruch. Es geht halt eher um Alltägliches als um Investigatives.

Alles in allem eine kurzweilige Ausgabe, die alles bietet, was ein Musikmagazin ausmacht. Optisch zwar etwas gelackt, aber inhaltlich merkt man, dass hier Idealisten am Werke sind, die Spaß an der Sache haben und das machen worauf sie Lust haben. Somit durchaus lesenswert. Mirko

www.facebook.com/pg/mindthegapfanzine

HUMAN PARASIT #15

HUMAN PARASIT #15

Auch wenn zum Zeitpunkt dieser Rezension diese Ausgabe schon fast komplett ausverkauft zu sein scheint, will ich dennoch meine Meinung dazu kund tun. Schließlich ist Steff Schuld an der späten Veröffentlichung dieses Artikels, da er sich ohne Vorwarnung in die Wüste verpisst hat, um sich im Trump-Land bei unwirtlicher Hitze die Tattoos von der Haut brennen zu lassen. Und er nennt das dann auch noch Urlaub!

Währenddessen hab´ ich mich durch dieses Fanzine geackert und große Freude daran gefunden. Denn ich finde der Schreibstil hat sich ziemlich verbessert. Und das liegt nicht nur daran, dass Bäppi mittlerweile Unterstützung von einigen Mitschreibern erfährt. Allerdings gestaltet sich die Themenauswahl dadurch recht abwechslungsreich. Interviews, Konzertberichte, Kolumnen, Reviews und auch der ein oder andere Blödsinn findet sich hier wieder. Und das wirklich unterhaltsam aufbereitet. Dabei aber immer ehrlich und subjektiv. Auch wenn ich das HP schon immer ganz gerne gelesen habe, muss ich sagen, dass dies die unterhaltsamste Ausgabe ist, die ich bisher in Händen gehalten habe. Zudem sind die 70 Seiten wirklich prall gefüllt, so dass man das Teil nicht einfach mal so bei einem Freudenschiss durch hat, sondern etwas länger seine Freude an dem Geschriebenen haben kann.

Die Ausgabe hat für mich also alles, was ein Punkrock-Fanzine braucht. Sowohl inhaltlich als auch optisch und vom Layout her. Wer also noch eine Ausgabe ergattern kann, macht mit dem Erwerb bestimmt nichts falsch! Mirko

http://humanparasit.blogsport.eu