100 KILO HERZ –WEIT WEG VON ZU HAUSE

100 KILO HERZ –WEIT WEG VON ZU HAUSE
(Bakraufarfita Records)

So, Freunde der wilden Tanzmusik. Das Album von 100 KILO HERZ fand ich bereits Ende letzten Jahres schon mal auf meinem Schreibtisch zur Besprechung vor. Damals noch in Eigenregie bzw. über Records Jet, wurde die ganze Geschichte nochmal via Bakraufarfita Records auf den Weg gebracht. Bessere Promo, größere Reichweite – zumindest gehe ich davon jetzt mal aus. Da die Besprechung bereits vor ein paar Monaten schon erfolgte und sich am Inhalt nichts geändert hat, zitiere ich mich mit den nachfolgenden Zeilen nun selber. Man muss sich manche Dinge im Leben auch manchmal etwas einfacher und bequemer machen, gell?

“Die Band wurde mir schon mehrmals ans Herz gelegt und mit ihrem ersten Longplayer bekomme ich nun endlich auch mal die Gelegenheit, beide Ohren zu riskieren. Aktiv seit 2014, 2016 schon mal ne´ EP rausgehauen und 7 Menschen umfassend, von denen 3 neben den üblichen Instrumenten Blaswerkzeug bedienen. Es ist aber kein Ska-Punk, sondern einfach Punk, manchmal auch Rock, mit Trompete und Saxophon. Die Melodien gehen ins Ohr und in die Beine, die Texte erzählen kleine Geschichten, verarbeiten mitunter aber auch selbst Erlebtes.

Da ist viel Herz dabei und da wurde vieles einfach geradeaus heraus gesungen und anders als bei den meisten anderen Bands, reimt sich in den Texten wenig. Die Band präsentiert sich auf diesem Album spielfreudig ohne Ende und auch an der aktuellen Live-Präsenz merkt man, dass die Jungs Böcke haben. Das Album packt mich zwar nicht komplett, aber ich glaub Live tropft es da ganz gut von der Decke. Ein bisschen wie zwischen FEINE SAHNE FISCHFILET und RANTANPLAN.“ Spike

https://100-kilo-herz.com

V.A. – TRIBUTE TO RESTALKOHOL – ATTACKE DER ALTEN (+HÖRBUCH)

V.A. – TRIBUTE TO RESTALKOHOL – ATTACKE DER ALTEN (+HÖRBUCH)
(Rhein Musik Produktion)

Passend zum Buch “35 üble Jahre“ (HIER die Besprechung) ist auch ein RESTALKOHOL-Tribute-Sampler erhältlich. Fand man das Buch schon recht umfangreich, wird hiermit noch ein weiteres Mal deutlich, wie viel Arbeit in dieses RESTALKOHOL Projekt gesteckt wurde.

Viele namhafte Bands und Interpreten ließen sich scheinbar nicht lange bitten und es wurden sogar spannende Bandprojekte gebildet, um RESTALKOHOL auch ein musikalisches Denkmal zu setzen. Da Buch- und Samplermacher G. Recke auch bei den KELLERGEISTERN trällert, liegt es natürlich erstmal nahe, dass auch KELLERGEISTER-Chefin Mogan, sowie Michel (WILDE ZEITEN, KELLERGEISTER) und Tommy (MOLOTOW SODA, KELLERGEISTER) hier Songs zum Besten geben. Dazu gesellen sich noch ZWAKKELMANN, HEITER BIS WOLKIG, Andi (DÖDELHAIE), Micro (ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN), Rio (NO EXIT) und weitere alte und neue Freunde. Und als wäre das alles nicht genug, kommt die Scheibe als Doppel-CD mit der auf 4 Stunden gekürzten RESTALKOHOL Geschichte als Hörbuch.

Mehr RESTALKOHOL geht wirklich nicht, aber im Vergleich muss man schon ganz klar sagen, dass das Buch definitiv mehr kann als der Sampler. Auch wenn dieser die Geschichte musikalisch nochmal fein abrundet. Aber ich lese doch lieber von RESTALKOHOL als mir ihre gecoverten Lieder anzuhören. Steff

www.facebook.com/RestAlkohol-Band-526224994494937

35 ÜBLE JAHRE RESTALKOHOL – DIE GESCHICHTE EINER BAND

35 ÜBLE JAHRE RESTALKOHOL – DIE GESCHICHTE EINER BAND
(Impact Books)

G. Recke sollte allen Literatur-interessierten Punkrocker_Innen ein Begriff sein. Mit seinen schrägen Geschichten ist er bereits seit über 20 Jahren unterwegs, hat (dieses mitgezählt) 3 Bücher voll mit wilden und wirren Storys rausgehauen, manche davon zusätzlich als Hörbuch eingelesen, hat mit seinen Erzählungen einen festen Sendeplatz bei Kamikaze Radio, mischt außerdem bei die KELLERGEISTER mit und hatte vor 35 Jahren als verträumter Jungspund mal gedacht, mit einer stümperhaften Punkband groß rauszukommen, ist aber kläglich gescheitert. Alles natürlich fiktiv oder wie Andreas Bourani singen würde: “Alles nur in seinem Kopf“.

An die 3 ½ Jahrzehnte zurückliegende Zeit erinnert sich G. Recke mit diesem Buch. An die wilde Zeit in Westberlin, die er gemeinsam mit Klobürste, Glotze und jeder Menge anderer skurriler, sympathischer und auch unsympathischer Personen durchlebte. Die Band hätte in diesem Jahr 35jähriges Jubiläum gefeiert und für G. “Laberkopp“ Recke ein guter Grund auf Gedankenreise zu gehen und eine fiktive Bandbiographie niederzuschreiben, die auf erfundenen Tatsachen und Möglichkeiten beruht. Die Jungs erleben allerlei Abenteuer, wie man sie als junge stümperhafte Band mit billigen Instrumenten und seltsamen Frisuren eben erlebt. Chaotisch, wild, draufgängerisch, musikalisch nicht die Besten und trotzdem von sich überzeugt und gerne mal überheblich.

Die Geschichte von RESTALKOHOL ist nichts anderes als eine Achterbahnfahrt. Rauf, runter, o.k., und vielleicht dann sogar nochmal runter. Viele Seifenblasen, alle geplatzt, trotzdem lustig. G. Recke ist halt vom Fach und kennt sich aus, dass merken die punkaffinen Leser sehr schnell. Aber vielleicht auch nur die, denn ob sich diejenigen, die sich weniger in diesem Punk- oder sagen wir Rock-Genre bewegen, auch mit diesen Storys fesseln lassen, wage ich fast zu bezweifeln. Aber gut, das soll nicht Recke´s Problem sein. Gibt die Krimis denen, die Krimis mögen, gibt die Romane denen, die Romane mögen und gib die schrägen Geschichten denen, die selbst in irgendeiner Form schräge Vögel sind. Neben den Storys beinhaltet das Buch auch noch allerhand Gimmicks, Ausmalbild, Comic und und und. RESTALKOHOL mögen 35 üble Jahre durchlebt haben, aber ihre Geschichten sind gar nicht mal so übel. Steff

www.facebook.com/TaschenRecke

DIE ANGST – VERSCHIMMELTE BLUMENWIESEN

DIE ANGST – VERSCHIMMELTE BLUMENWIESEN
(Moon Records)

Angesichts des unleserlichen Logos und des eher depressiven Titels könnte man fast denken, dass hier eine emotionale HC oder Metal-Scheibe vorliegt. Aber die EP der Band aus Brandenburg geht (zumindest musikalisch) dann doch in eine andere Richtung. Trotz der Existenz von bereits 15 Jahren und sechs zurückliegenden Tonträgern ist mir die Band bisher unbekannt, was mich dann ganz vorbehaltlos an die Sache ran gehen lässt.

Das Emotionale, aber auch das (leicht) Depressive kommt in den Texten der vier Songs auf jeden Fall zur Geltung. Somit lag ich da mal nicht ganz verkehrt. Das drum herum kann man aber dann doch eher im Punk verorten. Um Namedropping kommt man hier aber kaum vorbei, was vor allem an der Stimme bzw. dem Gesang liegt. Denn sofort fühle ich mich in Bezug darauf an Bands wie FLIEHENDE STÜRME erinnert. Vom musikalischen her dann aber auch ein wenig an EA80. Denn ganz so monoton wie erstgenannte Band geben sich DIE ANGST auf musikalischer Ebene nicht. Dennoch kann man hier von einem Klon beider Bands sprechen. Blöd, dass ich mit beiden nie so ganz warm geworden bin, was natürlich auf diese Band abfärbt. Weiterhin schlägt mein Vorwurf der Kopie ins Gewicht. Etwas mehr Eigenständigkeit wäre hier sicher nicht schlecht gewesen. Aber besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

Freunde der genannten Vergleichsgruppen können hier sicherlich bedenkenlos zugreifen, denn qualitativ steht die Mucke den Vorbildern, Kopie hin oder her, in nichts nach. Meine Flasche Bier ist‘s halt nicht, aber Geschmäcker sind glücklicher Weise ja verschieden. Mirko

www.facebook.com/produkt.der.amygdala

BROT #4

BROT #4

Zum ersten Mal halte ich das BROT-Fanzine in Händen, welches mit dieser Ausgabe in die vierte Runde geht. Das Heft wird von Thommy & Yannig aus Hamburg herausgegeben, hergestellt und mit Inhalt gefüllt. Das Teil ist gebunden und im A5-Format. Und bei einem Umfang von knapp 100 Seiten (!) ist es auch sicherlich ganz gut, das Ding in einem stabilen Format heraus zu bringen.

Inhaltlich sind die beiden mit diesem Heft ziemlich breit aufgestellt und es gibt eine Fülle an Themen. Da gibt es ein paar Interviews mit (mir) unbekannten Bands, was immer ganz gut ist, um auch mal neues kennen zu lernen und nicht das zwanzigste PASCOW Interview lesen zu müssen. Dann gibt es Festivalberichte, kleine Anekdoten, einen kurzen Reisebericht, eine umfangreiche Musik- und Fanzine-Rezensionsecke, einen Comic, und ein paar humorvolle und sarkastische Beiträge zu allerlei Alltagsthemen. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber mir recht zuträglich. Das alles locker-flockig geschrieben, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nicht nur dadurch, sondern gerade auch wegen der Vielfalt gefällt mir das Teil doch wirklich gut und durch den großen Umfang hat man auch eine ganze Weile an dem Ding zu lesen. Ideal daher für die Bahnfahrt oder auch als Klolektüre.

Wäre schön, wenn die geplante 6-monatige Erscheinungsweise eingehalten wird, denn das Heft macht echt Spaß und steckt auch voller Idealismus. Bei 98 Seiten aber sicherlich gar nicht so einfach, das Heft voll zu kriegen. Lassen wir uns überraschen. Ich freue mich jedenfalls auf eine neue Ausgabe, den diese hier finde ich sehr gelungen. Mirko

brotfanzine@gmx.de

KRACHMAKERS – S/T

KRACHMAKERS – S/T
(Eigenproduktion)

Eigentlich gab´s die KRACHMAKERS ja schon mal. Um Ende der 1980er, Anfang der 90er-Jahre für ungefähr zwei Jahre lang. Ca. 2 Demos gab‘s da wohl von denen. Nun hat man sich aber wieder zusammengefunden und zwei (jedoch relativ lange) Lieder auf eine EP gepresst. Optisch macht das Teil ja schon was her. Aber was ist mit dem Inhalt.

Tja, irgendwie hören sich die Lieder an, als ob die Herren Künstler ihre Instrumente in den letzten 30 Jahren nur recht selten in Händen gehalten hätten. Das Schlagzeug holpert in mehr als gemächlichem Tempo dahin, Bass und Gitarre beschränken sich auf das Nötigste und der Gesang versucht vergeblich, die richtigen Töne zu grunzen. Das ist wirklich einfachster, ziemlich lahmer Deutschpunk, den ich irgendwie so überhaupt nicht ernst nehmen kann. Auch was das Textliche betrifft. Der erste Song handelt vom Warten bzw. der Ungeduld im Alltag. Der zweite Song ist Stanislaw Petrow gewidmet, der russische Offizier, der im Jahr 1983 einen Atomkrieg nicht ausgelöst hat. Die Texte sind jedoch auf niedrigstem sprachlichen und lyrischen Niveau zusammen geschustert und wirken somit eher unfreiwillig komisch. Ob das so gewollt ist wage ich allerdings zu bezweifeln. Auch dass beide Lieder relativ lang sind, fördert das Hörvergnügen nicht gerade.

Gut aussehen tut sie, die Scheibe. Aber ansonsten? Wenn auf einem Album 2 von 12 Songs kacke sind, ist das ja zu verschmerzen. Aber wenn nur zwei Lieder vorhanden sind, sieht‘s da schon anders aus. Und so ist‘s halt bei diesem Teil hier, dass mich daher wirklich nicht vom Hocker reißt. Mirko

www.krachmakers.de