DIE! DIE! DIE! – CHARM.OFFENSIVE.

DIE! DIE! DIE! – CHARM.OFFENSIVE.
(Sounds of Subterrania!)

Einen verwegenen Namen haben sich die Neuseeländer da ja für ihre Band ausgesucht. Und das sechste Album ist das auch schon. Und ich kenne diese Recken nicht, die auf ihrem Album, das ein wahrscheinlich von Kinderhand gemaltes Cover schmückt, mit ihrer „Charm.Offensive“ jetzt sicher mächtig auf den Putz hauen werden. Aber schnell macht sich dann doch Ernüchterung breit.

Das Trio spielt hier komischen Indie-Pop-Rock mit Garagenflair, gepaart mit teilweise doch recht experimentellen Klängen. Dem hier angepriesenen „sphärischen Shoegaze-Sound“ kann ich leider nicht sonderlich viel abgewinnen. Für mich hört sich das manchmal an, wie in der Dusche aufgenommen. Aber wenn das der Stil der Band ist, bitte schön! Dafür gibt es die ein oder andere nette Melodie. Allerdings empfinde ich die Lieder, trotz der großen Experimentierfreude, ziemlich uninteressant. Mag am Sound, mangelnder Geschwindigkeit oder Ausdruck liegen, vielleicht auch an allem zusammen. Irgendwie kann ich mit dem Liedgut der Band nicht wirklich viel anfangen. Aber ich hab schon Schlimmeres überstanden als diese CD.

Wenn die früheren fünf Alben von DIE! DIE! DIE! genauso sind, scheine ich nicht viel verpasst zu haben. Freunde von verträumtem Retro-Garagen-Pop/Rock mit einem Faible für Improvisationskunst, könnten hier ja schon Gefallen daran finden, für mich is das aber nix! Mirko

www.facebook.com/diediedieband

FRÄULEIN BRECHEISEN – SUPERGRATTLER

FRÄULEIN BRECHEISEN – SUPERGRATTLER
(In Gute Hände)

Als wäre ich mit den letzten beiden zu besprechenden Platten nicht gestraft genug gewesen, setzt FRL. BRECHEISEN fast noch einen drauf. Live ist man angeblich mit Band unterwegs, auf dieser Platte sind allerdings nur die beiden Künstler H. Brecheisen und Dr. Drexler aus Augsburg zu hören.

Kommen wir aber zum Positiven, denn die Texte sind ab und an schon ganz nett und auch teilweise wirklich kritisch aber auch reflektiert. Das war‘s dann aber auch fast schon. Musikalisch wird einem hier schundiger Funky-Dancehall-Pop geboten, dessen Töne (bis auf einen kurzen Saxophon-Einsatz) komplett aus der Konserve kommen. In seinen besten Momenten – Lied Nr. 3 & 9 – könnte man sich fast an die Neue Deutsche Welle zurückerinnert fühlen. Ansonsten ist das elektronische Zeug aber ziemlich nervig. Nach Lied Nummer sechs wurde ich latent aggressiv und musste erstmal `ne Pause machen. Danach dann noch 4 Lieder. Mir grauste, aber jetzt wollte ich‘s auch wissen. Aber: es ändert sich nichts. Dieser Disco-Kram ist echt ganz schlimm. Kurze Lichtblicke gibt es allerdings dennoch.

Live kann das vielleicht als Lückenfüller ganz spaßig sein. So aber ist das für mich nur schwer zu ertragen. Da können auch die bereits hervorgehobenen Texte, sowie Nr. 3 & 9 nichts retten. Kommt sicherlich aber auch 40 Jahre zu spät. Mirko

www.facebook.com/fraeuleinbrecheisen

HEART OVT – WE‘RE NOT SUPPOSED TO BE LOVERS

HEART OVT – WE‘RE NOT SUPPOSED TO BE LOVERS
(Homebound Records)

Ach Du meine Güte. Muss ich doch schon im Werbezettel lesen: „…eine emotional aufgeladene und abwechslungsreiche Achterbahnfahrt durch 90-er Jahre Emo und rockigem Indie-Sound!“, da ahne ich schon was ich hier ausgesetzt werde. Und ich ahne zu recht nichts Gutes.

Wenn aus obigem Zitat die Worte „abwechslungsreiche Achterbahnfahrt“ mal hinten angestellt werden, trifft es das aber fast. Und wenn ich so was hören will, schalte ich Sonntag abends SWR1 ein. Da muss ich jetzt aber doch auch mal etwas emotionaler werden. Belanglose, schnulzige Popmusik ohne Anspruch, dafür aber mit vielen smoothen Klängen im Angebot. Vielem wird ein schmuckes Ohoh oder Aahhaaahaaa beigegeben, was das Ganze aber auch nicht viel besser macht. Ebenso wie die zwei Parts, in denen sich erahnen lassen kann, dass die hier beteiligten Musiker früher in HC-Bands gespielt haben sollen.

Für mich ist das leider nur völlig nichtssagender Indie-Pop und ich bin froh, die sechs Lieder hinter mich gebracht zu haben. Kann mir im Moment aber auch nicht vorstellen, wem das so gefallen könnte? Nee… ich leg lieber schnell was anderes auf. Mirko

http://heartovt.com

KALIK – DISAPPROVED

KALIK – DISAPPROVED
(Eigenproduktion)

Bereits seit 12 Jahren existent, angeblich hunderte von Shows gespielt und bereits zwei Alben veröffentlicht. Das sind KALIK aus Dänemark, die ich bisher nicht kannte, mir aber nun ihre zweite EP anhören werde, die im Juli 2017 veröffentlicht wurde. 5 Songs werden darauf in 10 Minuten verbraten, zu denen ich kurz etwas schreiben will:

Eigentlich sind die Lieder gewöhnlicher Punkrock, der aber doch eine gewisse eigene Note besitzt. Man orientiert sich am 77er-UK und 80er-Jahre-Punk, passt diesen vom Sound her zwar etwas den moderneren Hörgewohnheiten an, bleibt dabei aber schön ungeschliffen. Ein bisschen SKA mischt sich dann ab und an auch noch mit ein, was zusätzlich etwas Abwechslung mit einbringt. Eingängig sind die Songs auch, also alles gut.

Schöner, authentisch klingender Punkrock aus dem hohen Norden erfreut einen hier also. Nichts wirklich Außergewöhnliches, aber solide gespielt und mit Herzblut vorgetragen. Kann man sich also schon mal geben. Mirko

www.facebook.com/kalikofficial

SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT

SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT
(Eigenproduktion)

Fünf Jahre nach ihrem Debüt und nach zwei Jahren Live-Abstinenz liegt nun das zweite Album der Erfurter vor. Sehr schön aufgemacht im Poster-Faltcover und limitiert auf nur 150 Stück. Da sollte man doch schnell zugreifen. Und nicht nur der liebevoll gestalteten Verpackung wegen, sondern durchaus wegen der musikalischen Qualität von SPECHT RUPRECHT.

Auch auf ihrem zweiten Album haben die Thüringer hunderte Ideen auf Lager und mich wundert, dass sie es schaffen, das alles in 11 Liedern unter zu bringen. Auf jeden Fall ist der Sound abstrakt und eine Mischung aus eigentlich so allem, dass alles auf der Basis bodenständigen Hardcores. Sicherlich mag das aber nicht jedermanns und auch -fraus Geschmack sein, denn die Songs sind teilweise doch ziemlich vertrackt. Nach kurzen Startschwierigkeiten beim ersten Lied gehen mir die restlichen Stücke aber ausnahmslos gut rein! Denn ich finde, der Band gelingt es recht gut, dass alles in einen Topf zu werfen und kräftig darin zu rühren. Die Texte sind für mich dabei eher das passende Beiwerk. Denn einen wirklichen Sinn dahinter darf man sicherlich nicht immer suchen oder erwarten. Allerdings passen viele der lyrischen Satz- und Textfragmente wirklich ausgezeichnet ins musikalische Gesamtbild. Und dass die Musikanten ihre Instrumente auch wirklich beherrschen, muss ich wohl nicht zusätzlich erwähnen.

Man muss das halt schon mögen, solch einen Sound, der manchmal auch anstrengend sein kann und sich in keine Schublade stecken lässt, für seine Komplexität aber erstaunlich eingängig ausfällt. Für mich eine grandiose Scheibe, die gekonnt mit allen Elementen der modernen Rockmusik spielt und dabei einen gesunden, wenn auch etwas geringeren Härtefaktor als beim Erstling, besitzt. Post-Hardcore at it‘s best. Mirko

http://spechtruprecht.de

DANNY DIABLO – THE CRACKSON HEIGHTS PROJECT

DANNY DIABLO – THE CRACKSON HEIGHTS PROJECT
(Eternal Sound Records / Force 5 Records)

Von DANNY DIABLO hab´ ich das erste Mal 2002 gehört, als die TRANSPLANTS mit ihrem großartigen Debüt-Album meine (und nicht nur meine) Aufmerksamkeit auf sich zogen und DANNY DIABLO beim Song „D.R.E.A.M.“ mitmischte. Er folgten Zusammenarbeiten und gemeinsame Songs mit Tim Armstrong (RANCID), TERROR, H2O, BIOHAZARD und vielen weiteren Bands und Künstlern aus der Punk- Hardcore- und Hip Hop Szene.

Wie also offensichtlich wird, tanzt DANNY DIABLO auf vielen musikalischen Hochzeiten und lässt sich in seinem Schaffen nicht Einengen. Auf der einen Seite mit seiner Band THE WILDING INCIDENT die übelste Hardcore-Crust Keule zu schmettern und auf der anderen Seite als Solo-Künstler ein Hip-Album rauszuhauen. Für den New Yorker Künstler alles kein Thema. Auf „The Crackson Heights Project“ geht’s sowohl dreckig und rau als auch chillig zur Sache. Hip Hop trifft auf Crossover und das mit massig Features in fast allen Songs.

Da ich auch mit den Hip Hop-lastigen TRANSPLANTS Songs oder den Sologeschichten von Travis Barker in diese Richtung was anfangen kann, kann ich der Sparte die dieses Album bestimmt, durchaus was abgewinnen. Find´s auch super, dass DANNY DIABLO die Genres vereint oder eben auf Schubladen scheißt und das musikalische Ding durchzieht, auf das er Bock hat. Spike

www.facebook.com/dannydiablo