THE DEAD END KIDS – IN DEINER STADT

THE DEAD END KIDS – IN DEINER STADT
(Eigenproduktion)

Die Vorliegende Scheibe ist schon ein wenig älter. Bereits im Februar 2018 wurde das Teil veröffentlicht, hat aber erst jetzt den Weg zu uns bzw. mir gefunden. In Anbetracht dessen, dass in diesem Frühjahr ein neues Werk ansteht, ein ganz gutes warm up, um sich für den Kommenden einzuheizen.

Acht Songs befinden sich auf dem selbstproduzierten Teil, das mit ordentlich Grrlz-Power flott nach vorne abgeht. Schnörkelloser Punkrock mit eingängigen Melodien wird hier abgefeuert, der sofort im Ohr hängen bleibt. Ein paar rockige und metallische Riffs finden sich allerdings auch in den Songs wieder, so dass es auch nicht nur stur geradeaus geht, sondern auch ein paar Breaks und verspielte Melodylines Platz finden, wodurch man spielerisch der Eintönigkeit entgeht. Hinzu gesellt sich ein harmonischer Gesang, der des Öfteren auch mehrstimmig daher kommt. Somit läuft die Platte auch in einem Rutsch durch und bleibt dabei auch noch ganz gut im Ohr hängen. Die kritischen, englischsprachigen Texte (lediglich der Titeltrack ist auf Deutsch) runden das Ganze ab.

Schade, dass diese Platte erst jetzt hier ankommt, denn diese macht Lust auf mehr. Und dass bekommen wir ja demnächst (hoffentlich) auch geboten. Eingängig, aber dennoch komplexer, als man erwarten könnte. Hier geht der Daumen ganz klar nach oben. Mirko

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PLANCHETTES – THE TRUTH

PLANCHETTES – THE TRUTH
(Rise Above Records)

Ja, o.k., dass ist wohl die Art von Musik, die rebellisch war, als unsere Eltern jung waren, oder? Die Band aus der Jazz- und Blues-Musikstadt New Orleans gilt dort im Underground als eine Art Geheimtipp bzw. sorgt laut Infozettel dort seit einer Weile für Aufsehen. Gut, ich kann das jetzt nicht überprüfen, aber ich weiß bereits nach den ersten drei Songs, dass ich das nicht als Geheimtipp weitergeben, geschweige denn eine Empfehlung aussprechen kann.

Dazu liegt das, was die Band fabriziert und mein musikalischer Geschmack einfach zu weit auseinander. Psychedelic, Sixties-Garage, Horror-Rock, das sind die Umschreibungen, die fallen und die treffen auch alle irgendwie zu, aber ohne jeglichen Bezug zu diesem Psychedelic-Sixties-Kram, ist es einfach nur anstrengend.

Das es eine Zielgruppe gibt, die genau diesen Sound abfeiern wird, steht selbstverständlich außer Frage, aber ich gehöre nicht dazu. Würden die ROLLING STONES noch Drogen nehmen, würden sie vielleicht heutzutage genauso so klingen. Spike

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ELMAR / GRÜNER STAR – SPLIT 7INCH

ELMAR / GRÜNER STAR – SPLIT 7INCH
(Dian Recordings)

Split 7“ zweier Bands, die mir bis dato unbekannt waren. Aufgrund des Covers hätte ich das Teil im Plattenladen oder sonst wo schon mal nicht aus dem Regal genommen. Auch nicht aus Neugierde, um zu schauen, wer oder was sich dahinter verbirgt, denn da auf der Frontseite nichts geschrieben steht, findet man das nur heraus, wenn man die Platte umdreht. Soweit kurz zum äußeren Erscheinungsbild – hören wir mal rein.

ELMAR schrammeln sich in angenehmer Emo-Punk-Manier durch drei Songs und texten dabei auf einem guten Niveau. Schön melancholisch, nachdenklich, fast schon ein wenig poetisch. Die Band kommt aus Meissen, aber klingt nach Meer, nach rauer See, nach dunklen Wolken, nach Küste in schwarz/weiß, nach TURBOSTAAT – ihr wisst, was ich meine.
GRÜNER STAR aus Hamburg sind etwas mehr Indie. Von den beiden zugesteuerten Songs läuft mir allerdings nur der zweite gut rein. Bisschen Hamburger Schule und bisschen Richtung alte TOCOTRONIC, nur weniger krachig. Kann man machen.

Für Freunde deutschsprachiger Indie-Punk-Mucke durchaus empfehlenswert und mit einem Inhalt, der deutlich besser ist, als die Verpackung. Stichwort Inhalt: Der Platte liegt ein Textblatt bei, dass auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt, da die Texte beider Bands dort durcheinander abgedruckt sind. Das ändert sich aber, wenn man die beigefügten Schablonen auf eben dieses Wirrwarrtextblatt legt und damit die Texte der jeweiligen Band entziffern kann. Richtig geile Idee! Spike

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DR. DREXLER – KAPITALAKKUMULATION

DR. DREXLER – KAPITALAKKUMULATION
(In Gute Hände / Elfenart Records)

DR. DREXLER und seine Band machen es einem nicht leicht mit dieser Scheibe, das ist vom ersten Ton an klar. Denn wer sich die Ohren verzuckern will ist hier garantiert falsch, denn hier sind Ecken und Kanten Programm.

Sieht man mal von dem Song „Wir können uns das Leisten“ ab, sind die Klangwerke, wie ich es mal nennen will, wenig bis gar nicht stringent. Stattdessen beherrscht eine experimentierfreudige Tonkulisse das Geschehen. Krachig, kratzige Gitarrenfetzen mischen sich mit Synthie- und Elektrosound sowie vom Bass punktuell und unstrukturiert unterstützten Beats, die keine direkte Linie erkennen lassen. Vom Mainstream ist dieses Konstrukt daher weit entfernt und der Untergrund ist auch das wo sich die Band wohlfühlt. NDW, Postpunkt, Kunstprojekt und Experimentalismus vereinen sich zu einem sperrigen Sound, dem die Texte in nichts nachstehen. Dabei wird der Antikonsum und Individualismus genauso propagiert wie die gesellschaftlichen Auswüchse, Konformität und die digitale (Reiz-)Überflutung angeprangert wird.

Eine sicherlich sehr gewöhnungsbedürftige Darbietung, die mit ihren Aussagen vieles auf den Punkt bringt. Konsequent wird dabei ein verschrobener Sound präsentiert, der einen faszinieren, aber auch sehr schnell vergraulen kann. Man muss sich darauf schon einlassen, was mir zugegebener Weise doch recht schwer fällt. Auf jeden Fall mal was anderes, und auch wenn mich die Texte und Lyrik-Fragmente durchaus ansprechen, ist mir das drum herum dann doch ein zu sperrig, um daran Gefallen finden zu können.  Mirko

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COILGUNS – WATCHWINDER

COILGUNS – WATCHWINDER
(Hummus Records)

Mit dem Vorgängeralbum der Schweizer Band konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Zu chaotisch und krachig war mir das Ganze. Nun haben sich die COILGUNS wieder ins Studio eingeschlossen und ein neues Werk eingespielt, und ich kann gleich vorab sagen, dass es mir diesmal ein wenig anders geht als beim Vorgänger.

Musikalisch bleibt man sich jedoch weitestgehend treu. Erneut gibt es krachigen Lärm zu hören. Diesmal aber ein wenig strukturierter und auch vom Sound her weitaus besser und druckvoller geraten. Deshalb besitzt das Album auch eine metallische Kante, die dem Vorgänger abging. Auch sind die Songs etwas stringenter, wenn auch immer noch recht vertrackt. Der Gesang, bzw. das Geschrei kommt dabei auch weit besser zur Geltung. Hatte ich beim ersten Song noch meine Bedenken, da dieser zu Beginn lediglich mit einem obskuren Schlagzeugbeat und halbgarem Gesang daherkommt, muss ich eingestehen, dass die anderen Songs doch etwas an sich haben und viel Energie versprühen und gar nicht auffällt, dass hier ohne Bass musiziert wird. Knallt nämlich schon mächtig rein. Der ein oder andere experimentelle Einfluss fällt daher auch gar nicht so auf.

Insgesamt gesehen für meinen Geschmack deutlich besser als das letzte Album. Zwar immer noch krachig, aber mit viel Power und Leidenschaft vorgetragen. So können mich die COILGUNS schon mehr überzeugen und ich muss dem Album doch eine recht gute Gesamtnote ausstellen. Mirko

www.coilguns.ch

DIRTY SOUND MAGNET – TRANSGENIC

DIRTY SOUND MAGNET – TRANSGENIC
(Hummus Records)

Schon wieder so abgefahrene, komplexe Mucke. Macht denn keiner mehr simplen Punkrock? Oder bekomme ich so was nur nicht mehr auf den Tisch? Dieses Trio versucht sich jedenfalls an hippieskem Psychedelic-Rock, der ein breites Spektrum an musikalischer Vielfalt bereithält.

Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, existiert die Band bereits seit 10 Jahren und dies ist auch nicht das erstes Album des Schweizer Trios. Auf Basis von eigentlich bodenständigen Rhythmen verliert man sich aber oftmals in rauschähnlichen Sphären, geprägt von viel Hall und einigen choralen Gesängen. Glücklicher Weise verliert man dennoch nicht den Boden unter den Füßen, was die Sache halbwegs erträglich macht. Die Einflüsse dabei sind vielfältig und auch die musikalische Umsetzung bemüht diverse ungewöhnliche Instrumente und diverse Soundelemente, die man zusammenschustert. Insgesamt gesehen entsteht dabei schon ein interessantes, manchmal auch überbordendes Klangbild, das sich zwar als anspruchsvoll und künstlerisch wertvoll präsentiert, mich aber dennoch nicht gefangen nehmen kann. Kann mir das ja schon mal anhören, aber halt nicht abfeiern. Bei diesem musikalischen Sammelsurium kommt mir einfach die Direktheit zu kurz.

Anspruchsvoller Ausflug in die Welt der Musik. Dabei verträumt und emotional, aber auch ohne das wesentliche aus den Augen zu verlieren. Und das finde ich dann doch recht positiv. Trotzdem eine Scheibe die ich wahrscheinlich nicht nochmals in den Player legen werde.  Mirko

http://dirtysoundmagnet.com