クロムハーツ コピー Ugly Punk | Punkrock Zine | Page 2

ESTER POLY – WET

ESTER POLY – WET
(Hummus Records)

Recht experimentelle Musik gibt es vom Schweizer Damen-Duo ESTER POLY auf diesem Tonträger zu hören. Wem’s gefällt… ich kann damit jedenfalls nix anfangen.

Die beiden Musikerinnen aus Zürich und Genf entwickeln jedenfalls einen sehr ungewöhnlichen Sound, basierend auf Schlagzeug und Bass, gemixt mit allerlei ungewöhnlichen Klängen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig und alles andere als Mainstream. Inhaltlich, also von den Texten her, aber sehr kritisch, Respekt und Toleranz einfordernd und auch ziemlich sozialkritisch. Ansonsten weiß ich gar nicht groß, was ich zu diesem Album sagen soll.

Musikalisch für mich ziemlich anstrengend. Auch wenn von der Aussage her richtig und wichtig, ist mir das Werk jedoch viel zu sperrig. Ungewöhnlich auf jeden Fall, aber sicherlich nichts für Freunde eingängiger Töne. Mirko

www.esterpoly.ch

PLANET WATSON – TIME TO BREAK IT

PLANET WATSON – TIME TO BREAK IT

Ganz überraschend ist kürzlich das dritte Album der schwäbischen Skate-Punk-Band bei mir eingeflattert. Nun gibt’s die Band also auch schon seit 10 Jahren. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Viel geändert hat sich auf dem Planet Watson allerdings nicht. Und das ist in diesem Fall auch gut so.

Das Cover ist im üblichen Stil gehalten, genauso wie die Musik. Es gibt 16 Mal eingängigen, temporeichen Skate-Punk zu hören, bei dem sich erneut dutzende Gast-Sänger die Klinke in die Hand geben. Kaum ein Song erreicht dabei die 2-Minuten-Marke. Schöne Melodylines und Gesangsbögen, immer mal wieder coole Breaks und alles mit viel Leidenschaft vorgetragen. Gut, so einen richtigen Hit gibt es nicht auf der Scheibe und irgendwie habe ich das Gefühl, alles schon mal so ähnlich gehört zu haben. Dennoch befinden sich die Songs alle auf sehr hohem Niveau und es gibt halt auch absolut keinen Ausfall. Die Scheibe rutscht irgendwie richtig gut durch, bietet knapp 30 Minuten besten Punkrock und zwingt mich regelrecht dazu, nach Ablauf der Spielzeit, erneut die Playtaste zu drücken.

Gelungene Jubiläumsscheibe von PLANET WATSON und wer auf schnellen Melodic-Punk steht, kommt an dieser Band einfach nicht vorbei. Mirko

www.facebook.com/watsonplanet

THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – GEFÜHLE

THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – GEFÜHLE
(Bakraufartifa Records)

Neues Material von Lulu, Doreen, Kristin und Ilay, lang THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM, kurz THE TCHIK genannt. “Gefühle“ lautet der Titel ihres neuesten Werkes, welches den Warnhinweis enthält, dass es Spuren von Emotionen erhalten kann. “Kann“ ist allerdings maßlos untertrieben und entspricht auch absolut nicht der Wahrheit, da es hier Emotionen am Fließband hagelt, welche (frei interpretiert) von “Nimm mich jetzt einfach mal in den Arm und drück mich ganz dolle“ bis “Verpiss dich oder ich klatsch dich weg“ reichen.

Ja, dass Quartett um Lulu sucht auf der einen Seite einfach nur nach Liebe, ist auf der anderen Seite aber auch extrem angriffslustig, zweideutig und provokant. Eine Provokation, die für Neuhörer*innen vielleicht eine Herausforderung darstellen könnte, die dann aber doch schnell einzuordnen sein sollte. Hoffe ich zumindest, den THE TCHIK machen am meisten Spaß, wenn sie und ihre ganzen Kraftausdrücke richtig verstanden werden.

“Alles verkacken“, “Zurück in der Gosse“ sein und dennoch, oder genauso deshalb, den Traum in Ost-Berlin leben und trotz des durch Punkrock gebrochenen Herzens (aua aua aua, das tat weh), dieser männerdominierten Macho-Macker-Welt mit “Bewerte mich“ oder “Ich bin eine Schlampe“ auf TCHIK-Art zeigen, wer hier die dicksten Eier hat. Dieses Album ist auf so vielen Ebenen ein Spiegel, der mit den Texten einfach mal umgedreht wird. Gut so! Steff

www.facebook.com/thetchi k


TUNIC – EXHALING

TUNIC – EXHALING
(ARTOFACT)

Ganz schön krachiges Zeug kommt mit dieser Scheibe über den großen Teich geschwappt. 23 Songs hat das Trio aus Winnipeg, auf Vinyl bzw. CD gepresst. Für mich ist das alles aber doch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Deftig und wild ist der Noise-Punk der Kanadier allemal. Allerdings auch selten harmonisch. Teilweise sind zwar Melodielinien auszumachen, die aber konsequent durch eine oftmals disharmonische Gitarre zerstört werden. Die Basis des ein oder anderen Songs ist dabei auch gerne mal etwas monoton und simpel gehalten, was durch eben jenes Gitarrenspiel immer wieder aufgebrochen wird. Von den Texten, die in der CD-Version leider nicht vorhanden sind, kann man bedingt durch den Gesangsstil, den ich mal als rotzig raus gebrüllt und leicht überdreht bezeichnen will, nicht wirklich viel zu verstehen. Lediglich ein paar Wortfetzen sind für mich, akustisch gesehen, verständlich. Dafür wird das Textgut mit viel Leidenschaft ins Mikro gedonnert.

Folglich löst diese rohe Scheibe bei mir keine Begeisterungsstürme aus. Auf jeden Fall nichts für harmonieverwöhnte Ohren. Mir fehlt einfach das Eingängige und so fängt die Mucke auf der Scheibe doch recht schnell an, mich zu nerven. Ist halt Noise. Mirko

www.tunicband.com

BLASKE – VOM SCHWINDEN DER DINGE

BLASKE – VOM SCHWINDEN DER DINGE
(Bakraufarfita Records)

Der Berliner Band BLASKE stellt sich mit ihrem Debütalbum vor. Aufgenommen im Sommer 2019, haben die Jungs scheinbar erstmal die Coronakrise abgewartet und veröffentlichen nun, im Herbst 2021. Macht Sinn!

BLASKE spielen die modernere Form des Punkrocks, die andere vielleicht schon gar nicht mehr als Punk, sondern als irgendwas zwischen „Indie“ oder „Alternative“ bezeichnen würden. Die Texte sind nachdenklich, politisch, persönlich, nicht immer auf Anhieb durchschaubar und absolut klischee- und parolenfrei. Der Gesang ist mehr Erzählung als Gesang und erinnert in seiner speziellen Art stark an FRAU POTZ, was die Band sicherlich nicht zum ersten Mal hört.

Zwischen denen und TURBOSTAAT, ADAM ANGST oder BOXHAMSTERS sind BLASKE ungefähr einordbar. Viele schöne Melodien, die aber auch schon mal disharmonisch gegeneinander ausgespielt werden – dass allerdings in der Ausnahme. Starkes Debüt, sehr interessante Platte, vielen starke und emotionale Songs. „Treibsandkasten“, „2182“ und „5 nach12“ stechen als meine persönlichen Hits heraus. Spike

www.facebook.com/blaskeband

TALCOMANIA – DER GERUCH DER TOTEN

TALCOMANIA – DER GERUCH DER TOTEN
(Wie Waldi Tonträger)

Das ich das letzte Mal TALCO gehört habe, ist schon gefühlte Ewigkeiten her. Meistens gebe ich Ska-Bands auch gerne wem anders zum Besprechen, aber ich glaub vor Jahren hab´ ich mich selbst mal einem TALCO Album gewidmet, an das ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann. Somit sind mir die Songs nicht wirklich bekannt, aber da ich gerade nochmal etwas Nachhilfe bei YouTube genommen habe, kann ich die musikalische Umsetzung schon mal als gelungen einordnen. Als Zuhörer*in kann auch recht schnell vernommen werden, dass TALCOMANIA nicht die erste Band der hier Musizierenden ist.

Um zwischendurch kurz aufzuklären sei erwähnt, dass TALCOMANIA eine TALCO-Tribut Band ist, die die italienischen TALCO-Lyrics dicht am Original ins Deutsche übersetzt hat auf diesem Wege dieser Band Tribut zollt. Anfangs und zur Lockdown-Überbrückung nur als spaßiges Solo-Projekt gedacht, ist mittlerweile eine Band daraus gewachsen, die hier mit großer Leidenschaft zu Werke geht.

Tatsächlich waren selbst TALCO von den Songs ziemlich angetan und ich denke, hierzulande wird es TALCO- und generell Ska-Liebhaber*innen nicht anders gehen. Zu mir mag der Funke nicht wirklich überspringen, aber das liegt weniger am handwerklichen Können der wirklich guten Musikannten, sondern vielmehr daran, dass es nur wenige Ska-Bands gibt, denen ich was abgewinnen kann. Es ist einfach ein Genre, zu dem ich schwerer Zugang finde als andere. Vielleicht auch, weil ich ein schlechter Tänzer bin. Steff

www.talcomania.de