BJÖRN PENG – VOLK OFF

BJÖRN PENG – VOLK OFF
(Twisted Chords)

Obwohl BJÖRN PENG ja schon einige Jahre mit harten, düsteren, elektronischen Klängen experimentiert, hab ich erst mit der „Intoxication“ Zusammenarbeit mit RAWSIDE meine Ohren riskiert. Die Mischung passte und war gar nicht so schlimm, wie ich anfangs befürchtet hatte.

Nun wage ich mich an den aktuellen Longplayer von BJÖRN PENG. 10 Songs, hämmernde, aggressive Beats, angepisster, auch mal kreischender Gesang bzw. Laute und viel Intrumentalgewummer. In der Summe eine ziemlich düstere Untergangstimmung, die durch diese experimentelle Mischung aus Dark/Wave und Electro/Punk erzeugt wird. Ein wenig so, als hätte man DAS FLUG und SISTERS OF MERCY zusammen in einem Proberaum eingeschlossen und das Licht ausgemacht, mindestens aber wie ein durchgeknallter Mix aus beiden, nur irgendwie noch härter und düsterer.

Zu BJÖRN PENG könnte sich aus den diversen elektronischen Genres alles auf dem Dancefloor zum abzappeln vereinen, was gegen fröhliche Electro-Beats allergisch reagiert. Sogar harte Punkrocker und Crusties könnten dazu abzappeln und müsste nicht aufhören böse oder betrübt zu schauen. Interessant und alles andere als gewöhnlich ist der Sound allemal. Auch wenn ich hier für meinen Teil sicherlich schneller als die Zielgruppe(n) an meine Grenzen stoße und zwischendurch auch mal ne´ Pause brauche, um zu schauen, ob die Sonne noch zu sehen ist. Spike

https://www.p3ng.de

EISENPIMMEL – XL

EISENPIMMEL – XL
(Kaputte Jugend Records)

Wennze n´ neues EISENPIMMEL Album kriechst, wo da so´n billiges Penismotiv drauf is´ und das Ding XL heißt, watt dann? Dann haste erstmal Sorge watt mit die Trinksportler aus Duisburch nich stimmt, weil man von denen ja eigentlich XXL und nicht nur XL erwartet. Die werden doch wohl nach all die Jahre nich mit so watt wie Bescheidenheit anfangen, dacht ich mich zuerst.

Die Bedenken in punkto Bescheidenheit werden allerdings schnell zunichte gemacht, denn EISENPIMMEL tragen gleich mit dem Opener „Ode an die Tanke“ in gewohnter Manier dick auf. Die Meister der intellektuellen Fäkalsprache um Meister Siggi Katlewski und Meisterin Bärbel Rotzky beschäftigen sich in gewohnter Weise ausgiebig mit diversen Körperteilen und alkoholischen Getränken. „Frauen, die Bier trinken“, „Pfzngscht“ oder „Arschritzen Twist“ seinen hiermit mal als Beispiele hinterlegt. So absehbar die besungenen Themen bei EISENPIMMEL auch sein mögen, so vielseitig sind sie auf musikalischem Gebiet. Da geht neben Punk nämlich noch so einiges mehr.

Nach dem, meiner Meinung nach, etwas schwächeren Doppel-Album „Viva la nix!“ ist das hier schon wieder geiler. Nicht mehr ganz so geil wie zu ihren Anfangszeiten, aber in dieses Urteil spielen auch persönliche Erinnerungen an meine wilde Punkerjugend mit rein. Und beim nächsten Mal gerne wieder mehr Konversationen zur Musik. EISENPIMMEL als Hörspiel kannze nie genug haben. Ansonsten aber ne´ solide Scheibe mit vielen unanständigen Wörtern. So wie ihr das alle mögt. Spike

http://kaputtejugendrecords.de

SPT – SYNTHPOP IS DEAD

SPT – SYNTHPOP IS DEAD
(SPT Records / Shitkatapult)

Stephen Paul Taylor, kurz SPT, ist ein kanadischer Musiker, der früher in einem Pop-Duo Musik gemacht hat und seit ein paar Jahren solo unterwegs ist. Dabei hat er offensichtlich alles bespaßt, was es so gibt. Zuhause fühlt er sich sowohl auf der Straße, als auch auf der großen Bühne und macht vor nichts Halt. Auch schon mehrere Fernsehauftritte, von Comedy Central bis ARTE, hat der Musikpoet hinter sich.

Auf diesem Album vereint er 11 schmalzige Synthpop-Lieder mit leichtem New Wave-Touch, die bei mir ganz schön Ohrenkrebs verursachen. Selbst sieht er sich offenbar in der Tradition von David Bowie, was beim Hören durchaus nachvollziehbar erscheint. Allerdings hinkt er diesem qualitativ doch weit hinterher. Und ein riesiger Fan von Bowie bin ich nun auch nicht gerade. Aber das hier plätschert einfach nur vor sich hin und wirkt doch schwer um Emotion bemüht, die einfach nicht vorhanden ist. Gut, es ist eingängig, aber halt auch ziemlich profan und einfach, was da abgespult wird – und erst recht nicht eigenständig. Ein paar Gesangsschwächen tun sich zudem auch noch auf. Vom Niveau her ist das Ganze auf dem eines durchschnittlichen Alleinunterhalters anzusiedeln, der sich aus Versatzstücken bekannter Vorbilder seine eigenen Songs zusammenschraubt. Für mich hat das weder Ausdruck noch Charakter, sondern ist einfach nur lahm und nervtötend.

Einen zutreffenden Titel hat der Barde für das Werk ja wenigstens gefunden, das an Belanglosigkeit kaum zu überbieten ist. Wie SPT zu 1,5 Millionen Spotify-Hörern kommt erschließt sich mir da nicht so recht. Vielleicht liegt‘s ja am Lob von Dieter Bohlen, mit dem man hausieren geht. Da höre ich doch wirklich lieber E-Aldi. Mirko

www.stephenpaultaylor.net

FINNEGAN´S HELL – WORK IS THE CURSE OF THE DRINKING CLASS

FINNEGAN´S HELL – WORK IS THE CURSE OF THE DRINKING CLASS
(Wild Kingdom Records)

Ach ja, das was die SEX PISTOLS und die RAMONES für die Punk-Szene waren, waren
THE POGUES für die Folk-(Punk-)Rocker. Ob es Bands wie DROPKICK MURPHYS, REAL MCKENZIES oder FLOGGING MOLLY ohne Shane Macgowan und seine trinkfeste Bande gegeben hätte, ist fraglich. Das gilt natürlich auch für FINNEGAN´S HELL, die ebenfalls sehr trinkfest und dem Alkohol nicht abgeneigt sind, wie der Albumtitel vorwegnimmt.

Dieses Album ist Album Nr. 3 in der Diskographie der schwedischen Band und es beinhaltet 10 Songs. Diese werden überwiegend flott und feuchtfröhlich dargeboten und eignen sich somit hervorragend als musikalisches Rahmenprogramm für einen ausartenden Partyabend mit “Whiskey, Rum, Gin And Wine“, auf dem wild getanzt oder wild geschunkelt werden darf und hochprozentiges zwischendurch auch für den ein oder anderen melancholischen Moment sorgt.

FINNEGAN´S HELL orientieren sich wesentlich mehr am Folk-Rock als am Folk-Punk, womit die Ursprünge und Einflüsse noch besser durchdrücken. Sie gehören zwar noch nicht zu den ganz großen Nummern, stehen diesen aber qualitativ in nichts nach und machen ihre Sache ordentlich und unterhaltsam. Steff

https://finneganshell.com

OVO – MIASMA

OVO – MIASMA
(Artoffact Records)

Neben unzähligen EPS, Compilations, Live-Alben, Collaboration- und Remix-LPs liegt nun das bereits neunte Album dieses Noise-Duos aus Italien vor. Ziemlich düster von der Aufmachung her und inhaltlich sicherlich nicht die leichteste Kost.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Mich spricht der wilde Mix aus Doom, Metal, Industrial und Noise-Rock nicht wirklich an. Vom künstlerischen Standpunkt her gesehen mag das ja wirklich toll sein, aber für mich ist das doch eher schwer zu goutieren. Der Sound ist ziemlich krachig und dumpf und nicht gerade von Fröhlichkeit geprägt. Das Duo taucht dabei in die Abgründe der Seele und des Unterbewusstseins ab, um dort großzügig herum zu wühlen. Mal mit brachialer Gewalt, ungestüm und wild, mal ganz langsam kriechend und schleichend. So arbeitet man sich vor in die düsteren Ecken des Hirns, um diese zu zerfetzen.

Wer hier Unterhaltungsmusik erwartet, wird sicher herb enttäuscht. Man muss sich schon einlassen können auf die nicht vorhandenen Strukturen, die der Hörerschaft hier vorgesetzt werden. Leider fällt mir dies bei vorliegender CD doch ziemlich schwer, so dass ich Scheibe sicher nicht nochmals in mein Abspielgerät schieben werde. Mirko

http://ovolive.blogspot.com

THE MOVEMENT – FUTURE FREEDOM TIME

THE MOVEMENT – FUTURE FREEDOM TIME
(Concrete Jungle Records)

Ich musste erstmal in den Kalender schauen, wie lange das letzte THE MOVEMENT Album schon zurück liegt. Dort habe ich 2012 vermerkt. Kommt einem gar nicht so lang vor, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Backkatalog von Lukas Scherfig und seinen beiden Mitstreitergenossen vor 2 Jahren nochmal neu aufgelegt wurde.

Ich habe die Band letztes Jahr (oder war es vorletztes Jahr?) erstmalig Live gesehen und war aufgrund ihrer energiegeladen Bühnenshow und ihrer musikalischen Live-Qualitäten dermaßen begeistert, dass ich ihre Songs danach weggesuchtet habe und dem maßlosen Konsum schließlich die Überhörung folgte. Somit freue ich mich natürlich über neues Material, merke aber, dass ich immer noch Nachwirkungen vom übermäßigen THE MOVEMENT-Hören habe, was aber nicht euer Problem sein soll.

Die Band liefert wie gewohnt ab. Schnelle Songs, raue Songs, langsame Songs, viel Melodie, hoher politischer Anspruch, hohes Niveau. Mit nur neun Liedern für eine Langspielplatte, von der Anzahl her, zwar durchaus grenzwertig, aber lieber so, als wenn mit Lückenfüllern gestreckt wird. „Sound Of The Youth“, „Future, Freedom, Time“ oder „Revolt“ sind Aushängeschilder in Sachen Mod-Punk. Spike

www.facebook.com/themovementdk