JOSEPH BOYS –ROCHUS

JOSEPH BOYS –ROCHUS
(Flight 13)

Aus Düsseldorf kommt diese mir bis dato unbekannte Kapelle und Düsseldorf soll dank ihnen jetzt einer der wildesten Orte der Welt sein. Aha. Tja, die BROILERS sind halt keine böhsen mehr.

Geboten wird frickeliger, zappeliger, hm, ja was denn bloß. Wie eine neue Punkspezies meint der grandiose Promotexter von Rookie. So ein bischen wie LOVE A mit verzerrten Gitarren. Moderner Kram halt, wie KRAFTKLUB und Konsorten. Teilweise eine Art Sprechgesang, teilweise melodisch.

Ah, da oben steht noch: Genre: Art-HC-Punk mit kubischer Kühle. Aja. Leider auch wieder ohne Texte und Layout im Pappschuber, somit auch hier keine weiteren Infos. Chris de Barg

www.josephboys.de/

LOVE FORTY DOWN – S/T

LOVE FORTY DOWN – S/T
(Eigenproduktion)

Die Band aus Ulm veröffentlicht mit dieser EP ihr erstes Werk. Neu im Geschäft ist das Quartett allerdings nicht, denn die Mitglieder waren oder sind in mehreren anderen Bands schon eine Zeit lang aktiv. Die vorliegende Scheibe wurde in Eigenregie hergestellt und verschreibt sich dem „klassischen Mid-Tempo-Punk“.

Vier Lieder befinden sich auf der Scheibe, die allesamt sehr eingängig und melodiös sind, gut produziert und mit einigen Chören aufgepeppt wurden. Alles gut gespielt und aufgenommen, so dass die Songs gut ins Ohr gehen und auch musikalische Qualitäten in sich bergen. Dennoch vermag die Scheibe nicht wirklich heraus zu stechen, aus der Masse ähnlich gelagerter Bands. Was aber nicht heißt, dass das Material schlecht wäre. Das ist schon alles ziemlich OK und auch sehr gut hörbar, nur eben nichts Außergewöhnliches. Und obwohl mich die Melodie und das Arrangement ein wenig an „schon-1000-mal-gehört“ erinnert, haben LOVE 40 DOWN mit „Holding on“ schon einen kleinen Hit auf Lager, der zum Mitschunkeln einlädt.

Solider Einstand der Ulmer, der zwar nichts Neues oder gar Spektakuläres präsentiert, aber eine viertel Stunde sehr gut unterhält und auch nicht langweilt. Kann man sich also guten Gewissens rein tun. Mirko

www.facebook.com/LoveFortyDown

MAYAK – TRENCHES

MAYAK – TRENCHES
(Twisted Chords)

Etwas Namedropping vorweg. Die Musiker von MAYAK spielen nebenbei auch noch bei RUINS, RATFEAST und SOULS FOR SALE und wissen somit ziemlich gut, wie man ein Instrument bedient oder die Stimme einsetzt. „Trenches“ ist nach ihrem 2014´er Debüt „Allegiance to none“ und nach Lineup Veränderungen nun ihr zweiter Longplayer.

Düster und ziemlich intensiv krachen einem die 8 Songs um die Ohren und versuchen alle möglichen extremem Musikstile zu vereinen. Hardcore, Punk, Crust, Metal. Macht mächtig Druck, ist mächtig brachial und das alles auch noch im Doppelpack, da zur Power der Musik auch noch eine ultra fette Produktion kommt.

Die Vielseitigkeit berücksichtig trotz härterer Gangart sogar melodische Parts, gerne schleppend unterstrichen. Die LP bringt 350g auf die Waage und kommt mit Cover aus Naturpappe. Alternativ dazu gibt’s das Ding natürlich noch digital oder für MC-Fans als limitiertes Tape. Spike

www.facebook.com/iheartmayak

KONTROLLPUNKT – GUTEN APPETIT

KONTROLLPUNKT – GUTEN APPETIT
(Aldi Punk)

Während mit „3+1=4“ bereits der dritte Output von KONTROLLPUNKT aus Düsseldorf vorliegt, habe ich das Mini-Album „Guten Appetit“, das bereits im Frühjahr 2017 als CD erschienen ist, für eine Rezension erhalten. Das Teil ist nun aber auch als Musikkassette in blauer Farbe erhältlich und in dieser Form liegt es mir auch vor.

Sechs schraddelige Deutschpunk-Lieder beinhaltet das Tape, die mit dreieinhalb bis viereinhalb Minuten ein wenig länger sind, als man es von assigem Punkrock gewohnt ist. Die Aufnahmen sind roh und krachig und weit entfernt vom hochglanzpolierten Studiosound der Moderne. Alles schön authentisch und direkt, so wie man es vom ersten Album bereits gewohnt ist. Inhaltlich beschäftigt sich man wieder in kritischer Art und Weise mit staatlichen Zwängen, gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklung. Teils auf einfache, auch platte Art, aber auch mit viel Sarkasmus werden die aktuellen Missstände angeprangert. Leider geht der Gesang ab und an ein wenig unter in dem Krach, den das Trio fabriziert, was ein wenig Schade ist.

Ungeschliffener Deutschpunk im Stil der 80er-Jahre, bei dem man die Vorbilder klar heraus hört. Unangepasst, zeitlos und von modernen Aufnahmemöglichkeiten unbeeindruckt, rotzt das rheinländische Trio hier sechs ungehobelte Songs raus, die zwar nicht gerade besonders originell sind, aber das will man auch sicherlich gar nicht sein. Punkrock direkt aus dem Bauch eben. Mirko

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DENKZETTEL – HUMANITÄT

DENKZETTEL – HUMANITÄT
(Eigenproduktion)

Musste gerade beim Veröffentlichungsdatum (13.12.) etwas schmunzeln und gehe mal davon aus, dass das KEIN Zufall ist. Mit ein paar Wochen Verspätung trudelt hier nun die zweite Platte von DENKZETTEL aus Gummersbach ein. Sie hört auf den Titel “Humanität“ und dieses Thema ist auch Programm in den 13 Songs.

Deutliche Worte in deutlichen Texten, die sich nach Menschlichkeit, Gleichheit und Gerechtigkeit sehnen und all das auch konsequent fordern. Ganz viel Herz dabei, ganz viel Bereitschaft zur Veränderung und trotz wirklich vielen ernsten Thematiken ganz viel positive Ausstrahlung. Verpackt in Deutschpunk, teilweise in Hochgeschwindigkeit, aber immer mit guten Melodien, die ins Ohr gehen. Produziert ist die ganze Scheibe auch noch ordentlich bzw. so, dass sie zum Sound passt. Nicht zu dreckig, nicht zu sauber.

Das ist die genau die Art von Deutschpunk, die mich packt. Engagiert, mit Herz und Kopf, kraftvoll, eingehend. Und das Vinyl kommt sogar in einer meiner absoluten Lieblingsfarben, nämlich in Pink. Nur ein Textblatt hätte der Platte noch gut getan, da es doch manchmal recht hastig zugeht und die Ohren nicht immer komplett folgen bzw. alles verstehen können. Steff

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AGE OF RATS / ZAHNLOS IN SEATTLE – SPLIT EP

AGE OF RATS / ZAHNLOS IN SEATTLE – SPLIT EP
(Glump & Scheiß Records)

In einem selbst zusammen gezimmerten Mini-Studio haben sich diese beiden Bands aus Regensburg ein paar Tage eingeschlossen und jeweils zwei Lieder aufgenommen, die nun in Form einer Split-EP das Licht der Welt erblicken.

Den Anfang machen AGE OF RATS, die bereits eine EP veröffentlicht haben. Schneller, wilder Deutschpunk mit HC-Anleihen schallt hier aus den Boxen, der mit einer deftigen Stimme ausgestattet ist und auch Platz für Gitarrengefiedel bereit hält. Passt ganz gut rein, dass Gefiedel, bewegt sich aber auch knapp an der Grenze zur Übertreibung.

ZAHNLOS IN SEATTLE gehen ein wenig rustikaler zu Werke, schlagen aber in die gleiche Kerbe wie die Split-Partner. Ebenfalls direkte Texte, die der Gesellschaft in den Arsch treten. Allerdings frage ich mich, warum man ein Facebook-Profil hat, wenn „Facebook das schlimmste für mich“ ist. Da fehlt mir doch ein wenig die Konsequenz.

AGE OF RATS haben mich hier leicht die Nase vorn, da sie doch ein wenig versierter an den Instrumenten scheinen und auch etwas mehr Tempo haben. Ansonsten schenken sich beide Bands nicht viel. Und irgendwie kommt‘s mir auch so vor, als ob es hier Überschneidungen in der Besetzung gibt. Rauer Sound, treibend, dreckig und direkt nach vorne. Mirko

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