BROADSIDE – PARADISE

BROADSIDE – PARADISE
(Victory Records)

”BROADSIDE servieren euch eine Breitseite aus feinstem High-Energy-Melody-Punkrock, für die die ominöse Pop-Punk-Schublade viel zu klein ist…”, so die Eröffnungszeilen des Promoschreibens.

Tja, Sommer, Sonne, Strand und ein bereits mehrfach ausgezeichnetes und in den Himmel gelobtes Album, deren 11 Melodic-Punk-Songs allesamt den Soundtrack zur schönsten Jahreszeit bilden wollen. Ganz in der Tradition von Bands wie GOOD CHARLOTTE oder NEW FOUND GLORY bieten BROADSIDE poppig, melodische Songs für´s Ohr, bei deren Jagd nach Eingängigkeit der Punkrock allerdings zu oft nur die Nebenrolle spielen darf.

Um nochmal beim ersten Absatz einzuhaken. Die beschriebene Pop-Punk-Schublade empfinde ich als so groß, dass sie keineswegs zu klein für BROADSIDE ist. Die Band passt dort sogar ganz genau herein. Leider so mittig, dass sie es schwer hat aus der Masse herauszustechen. Tut keinen weh und ist auch irgendwo ganz nett, aber unterm Strich dann doch zu austauschbar. Steff

www.facebook.com/broadsideva

DxBxSx – DEUTSCHLAND, DU MIESES STÜCK SCHEISSE!

DxBxSx – DEUTSCHLAND, DU MIESES STÜCK SCHEISSE!
(Bakraufarfita Records)

Das Ding ist schon paar Wochen alt, aber erstes war hier Zwangsurlaub und zweitens mein Plattenspieler im Arsch, womit die leichte Verzögerung auch fix erklärt wäre. Und ja, „Plattenspieler im Arsch“ lässt vermuten, dass es sich hierbei um eine schwarze Scheibe mit Rillen handelt. Richtig!

Name der Scheibe ist nicht nur Programm, sondern auch ein Stück von DxBxSx, welches bereits auf ihrem aktuellen Album „Wer will denn das“ zu hören war und ist. Dieses gibt die Band hier natürlich auch zum Besten und neben ihr tun das auch noch FCKR, EGOTRONIC und DÿSE. Jeweils natürlich mit eigener Remix-Handschrift, was die Sache trotz desselben Songs unglaublich interessant macht.

Punk und Elektronik klatschen sich ab und in Bezug auf die Umstände in Deutschland garantiert keinen Beifall. Die Version von EGOTRONIC wirkt auf mich am Wütendsten und gefällt mir von allen 4 Stücke am besten. Spike

www.dxbxsx.de

BORDERPAKI: DIE REISE

Von BORDERPAKI kannte man bisher mehr die harten Punkrockklänge. Rau sind sie nach wie vor, aber der Strom fließt auf ihrem neuen Album eher weniger. Checkt mal das neue Video und natürlich das dazugehörige Album ab.

MAD SIN – BREAK THE RULES / A TICKET TO UNDERWORLD

MAD SIN – BREAK THE RULES / A TICKET TO UNDERWORLD
(Concrete Jungle Records)

Zu einer Zeit, als viele unserer Leser_Innen noch in die Windeln gemacht haben, hatten MAD SIN schon ein paar Alben vorzuweisen und galten als angesagter Act in der Psychobilly-Punk-Szene. Dass die Jungs den ganz großen Durchbruch schaffen würden, war abzusehen. Auch wenn es heute natürlich leicht gesagt ist, aber MAD SIN waren früher dran als z.B. NEKROMANTIX und als die beiden Alben „Break The Rules“ und „Ticket To Underworld“ veröffentlicht wurden, waren viele der heute bekannten Psychobilly-Bands noch nicht mal gegründet.

1992 und 1993 kamen die zwei Platten auf den Markt, damals auf Maybe Crazy Records. 2004 gab´s von der „Ticket To Underworld“ nochmal ne´ Reissue auf LP, weil diese damals, soweit ich weiß, nur als Compact Disc erschienen ist. Mit einer kleinen Serie haben sich Concrete Jungle Records nun ein Herz gefasst und hauen mit Volume One und Volume Two die Frühwerke der Band als MAD SIN Classics raus. Jeweils zwei Alben zum Preis von einem. Und das Ganze auch noch Remastered.

Ein treibender Sound, der es in den meisten Fällen immer eilig hat und eine harte Spielweise des Psychobillys, die Punkrock und Metal gekonnt mit einbezog und alles miteinander verschmolz, dominieren die beiden Platten ebenso wie Köftes voluminöse Stimme, die von Reibeisen bis gefühlvoll alles kann. Der Mann ist einfach ein richtig guter Sänger. Aber was erzähl ich euch hier? Das wisst ihr ja alle selber! Extrem hoher Kultfaktor ist jedenfalls garantiert! Spike

www.madsin.de

POPPERKLOPPER – WOLLE WAS KOMME

POPPERKLOPPER – WOLLE WAS KOMME
(Aggressive Punk Produktionen)

Die Jungs von POPPERKLOPPER sind schon seit Ewigkeiten (seit 1989 ums genau zu sagen) im Geschäft und gehören somit zum alten Eisen der deutschen Punkbands. Den einstigen Deutschpunkjahren sind sie irgendwann entwachsen, haben ihn (den Deutschpunk) aber dennoch nie komplett losgelassen. Starke Rock´n´Roll Einflüsse hielten Einzug und mit ihnen vermehrt auch englische Texte. Immer in Bewegung, immer weiterentwickeln, immer das machen, worauf man selber Bock hatte – das sind POPPERKLOPPER.

Auf ihrem neuen (dem mittlerweile 8ten) Studioalbum, geht’s gefühlt wieder ein wenig mehr Richtung Deutschpunk bzw. deutschsprachiger Punkrock. Die Texte sind überwiegend politisch-kritisch (Fairtrade, Fairkauft, Fairarscht / Wem gehört die Stadt / Der Kapitalismus ist Schuld / Kein Sommermärchen), selten plakativ (Im Namen des Herrn) und genauso selten in Partystimmung (Alocholidays) – aber ein bisschen was für´s Aufheitern sowie ein paar englische Lyrics werden natürlich zwischengeschoben. Die Songs bringen zudem super viel Melodie rüber und Carsten setzt mit seiner Gitarre viele schöne Akzente. Seine Stimme hat ja ohnehin großen Wiedererkennungswert.

Es macht wirklich Spaß den Songs zu lauschen, denn es sind so einige Kracher mit dabei. Der Mix aus Punkrock und Rock´n´Roll geht ins Ohr und die Texte strotzen dabei vor Wut und Entschlossenheit. Über den Albumtitel lässt sich vielleicht streiten, aber wenn´s weiter nichts ist. Spike

www.popperklopper.com

ES WAR MORD – UNTER KANNIBALEN

ES WAR MORD – UNTER KANNIBALEN
(Sounds Of Subterrania)

Was haben Bands wie z.B. VORKRIEGSJUGEND, ZERSTÖRTE JUGEND, JINGO DE LUNCH oder DIE SKEPTIKER mit den Musikern von ES WAR MORD gemeinsam? Nun, dass sind deren Vorgängerbands! Da darf erstmal durchgeatmet, geschluckt und dann was erwartet werden. Aber was?

Bandname und Albumtitel lassen hier jedenfalls nichts Fröhliches vermuten und so geht es genau in die entgegengesetzte Richtung. Düster, melancholisch und sperrig. Selbst der Grundton basiert fast immer auf E-Moll, da er als dunkelster und tiefster Akkord der passendste Ausgangspunkt ist. Die 12 Songs werden mal mehr gesungen, mal mehr erzählt. In Verbindung mit dem verspielten Gitarrenspiel sorgt das schon fast für Gänsehaut-Atmosphäre. Genial!

Nicht immer leicht zu schlucken, aber immer total spannend und fesselnd. Das Album ist mal ne´ Ansage. Gespickt mit so vielen kleinen Details und plötzlichen Richtungswechseln. Danach (und schon währenddessen) staunt man nicht schlecht. Spike

www.facebook.com/eswarmord.official