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DER FEINE HERR SOUNDSO – WANN, WENN NICHT IRGENDWANN?

DER FEINE HERR SOUNDSO – WANN, WENN NICHT IRGENDWANN?
(Bakraufarfita / Hochdruck Musick)

3½ Jahre nach der ersten EP veröffentlicht die Hamburger Band nun auch ihren ersten Longplayer, der erneut auf den beiden oben genannten Labels erscheint. Die Scheibe ist hübsch aufgemacht und liegt in drei verschiedenen Vinylfarben sowie als CD-Veröffentlichung vor.

Dreizehn deutschsprachige Punkrock-Lieder befinden sich auf dem Tonträger, die sich sowohl in ihrer Länge als auch musikalisch und textlich nicht als einheitlich bezeichnen lassen. Von 40 Sekunden bis vier Minuten ist alles dabei. Textlich gibt sich die Band ernsthaft und deckt eine breite Themenpalette ab. Kritisch, fordernd, nachdenklich, persönlich, selbstreflektierend, analytisch und auch mal kämpferisch. Dabei aber selten verklausuliert, sondern direkt, aber auch nicht platt und erst recht nicht parolenhaft. Musikalisch gesehen ein bisschen Punkrock, ein bisschen Indie-Rock, Postpunk und Deutschpunk. Quer durch die Bank. Harmonisiert ganz gut und ist im Gegensatz zur ersten EP mit mehr Eigenständigkeit versehen. Man scheint also einen Weg gefunden zu haben.

Reifer Punkrock, der eingängige Songs mit verständlichen Texten auf gehobenem Niveau bereithält. Gute Scheibe! Mirko

www.derfeineherrsoundso.de

LOOKIT, MARTIANS! – FROM GALAXIES BEYOND

LOOKIT, MARTIANS! – FROM GALAXIES BEYOND
(Eigenproduktion)

Nicht vom Mars, sondern aus Mannheim stammt diese noch recht neue Band, die von Mitgliedern von THE BARBECUTIES gegründet wurde. Als erstes Lebenszeichen gibt es nun diese CD-EP mit drei Songs.

Oldschool Pop-Punk ist das, was die Band auf die CD pressen lassen hat. Geprägt von eingängigen Melodien, die mal mit männlicher, mal mit weiblicher Stimme präsentiert werden. Von der Geschwindigkeit her sind die ersten beiden Songs im Midtempobereich anzusiedeln. Bei Lied Nummer 3 mit dem Titel „drop the gloves“, das mit etwas mehr als einer Minute Laufzeit auch das Kürzeste ist, wird das Tempo allerdings ein wenig angezogen.

Viel mehr lässt sich eigentlich gar nicht sagen über diese Scheibe. Gut hörbarer, eingängiger Pop-Punk, der keinem weh tut und auch nicht besonders heraussticht. Ganz nett, könnte man da sagen. Bei mehr Songs ließe hier sich vielleicht eine ausführlichere Analyse fertigen. Aber als erstes Lebenszeichen geht das schon in Ordnung. Mirko

www.lookitmartians.de

FLOMB! – LAUTSTÄRKER

FLOMB! – LAUTSTÄRKER
(Rilrec.)

Frank Ludes, dass sind über 3 Jahrzehnte Punkrock, mit einer nicht endenden Liebe und Hingabe zur Musik. 15 Jahre BASH!, 15 Jahre NONSTOP STEREO und jetzt als Alleinunterhalter mit der Frank Ludes One Man Band, kurz FLOMB. Über die Zeit hat ihn die Materie “Homerecording“ immer mehr begeistert, er hat sich mit den Möglichkeiten vertraut gemacht und mittlerweile das Know-how für den ganzen Kram und das ganze Drumherum. Aufnehmen, Abmischen, Videos Filmen, Schneiden u.s.w. Frank macht dit alles alleene. Mehr D.I.Y. geht kaum. Zum Glück sorgt Maks mit Rilrec. wenigstens dafür, dass Frank sich nicht auch noch ein CD-Presswerk in seinen Keller baut und sich seine Silberlinge selbst herstellt. Dafür bekommt er mit “Lichterlow“ auch einen Song gewidmet, aber (unvollständig) der Reihe nach.

Erstmal hat Frank einen Filmriss und sucht die Erinnerung “oder es knallt“. Dem Wunsch mit anschließender Drohung folgt eine Notiz an ihn selbst – “Weinst du?“ Bis jetzt gibt keinen Grund dafür! Frank inspiziert zwar zwischendurch nüchtern, dass es besoffen besser war, aber dagegen tut er natürlich schleunigst etwas, holt die Ukulele raus und covert sich mit “Lutsche“ (Flaschenbier) selbst bzw. NONSTOP STEREO. Scheinbar die Fortsetzung des BASH!-Klassikers “Lebenskreis“ liefert Frank mit “Lebenskreis Teil 2“ (Kein Bock aufzustehen, seit dem Schlafen gehen). Müde und unmotiviert ist er aber keinesfalls, auch wenn er das Tempo hin und wieder mal runterschraubt. “Unverschämt wunderschön“ ist wahrlich nicht die schnellste Nummer aus dem Hause Ludes, aber auf diesem Album geigenverstärkt mit einer der stärksten Songs und zugleich eine wunderschöne Deutschpunk-Ballade. Wunderschön ist es auch, dass Frank an die jüngeren Menschen denkt, wie z.B. seinen Sohn Vincent, dem er “Die Leute von der Polizei“ gewidmet hat und stellvertretend für alle Eltern “Meine Söhne geb ich nicht“, ein Cover von REINHARD MEY, mit dem das Album schließt.

Was gibt es da noch groß zu schreiben, außer: so gut wie alles, was Frank Ludes macht, wird “musikalisches“ Gold. Sei es damals mit BASH! (bis auf die paar infantilen Ausfälle “Hans + Grete“ oder “Fuchs, du hast die Gans…“ fast nur Kracher), danach nonstop Hits mit NONSTOP STEREO und jetzt als Alleinunterhalter mit der Frank Ludes One Man Band. Meine persönlichen Favoriten und somit empfohlene Anspieltipps sind: “Oder es knallt“, “Weinst du“, “Lichterlow“, “Jetzt ist Feierabend“, “Unverschämt wunderschön“ und das super umgesetzte Cover von Reinhard, was ich hier noch drunter klebe. Punk as Frank! Steff

www.flomb.de

VERRAT – ABGEBRANNT

VERRAT – ABGEBRANNT
(Save The Scene Records)

Hier kommt die Debüt-Platte von VERRAT aus Wien mit 6 Songs auf einer auf 300 Stück limitieren 12Inch, die zudem noch mit Aufnäher, Aufkleber und Downloadcode aufgefüllt ist. Einzig und allein das gelb/transparente Vinyl, verleiht dem düsteren Layout etwas Farbe.

Recht düster sind auch die Songs von VERRAT. Viel Schmerz, Trauer, Resignation oder Hass äußeren sich in Songs wie “Finsteres Tal“, “Abgebrannt“, “Stagnation“ oder “Euch gilt mein Hass“. Unterstrichen wird das alles mit einem brachialen, growlenden Gesang, bei dem die Texte zum Verständnis dringend notwendig sind und getragen von einer packenden, verspielten und dazu noch melodischen Mischung aus Metalcore, Death Metal, Punk und Crust.

Haut mich ehrlich gesagt gut um die Platte. Die Jungs sind auf ihren jeweiligen Instrumenten gut drauf und liefern hier ziemlich facettenreiche, wütende und nachdenkliche Songs ab. Trotz inhaltlich auswegloser Ausstrahlung, würde ich mal behaupten, dass die Band Zukunft hat bzw. in Zukunft ziemlich gefragt sein wird. Starker Einstand! Steff

www.facebook.com/Verrat.punk

HUMAN PARASIT #18

HUMAN PARASIT #18

Leider fahre ich immer noch nicht wirklich viel S-Bahn, aber da ich nun mittlerweile bei Tag 45 meiner Alkohol-Abstinenz bin, benötigen ich den Bahn-Schlaf momentan nicht und kann mich auf der Fahrt wieder der Lyrik hingeben.

Die aktuelle Ausgabe des HUMAN PARASITE wurde von A5 auf das A4-Format aufgeblasen, was aber auch schon alles ist was sich geändert hat. Die Mischung aus persönlichem, Musik, Politik und Alltäglichem bleibt dieselbe und auch die teils bissigen Reviews, sowie satirische und sarkastische Seitenhiebe kann sich Bäppi wie immer nicht verkneifen. Die Interviews, diesmal unter anderem mit FAUST X BEIN, Uwe Umbruch (PUBLIC TOYS, KOMMANDO MARLIES u.a.) oder dem Auswanderer-Punk David sind für meinen Geschmack aber etwas arg lang geraten, aber nichtsdestotrotz interessant. Dafür finde ich die umfangreiche Analyse der aktuellen Preise für Platten, Konzerte etc. ziemlich gelungen. Alex & Bollo PASCOW, als Konzert- & Labelmenschen bestens dafür geeignet, wird dazu ebenfalls recht ausführlich, aber dem Thema gerecht, auf den Zahn gefühlt. Alles ist wieder recht unterhaltsam verpackt und auch die Gastbeiträge von u.a. Falk Fatal fügen sich – auch stilistisch – gut ein.

Erneut kann ich daher eine absolute Empfehlung für dieses Heftchen, wenn man das bei 90 Seiten noch sagen kann, aussprechen. Unterhaltsam, abwechslungsreich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Gute Ausgabe.

http://humanparasit.blogsport.eu/

STILL DEFIANT – S/T

STILL DEFIANT – S/T
(Rebellion Records)

STILL DEFIANT sind ein Trio aus NDS und NRW, welches mit diesem selbstbetitelten Album ihr Erstlingswerk abliefert. Dieses beinhaltet 10 Songs, wovon 8 als eigene und 2 als Coversongs markiert werden können.

Erwähnt man die Coversongs („For You“ / ANTI-NOWHERE LEGUE und „Fatigue“ / BLITZ), ist auch schnell klar, woher Einflüsse und Inspiration kommen. Den goldenen 80er Jahren des britischen Punkrocks / Oi-Punks verfallen, drehen Lenz Ranzig, Matze BigFender und Nikki Sick das Rad zurück und Reisen in die musikalische (Punk-)Vergangenheit des Vereinigten Königreichs.

Schnörkellos und mit einem großen Hauch von Nostalgie wird das Traditionshandwerk hier bestens beherrscht und dargeboten. Und so bescheiden das auf der einen Seite auch klingen mag, so groß sind die Melodien, die hier sofort zünden. Das Ding hat was, dass Ding kann was, dass Ding ist überraschend anders. Spike

www.facebook.com/stilldefiant