EXKREMENT BETON / ASSELTERROR – RATTENDISCO

EXKREMENT BETON / ASSELTERROR – RATTENDISCO
(Anarchy of Sound Records)

Die hier vorliegende Split-LP der beiden Kellerpunkbands macht, wenn man vom minimalistischen Coverbild mal absieht, schon was her. Mehrfarbiges Vinyl, hübscher Einleger mit den Texten und dazu noch das komplette Album als CD-Beilage. Das ist schon mal fett.

Musikalisch bekommt man genau das, was man von beiden Bands kennt, wenn man sie denn kennt. Jeweils sechs Lieder, davon je vier eigene, je eine Coverversion (VKJ bzw. Punkroiber) und einmal covert man sich dann zusätzlich noch selbst. Den Anfang machen Exkrement Beton, deren Sound ungewöhnlich gut daher kommt und nicht mehr ganz so rumpelig erscheint wie bisher. Dennoch kommt das recht rotzig rüber. Schneller Pogopunk aus der Gosse, der es mit der political correctnes nicht so genau  nimmt. Ursprünglicher Arschlecken-Deutschpunk mit hohem Asifaktor, trotz der guten Produktion.

Asselterror haben da schon einen etwas krachigeren Sound am Start, der mehr in Richtung Keller geht, auch mal ein wenig schräg ist und mit krächzender Stimme ums Eck kommt. Textlich etwas ernster und kritischer/politischer, aber auch mit ein paar Plattitüden gespickt. Natürlich erwartet man das ja auch.

Authentischen, dreckigen Punkrock bekommt man von beiden Bands geboten. Räudig und asselig, und daher weit entfernt von modernen Deutschpunkproduktionen. Zeitlos und direkt dem Untergrund entsprungen. Gibt mittlerweile nur noch wenige solcher Scheiben und daher gut, dass es diese Platte gibt. Und der Titel „Rattendisco“ fasst den Inhalt dazu auch noch passend zusammen. Mirko

www.exkrementbeton.de
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ACHT EIMER HÜHNERHERZEN – ALBUM

ACHT EIMER HÜHNERHERZEN – ALBUM
(Destiny Records)

Auf ihrem zweiten Album namens „Album“ haben AEHH ihren Stil weiterentwickelt, aber nicht großartig verändert. Dem stimme ich zu. Nylon-Punk nennt das Promoschreiben die Schublade, wofür vermutlich die Nylon-Saiten der Akkustik-Gitarre, welche hier stets als Alleinherrscher/in der 6 Saiten-Fraktion fungiert, als Namensgeber/in fungiert, wobei der winzige Akustik-Bass wohl auch mit Nylonsaiten bespannt ist.

Zur minimalistischen Instrumentierung passt dann auch das abgespeckte Drumkit. Wer es noch nicht kennt, hier gibt´s ein Trio mit genannter Instrumentierung und Sängerin zu hören, welches voll und ganz auf verstärkte und verzerrte E-Gitarren verzichtet. Hier und da kommt ne´ Orgel zum Einsatz. Etwas ernster und skeptischer als auf dem Debüt von vor 2 Jahren geht es hier zu, was ja voll und ganz die Zeichen der Zeit bedient. „Spiralgalaxien entfernt vom Unplugged-Patina und Pathos, diesmal noch schneller und punk-affiner getatktet“. Jo, dem stimme ich zu.

Gehört in jede gut sortierte Plattensammlung. Eine Tour war geplant, die findet jetzt natürlich nicht statt, bleibt zu hoffen, dass es nicht zu lange dauert, bis Bands wieder Konzerte spielen können. Hiermit kann man sich die Apokalypse auf jeden Fall etwas kurzweiliger gestalten. Chris de Barg

http://achteimerhuehnerherzen.de

AKNE KID JOE – DIE GROSSE PALMÖLLÜGE

AKNE KID JOE – DIE GROSSE PALMÖLLÜGE
(Kidnap Music)

Album Nummer 2 soll ganz im Zeichen der Verschwörungstheorie stehen. Im Promoschreiben folgt nun eine kleine Abhandlung über Palmölanbau, Regenwaldabholzung, Fridays for Future usw., um am Ende festzustellen, dass dies alles für das neue Album eher irrelevant ist.

AKJ verzapfen ihre Weisheiten wild sich über diverse Zustände echauffierend. Coole Grammatik der letzte Satz, oder? Weniger Classic-Rock als beim Vorgänger, jede Menge schräge Mollakkorde, viel auf die zwölf, so meint das Promo das es hier zugeht und dem stimme ich zu. Von der gewollt auf dilettantisch getrimmten Aufnahme der ersten EP, mit ihrem meganervenden Synthiebassgebratzel, ist dieses zweite Output zum Glück meilenweit entfernt. Im Gegenteil, das hier ist megafett und sauber produziert. Die Band mit Damengesang ist ja derzeit in aller Munde und in jedem Magazin vertreten. Und dieses Dilettanten-Schrammel-Pop-Genre ist ja generell ziemlich angesagt.

Auch hier wird´s vorerst keine Konzerte geben, man darf gespannt sein, wie das in mittelfristiger Zukunft weitergeht. Auch diese Scheibe gehört in die große Hausarrest-erträglichmach-Kiste. Geht ok. Kidnap-Produkte gehen sowieso immer ok. Die Jungs (ich bin mir recht sicher das die Betreiber alles Jungs sind) beweisen weiterhin einen Top Riecher für geschmackvolle VÖ´s. Chris de Barg

https://aknekidjoe.com

MOTÖRSCHÄDEN – MOTORHEADACHE

MOTÖRSCHÄDEN – MOTORHEADACHE
(Eigenproduktion)

Wer denkt bei solch einem Band nicht gleich an Lemmy & Co.? Bis auf den Faktor „Rock“ hat das vom Quartett zum Trio geschrumpfte Ensemble aus der bajuvarischen Provinz aber recht wenig mit den, ich wage es mal so zu behaupten, Vorbildern zu tun. Zumindest nicht musikalisch. Nach sechs Jahren der Existenz wurde im letzten Jahr die erste EP aufgenommen und als Eigenproduktion veröffentlicht.

Gespielt wird simpler Punk‘n‘Roll, der bewusst minimalistisch gehalten wird. Eine klare Affinität sowohl zum fröhlichen Punk als auch zum gradlinigen Rock wird dabei schnell klar. Locker und frisch und unverkrampft laufen die acht Songs dann auch durch. Auf eine fette Produktion wird zugunsten eines authentischen Sounds verzichtet, wobei der etwas nuschelige Gesang vielleicht doch ein wenig mehr Druck vertragen hätte. So wirkt dieser an manchen Stellen doch ein wenig schwachbrüstig. Hätte dem Gesamtsound sicher gut getan und die Songs roher erscheinen lassen. Denn dafür sind sie eigentlich prädestiniert. Den Spaß an der Sache merkt man der Band dennoch an.

Schnörkellose Rock-Mucke, die, wenn man mit ein paar Abstrichen klar kommt, gut reinläuft. Zwar nichts weltbewegendes, aber zwanzig Minuten gut nach vorne abgehender Sound mit sympathischer Dorf-Punk-Attitüde und dem dazugehörenden Enthusiasmus. Mirko

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STUMFOL – LONG SHORT STORY

STUMFOL – LONG SHORT STORY
(Homebound Records)

Der Songwriter aus dem Süden der Republik ist wieder mit einer neuen Platte am Start. Die letzte Scheibe ist an mir zwar vorüber gegangen, macht aber auch nichts. Neun neue Lieder hat der Barde am Start und bewegt sich mit diesen in seichteren Gefilden, als ich es bisher von ihm kannte.

Nach einem etwas lahmen Intro wartet CHRISTIAN STUMFOL mit einem poppigen Kneipensong mit leichten Country-Einschlag auf. Im Anschluss wird es dann immer softer und balladesker. Im Vordergrund steht in der Folge der Gesang und die Akustikgitarre. Die Band, von der STUMFOL seine Songs begleiten lässt, hält sich des Öfteren stark zurück. Die Songs sind auch recht persönlich und sentimental ausgefallen, was zwar zur zurückhaltenden und gemächlichen Instrumentalisierung passt, dafür bei mir aber auch des Öfteren den Schlaftrieb weckt. Und das obwohl die Songs harmonisch und auch eingängig sind. Es fehlt einfach der gewisse Pep dahinter. Das meiste ist halt doch recht schmusig und man vermisst die rockigen Elemente früherer Songs doch schmerzlich.

Für einen Absacker in einer schummerigen Kneipe der Verlorenen und Vergessenen ist diese Musik sicherlich gut aufgehoben. Mich reißt das alles aber nicht wirklich vom Hocker. Mirko

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DRIVE MOYA – THE LIGHT WE LOST

DRIVE MOYA – THE LIGHT WE LOST
(Noise Appeal Records)

Ach du meine Güte. Was hier so alles bei mir auf dem Tisch landet. In diesem Falle die aktuelle und auch erste CD dieser österreichischen Band. Ich bin ja eigentlich schon recht tolerant, aber das hier lässt mich doch ziemlich schnell zittrige Hände bekommen.

Sieben Lieder sind auf der Scheibe, die seichter kaum sein könnten. Was hier als ozeanische Hallgräben, wirbelnde Modulationsströme und flackernde Schatten von Rauschen angepriesen wird, verbreitet bei mir nur Langeweile. Ambiente-Pop, der zwar eingängige Melodien besitzt, aber sonst doch ganz schön an der Narkolepsie-Schraube dreht. Wo die beschriebenen Soundwände, die hier proklamiert werden zu finden sind? Ich weiß es nicht. Beim autogenen Training oder bei Yoga-Übungen könnte man das vielleicht als Hintergrundmusik abspielen, oder aber beim Abgleiten in die Tiefen des Bewusstseins. Ein wenig erinnert mich das Ganze immer wieder an die beruhigende Wirkung von Walgesängen. Wobei der vorletzte Song schon fast ein klein wenig Fahrt aufnimmt, so dass man kurz vor dem Schluss wieder zu sich kommt und nicht völlig in der Lethargie versinkt.

Tut mir leid, aber wer auf die Idee kommt, dass an eine Punkrock-Seite zu schicken ist selbst schuld. Ich kann mit dem Kram jedenfalls herzlich wenig anfangen. Und ich wage zu behaupten ein Großteil unserer Leserschaft auch. Mirko

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