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	<title>Ugly Punk &#187; Interviews</title>
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	<description>Punkrock Zine</description>
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		<title>KALTFRONT</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 10:18:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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4 Jahre haben KALTFRONT gereicht, um in Erinnerung zu bleiben und musikalische Spuren zu hinterlassen. Die Dresdener Band, die aus der Asche der DDR Underground-Punkbands PARANOIA und SUIZID gegründet wurde, war von 1986 bis 1990 aktiv und nahm den Bandbetrieb erst 2005 wieder auf. Das Interesse an der Gruppe ließ aber auch nach der Auflösung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Kaltfront-Logo.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6935" title="Kaltfront Logo" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Kaltfront-Logo.jpg" alt="" width="429" height="262" /></a><br />
4 Jahre haben KALTFRONT gereicht, um in Erinnerung zu bleiben und musikalische Spuren zu hinterlassen. Die Dresdener Band, die aus der Asche der DDR Underground-Punkbands PARANOIA und SUIZID gegründet wurde, war von 1986 bis 1990 aktiv und nahm den Bandbetrieb erst 2005 wieder auf. Das Interesse an der Gruppe ließ aber auch nach der Auflösung nicht nach und das Reunionskonzert machte schließlich deutlich, dass KALTFRONT weder in Vergessenheit geraten sind, noch etwas verlernt haben. Nun gibt es, 6 Jahre nach der Reunion, neues Material der Band, was uns Anlass für ein paar Fragen bot. </strong></p>
<p><strong>Euer neues Album trägt den Titel “Zwischen allen Fronten“. Fühlt ihr euch als Menschen so, seht ihr eure Musik so oder wie ist dieser Titel zu verstehen? </strong></p>
<p>Es hat mit unserem Status als Band zu tun. Wir fühlen uns keiner Szene zugehörig. Wir lassen uns nicht vereinnahmen. Das hat den Nachteil, dass die Szene-Kids nicht so richtig mit uns warm werden. Die wollen lieber Bands, die eindeutig zuzuordnen sind und die alle Klischees aus ihrem Szene-Baukasten erfüllen.</p>
<p><strong>Viele haben ja gar nicht damit gerechnet, dass nach der Reunion, sowie dem “Live“ und dem “Best Of“ Album noch mal eine Veröffentlichung mit neuen Liedern folgen würde. Verpflichtet eine Reunion dazu oder wann kam der Gedanke, neues Material zu schreiben? Oder sind auf dem neuen Album auch Stücke zu hören, die schon während eurer ersten aktiven Phase oder während der Pause geschrieben wurde?</strong></p>
<p>Es war uns schon bei der Reunion klar, dass wir auch neue Songs spielen und nicht nur mit einem Oldies-Programm durch die Lande ziehen wollen. Andererseits gab es alte Songs, die wir unbedingt noch mal in ordentlicher Qualität aufnehmen wollten, weil es die bisher nur in mieser Proberaum-Demo-Qualität gab. Wir haben einfach aufgenommen, wozu wir Lust hatten. Das Ergebnis ist eine Mischung aus neuen Songs, Neuaufnahmen alter Songs und Coverversionen.<br />
<strong><br />
Kann man sagen, dass ihr wieder richtig Blut geleckt habt, eure Live- Aktivitäten jetzt weiter ausdehnt und auch eine weitere Veröffentlichung nicht ausgeschlossen ist? Oder macht ihr diesbezüglich keine Zukunftspläne? </strong></p>
<p>Wir haben gar keine Pläne. Das hängt alles von der Tagesstimmung ab. Manchmal passiert ein paar Monate gar nichts, weil wir keinen Bock haben oder der eine oder andere von uns anderweitig beschäftigt ist. Ich versuche gerade, ein paar Konzerte klar zu machen. Aber das treibt mich schon wieder in den Wahnsinn, weil so gut wie nichts geht. An jedem Termin, der in Frage kommt, hat irgendeiner keine Zeit. Über weitere Veröffentlichungen machen wir uns noch keine Gedanken. Wir sind erstmal froh, dass wir die aktuelle Platte hinter uns gebracht haben.<br />
<strong><br />
Seid ihr heute immer noch in Originalbesetzung unterwegs oder habt ihr auch Posten neu besetzen müssen? </strong></p>
<p>Unser Gitarrist Blitz und ich sind von Anfang an dabei. Tom war 1987 bis 1988 unser Sänger. Nur zu den Schlagzeugern von damals hatten wir keinen Kontakt mehr. Deshalb haben wir Micha rekrutiert. Er hat vorher u. a. bei C4SPACE und FREE LITTLE PIGS gespielt. Dazu kommt noch Malo, der uns live an der Gitarre aushilft oder als zweiter Gitarrist mitspielt. Der war bei der Bandgründung gerade mal aus den Windeln raus.</p>
<p><strong>Kommen wir mal auf die Zeit vor der Grenzeröffnung zu sprechen. Wodurch wurden eure ersten Gehversuche als Punkband beeinflusst? Wie viele Infos schwappten aus England oder Westdeutschland zu euch rüber? Welche Möglichkeiten hattet ihr, um z.B. an Tapes oder Platten von Punkbands aus dem Westen heranzukommen?</strong></p>
<p>Die DDR war ja nicht Nordkorea. Es schwappte schon vieles aus dem Westen rüber. In Dresden konnte man zwar kein Westfernsehen empfangen, aber Radiosender zumindest auf Mittelwelle. In den DDR-Medien wurde auch über Punk berichtet, zwar in einem abwertenden Ton, aber das hat es gerade interessant gemacht für uns. Irgendwie sind wir an die Platten und Tapes herangekommen, die uns interessiert haben. Man hatte seine Quellen<br />
(z. B. Omas, die in den Westen reisen durften) und man hat sich untereinander ausgetauscht.</p>
<p><strong>Man hörte damals immer wieder, dass Kirchen oder Gemeindehäuser oft die einzige Möglichkeit boten, Konzerte zu spielen. War das in Dresden ähnlich? Und wie war das damals mit Bier und Kippen? War das in den heiligen Hallen erlaubt?<br />
</strong><br />
Erwünscht war es sicher nicht. Es wurde einfach gemacht. In Dresden fand nur ein Kirchen-Punkkonzert statt, am 7. Mai 1989 in der Martin-Luther-Kirche mit ATONAL, BRECHREIZ, FRÖHLICHER GRIEßBREI u. a. Hinterher sah es im Altarraum aus wie auf’m Schlachtfeld: Leergut, Dreck und Bierpfützen…</p>
<p><strong>Gab es viel Kontakt zu Punks aus anderen ostdeutschen Städten oder Bezirken? Oder blieben die Szenen in den jeweiligen Städten in der Regel unter sich? </strong></p>
<p>Wir sind damals fast jedes Wochenende zu Konzerten, Partys oder Besuchen nach Leipzig, Weimar, Erfurt, Berlin oder Karl-Marx-Stadt gefahren, um mal die Städte zu nennen, wo wir die meisten Leute kannten. Oder Leute von dort sind nach Dresden gekommen. Wir haben uns auch in Ostberlin, Dresden, Prag oder Budapest mit Leuten aus dem Westen getroffen. Klar kannte man sich in der Szene, auch wenn unsere Kontakte zu manchen besser waren als zu anderen.<br />
<strong><br />
Habt ihr den Zorn der Staatsmacht als Band oder Privatpersonen auch zu spüren bekommen? </strong></p>
<p>Mit früheren Bands wie PARANOIA oder SUIZID wurden wir noch richtig schikaniert. Aber als wir KALTFRONT 1986 gründeten, hatte sich die Situation schon etwas entspannt. Ab Mitte der 80er Jahre gab es gewisse „Auflockerungen“, wodurch sich auch Punkbands (unter dem Alibi-Begriff „andere Bands“) einstufen lassen konnten, um öffentlich auftreten zu können. Man musste dafür keinen Eid auf den Sozialismus schwören. Nach außen wollte man damit wohl im Zuge von Glasnost und Perestroika beweisen, dass in der DDR künstlerische Freiheit herrscht. Aber hinter den Kulissen wurde das alles immer noch argwöhnisch beobachtet.</p>
<p><strong>Das Publikum, das euch damals hörte, ist mittlerweile, wie auch ihr, erwachsen geworden. Verirrt sich auf KALTFRONT Konzerte nun die jüngere Generation oder entdeckt ihr im Publikum auch noch alte Weggefährten, die damals schon vor der Bühne standen und die Musik auch heute noch lieben? </strong></p>
<p>Ob von uns alle erwachsen geworden sind, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall kommen zu unseren Konzerten auch „alte Säcke“, die uns schon vor der Wende gesehen haben, noch mal hinterm Sofa vor. Das Publikum unterscheidet sich, je nachdem, wo wir spielen. In AJZs kommen hauptsächlich Jüngere, in „seriöse“ Kulturzentren trauen sich auch viele Ältere.</p>
<p><strong>Habt ihr heutzutage noch ein Auge auf die Punkszene? Verfolgt ihr z.B. Diskussionen um die so genannte Grauzone, Kommerzvorwürfe oder aktuell angesagte Bands? Oder ist das alles nicht eure Tasse Tee?</strong></p>
<p>Szene-Disput ist wirklich nicht meine Tasse Tee. Aber ich nehme gewisse Dinge zur Kenntnis. Zwielichtiges Gesindel gibt es überall. Davon muss man sich abgrenzen. Kommerzvorwürfe sind so eine Sache. Ich kann grundsätzlich verstehen, wenn Bands mit ihrer Musik Geld verdienen wollen. Es muss nur angemessen sein. Leider wird „unkommerziell“ oft als Rechtfertigung dafür benutzt, Bands abzuziehen.</p>
<p><strong>Zum Schluss noch mal eine kleine Schnellfragerunde, bei der jede Antwort nur aus 1-3 Worten bestehen braucht. Die aktuell beste deutsche Punkband ist?</strong><br />
Ist das ein Interview für die BRAVO??? Ich habe keine Lieblingsbands. Ich hab eher den Ehrgeiz entwickelt, im Netz oder in Wühlkisten obskure, unfreiwillig komische oder richtige SCHLECHTE Musik zu finden…<br />
<strong><br />
Die aktuell beste internationale Punkband ist? </strong><br />
Siehe oben.</p>
<p><strong>Die größte Punkband aller Zeiten ist? </strong><br />
Wonach richtet sich das, nach Mitgliederzahl oder Körpergröße…?</p>
<p><strong>Wenn morgen Wahl wäre, würdet ihr euer Kreuzchen bei folgender Partei machen? </strong><br />
Zum Glück ist morgen keine Wahl, daher muss ich mir jetzt darüber keine Gedanken machen. Eigentlich ist niemand wählbar, aber Nichtwählen ist auch keine Lösung.</p>
<p><strong>Ihr bekommt eine Einladung zum Rock am Ring und zum Force Attack. Beide Termine fallen auf einen Tag. Ihr spielt beim? </strong><br />
Wir haben 2010 beim Force Attack gespielt und gemerkt, dass wir dort völlig fehl am Platze sind. Beim Rock am Ring würde ich spielen, weil ich annehme, dass die Gage jegliche moralischen Bedenken außer Kraft setzen würde. Aber leider werden wir garantiert keine Einladung bekommen. Ist auch besser so, denn sicher wären wir auch dort fehl am Platz. Grundsätzlich finde ich diese Open Airs ziemlich pervers. Das hat so was von Kirchentag: übermotivierte Bands mit anmaßendem und missionarischem Auftreten und ein Publikum, das wie fremd gesteuert frei dreht.<br />
<strong><br />
O.k., das war´s auch schon, besten Dank und alles Gute. </strong></p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Kaltfront1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6936" title="Kaltfront" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Kaltfront1-590x393.jpg" alt="" width="590" height="393" /></a></p>
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		<title>JOKERFACE</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 09:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Ska und Reggae, das ist ihre Leidenschaft. JOKERFACE wurden schon in jungen Jahren mit einer vollen Ladung moderner und alter, traditioneller Skinhead-Musik infiziert. Aus der Liebe zu dieser Musik entstand schließlich der Wunsch, diese selber zu spielen und so wurde JOKERFACE geboren. Doch die acht Musiker aus dem Westen Südtirols spielen nicht nur tanztaugliche Musik, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ska und Reggae, das ist ihre Leidenschaft. JOKERFACE wurden schon in jungen Jahren mit einer vollen Ladung moderner und alter, traditioneller Skinhead-Musik infiziert. Aus der Liebe zu dieser Musik entstand schließlich der Wunsch, diese selber zu spielen und so wurde JOKERFACE geboren. Doch die acht Musiker aus dem Westen Südtirols spielen nicht nur tanztaugliche Musik, sie gehören auch mit zur antifaschistischen Szene Südtirols und vertreten einen klaren Standpunkt. Über diesen, wie auch über die musikalische Szene Südtirols und natürlich über die Band im Speziellen, haben wir mit Andi ein paar Sätze ausgetauscht. </strong><br />
<strong><br />
Ugly Punk: Hallo! Ich hoffe, ihr habt die Feiertage stressfrei überstanden und seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Gibt’s Vorsätze, Ziele oder Wünsche für 2012? </strong></p>
<p>Hallo alle zusammen. Ja doch, den Jahreswechsel haben wir gut hinter uns gebracht. Zwar kann sich kaum noch jemand genau an den Abend erinnern, aber Spaß hatten wir gewiss. Im neuen Jahr warten viele Herausforderungen auf uns und unser primäres Ziel ist diese erfolgreich zu meistern. Dazu zählen z.B. die erstmaligen Auftritte auf Festivals wie &#8220;This is Ska&#8221; in Roßlau oder das &#8220;Antira&#8221; in Hamburg. Mit Sicherheit wollen wir heuer auch versuchen unser neues Album &#8220;On the road again&#8221; als Vinyl in Umlauf zu bringen. Des Weiteren werden wir uns als Schauspieler versuchen und ein Musikvideo produzieren. Unsere Wünsche werden sich nicht großartig von anderen Bands unterscheiden. Wir wünschen uns einfach, dass wir noch lange auf der Bühne stehen werden und mit der Zeit wachsen und besser werden.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Jokerface-03.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6909" title="Jokerface 03" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Jokerface-03-300x350.jpg" alt="" width="300" height="350" /></a>Ugly Punk: Nach eurem Debüt-Album „A piece of my way of life“ im Jahre 2007, erschien zum Jahresende 2011 mit “On the road again” euer zweites Werk. Zwischen diesen Alben ist viel passiert. Ihr habt diverse Konzerte im Ausland gegeben und wart auf vielen Festivals zu Gast, aber auf der anderen Seite stand die Band auch kurz vor der Auflösung. Man kann sich vorstellen, dass es sicher nicht leicht ist, eine Band mit 8 Mitgliedern ins Leben zu rufen und am Leben zu erhalten. Dazu bei den Terminen (Probe, Konzerte) oder dem Songwriting immer auf einen Nenner zu kommen. Wie macht/schafft ihr das? </strong></p>
<p>Gute Frage&#8230; Wir denken dass die Freundschaft, die uns auch außerhalb des Bandlebens verbindet, ein großer Vorteil ist. Aber ansonsten ist es wirklich schwer zwischen Arbeit, anderen Hobbys und Terminen,  Zeit für die Band zu finden. Was uns sicherlich auch immer wieder motiviert weiterzumachen, ist die Leidenschaft zur Ska- und Reggae Musik, die in jedem von uns steckt. Als wir uns im Jahr 2010 beinahe getrennt haben, war dies auf keinen Fall auf mangelnde Freude zurückzuführen, sondern weil es Arbeits- und Studientechnische Hindernisse gab. Als wir uns vor einem knappen Jahr neu gegründet haben, war dies der Startschuss für eine neue JOKERFACE Ära. So einen Zusammenhalt wie zurzeit, gab es schon lange nicht mehr und wir sind bereit auch einiges in Kauf zu nehmen um unseren Traum zu verwirklichen. Beim Songwriting haben wir eigentlich selten Meinungsverschiedenheiten, da wirklich die ganze Band die selben bzw. ähnlichen Vorstellungen hat wie ein Lied von uns klingen muss. Das einzige Problem bei den Proben ist, dass in jedem von uns eine gehörige Portion Faulheit steckt!<br />
<strong><br />
Ugly Punk: Ihr kommt aus Südtirol/Norditalien, genauer gesagt aus dem Örtchen Naturns. Dort lebt man ja viel vom Tourismus und von der Landwirtschaft. Welchem Job geht ihr neben der Band nach? </strong></p>
<p>Das mit der Landwirtschaft hätte vor 2 Generationen noch zugetroffen, aber mittlerweile ist die Industrielle Revolution auch in Südtirol angekommen! Nein, die meisten von uns arbeiten in kleinen Handwerksbetrieben, oder in der Gastwirtschaft.  Wir haben auch unseren Bassisten der beim Radio arbeitet und dem wir immer wieder einreden, er solle unsere Songs spielen. :- )</p>
<p><strong>Ugly Punk: Denkt man an Bands aus Südtirol, so denkt automatisch leider auch an FREI.WILD, die diese Region repräsentieren wollen. Hat diese Band starken Einfluss auf die Jugend, bzw. die Szene in Südtirol? </strong></p>
<p>Jeder vernünftige Mensch lacht sich ins Fäustchen wenn er so was wie FREI.WILD zu hören bekommt, aber da dieses Land noch immer dem Althergebrachten hinterherläuft, die Medien von der Popularität FREI.WILD´s profitieren anstatt aufzuklären, verbreitet sich das Gedankengut der Band weiterhin ungestört. Wir denken dass es in Südtirol einfach zu wenig Aufklärung zum Thema gibt. Soll heißen, dass die wenigsten die FREI.WILD hören, auch wissen welche Vergangenheit diese Band hat. Es ist auch eine Tatsache, dass Südtirols Jugend immer schon sehr patriotisch geprägt war und es deshalb gerade recht kommt, wenn eine bekannte und &#8220;provokante&#8221; Band  über Themen wie Heimat, Volk und Tradition singt. Aber auf die Szene in Südtirol nimmt FREI.WILD absolut keinen Einfluss, sondern treibt zum Widerstand gegen dieses engstirnige und nationalistische Denken an. Deshalb sehen wir unsere antifaschistische Szene und unsere Band als eine Art Gegenpol zu der ganzen FREI.WILD &#8211; Scheiße. Solange dieses Gesindel, in Gesellschaft und Jugendkultur, versucht Fuß zu fassen, so lange werden wir uns dem entgegenstellen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Kann man sagen, das sich die Szene zum Teil städtebezogen unterscheidet? Findet man vielleicht in Städten wie Brixen eine größere Deutschrockszene vor, wie z.B. in Meran oder Bozen? </strong></p>
<p>Ja, da können wir nur zustimmen. Hier im Westen Südtirols hat sich eine starke antifaschistische Jugendszene gebildet, die immer mehr Zustimmung erfährt. Hier wird man eher selten auf eingefleischte Deutschrocker/Rechte treffen&#8230; aber je weiter man nach Osten kommt, nimmt diese Zahl zu. Warum dies so ist, können wir leider auch nicht sagen, aber in unserer Umgebung wird einfach sehr viel mehr unternommen (Konzerte, Infoveranstaltungen, Demos&#8230;). Auch in den eher ländlicheren Gegenden trifft man auf Personen die sich zwar nicht politisch äußern, aber trotzdem eine patriotische und rechte Einstellung nicht ablehnen. Sie werden gern als „Tscheggl“ (Dorftrottel) bezeichnet. In Bozen hingegen ist die italienische Fascho-szene sehr aktiv, dort ist es extrem schwierig Fuß zu fassen, da diese Szene über bereits gefestigte Strukturen, wie zum Beispiel &#8220;CasaPound-Bolzano&#8221; verfügt. Wir sehen diesen Teil der extremen Rechten um einiges gefährlicherer als die weniger organisierten Dorfkameradschaften. Wir haben viele Feinde in Südtirol, deutschsprachige Neonazis, Patrioten beider Sprachgruppen und italienische Faschisten. Also alle Hände voll zu tun.<br />
<strong><br />
Ugly Punk: Ist es schwer, zwischen den vielen konservativen Denkweisen, die den Bewohnern gerne nachgesagt werden, den antifaschistischen Gedanken zu leben? Gibt’s da etwas mehr Diskussionsstoff oder unterschiedliche Sichtweisen im Familienkreis oder mit Bekannten bei Themen wie Heimatliebe oder Traditionen? </strong></p>
<p>Den antifaschistischen Gedanken ist es relativ einfach in sich zu tragen. Schwieriger wird es aber bei der aktiven Auslebung dieser Attitüde. Spricht man seine Meinung oder Einstellung in der Öffentlichkeit aus, so stößt diese schnell auf Unverständnis und Ablehnung. Besonders kompliziert wird es unter anderem beim Organisieren von Konzerten oder Demos und beim Verteidigen der wenigen alternativen Strukturen. Unterschiedliche Sichtweisen treten je nach Familienkreis auf. Doch können wir allgemein sagen, dass wir in einem relativ offenen Umfeld aufgewachsen sind. Kommt es zu einer Diskussion mit älteren Generationen, wie z.B. Großeltern, so wird schnell klar, dass diese in einer Zeit lebten, in der Heimatliebe noch extrem wichtig war. Deshalb sind Konflikte und Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert.<br />
<strong><br />
Ugly Punk: Wann hat euch der musikalische Ska/Reggae-Virus erfasst? Mit welchen Bands ging´s damals bei euch los und welche Musikgruppen waren prägend für euren Sound? </strong></p>
<p>Begonnen hat für uns (Andi-Sax und Dave-Bass) alles mit 14 Jahren, nachdem wir Bands wie LOS FASTIDIOS und SKA-P entdeckt hatten. Regelrecht infiziert wurden wir ca. zwei Jahre später.  Durch die erste Südtiroler Skaband CLUB99 hatten wir erstmals Kontakt zu Live-Bands, die uns von da an sehr imponiert und uns dazu veranlasst haben selbst eine Gruppe zu gründen. Als wir uns nach der Gründung von JOKERFACE mit dieser Musikrichtung befassten, lernten wir Gruppen wie TOASTERS, SKOIDATS und INSPECTOR 7 kennen. Diese Art „Street-Ska“ floss nun auch in unseren Stil ein, wie man auf unserer ersten Scheibe sehr gut hören kann, z.B. dem Song „War on the streets“. Als wir uns in den Jahren darauf weiterentwickelten und uns immer mehr auf die traditionelle, alte Skinhead-Musik besannen, wurden andere Bands für uns prägend. Neben den vielen alten Ska- und Reggaekünstlern, zählten auch einige moderne Kapellen wie NEW YORK SKA JAZZ ENSEMBLE. MR. REVIEW, THE UPSESSIONS, INTENSIEFIED, aber auch THE SKATALITES dazu. Aber inzwischen versuchen wir einen wieder erkennbaren, eigenen Stil zu schaffen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr zählt laut Bandinfo noch zu den jüngeren Semestern, seid aber an den Instrumenten absolut fit. Das lässt auf eine musikalische Früherziehung schließen. Euer jeweiliges Instrument habt ihr also sicher schon als Kind erlernt, richtig? </strong></p>
<p>Wenn wir oftmals andere Bands sehen, die meist schon ein wenig älter sind als wir, dann sind wir eigentlich recht überrascht, dass unser Jüngster erst 19 Jahre ist und der Älteste 24. Wir persönlich haben selten die Ehre mit einer jüngeren Band auf der Bühne zu stehen. Na ja, absolut fit würde ich nicht sagen, da die meisten von uns ihre Instrumente eigentlich selbst erlernt haben. Nur jeweils die 3 Bläser und der Drummer hatten eine musikalische Ausbildung. Es war schon von vornherein klar, dass wir nie Leute „einkaufen“ wollten, um die Band zu ergänzen. Da nehmen wir es lieber in Kauf, einem guten Freund ein Instrument beizubringen, als dass wir nur wegen des Könnens, einen Fremden in die Band aufnehmen. Ich hoffe wir können diesen Prinzipien treu bleiben und eine Band auf reiner Freundschaftsbasis bleiben.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wer von euch war die treibende Kraft, was die Bandgründung anging, und wie habt ihr es geschafft so viele Mitglieder zusammenzukriegen? Naturns ist ja doch ein sehr kleiner Ort und es sollten ja auch Leute sein, die mit Ska und Reggae was anfangen konnten. </strong></p>
<p>Von der eigentlichen Besetzung aus Gründungszeiten sind nur noch 3 Mitglieder aktiv, Trutz (Gitarre, Leadvocals), Andi (Tenorsax, Backingvocals) und Potsch (Altsax). Für uns war es immer schon wichtig einen authentischen Ska zu spielen, denn drei oder vier Leute sind dafür einfach zu wenig. Deshalb legen wir Wert darauf einen anständigen Bläsersatz und eine kräftige Basis für den Offbeat zu haben. Mit Menghi (Posane), Raffe (Drums), Giongo (2te Gitarre), Dave (Bass) und Luky (Keys), gelingt uns dies eigentlich recht gut. Wir kommen auch nicht alle aus Naturns, sondern insgesamt aus 6 verschiedenen Orten&#8230; wir kennen uns alle schon seit mehreren Jahren und stammen alle mehr oder weniger aus derselben Crew. Fast alle von der Gruppe sind begeisterte Ska und Reggae Liebhaber. Wir haben sogar unseren Drummer, einen Ex-Punker, zum Ska bekehrt. : )</p>
<p><strong>Ugly Punk: Zum Schluss noch Platz für (Eigen-)Werbung. Warum sollte man sich unbedingt das neue JOKERFACE Album zulegen? </strong></p>
<p>Wir denken mit „On the road again“ haben wir ein sehr ehrliches und authentisches Album aufgenommen, ohne viel gespieltes Szenegeschleime. Mit unseren Songs wollen wir unserem Publikum übermitteln was wir sind: Leute die ihre Musik lieben, ihre Attitüde leben, zu ihrer Sache stehen und sich nicht im Backstage die Doc`s wieder ausziehen. Wir sind eine Band für alle Skins, Rudies und andere Ska-Liebhaber, die den alten Stil der 60er zu schätzen wissen oder einfach nur gerne Musik wie Ska und Reggae hören. Mit unserem Label „Diffidati Records“ und unserer neuen Booking Agentur „FF-dabei“ starten wir in ein ereignisreiches Jahr 2012. Für Hörproben, Infos oder Booking kann jeder auf unsere myspaceseite reinschauen: <a href="http://www.myspace.com/jokerfaceska" target="_blank">www.myspace.com/jokerfaceska</a> oder uns eine Mail schreiben: jokerfaceska@gmail.com</p>
<p><strong>Ugly Punk: O.k., habt dank für die Antworten und alles Gute weiterhin.<br />
</strong><br />
Danke für euer Interesse, und einen Gruß an die ganze Ugly-Punk-Crew. Macht`s gut und viel Gelingen für euer Zine. Grüße aus Südtirol.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Jokerface-021.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6904" title="Jokerface 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2012/01/Jokerface-021-590x274.jpg" alt="" width="590" height="274" /></a><br />
JokerFace &#8211; Ska from the Alps</p>
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		<title>REJECTED YOUTH</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 09:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Nicht wenige sind der Meinung, dass das aktuelle REJECTED YOUTH Album “Fuck The Consent“ gute Voraussetzungen mitbringt, um sich eines der begehrten Klassikersiegel zu erhaschen… oder um meinen Sitznachbarn mal zu zitieren: “Das ist das beste U.S. BOMBS Album, was mir je zu Ohren gekommen ist!“ Logisch, das wir unbedingt mal bei den Franken anklopfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Rejected-Youth-Schriftzug.gif"><img class="aligncenter size-large wp-image-6689" title="Rejected Youth Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Rejected-Youth-Schriftzug-590x204.gif" alt="" width="590" height="204" /></a><br />
Nicht wenige sind der Meinung, dass das aktuelle REJECTED YOUTH Album “Fuck The Consent“ gute Voraussetzungen mitbringt, um sich eines der begehrten Klassikersiegel zu erhaschen… oder um meinen Sitznachbarn mal zu zitieren: “Das ist das beste U.S. BOMBS Album, was mir je zu Ohren gekommen ist!“ Logisch, das wir unbedingt mal bei den Franken anklopfen mussten. Im Gepäck ein paar Fragen, die uns Sänger und Gitarrist Matze beantwortete. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Nach 4 Jahren Wartezeit gibt’s mit “Fuck The Consent“ wieder ein neues Album von Euch. Erzäht mal ein wenig was zur Entstehungsgeschichte. Sind die Songs nach dem letzten Album Stück für Stück entstanden oder habt ihr euch phasenweise immer mehrere Tage im Proberaum eingeschlossen und intensiv unter Druck an neuen Songs gebastelt?</strong></p>
<p>M: Wir hatten relativ bald nach dem letzten Album angefangen neue Songs zu schreiben, haben aber aus dieser Phase nur einen einzigen für das neue Album aufgenommen. Richtig ernst wurde es erst ab Herbst 2011, nachdem wir uns &#8211; auch wirklich bewusst &#8211; dazu entschlossen hatten, ein neues Album veröffentlichen zu wollen. Keine Ahnung. Ich glaube, wir brauchen da irgendwie auch einen Zeitdruck, damit etwas passiert. Jedenfalls habe ich die meisten Songs wie immer zu Hause geschrieben. Erst später setzen wir sie dann zusammen im Proberaum um.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Die Ansprüche steigen ja von Album zu Album. Werft ihr Ideen auch mal über den Haufen oder schraubt ihr solange daran, bis es für alle passt?</strong></p>
<p>M: Ich werfe ständig Ideen übern Haufen. Manche Songideen entwickeln sich im Proberaum dann doch immer anders als gedacht und gewollt und man merkt erst dann, dass es zu dieser Band nicht passt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Euer melodischer Streetpunk dürfte sicherlich auch im Amiland gut ankommen, was u.a. Shows in den USA belegen. Sind die Verkaufszahlen zufrieden stellend oder ist es aufgrund des Überangebots an Streetpunkbands einfach viel schwerer, dort Fuß zu fassen?</strong></p>
<p>M: Verkaufszahlen in den USA?! Das ist ein Witz &#8211; also die Verkaufszahlen. Ich weiß nicht was wir dort digital verkaufen, aber an physischen Tonträgern so gut wie gar nichts. Das geht aber nicht nur uns so. Selbst Amibands verkaufen da nicht viel. Höchstens du heißt dann gleich THE CASUALTIES, STREET DOGS, RANCID, etc&#8230; Das Entscheidende ist, dass man, um in den USA halbwegs Erfolg zu haben, im Prinzip nonstop auf Tour sein muss. Für uns ein Ding der Unmöglichkeit bzw. wollen wir das auch gar nicht.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Mit Mark von THE UNSEEN habt ihr beim Song “Black Army“ einen bekannten Gastsänger an Bord. Wie kam es zur Zusammenarbeit und wo hat Mark eingesungen?</strong></p>
<p>M: Mark hat, als er mit THE UNSEEN auf der letzten Europa Tournee in Nürnberg gespielt hat, in dem Studio, wo wir unsere Platte aufgenommen haben, eingesungen. Wir waren ja mit THE UNSEEN 2007 auf ihrer ersten eigenen Europa-Headliner Tournee unterwegs und es war eine großartige Zeit. Es wurde eine richtige Bandfreundschaft daraus &#8211; von daher lag der Gedanke nahe, etwas zusammen zu machen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Was waren eure wichtigsten musikalischen Einflüsse oder mit welchen Bands fing diese ganze Punkrockstory bei euch an?</strong></p>
<p>M: Mit dieser Band hatten wir in den Anfangstagen eher so alten Ami-Hardcore als Vorbild. Kurz darauf hat sich das aber schnell in 80er UK Punk und Ami-Streetpunk gewandelt. Keine Ahnung welche Bands im Einzelnen wichtige musikalische Einflüsse auf uns hatten. Es gibt sicherlich viele &#8211; finde ich aber ehrlich gesagt auch gar so interessant.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Rejected-Youth-02.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6678" title="Rejected Youth 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Rejected-Youth-02-590x433.jpg" alt="" width="590" height="433" /></a><br />
Ugly Punk: Eine politische Aussage in den Songs ist euch nicht nur wichtig, sie spiegelt auch eure Lebensweise wider. Wie kannst du dir erklären, dass viele Kids in der Szene gerade auf einen völlig anderen Zug aufspringen und mit politischem Desinteresse oder politisch konservativ in den Deutschrockbahnhof einfahren.</strong></p>
<p>M: Ich habe schon vor langem aufgehört mich als Teil einer Szene zu bezeichnen. Diese Ansammlung von Menschen ist auch nur ein Teil der gesamten Gesellschaft mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften. Von daher ist es wahrscheinlich auch ganz „natürlich“, dass es konservative Gestalten gibt, welche die gleiche Musik mögen wie du und ich. Ich kann das zwar nicht nachvollziehen, aber habe auch erkannt, dass es so etwas wohl schon immer gab und auch immer geben wird. Und die meisten interessiert es auch nicht. Sicherlich möchten wir das gerne verändern, sind uns aber auch darüber bewusst, dass &#8211; wenn überhaupt &#8211; wir das nur in einem sehr kleinen Rahmen schaffen können. Der größte Einfluss ist doch immer noch die Umgebung in der die Kids aufwachsen &#8211; Clique, Familie, etc. Erst später, wenn sich diese Beziehungen lockern oder ganz auflösen, können und werden sie wirklich selbstständig entscheiden. Und dann ist es wichtig, dass sie auch Alternativen sehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Homophobie, Sexismus, Patriotismus oder Schützfestatmosphäre sind leider auch in unserer Szene vorzufinden. Durch welche fehlende Impfung konnte dieser gesellschaftliche Virus so große Kreise ziehen und wie kann er am besten bekämpft werden?</strong></p>
<p>M: Jeder Mensch hat doch einen anderen Horizont. Nimmt Dinge anders wahr bzw. gar nicht wahr. Homophobie, Sexismus und Patriotismus werden demnach auch von jedem anders wahrgenommen. Teilweise eben auch gar nicht. Und wer kein Problem sieht, der wird daran auch nichts ändern können und wollen. Sprich: Es müssen die Leute vor allem erstmal dafür sensibilisiert werden, bevor sich etwas verändern kann. Es muss klar gemacht werden, worüber wir da eigentlich reden. Ich glaube aber, dass diese Punkte früher noch schlimmer in dieser ganzen Szenerie waren. Es sind nur wir selbst, die heute für solche Themen sensibilisiert sind.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie hatten ja gerade schon das Thema Amerika. Wie würdest du das Verhältnis zwischen der politischen und der unpolitischen Punkszene dort beschreiben? Stört es da drüben irgendwen, wenn z.B. die DROPKICK MURPHYS ihre Stars and Stripes Fahnen schwenken oder wenn ein LARS FREDERIKSEN stolz Militärabzeichen zur Show trägt?</strong></p>
<p>M: Also ich würde jetzt mal nicht behaupten, dass ich der geeignete Typ dafür bin, wie die momentane amerikanische Punklandschaft aussieht. Und schon gar nicht wie die Punks im Moment dort drauf sind. Der letzte Besuch ist auch schon wieder paar Jahre her. Ich kann dir nur sagen, dass es dort definitiv auch genug Leute gibt, die mit Patriotismus nichts anfangen können. Aber auch hier noch mal. Die dortige Szene ist genauso ein Teil der gesamten Gesellschaft wie bei uns. Und wenn du in Amerika aufwächst, dann wirst du an Patriotismus ganz anders herangeführt. Man ist dort sehr stolz auf seine Herkunft. Es ist Teil der persönlichen Identität. Verstehe mich nicht falsch &#8211; ich finde Nationalismus und Patriotismus furchtbar &#8211; aber es wird eben der Gesellschaft anders eingetrichtert&#8230; und viele schlucken und glauben es &#8211; und nur weil einige davon später sich dem Punk zugehörig fühlen, legen sie es dadurch ja nicht zwangsläufig ab.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Geld und Mode, zwei Dinge, die auch den modernen Punkrocker von heute (und den von gestern) beschäftigen. Verlangt eine Band zuviel Gage oder kosten CD´s mehr als n´ Zehner, gibt’s schnell Kapitalismusvorwürfe. Sieht eine Band zu stylisch aus, fällt schnell der Begriff “Modepunks“, sieht sie zur normal aus, hört man oft den Satz “das sind ja gar keine Punker“. Deine Meinung zu Gagen und Styling?</strong></p>
<p>M: Also bezüglich Styling ist mir das vollkommen egal, was irgendwer für eine Meinung hat. Sollen alle machen wie sie wollen. Für mich total unwichtig. Wenn jemand Bock auf Styling hat soll er‘s machen, wenn nicht soll er’s lassen. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ist in meinen Augen pure Zeitverschwendung. Und in Sachen Gagen sehe ich das fast ähnlich. Wenn eine Band so und so viele Leute zieht, sollte sie doch auch entsprechend Gage verlangen dürfen. Wo ist da das Problem? Wenn das der Weg der Band sein soll. OK. Kein Mensch wird zu etwas gezwungen. Wenn mir die scheiß Show zu teuer ist &#8211; dann bleib ich zu Hause oder mach irgendeinen anderen Kack. Und wenn ich als Veranstalter nicht glaube, dass ich die Gage bezahlen kann, weil zu wenige Leute kommen, dann sollte ich die Band vielleicht auch einfach nicht buchen. Ganz einfache Sache in meinen Augen. Nur die Bands sollten dann auch zu ihren Entscheidungen stehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Jeder Fernsehsender präsentiert in diesen Tagen seinen eigenen Jahresrückblick. Welche Dinge haben dich in diesem Jahr besonders beschäftigt oder schockiert und welche haben dich besonders gefreut oder wurden von dir als unterstützenswert empfunden?</strong></p>
<p>M: Für mich ganz klar Fukushima. Macht mich sprach- und fassungslos. Und das nicht nur wegen der Katastrophe in Japan selbst. Ich finde es beklemmend, dass wir große Teile der Welt mit Atomkraftwerken überzogen haben. Wirtschaftliche Aspekte hin oder her &#8211; die Gefahr und die Folgen bei einem GAU stehen einfach in keiner Relation dazu. Besonders erfreuliche oder unterstützenswerte Dinge fallen mir für 2011 nicht ein. Eigentlich ganz schön traurig, gäbe es nicht hin und wieder auch privat einige Lichtblicke.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Bedankt!</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="595" height="432" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/udxU3q0aTaQ " /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="595" height="432" src="http://www.youtube.com/v/udxU3q0aTaQ "></embed></object></strong></p>
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		<title>ABSTURTZ</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Hoch im Norden haben im Jahre 2000 die Jungs von ABSTURTZ die Deutschpunkflagge gehisst, die seitdem Sturm und Wellen trotzt. Mit mittlerweile 4 Alben und etlichen energiegeladenen Live-Shows im Rücken, erspielte sich das Trio eine beachtliche Fangemeinde. Nun machen Hannes, Heiner und Schröder mit “Alles wird gut“ erneut die Leinen los und stechen in Deutschpunksee. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Absturtz-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6594" title="Absturtz Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Absturtz-Schriftzug-590x215.jpg" alt="" width="590" height="215" /></a><br />
Hoch im Norden haben im Jahre 2000 die Jungs von ABSTURTZ die Deutschpunkflagge gehisst, die seitdem Sturm und Wellen trotzt. Mit mittlerweile 4 Alben und etlichen energiegeladenen Live-Shows im Rücken, erspielte sich das Trio eine beachtliche Fangemeinde. Nun machen Hannes, Heiner und Schröder mit “Alles wird gut“ erneut die Leinen los und stechen in Deutschpunksee. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Ahoi! “Alles wird gut“, so heißt euer neues Album. Ironie, Durchhalteparole oder die feste Hoffnung, dass eine Tages tatsächlich noch mal alles gut wird? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Heiner:</span> Generell trifft da eigentlich alles zu. Hört man sich den Titelsong an, ist schnell klar, dass es um Ironie geht. Letztlich um die Naivität und Meinungslosigkeit vieler Leute heutzutage. Wichtig war uns aber, dass der Titel unserer neuen Scheibe etwas Positives mit sich bringt. Ich denke wir singen und reden manchmal einfach zu oft von Dingen die uns stören und vergessen dabei wie gut es uns geht. Also Kopf hoch Freunde!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr kommt aus dem hohen Norden, aus der Nähe des Nordseestädtchens Büsum. Von dort aus zu Konzerten aufzubrechen, kostet nicht selten viele Kilometer und viel Zeit. Verlegt ihr eure Live Aktivitäten deshalb lieber auf den norddeutschen oder gar skandinavischen Raum oder hat die süddeutsche Fangemeinde auch die Möglichkeit auf ihre Kosten zu kommen? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Ja, in der Tat wohnen wir sehr weit im Norden. Bis zur dänischen Grenze sind es gerade einmal noch ca. 100 Km. Aber da wir durchaus sehr reiselustig sind, beschränken wir uns nicht nur auf den Norden. Wir fahren schon gern quer durch die Republik. Auch in Österreich und der Schweiz  waren wir schon einige Male, im nächsten Frühjahr fliegen wir sogar nach Spanien.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie ist das Leben so als Punker in Büsum? Gibt´s ein Jugendzentrum oder andere Treffpunkte, Konzertmöglichkeiten etc.? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Das Punkerleben in Büsum wird sicherlich so wie auch woanders sein. Aber hier auf dem „Dorf“ kennt man sich, wird akzeptiert und alles ist gut. Wir wissen uns ja auch (meistens) zu benehmen. Büsum hat ein Jugendzentrum, in dem des Öfteren auch Konzerte laufen. So auch unsere 2. Release Party mit Rasta-Knast und Karbunko. Allerdings ist unsere „Szene“ nicht so riesig, so dass die Konzerte meist überschaubar sind.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bassspieler und ABSTURTZ galten in der Vergangenheit nicht immer als Dreamteam. Dreimal wurde auf dieser Position bereits gewechselt. Die jetzt bestehende Formation bringt aber so schnell keiner mehr auseinander, oder?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Ja, da hast Du wohl recht. Es war in der Vergangenheit nicht immer ganz so einfach mit den Bassisten. Mit Schröder haben wir aber seit einigen Jahren die endgültige Besetzung gefunden. Es muss ja nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch menschlich passen. Wir sitzen des Öfteren sehr viele Stunden zusammen im Auto und da muss die &#8220;Chemie&#8221; einfach stimmen. Anders funktioniert es nicht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Was das Label betrifft, so seit ihr mit der neuen Scheibe vom Schwabenländle nach Hamburg zu True Rebel gewechselt. Das geschah ja mit Sicherheit nicht aus Lust und Laune? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Nein, das natürlich nicht. Es hatte aber verschiedene Gründe. Zum einen ist es mit einem Label aus Hamburg für uns einfach &#8220;persönlicher&#8221;. Man sieht sich öfter, tauscht sich aus und trinkt auch mal ein Bierchen zusammen. Die Distanz zum &#8220;Schwabenländle&#8221; ist dafür einfach zu groß. Alex kam seiner Zeit auf uns zu und da haben wir auch nicht lange gezögert. Zum anderen, ziemlich zeitgleich, startete im &#8220;Schwabenländle&#8221; ja die Zusammenarbeit mit dieser fragwürdigen Band, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Somit war die Entscheidung für uns dann sowieso klar. Es bleibt aber unbedingt zu sagen, dass wir uns mit unserem alten Label zu 100% im Guten getrennt haben. Wir sind immer bestens miteinander ausgekommen und tun dies heute immer noch !</p>
<p><strong>Ugly Punk: “Linke Propaganda“ ist nicht nur ein älterer Albumtitel von euch, sondern auch ein Fachgebiet. Nun singt ihr auf dem neuen Album im Song “Viva“ die Zeile “Linksextreme Jahre bleiben folgenschwer“. Wie ist diese Aussage zu verstehen? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Heiner:</span> Ja der schöne Song Viva.. .beim schreiben des Textes bin ich so ein bisschen in Melancholie verfallen. Die Zeit gegenüber gestellt, als man mit 16 Jahren sinnlos fremdes Eigentum zerstörte und sowieso alles scheiße fand &#8211; und heute. Und ich muss sagen, da hat sich ja gar nicht soviel geändert, hehe. Im Ernst: man ist einfach seinem Weg treu geblieben und wird es auch weiterhin tun. In unserem näheren Umfeld gib es heute immer noch Leute die uns, mit dem was wir tun und vertreten, belächeln. Das ist natürlich schade, aber ein guter Grund genau da anzuknüpfen, wo wir bisher stehen… wie heißt es in einem unser neuen Songs: Zuviel ist nicht genug!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bei der “Grauen Zone“, auf die ihr im gleichnamigen Stück auch eingeht, ziehen viele Zuhörer, Veranstalter oder Bands ihre Grenzen woanders oder auch überhaupt nicht. Wo zieht ihr die eure? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Klare Grenzen zu ziehen halte ich heutzutage für wichtiger denn je. Wie und wo wir unsere ziehen geht aus besagtem Stück bestens hervor. Es scheint in Mode gekommen zu sein, sich für alle Hörerschaften eine Lücke zu lassen und ein möglichst großes (&#8220;politisches&#8221;) Spektrum anzusprechen. Außerdem geht´s eh nur darum, möglichst viel Kohle zu scheffeln, alles andere ist wahrscheinlich scheißegal. Dies alles hat mit Punk für mich nicht mal im weitesten Sinne überhaupt irgendetwas zu tun. Natürlich kann man es auch hiermit übertreiben. Selbst hierbei alle in einen Topf zu werfen wäre verkehrt. Aber wie war das noch&#8230; &#8220;wenn schon unpolitisch, dann ist Antifaschismus Pflicht!&#8221;</p>
<p><strong>Ugly Punk: Es gibt ja noch ne´ andere Band mit selbem Namen (Schreibweise ABSTURZ), die allerdings weniger politisch ist und sich scheinbar auch im KB-Dunstkreis sehr wohl gefühlt hat. Gibt oder gab es da schon mal Verwechselungen oder musste aufklärende Arbeit geleistet werden? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Natürlich gab es schon mal die ein oder andere Frage zu diesem Thema. Aber direkt verwechselt worden sind wir nie. Wie mir zu Ohren gekommen ist, hat sich dieses Thema nun aber eh erledigt. Vielleicht klopfen KB ja nun an unsere Tür&#8230; haha.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Ich muss noch mal auf eure MySpace Seite zu sprechen kommen, also nicht direkt auf die Seite, sondern mehr auf die Domain <a href="http://www.myspace.com/deutschpunk" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">www.myspace.com/deutschpunk</span></a>. Wer von euch war der Fuchs, der sich dieses begehrte Wort rechtzeitig gesichert hat?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Hehe&#8230; dann mal vielen Dank! Das hatte eigentlich einen ganz einfachen Grund. Irgendein Schlaumeier hatte sich die &#8220;&#8230;/absturtz&#8221; Domain vorher schon gesichert und mir fiel so spontan nichts besseres ein. Leider ist die Sache mit myspace ja mittlerweile ein wenig am Aussterben, was ich sehr schade finde. Allerdings kann ich auch jeden verstehen, der sich dort abgemeldet hat. Ist schon ätzend geworden. Trotzdem, für Bands eine gutes Medium sich zu präsentieren.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wollt ihr zum Schluss noch was loswerden? Wünsche, Anregungen, Fragen, Beschimpfungen, geheime Pläne zur Welteroberung oder Weltvernichtung? </strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Heiner:</span> Also als erstes möchte ich mich einmal bei niemandem bedanken. Das find ich auf  Platten übrigens auch blöd, weil man sowieso die Hälfte der Leute vergisst. Ansonsten freuen wir uns natürlich auf die nächsten Konzerte und hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr, egal wo, wieder mit vielen neuen Gesichtern und natürlich alten Bekannten reichlich Bier und Schnaps zu uns nehmen werden… jeder Gig ist ein neues Abenteuer! Und zum Schluss sei gesagt: &#8221; Schasst een hemm, or schasst it loden, leeve Dütschpunkkommeroden. Opn Diek, opn Watt, opn Köm, opn Schnack, schasst to Bett or schasst it loden&#8221;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hannes:</span> Die geheimen Pläne jetzt rauszuhauen wäre nicht sinnvoll. Aber die Vernichtung ist bereits in vollem Gange! Prost auf alle, die uns bisher so großartig unterstützt haben. Wir sehen uns 2012!</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Absturtz-01.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6595" title="Absturtz 01" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Absturtz-01-590x611.jpg" alt="" width="590" height="611" /></a></p>
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		<title>GLOOMSTER</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 14:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Schon mit ihrem Debut-Album &#8216;Dreck unter den Nägeln&#8217; konnte mich GLOOMSTER aus Eisenach durch ihre Wut, ihre Direktheit mit klaren politischen Statements, aber auch einem heftigen, abwechslungsreichen Sound zwischen HC-Punk und Metal überzeugen. Nun hat die Band ihr zweites Album, das dem Erstling in nichts nach steht, als kostenlosen Download veröffentlicht. Also habe ich  Sänger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gllomster-Logo.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-6580" title="Gllomster Logo" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gllomster-Logo-590x175.png" alt="" width="590" height="175" /></a><br />
Schon mit ihrem Debut-Album &#8216;Dreck unter den Nägeln&#8217; konnte mich GLOOMSTER aus Eisenach durch ihre Wut, ihre Direktheit mit klaren politischen Statements, aber auch einem heftigen, abwechslungsreichen Sound zwischen HC-Punk und Metal überzeugen. Nun hat die Band ihr zweites Album, das dem Erstling in nichts nach steht, als kostenlosen Download veröffentlicht. Also habe ich  Sänger und Texter Julian mal zur Band, aber auch zu aktuellen Themen &#8211; die unter den Nägeln brannten &#8211; befragt. &#8230;und auch klare Antworten erhalten.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Zu Beginn natürlich wie immer erst mal das Selbe. Stellt Euch doch kurz vor.</strong></p>
<p>Die Band besteht aus Krischaan (Gitarre, 32), Marc (Bass, 32), Anna Chie (Schlagzeug, 31) und mir (Gesang, 27).</p>
<p><strong>Ihr habt mit Grind/Crust begonnen, seid nun aber beim HC gelandet. Auch der Bandname und die Plattencover lassen auf düsteren Metal schließen. Warum der Wandel? </strong></p>
<p>Hier muss ich etwas weiter ausholen: Krischaan und ich sind schon seit längerem zusammen in der Doom/Sludge Metal Band Devil´s Mother aktiv und irgendwann hatten wir beide Lust auf etwas mehr Geschwindigkeit. Da Krischaan ein eigenes Studio hat (<a href="http://www.myspace.com/rauschverteilung" target="_blank">www.myspace.com/rauschverteilung</a>), kam uns die Idee, zusammen mit einem fähigen Drummer aus unserer Region einfach mal ein paar Grind Nummern einzuhämmern. (Wer diese Aufnahmen gerne hören möchte, kann sich bei uns melden). Da wir jedoch großen Spaß daran hatten und auch Live spielen wollten, haben wir Marc, mit dem ich früher sehr lange bei der Band Raw Edge musiziert habe, und Anna Chie mit ins Boot geholt. Da die „Neulinge“ und ich eher einen Hardcore/Punk Backround haben, gingen die neuen Songs ziemlich automatisch eher in die Hardcore Richtung. Und dieser Sound ist meiner Meinung nach auch das perfekte Mittel, um unsere Message nach außen zu transportieren. Der Bandname „Gloomster“ heißt ja übersetzt nichts weiter als „Schwarzmaler“ und dies passt meiner Meinung nach recht gut zum Hardcore/Punk. Das aktuelle Fahnenflucht Album trägt ja auch diesen Titel.</p>
<p><strong>Das neue Album ist nur als Download und nicht als physischer Tonträger erschienen. Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>Da wir eher Vinyl Junkies sind und die meisten Leute auf unseren Konzerten ebenfalls, wollten wir keine CD´s machen. So eine Vinyl Produktion ist jedoch recht teuer und ein Label, welches bereit war, uns dies zu finanzieren, hatten wir auch nicht an der Hand. Wir wollten jedoch nicht ewig nach einem Label suchen. Wir wollten die Songs möglichst schnell unter die Leute bringen und hierfür ist die Download-Geschichte einfach eine gute Möglichkeit. Außerdem war/ist Gloomster in der Szene noch relativ unbekannt und um dies zu ändern, haben wir die Songs einfach gratis für jedermann zur Verfügung gestellt. Auf diesem Weg kann man einfach viel mehr Leute erreichen. Weiterhin konnten wir so die Gema gut außen vor lassen.</p>
<p><strong>Seid ihr also eher der Diy-Szene, wenn man das so nennen kann, zuzurechnen?</strong></p>
<p>Ich würde uns schon der DIY-Szene zuordnen, aber meiner Meinung nach, ist die komplette Hardcore/Punk Szene eine DIY-Szene. Konzerte werden von Leuten wie du und ich organisiert, die Fanzine-Betreiber kommen aus den gleichen Kreisen, ebenso wie die Musiker. Alles läuft fernab einer Produktion, wie sie zum Beispiel in der Industrie üblich ist, jedenfalls in den Kreisen, in denen wir uns bewegen. Wir haben die Songs in Eigenregie aufgenommen, das Artwork hat ein guter Freund von uns gemacht (Bäppi, Human Parasit) und die Songs stammen auch aus unserer Feder (außer der ein oder andere Cover-Song) &#8211; also DIY. Wir suchen nun auch nicht krampfhaft nach einem Label, da wir alles was Gloomster betrifft, lieber selber steuern möchten. Wenn sich aber jemand findet, der unsere Songs auf Vinyl veröffentlichen will, der kann gerne anklingeln. Unsere erste Scheibe „Dreck unter den Nägeln“ gibt es ja bereits als LP und diese hat das befreundete Label Brundlefly Recordz aus Berlin veröffentlicht. Von der „Randkultur“ Scheibe erscheinen auch bald ein paar Songs auf einer Split EP mit der Band E620. Dies ist dann eine Kollaboration von mehreren, kleineren Labels.</p>
<p><strong>Eure Texte sind ziemlich angepisst. Euch scheint vieles anzukotzen. Seid ihr außerhalb der Band auch so engagiert bzw. politisch aktiv?</strong></p>
<p>Natürlich bleibt neben der Arbeit und Band nicht mehr allzu viel Zeit. Unser politischer Aktivismus beschränkt sich schon größtenteils auf Gloomster, auch wenn ich in den letzten Jahren immer wieder versucht habe, auch außerhalb der Band etwas zu machen. Hier seien die Proteste gegen das alljährliche Burschenschaftstreffen in Eisenach zu nennen und auf der einen oder anderen Demo kann man uns auch antreffen. Wir versuchen halt bei Gloomster  möglichst viele politische Themen kritisch zu verarbeiten. Ich denke einfach, dass man als Band einen gewissen Einfluss auf die Leute hat, bzw. kann man diese sicher zum nachdenken anregen und das sehe ich auch als große politische Verantwortung und Herausforderung.</p>
<p><strong>Ihr haltet vor allem der eigenen Szene den Spiegel vor. Auch auf der neuen Scheibe wettert ihr gegen meinungslose Spaß-Punx. Ist euch das ein besonderes Anliegen?</strong></p>
<p>Na ja, als besonders Anliegen würde ich das jetzt nicht bezeichnen. Aber es gibt halt auch in der eigenen Szene einige Sachen, die uns ankotzen, deshalb schreiben wir Texte darüber. Leider sind Homophobie und Sexismus im Hardcore/Punkrock keine Seltenheit. Da gerade dies hier nichts zu suchen hat, betrachten wir das kritisch und prangern es an. Ich kann es halt nicht nachvollziehen, wie man ein komplettes Album über Saufen, Ficken, harte Schwänze und dicke Titten schreiben kann und dies dann unter dem Deckmantel Punkrock veröffentlicht. Schlager Musik ist ähnlich inhaltslos und Punkrock ist es meiner Meinung nach nicht! Aber darüber hinaus ist mit „Last Action Hardcore Hero“ auch ein Song auf „Randkultur“, der das Proll-Gehabe beim Hardcore kritisiert. Ich liebe diese Musik, aber was teilweise auf Konzerten abläuft, finde ich unerträglich. Wir formulieren unsere Kritik dann auch gerne mal etwas überspitzt. Das bringt meiner Meinung nach dann einfach mehr Diskussionsstoff mit sich, als irgendwelche Mauerblümchen-Texte.</p>
<p><strong>Ich kann mir ja gut vorstellen, dass einige gar nicht wissen/merken, dass sie selbst angesprochen sind, obwohl man manches ja nicht deutlicher sagen kann.  Glaubst du die Songs können bei all der Wut auch zur Selbstreflexion anregen oder sind die kritisierten Typen hoffnungslose Fälle? </strong></p>
<p>Das wäre natürlich der Idealfall, wenn unsere Songs zur Selbstreflexion anregen würden. Aber es gibt immer wieder Anlässe, die einem jegliche Hoffnung rauben. Auf einem Konzert haben wir beispielsweise letztens unseren Anti-Spaßpunk-Song gespielt. Ich bemühe mich wirklich immer auf Konzerten etwas zu den Songs zu sagen. Also habe ich auch hier eine erklärende Ansage gemacht, die man einfach nicht missverstehen konnte. Als wir dann fertig waren, kam dann tatsächlich ein stock-besoffener Besucher auf mich zu und fragte, ob wir Bock hätten, mit Pöbel &amp; Gesocks zusammen zu spielen. Versteht mich nicht falsch, ich will Pöbel &amp; Gesocks jetzt nicht als inhaltslose Band abstempeln, aber es ist definitiv nicht die Art von Punkrock, die wir mögen. Ich weiß einfach wie das Publikum auf solchen Konzerten aussieht und da sind Gloomster ganz einfach fehl am Platz.</p>
<p><strong>Wie gestaltet sich denn die Szene in Eisenach, dass es da so viel &#8216;Hass-Potential&#8217; gibt &#8211; oder ist das nicht lokal fest zu legen?</strong></p>
<p>Eisenach ist eine Kleinstadt und genauso übersichtlich ist auch die Szene. Hier gibt es glücklicherweise viele korrekte Leute und auch Bands, aber eben auch schwarze Schafe. Viele Leute, zu denen ich mit 14-15 aufgeschaut habe, sind heute alkohol- oder drogenabhängig und haben kein Problem damit, auch mal mit den örtlichen NPD Aktivisten zu saufen. Das einzige was da noch vom Punkrock übrig geblieben ist, ist der Kamm auf dem Kopf (daher auch der Song „Virus“). Aber das „Hass-Potential“ resultiert eigentlich eher aus Erfahrungen und Erlebnissen in der gesamten deutschen oder auch internationalen Szene.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gloomster-02.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6581" title="Gloomster 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gloomster-02-590x393.jpg" alt="" width="590" height="393" /></a><strong><br />
Auf beiden Platten sind jeweils noch Coverversionen von Deutschpunk-Bands zu finden. Habt ihr einen besonderen Bezug dazu, denn eure musikalische Ausrichtung ist ja schon eine andere?</strong></p>
<p>Deutschpunk haben wir alle schon in unserer frühen Jugend gehört, außer Krischaan vielleicht. Der hat eher einen Metal Backround und hat die eine oder andere Punkrock-Perle  jetzt erst lieben gelernt. Auf jeden Fall haben uns Bands wie Toxoplasma, Slime, Vorkriegsjugend, Schleim Keim oder Razzia maßgeblich beeinflusst. Auch wenn man es musikalisch nicht gleich auf Anhieb raus hört, textlich auf alle Fälle. Ohne eine Band wie Slime wäre ich heute vielleicht auch ein Popper ;- )</p>
<p><strong>Der mittlerweile so genannte NSU ist ja in Thüringen beheimatet. Was geht Euch durch den Kopf, wenn man hört, dass solche Typen in unmittelbarer Nähe, unter Aufsicht des Verfassungsschutzes, ihre Aktionen planen &amp; starten?</strong></p>
<p>Das ist natürlich kein gutes Gefühl, zumal wir einigen von diesen Leuten sicher auch ein Dorn im Auge sind. Aber es ist ja schon lange bekannt, dass diese Strukturen in rechten Kreisen bestehen und es ist schon etwas abstrus, dass man angeblich erst jetzt den Ernst der Lage erkannt hat. Ich bin gespannt wie die Politik nun vorgehen wird. Aber vermutlich hat man das Thema in einer Woche wieder vergessen und dann läuft alles weiter wie bisher und in ein paar Wochen sind dann wieder die bösen „Linken“ dran. Unser politischer Idealismus und Aktionismus bleibt jedenfalls weiter bestehen und wir lassen uns nicht einschüchtern!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Natürlich steht auch mal wieder ein NPD-Verbot im Raum. Mach das in deinen Augen Sinn?</strong></p>
<p>Ein NPD-Verbot ist sicher nicht das „Allheilmittel“, aber es wäre wenigstens ein erstes Zeichen von unserer Regierung. Im Moment bekommen die Nazis vom Staat durch die staatliche Parteienfinanzierung ja sogar noch Kohle in den Arsch geschoben und das geht wirklich gar nicht. Aber es müsste sich insgesamt etwas in der Denkweise der breiten Bevölkerung ändern. Rechtes Gedankengut ist doch schon lange in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und weit verbreitet und das macht mir wirklich Angst. Der aktuelle Anlass hat es gezeigt: Es wurden mehrere türkische Läden in die Luft gejagt und allen war klar, dass hier die Mafia dahinter stecken muss. An Nazi-Terror hat niemand nur ansatzweise gedacht und wenn doch mal ein Verdacht geäußert wurde, hat man diesen schnellstmöglich unter den Tisch gekehrt. Grundsätzlich müsste man Nazis aus dem sozialen Leben komplett ausgrenzen. Man sollte ihnen keine Jobs geben, man dürfte ihnen keinerlei Plattform bieten. Diese verbohrten Köpfe müssen einfach merken, dass es so nicht geht. Aber im Gegenteil: Bei uns in Eisenach sitzt ein NPD-Funktionär mit im Stadtrat und er bekommt immer wieder tosenden Applaus für seine Beiträge von den bürgerlichen Parteien bei den Stadtratssitzungen. Das ist wirklich ekelhaft!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Offensichtlich spielt ja der Staatsschutz da eine nicht unerhebliche Rolle, wie beurteilst du die &#8216;Strategie&#8217;, obskure V-Männer einzusetzen?</strong></p>
<p>Das diese Strategie schon von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, ist mehr als klar und das haben ja auch die aktuellen Gegebenheiten gezeigt. Neonazis kassieren vom Verfassungsschutz großzügige Honorare und sollen daraufhin brisante Internas ausplaudern? Das ist doch lächerlich. Schon klar, dass man die Kohle gerne nimmt, aber mehr als geschönte Berichte werden da wohl nicht abgeliefert. Der Verfassungsschutz finanziert seit Jahren Nazi-Gruppieren &#8211; ein anderes Ergebnis hat die V-Männer-Strategie nie gebracht und das ist ein Skandal!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Was denkst du, wie weit die linke/alternative Szene mit dieser Sache umgeht / umgehen sollte &#8211; sowohl was den &#8216;neuen&#8217; Rechtsterror an sich angeht, als auch die Sache mit V-Männern (die ja bestimmt auch bei den Linken aktiv sind, </strong><strong>Beispiel &#8216;Simon Brenner&#8217; in Heidelberg)?</strong></p>
<p>Ich denke, dass man das nicht pauschalisieren kann. Die linke Szene ist sehr breit gefächert und jede Gruppierung geht damit anders um. Grundsätzlich kann die linke Szene nur das tun, was sie schon seit Jahren versucht: durch Aktionen jeglicher Art darauf hinweisen, dass es ein Naziproblem gibt und alles tun, damit in Köpfen der Menschen etwas passiert. Man kann hier auch nicht vom „neuen“ rechten Terror sprechen. Es gab schon vor Jahren Hausdurchsuchungen bei Nazis und bereits da wurden immer wieder scharfe Waffen und Bomben gefunden. Das diese nicht zur Zierde der Wohnung gedacht waren, ist ja wohl klar. V-Männer bei den Linken sind genauso sinnlos und lächerlich wie bei den Rechten. Leute, die sich vom Staatsschutz schmieren lassen, haben in der linken Szene nichts verloren. Das ist doch ein Widerspruch in sich!!!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Vehemente bürgerliche Proteste nehmen gerade stark zu (Stuttgart 21, Castor-Transporte, Atom-Demos, Euro-Krise, Occupy-Bewegung&#8230;), hinzu kommen die Volksaufstände in der arabischen Welt. Ist das nur ein Strohfeuer, katalysiert durch Internet-Vernetzung oder wachen die Menschen langsam auf?  Politisch scheint sich ja bisher nicht viel zu verändern?</strong></p>
<p>Es ist tatsächlich zu beobachten, dass die Menschen unruhiger werden. Aber die Proteste nehmen sicher nicht zu, weil man den Kapitalismus und das Bestehende an sich kritisieren will, sondern weil ein Großteil der Menschen, gerade in Deutschland, einfach Angst davor hat, dass man ihnen etwas von ihrem Wohlstand wegnehmen könnte. Die Proteste haben hier meiner Meinung nach oft einen sehr egoistischen Charakter. Genau darum geht es auch in unserem Song „Stop the Krauts“. Eine Revolution (auch wenn wir davon noch weit entfernt sind) unter Voraussetzung der aktuellen Gegebenheiten, würde meiner Meinung nach komplett nach hinten los gehen &#8211; eher in Richtung nationale Revolution und genau deshalb macht mir der jetzige Zustand auch eher Angst. Der Hass richtet sich wieder mal gegen die Falschen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>So, das war&#8217;s auch schon. Bleibt noch zu fragen, wie es in der Zukunft mit Gloomster weiter gehen wird? Gibt’s irgendwelche konkreten Pläne?</strong></p>
<p>Nach einer 2-monatigen Konzertpause werden wir im Januar wieder loslegen und den einen oder anderen Club unsicher machen. Weiterhin wird im Januar die oben genannte Split Single erscheinen und neue Shirts wird es auch bald geben. News hierzu kann man dann unserer Homepage entnehmen. Sonst werden wir fleißig am Nachfolger für „Randkultur“ schreiben und wir hoffen, dass wir im Sommer auch ein paar Open Airs mitnehmen können.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dann bedanke ich mich für die klaren Worte und überlasse die letzten Worte Dir:</strong></p>
<p>Erstmal möchten wir uns bei dir und uglypunk für das Interview bedanken. Weiterhin gebührt dem Brundlefly Recordz Team ein Dankeschön für die Veröffentlichung der „Dreck unter den Nägeln“-Platte und last but not least ein Danke an die Leute, die die Szene am Leben halten, sei es durch das Veranstalten von Konzerten, durch das Betreiben von Fanzines oder durch sonstige Aktivitäten. Wir wissen euren Support zu schätzen!</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gloomster.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6579" title="Gloomster" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/12/Gloomster-590x404.jpg" alt="" width="590" height="404" /></a><br />
Wer Gloomster noch nicht kennt, kann unsere Homepage besuchen und sich das neue Album runterladen. Wenn ihr Bock habt, Gloomster zu buchen, meldet euch!</p>
<p><a href="http://www.gloomster-band.de/" target="_blank">www.gloomster-band.de</a></p>
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		<title>EINHORN (ATEMNOT)</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 12:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wie in den News bereits berichtet, haben einige Songs des ATEMNOT Albums “Großstadtlichter“ das Interesse der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) geweckt. Dort nimmt man einige Textzeilen gerade genauer unter die Lupe und auch die Behörden wurden im Vorfeld schon von der Leine gelassen, um Veranstalter und Clubs vor ATEMNOT Konzerten mit Unterlassungen zu nerven. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6546" title="Atemnot Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-Schriftzug-590x154.jpg" alt="" width="590" height="154" /></a><br />
Wie in den News bereits berichtet, haben einige Songs des ATEMNOT Albums “Großstadtlichter“ das Interesse der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) geweckt. Dort nimmt man einige Textzeilen gerade genauer unter die Lupe und auch die Behörden wurden im Vorfeld schon von der Leine gelassen, um Veranstalter und Clubs vor ATEMNOT Konzerten mit Unterlassungen zu nerven. Wir haben Einhorn mal ein paar Fragen zu den Umständen gestellt. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Hallo Einhorn! Die Bundesprüfstelle beschäftigt sich gerade mit dem ATEMNOT Album &#8220;Großstadtlichter&#8221;. Wann und wie hast du davon erfahren?</strong><br />
Hay, ich habe am 22.11.11 einen E-Mail von Nix Gut erhalten, in der stand: Die CD ATEMNOT “Großstadtlichter“ wird der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften vorgelegt. Verschiedene Songs wie “Feuer und Flamme“, “Straßenschlacht“ und “Lehnt Euch auf“ sind betroffen. Der Ärger fing an, als wir im Oktober im AJZ &#8211; Erfurt gespielt haben, dort waren Zivis anwesend. Am Tag darauf ist dort die Polizei eingerückt, hat Stress gemacht und dumme Fragen gestellt. Die Üblichen Themen wie Gewaltverherrlichung, Anstiftung zum Verbrechen, Verhöhnung u.s.w. sind der Vorwurf.</p>
<p><strong>Da sind sie aber ziemlich spät drauf aufmerksam geworden. Die Songs sind doch immerhin schon ein paar Jährchen alt, oder?</strong><br />
Ja stimmt! Momentan sind die Songs dran, die wir 1995 und 96 aufgenommen haben.Entstanden sind sie zwischen 1990 &#8211; 1996. Hat also gar nicht so lange gedauert, oder!?</p>
<p><strong>Jo, ging für deren Verhältnisse wirklich recht schnell. Warum tritt die Bundesprüfstelle zuerst an euer altes Label heran und nicht an euch oder dich persönlich?</strong><br />
Der Vertrieb wird immer zuerst angeschrieben.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-02.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6547" title="Atemnot 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-02-300x438.jpg" alt="" width="300" height="438" /></a>Für die Leute, die die Songtexte nicht kennen. Um welche Zeilen geht es da genau?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Lehnt Euch auf:</span><br />
Wehrt Euch endlich, steht jetzt auf und haut dem Pack endlich eine drauf.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Straßenschlacht:</span><br />
Terror und Gewalt hat hier seinen Halt.<br />
Lehn dich auf und sie machen dich kalt.<br />
Der einzige Weg sich dagegen zu wehren,<br />
ist ’ne Straßenschlacht heute Nacht</p>
<p>99 Pflastersteine gegen 100 Bullenschweine<br />
99 Pflastersteine gegen 100 Bullenschweine</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Feuer und Flamme:</span><br />
Mit dem Benzinkanister marschieren wir zum Haus des Ministers,<br />
Flammen schlagen hoch hinaus, im Nu brennt das ganze Haus.<br />
Weiter geht es zum SEK, Mollis sind ja auch noch da.</p>
<p>Feuer und Flamme für diesen Staat.<br />
Feuer und Flamme für den Bullenstaat.<br />
Feuer und Flamme für die Nazisaat.<br />
Feuer und Flamme für diesen Staat.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Steht ATEMNOT heute auch noch hinter diesen Texten, oder werden die zwar Live noch gespielt, sind aber ansonsten für euch nicht mehr zeitgemäß, bzw. spiegeln eure Einstellung zu Staat und System nicht wirklich wieder?</strong><br />
Ich stehe zu allen Dingen die ich mache mit 100%. “Feuer und Flamme“ ist wohl unser größter Hit. Wenn ich heute solche Lieder singe, fühle ich mich immer noch wie ein kleiner Junge, als sei kein Tag vergangen. Diese Band ist mein Leben!</p>
<p><strong>Wenn man sich mal alte Texte von Bushido oder Sido durchliest, stellt sich die Frage, warum Vater Staat kritische Ansagen gegen ihn nur schwer verkraften kann, bei menschenverachtenden Lyrics aber gerne mal wegsieht oder ein Auge zudrückt?</strong><br />
Ahh, Geld regiert die Welt…</p>
<p><strong>Die Behörden sollen ja angeblich wegen euch auch beim Save the Scene Festival an den Veranstalter herangetreten sein. Was lief da genau ab?</strong><br />
Der Bürgermeister und auch der Club haben im Vorfeld Post bekommen. Es gab deshalb auch ein Plenum im AJZ und… Die wollten etwas verbieten, was gar nicht Verboten ist. Deshalb freuen wir uns drauf, dass der Stein jetzt ins Rollen kommt. Wir wollen klipp und klar wissen, was Sache ist.</p>
<p><strong>Was meinst Du mit “Stein ins Rollen“ und “klipp und klar wissen, was Sache ist“? Seid ihr in irgendeiner Form in die Gegenoffensive gegangen?</strong><br />
Das beruht auf dem vorherigen Punkt. Die wollten das Save the Scene Festival verhindern wegen uns.<strong> </strong>Doch man tut erst was Verbotenes, wenn es verboten ist. Deshalb wollen wir wissen was Sache ist!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Habt ihr euch vorläufig gefügt und die Songs erstmal aus dem Programm genommen oder spielt ihr nur die Musik und lasst das Publikum singen? Wie verfahrt ihr da aktuell?</strong><br />
Momentan ist unser Programm gleich geblieben. Es wird nur an die Spielzeit der jeweiligen Veranstaltung angepasst. Es ist ja, wie gesagt, bisher nichts Verboten oder ab 16 oder ab 18 Jahre. Das wird sich die Tage erst ergeben. Falls Lieder tatsächlich verboten werden, müssen wir uns erstmal Bandintern beraten. Wir haben ja Songs ohne Ende. Jetzt heißt es also erst mal abwarten.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wie sieht´s ansonsten aus im Hause ATEMNOT? Gibt´s Pläne für was Neues oder beschränkt ihr euch gerade ausschließlich auf Live Aktivitäten?</strong><br />
Seit 2011 wird fleißig an neuen Songs gebastelt. Live spielen wir aber nur die alten. Unser letztes Konzert für 2011 spielen wir bei Punk im Pott. Das wird fett!!! Für 2012 stehen auch schon Konzerte an. Es geht also weiter Berg auf!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Letzte Worte?</strong><br />
Advent, Advent. Ein Feuer brennt…</p>
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		<title>FREI SCHNAUZE!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 10:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Aus dem wilden Osten der Hauptstadt kommt die sechsköpfige Hardcore-Punk-Band FREI SCHNAUZE!, die Euch von Clubkonzerten, Festivals oder diversen Samplern sicherlich längst ein Begriff sein sollte. Aus verschiedenen Musikgebieten, wie aus dem Punkrock, Hardcore oder Metal stammend, vereinen sie beim Songwriting und auf der Bühne alle ihre Einflüsse mit aktueller Wut, was stets eine musikalische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-Logo1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6465" title="Frei Schnauze Logo" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-Logo1-590x307.jpg" alt="" width="590" height="307" /></a><strong><br />
Aus dem wilden Osten der Hauptstadt kommt die sechsköpfige Hardcore-Punk-Band FREI SCHNAUZE!, die Euch von Clubkonzerten, Festivals oder diversen Samplern sicherlich längst ein Begriff sein sollte. Aus verschiedenen Musikgebieten, wie aus dem Punkrock, Hardcore oder Metal stammend, vereinen sie beim Songwriting und auf der Bühne alle ihre Einflüsse mit aktueller Wut, was stets eine musikalische Explosion zur Folge hat. Hinzu kommen kritische Texte und die schnelle Erkenntnis, dass die Band so einiges zu sagen hat und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. FREI SCHNAUZE! &#8211; Der Name ist Programm! </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Moin Jungs! Aufklärung ist wichtig, auch im Musikbusiness. FREI SCHNAUZE besteht aus…? Kommt aus…? Gibt es seit…?</strong></p>
<p>Hi Steff! Wir stammen allesamt aus dem wunderschönen Osten Berlins und bestehen aus 6 Musikern unterschiedlichster Couleur. Effektiv gegründet haben wir uns am 15.01.2009, standen allerdings schon davor einige Monate im gemeinsamen Proberaum.</p>
<p><strong>Euer erst vor wenigen Tagen veröffentlichtes Album trägt den Titel “Hunger“. Auf dem Cover Messer, Gabel und ein Teller, auf dem ein Fötus liegt. Was soll der Albumtitel mit dem dazugehörigen Bild ausdrücken?</strong></p>
<p>Das Cover stellt natürlich auf den ersten Blick eine Provokation dar &#8211; jeder kann und soll individuell interpretieren! Das Messer beispielsweise ist, wenn du genau hinsiehst, kein normales Messer sondern ein Butterfly mit integriertem Schlagring. Das symbolisiert in der Konfrontation mit dem nackten, wehrlosen Fötus eine passive Gewalt von außen. Als Betrachter erhältst du durch die Positionierung von Messer, Gabel und Teller gleichzeitig eine unterschwellige Einladung nach selben zu greifen &#8211; Du selbst hast es also in der Hand, ob du diese symbolisierte Gewalt aktiv greifst und gegen die eigene Spezies einsetzt oder nicht! Gleichzeitig ist der Tisch mit einem Fötus aber nicht allzu erhaben gedeckt. Auf Dauer wird dich das als interpretierte Nahrungsquelle zwar am Leben erhalten, dennoch wirst du aber unter akutem Hunger zu leiden haben. Genauso gut kannst du das auch mit der unbändigen Gier des Kapitalismus gleichsetzen! Auf noch anderer Ebene treffen wir uns im kommerziellen Ernährungssystem wieder. Mal im Ernst! Opfert sich die Menschheit mit zunehmendem Einfluss von Genfood, Nahrungsersatzstoffen, Kunstkäse, Klebefleisch, Gammelfleisch usw. auf Dauer nicht selbst? Zur noch tiefgründigeren Interpretation sei an dieser Stelle das Stichwort Monsanto &amp; Co eingeworfen! Ein Fötus auf einem Teller trägt primär die Symbolik von Opfergaben; auf einem Teller mit Instrumenten der menschlichen Zivilisation &#8211; also Messer und Gabel. Bei all der Interpretationsfülle reduzieren sich die Kritikpunkte immer wieder auf drei Dinge: Macht, Hunger und Gewalt! Wobei Hunger als solcher immer auch Zwang bedeutet. All diese Dinge gilt es als Kreislauf zu begreifen! Wenn du der gesellschaftlichen Jugend Leid zufügst, wird sie wiederum ihrer eigenen Leid zufügen. Man schaue in diesen Tagen einfach kurz nach Griechenland, England oder Chile! Die Leute beginnen auszurasten. Letztlich ist der kleine Mann für den großen, fetten Fresssack hinter dem Teller nichts anderes als ein Spielball &#8211; also eine Ware! Eine Ware die ihn ernährt und weitere Fettringe ansetzen lässt! Schau dir die Welt dort draußen an! Dort wird so lang gefressen, bis sich mit einem Bombenhagel über den gesamten Globus erbrochen wird. Wenn die breite Masse nicht endlich aufwacht und begreift, dass wir genau JETZT Veränderung brauchen, opfert sie sich für das Wohl einer stark limitierten Elite selbst! Um es kurz zu machen ist das Covermotiv ein inhaltlich immer wiederkehrendes Thema bei FREI SCHNAUZE!: Das Individuum, das zum Opfer einer menschenverachtenden Gesellschaft geworden ist. Die schwächsten Mitglieder der Zivilisation sind die Ungeborenen &#8211; deshalb der Fötus. Was siehst du denn in diesem Cover?</p>
<p><strong>Tja, etwas, das Ihr schon ganz gut umschrieben habt. Etwas, das wir nicht essen sollten, aber schon längst angeschnitten haben, um meinen ersten Eindruck mal mit einem Satz zu umschreiben.</strong><strong><br />
Eure textliche Angepisstheit kommt sicher nicht von ungefähr. Es hat zeitweise den Anschein, als würdet ihr an der kompletten Menschheit verzweifeln. Seht ihr bei aller Kritik auch Dinge, die Euch zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer geben? Vorkommnisse, bei denen ihr das Gefühl habt, es geht auf- und nicht abwärts?</strong></p>
<p>Natürlich gibt es das! Allerdings sind das in unserer heutigen Welt nur winzig kleine Funken die leider viel zu schnell wieder erlöschen. So bescheuert das vielleicht klingen mag, freut es beispielsweise zu sehen, dass selbst die Spießerschaft in Baden Württemberg durch ein paar Spritzer vom Wasserwerfer und drei Knüppeln im Kreuz plötzlich aus ihrem Traum der schönen heilen Welt aufgewacht ist. Der Protest gegen die bestehenden Verhältnisse nimmt weltweit zu. Das erfreut uns! Wir betrachten in unseren Texten im Endeffekt die geopolitische Entwicklung und nicht das winzig Kleine als solches. In diesem Kontext überwiegt aktuell ganz einfach ein riesen Haufen Scheiße, egal wohin man blickt! Mal davon abgesehen gibt es mehr als genügend Bands, die sich mit belanglosem Scheiß wie Saufen, Party und Liebesschnulzen beschäftigen. Das sind sicherlich spaßige und wichtige Momente, die auch wir gern exzessiv ausleben. Aber darüber müssen wir in unserer Interpretation keine Texte schreiben! Darüber zu texten käme auf das Gleiche hinaus als würden wir darüber singen, dass uns kalter Kaffee nicht schmeckt. Das Leid der dahinter stehenden Kaffeebauern zu thematisieren erscheint uns im globalen und gesellschaftlichen Kontext dabei weit wichtiger als Pillepalle in die Texte zu pressen! Musik ist ein Sprachrohr der Kunst! Und Kunst hatte schon immer die Pflicht zum Denken zu animieren, Fragen aufzuwerfen und die Dinge beim Namen zu nennen! Aus kommerzieller Sicht wäre es einfacher die angenehmen Dinge des Lebens zu besingen, dann würde man nicht anecken und sich einen größeren Hörerkreis erschließen. Allerdings sehen wir auch die Notwendigkeit Pausen vom ständigen Scheißefressen zu nehmen, weshalb es im aktuellen Album auch einen musikalisch-spaßigen Song zu ernsthaftem, sarkastisch-ironischem Text gibt. Die Spaßfraktion unter den Hörern soll schließlich nicht zu kurz kommen.</p>
<p><strong>Mit vielen Zeilen lasst ihr tief in eure Gefühlwelt blicken. Seht ihr eure Texte und die Musik auch als eine Art Ventil, um Druck abzulassen und an den Umständen nicht zu platzen? Oder ist es vielleicht sogar ein Stück weit Eigentherapie, um die oft auftretende Ohnmacht, die ja jeder von uns kennt, endlich durch kämpferischen Einsatz zu besiegen?</strong></p>
<p>Wir sind mit im Schnitt fast 30 Jahren ja allesamt nicht mehr die Jüngsten. Früher war ein Großteil von uns politisch noch deutlich aktiver. Unser Ventil war es damals also über gehörigen Aktionismus Frust abzubauen und Protest zu äußern. Im Laufe der Zeit ändern sich bekanntlich einige Ansichten. So zum Beispiel auch die Frage nach der bestmöglichen Öffentlichkeit für das Benennen von Problemen, Unmut und Frustration! Im Laufe der Zeit hat sich das teilweise von der Straße auf die Bühne verlagert. Wer uns im direkten Anschluss nach Konzerten mal im Backstage erlebt hat, weiß beispielsweise wie Falk und Thommäs von der Bühne kommen: Vollkommen verausgabt und nach Luft ringend &#8211; Wir spielen die Musik nicht nur, sondern wir leben und vor Allem fühlen sie auf der Bühne auch! Vom Herzen ins Mikro! Ohne Umschweife! Es ist erschreckend wie viel Wut sich in 45 Minuten Show aufbauen kann, gleichzeitig aber auch erstaunlich wie viel Last ein Herausschreien von Problemen nach den Shows von einem fallen lässt! Insofern ist das mit aller Deutlichkeit ein Ventil! Oft aber noch immer ein zu kleines. Eigentherapie ist vielleicht zu hoch gegriffen, wobei aber auch nicht abgestritten werden kann, dass es die Seele rein wäscht die ganze alltäglich empfundene Ohnmacht auf Papier zu bringen. Wie geschrieben: Wir LEBEN unsere Musik! Sie ist Teil von uns und wir Teil von ihr!</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-Bandfoto.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6466" title="Frei Schnauze Bandfoto" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-Bandfoto-300x391.jpg" alt="" width="300" height="391" /></a>Ihr habt zwei Sänger und bis auf wenige Ausnahmen entstehen eure Texte auch ausschließlich aus der Feder der Beiden. Nickt der Rest immer ab oder gibt’s auch Texte, wo schon mal Bandintern Kritik oder Verbesserungsvorschläge geäußert werden und umgeschrieben werden muss?</strong></p>
<p>Meistens entstehen zu Beginn eines neuen Textes nur Fragmente, die dann auf instrumentale Fragmente treffen. Der Rest entsteht dann Stück für Stück drum herum. So wie auch in der instrumentalen Gestaltung intervenieren alle Bandmitglieder an jeder beliebigen Stelle. Wir agieren als Einheit und sind erst dann zufrieden, wenn alle Bandmitglieder zufrieden sind. Borch beispielsweise hat immer wieder gute textliche Einfälle und gelungene Einwürfe. Oft sitzen unsere Schreiberlinge auch in den Proben und fragen nach möglichen, weiterführenden Reimen, nach den individuellen Interpretationen der anderen Mitglieder oder aber nach etwaigen Änderungen. Das hat den Vorteil, dass das Gesamtergebnis das Denken und Fühlen vieler kommuniziert und damit auch einen breiteren Rahmen der Unterzeichner unseres Protestes findet. Das gleiche Prinzip greift auch bei den instrumentalen Kompositionen. Hier prallen insgesamt fünf Genres aufeinander, die alle miteinander vereint werden wollen. Oft führt das auch zu intensiven Diskussionen und Streitigkeiten, die im Anschluss an die Proben aber gern mit einem Bier am Tresen wieder vom Tisch gewischt werden. Der Bandname „FREI SCHNAUZE!“ wäre wohl auch ein wenig verlogen, würden wir alle nach der Pfeife eines Einzelnen tanzen. Der Name ist nicht nur Konzept, sondern auch Programm!</p>
<p><strong>Man erzählt sich, dass eure privaten Musikgeschmäcker sehr unterschiedlich sind, weshalb jeder seinen ganz eigenen musikalischen Einfluss und sein Lieblingsgenre mit in die Songs einbringt. Das sorgt natürlich für reichlich Abwechslung, nur könnte man auch dadurch auch annehmen, dass sich die Komposition neuer Songs länger als üblich hinzieht oder sich auch mal als äußerst schwierig gestaltet.</strong></p>
<p>Das haben wir ja gerade schon zur Hälfte beantwortet. Neben den bereits benannten Schwierigkeiten innerhalb der Komposition, fressen neue Songs oft wahnsinnig viel Zeit und Energie. Für das aktuelle Album haben wir insgesamt 2,5 Jahre gebraucht. Gut Ding will eben Weile haben! Somal wir uns im Songwriting immer erst zufrieden geben, wenn in unseren Augen jeder einzelne Song das Potential hat ein eigenständiger Hit zu werden. Aus demselben Grund fliegen auch immer wieder halbfertige Songs aus dem Programm. Songs wie „Der eigene Tod“ oder „Hunger nach Gewalt“ standen z.B. schätzungsweise an die anderthalb Jahre in der Warteschleife… Ein jeder hat da so seine Visionen, die teils heftig diskutiert werden (müssen).</p>
<p><strong>Habt ihr zuvor schon in anderen Bands Erfahrung gesammelt oder seid nebenbei noch in anderen Bands aktiv?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong>Ja. Jeder von uns hat inzwischen knapp zehn Jahre Bühnenerfahrung auf dem Buckel. Butthead spielte früher zeitweise in einer Gothicband, Oigen bei Flying Shit, Borch war eine Art Wandermusiker und Bluesgitarrist bei Paddelveranstaltungen, Falk sang zuvor bei TenSing und tourte damit durch Deutschland, Alex und Thommäs entstammen ursprünglich aus den Essensresten. Irgendwann fanden wir uns alle im Kellerpunkbandprojekt OTP zusammen, lösten selbes auf und gründeten FREI SCHNAUZE! Alex spielt nebenbei zusätzlich bei Nordwand. Wie auch immer er das zeitlich überhaupt gebacken bekommt.</p>
<p><strong>In eurer Bandinfo kann man die Ansage lesen, dass ihr nicht zu den kapitalistischen, dreckig kommerziellen Kapellen gehört. Von Kommerz hat sicher jeder ein eigenes und somit anderes Verständnis, deshalb die Frage, wo ist für euch die Grenze zum Kommerz überschritten?</strong></p>
<p>Wir gönnen es jeder Band, die es schafft von ihrer Musik zu leben oder zumindest nichts mehr drauf zahlen muss um zu existieren! Spätestens jedoch dann wenn Punkbands fünfstellige Gagen abverlangen und diese auch noch ausgezahlt bekommen läuft etwas falsch. Für uns ein Grund entsprechende Veranstaltungen, Bands und Organisatoren kritisch zu betrachten. Selbst vierstellige Gagen sind oft äußerst fragwürdig. Kommerz ist ja bekanntlich ein dehnbarer Begriff. Vor Allem innerhalb der Punkszene. Da ist schnell jede zweite Band mit einem Kommerzvorwurf behaftet. Grundsätzlich interpretieren wir als kommerziell-motivierte Bands diejenigen, die Musik nur noch aus Businessgründen heraus spielen. Musik muss in unseren Augen vom Herzen kommen. Ob das zutrifft kann man Bands auf den Bühnen dieser Welt in der Regel auch ansehen! Kommerz bedeutet für uns ebenfalls einen Verlust der eigenen Wurzeln. Wenn Bands beispielsweise nicht mehr bereit sind für Solizwecke kostengünstige Konzerte zu spielen, ist die kommerzielle Grenze eindeutig überschritten! Einen kommerziellen Veranstalter mit höheren Gagen als gewöhnlich abzuzocken ist das Eine, nonkommerziellen Veranstaltern aber aus Prinzip nicht entgegen kommen zu wollen das Andere. Kein Wunder wenn die Shows am Ende für das Publikum arschteuer und kaum noch finanzierbar werden! Kein Wunder wenn immer weniger Veranstalter bereit sind Konzerte zu organisieren, weil am Ende nichts mehr hängen bleibt! Kein Wunder wenn die Szene schrumpft, weil ein paar wenige den Hals nicht voll genug bekommen! Bemerkenswerterweise sind viele ausländische Größen der Punkszene günstiger als die Mittelklasse in Deutschland. Da muss man sich zwingend Gedanken über die eigene Subkultur machen! Die Grenze ist also überschritten, wenn man Identitäten und Interessen verleugnen muss, damit mehr Geld in die Kasse kommt. So sieht es aus! Traurig aber wahr!</p>
<p><strong>Wer oft im Internet unterwegs oder bei Facebook angemeldet ist, der hat von dem Trubel um euer T-Shirt sicher etwas mitbekommen. Um es noch mal zurück in Gedächtnis zu rufen. Ihr habt aufgrund euers Band-Shirts mächtig Ärger mit der FREI.WILD GbR bekommen. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?</strong></p>
<p>Der aktuelle Stand der Dinge ist, dass es keine Neuigkeiten gibt. Wir warten momentan auf eine Beantwortung unseres Entgegnungsschreibens. Bisher ohne Reaktion. Die Gegenseite schweigt sich gekonnt aus. Vielleicht hat der überwältigende Aufschrei innerhalb der Szene, die unzähligen Soliaktionen und die Berichterstattungen weit über das Punkmilieu hinaus ja wirklich etwas gebracht. An dieser Stelle möchten wir nochmals allen danken, die uns solidarisch unterstützt haben! Selbst innerhalb Südtirols berichteten mehrere Blogs und Onlinezeitungen kritisch über dieses Thema. Uns erreichten Mails von Bands die mit besagten Herren auf dem Wacken spielten, mit der Bitte ihnen eines der Shirts zukommen zu lassen damit sie ihren Protest auch visuell auf der Bühne zum Ausdruck bringen können. Das Gleiche geschah bezüglich des Summerbreeze Open Airs. Selbst Besucher der E&amp;L Rocknacht baten darum (was wir nur bedingt nachvollziehen können). Nordwand änderten ihr Bühnentransparent in &#8220;Nord.Wand&#8221; mit dem Hinweis &#8220;Verklagt uns doch!&#8221;, auf diversen Festivals wurden von der Bühne Ansagen gegen die röhrende Fraktion gebracht und und und&#8230; Das Ganze hat mehr als kuriose Ausmaße angenommen und wir hoffen von den Herren nie wieder etwas hören zu müssen. Aktuell steht das aber leider noch immer in den Sternen. Ist ja auch noch nicht sooo lange her. Thor Steinar hat sich in ihren Abmahnungen beispielsweise gern bis zu 3 Monaten Zeit gelassen um sich wieder zurück zu melden. Wir machen also weiter wie gehabt und warten auf das was kommt!</p>
<p><strong>Das Hintertürchen für angeblich unpolitische oder politisch fragwürdige Bands wird von vielen Konzert- oder Festivalveranstaltern gerne mal offen gelassen. Und immer wenn man sich denkt, es findet ein Umdenken statt, spielt Band X plötzlich mit Band Y gemeinsam auf Festival Z. Man hat auch das Gefühl, dass viele super damit klarkommen, zu einen linke und zum anderen rechtsoffene Musik gleichermaßen abzufeiern.</strong></p>
<p>Das Problem daran ist doch eigentlich viel eher, dass der Großteil den Begriff der Rechtsoffenheit nicht richtig versteht. Nur weil jemand als rechtsoffen betitelt wird, bedeutet das noch lange nicht, dass man ihm den Stempel „Nazi“ auf die Stirn setzt. Da ist ja noch immer ein (kleiner) Unterschied. Leider raffen das viele Leute nicht und überreagieren in diesem Kontext. Entsprechend wird dann aus Protest auch gern und schnell auf stur geschaltet und nicht weiter zugehört. Es gibt Bands, die sich bei zweifelhaften Veranstaltungen auf die Bühne stellen um lautstarken Protest gegen entsprechende Rechtsoffenheit zu äußern. Andere Bands sagen gar nicht erst zu. Andere halten einfach ihr Maul. Was nun der richtige Weg ist muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht gibt es da auch gar nicht DEN richtigen Weg. Vielleicht muss man das von Fall zu Fall immer wieder neu abwägen. Es muss ja niemand einer politischen Richtung angehören, aber den gesunden Menschenverstand besitzen um zu wissen das Nazis scheiße sind! Man muss nicht zwingend aktiv antifaschistisch sein um zu wissen auf welcher Seite man NICHT steht! Wenn ich das nicht raffe weil mir rechts nicht gefährlich genug erscheint, dann muss ich mich notgedrungen auch mit entsprechenden Vorwürfen konfrontieren lassen. Von diesen ganzen Punkten aber mal abgesehen gibt es aus veranstalterischer Sicht nur einen einzigen Grund für das Buchen solcher Bands: Es ist lukrativ! Good Night White Pride!!!</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-01.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-6469" title="Frei Schnauze 01" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Frei-Schnauze-01-590x181.png" alt="" width="590" height="181" /></a></p>
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		<title>EMSCHERKURVE 77</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 10:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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“Dat soll Punkrock sein!?“ Wenn die EMSCHERKURVE 77 neues Liedgut im Gepäck hat, dann ist klar, dass der Spagat zwischen Ironie und klaren Worten wieder sehr groß sein wird, dass ein Feuerwerk an Melodien explodieren wird und dass in die Songs viel Herzblut gesteckt wurde. Ein willkommener Anlass also, um über das neue Meisterwerk und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-Schriftzug.jpg"></a><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6412" title="Emscherkurve 77 Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-Schriftzug.jpg" alt="" width="575" height="138" /></a><br />
<strong>“Dat soll Punkrock sein!?“ Wenn die EMSCHERKURVE 77 neues Liedgut im Gepäck hat, dann ist klar, dass der Spagat zwischen Ironie und klaren Worten wieder sehr groß sein wird, dass ein Feuerwerk an Melodien explodieren wird und dass in die Songs viel Herzblut gesteckt wurde. Ein willkommener Anlass also, um über das neue Meisterwerk und diverse andere Dinge mal ein paar Sätze mit Marcel, Daniel und Spiller zu wechseln. Also zack auf die A40, Oberhausen raus und losgefragt. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Die Arbeit ist getan und das neue Album &#8220;Dat soll Punkrock sein!?&#8221; ist bereit das Licht der Welt zu erblicken (11.11.). Lief alles rund bei Aufnahmen und hattet Ihr ne´ schöne Zeit oder war es rückblickend betrachtet doch stressiger als Euch lieb war?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Eindeutig beides. Wir haben das Studio für eine komplette Woche gebucht und haben dort auch geschlafen. Man konnte also morgens direkt mit dem Aufnehmen anfangen und musste nicht erst eine Stunde zum Studio fahren. So haben wir den Tag komplett nutzen können. Das Studio Arbeit auch harte Arbeit ist, ist klar. Auch das da mal die Fetzten fliegen, das gehört einfach dazu. Wenn du aber dann die fertige CD in der Hand hast und hörst, weißt du, dass sich es gelohnt hat. Mir ist die Studio Arbeit genau so wichtig wie Konzerte zu spielen. Es ist schon interessant, wie sich ein Song entwickelt. Vom komponieren daheim, bis zum fertigen Produkt auf der CD.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Ich kann mich nicht erinnern, das es bei EK77 mal irgendwann glatt lief bei Aufnahmen zu Alben. Das war bei &#8220;Lieder aus der Kurve&#8221; schon etwas langwierig und war bei &#8220;Dat soll Punkrock sein&#8221; ganz genauso. Wir hatten ja den ganzen Kram schon einmal im Kasten, nur um dann festzustellen das der erste Wurf gar nicht ging. Wir haben dann ein halbes Jahr an weiteren neuen Songs gearbeitet und die bestehenden Songs auch nochmal auf den Prüfstand gestellt. Jedenfalls flog der ein oder andere Song wieder raus und neue Songs kamen dazu. Das Resultat kann man ab dem 11.11.11 hören. Also Stress war der eigentliche Aufnahmeprozess nicht. Die Vor- bzw. Nacharbeiten dafür umso mehr.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das &#8220;Fetzen fliegen&#8221; bezieht sich auf Uneinigkeiten beim Einspielen oder Abmischen? Oder auf andere Dinge, wie z.B. morgens nicht aus den Federn kommen, zu viel Bier während der Aufnahme trinken etc.?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Überhaupt nicht. Beim neuen Album waren wir sehr gut vorbereitet. Natürlich wird nochmal ein Akkord oder ein Text geändert, das ist aber völlig normal. &#8220;Fetzen fliegen&#8221; ist vielleicht auch übertrieben. Wir haben morgens um 10 mit dem Aufnehmen begonnen. Teilweise bis Abends um 22 Uhr. Das da mal die Nerven blank liegen ist klar, da du wirklich von morgens bis abends Musik hörst und machst. Es kann halt schon mal vorkommen, dass eine Idee abgelehnt wird, da ist man halt nicht begeistert, aber da muss man eben durch. Ich habe mir das neue Album jetzt nochmal komplett angehört und bin nach wie vor sehr zufrieden damit. Zum Thema Alkohol bzw. nicht aus dem Bett kommen: Ich bin Straight Edge, Spiller und Alex trinken gar nichts und Marc und Daniel haben während den Aufnahmen so gut wie keinen Tropfen Alkohol getrunken. EMSCHERKURVE sind eine sehr disziplinierte Band wenn es um die Arbeit im Studio geht. Da wird sich zu 100% drauf konzentriert. Und wenn es morgens losging, musste keiner geweckt werden oder seinen Rausch ausschlafen. Das hat auch nichts mit meiner SXE Einstellung zu tun, aber ich kann nicht verstehen, dass das Saufen immer so abgefeiert wird. Band XY war im Studio schon morgens voll, der Gitarrist war beim Auftritt lattenstramm&#8230; das wirst du bei uns nicht erleben.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Es gab im gesamten Prozess nicht einmal Streit innerhalb der Band. Musikalisch waren und sind wir voll auf einer Wellenlänge. Es lag eher daran, dass wir beim ersten Aufnehmen nicht so gut vorbereitet waren wie beim zweiten Mal. Nicht mehr, nicht weniger. Jede Entscheidung bezüglich der Musik wurde einstimmig von allen mitgetragen. Ich find die Frage nach dem Alkohol ehrlich gesagt auch nicht zulässig. Warum kommt man überhaupt auf so eine Idee, dass der Aufnahmeprozess davon evtl. beeinträchtigt worden ist? Wir sind ja nicht PÖBEL &amp; GESOCKS. Bei der EMERSCHERKURVE ist das alles etwas anders.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie einigt Ihr Euch denn bei Unstimmigkeiten? Wird abgestimmt, diskutiert oder hat einer von Euch immer das letzte Wort?<br />
</strong><span style="text-decoration: underline;">Marcel:</span> Spiller hat immer das letzte Wort, haha. Nein. Wir besprechen alle Dinge zusammen und kommen immer auf einen Nenner. Das kann aber auch hart<strong> </strong>diskutiert werden. Im Endeffekt hat aber jeder seine 20% und die ergeben<strong> </strong>dann zusammen halt 100. Die Jungs wissen was ich meine… ; -)<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Wie ich eben schon sagte, alle musikalischen Entscheidungen werden gemeinsam besprochen. Danach wird dann entschieden und zwar auch gemeinsam. Das ist ein großer Unterschied zu der Zeit, als Böhle noch in der Band war. Da es aber von vornherein kaum Unstimmigkeiten gab, war auch nicht viel zu diskutieren.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Wie Marcel schon sagte, habe ich immer das letzte Wort! Wie auch hier beim Interview, haha. Nee, mal im Ernst. Es gibt in der jetzigen Besetzung kaum noch Unstimmigkeiten und von daher ist die Zusammenarbeit angenehmer denn je. Da wird auch nichts im Vorfeld abgelehnt oder schlecht geredet, nur weil es nicht auf den eigenen Mist gewachsen ist.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Es gab ein paar Weg- und Neuzugänge seit Eurem vorherigen Album. Böhle, es wurde ja gerade schon angesprochen, ist z.B. nicht mehr mit dabei. Habt Ihr Euch auf eine diplomatische Weise voneinander trennen können oder gab es böses Blut?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Mal abgesehen von Böhle`s Rauswurf sind wir nun seid fast drei Jahren in konstanter Besetzung. Ich denke, dass wir nun auch unser endgültiges Line Up gefunden haben. Zumindest wäre es schön. Fakt ist einfach, das die Zusammenarbeit mit Böhle nicht mehr möglich war. Das war so ein langsamer Prozess nach dem &#8220;LADK&#8221; Album. Sein Interesse an der Band hat deutlich abgenommen und wir haben das letzte halbe Jahr vor der Trennung eh schon ohne ihn geprobt. Und seit der Trennung geht es der EMSCHERKURVE besser denn je.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Marc und Alex kamen 2008 neu dazu und unterstützen uns seitdem an Bass und Schlagzeug. Aber um es klar zu sagen. Wir sind keine Diplomaten, eher Anhänger klarer Worte. Und die gab es in o.g. Fall. Es war ja so, dass es nach jeder Show von ihm Kritik hagelte, obwohl er sich nicht mal mehr die Texte merken konnte. Wir wurden als Dilettanten dargestellt, obwohl wir eine super Show gespielt haben. Es wurden Leute gegeneinander ausgespielt usw. Daher war eine Trennung unvermeidbar und auch der richtige Schritt. Wie Marcel schon sagt, seitdem läuft es wirklich rund.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Natürlich war es kein einfacher Schritt, aber für die meisten kam er auch nicht wirklich überraschend. Wir haben uns da echt schwer mit getan und obwohl er seinen Ausstieg im Vorfeld mehrfach angedroht hatte, haben wir immer wieder zu ihm gestanden. Die Zusammenarbeit wurde leider mit der Zeit immer unerträglicher und sein Soloprojekt für den RWO, bei dem der Verein bis zu letzt nicht wusste das wir darüber nicht informiert wurden, war dann der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Und wie bereits erwähnt, läuft die Karre jetzt endlich wieder rund und es gibt wieder ein harmonisches Bandgefüge.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Auf dem neuen Album werden bereits im Opener (Dat soll Punkrock sein!?) einige klare, kritische Worte verloren. Ihr singt da in der Einzahl, weshalb davon auszugehen ist, dass Ihr beim Textschreiben auch eine bestimmte Person im Hinterkopf hattet. Oder ist es doch verallgemeinert zu verstehen und jeder der sich angesprochen fühlt, darf sich auch angesprochen fühlen?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Jeder kennt jemanden auf den dieser Text zutrifft. Unser Song handelt über Böhle. Wenn Daniel und ich irgendwelche Riffs oder Texte präsentierten, wurde dies direkt abgelehnt, so nach dem Motto &#8220;Das ist kein Punk&#8221; oder &#8220;Passt nicht zur EMSCHERKURVE&#8221;. Von daher haben wir unsere Ideen halt mit zu MSA genommen, die andere Band wo Daniel und ich noch zocken. Und diese CD hat, ohne jetzt arrogant klingen zu wollen, durch die Bank weg positive Resonanzen erhalten. Und dass wir nun beim neuen Album freie Hand beim Komponieren und der Produktion hatten, hört man der Scheibe definitiv an.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Deine Einschätzung trifft auch 100% zu. Den Text zu &#8220;Dat soll Punkrock sein?!&#8221; hab ich geschrieben und habe mich an so einige Sachen erinnert die mal passiert sind. Der Song dazu stand dann recht schnell. Und als Opener ist dieses Thema natürlich prädestiniert.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Auch wenn Daniel den Song für eine bestimmte Person geschrieben hat, darf sich da jeder mit angesprochen fühlen, der der Meinung ist, das ohne ihn nichts gehen würde und er die wichtigste Person in der Band wäre. In einer Band ist jeder eben nur ein Glied der Kette  und jedes einzelne dieser Glieder ist eben für den Zusammenhalt der Kette wichtig und erforderlich. Passt also mit Sicherheit auch auf diverse andere Bands.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Könnte diese, nennen wir sie mal &#8220;musikalische Abrechnung&#8221;, jetzt zu einer Art Punkrock-Rosenkrieg zwischen beiden Parteien führen oder ist mit diesem Song der Kuchen für Euch gegessen?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Wenn mich Leute auf dieses Thema ansprechen, erzähle ich auch was los war. Für mich war das Thema aber schon nach seinem Rauswurf beendet. Und ich denke, dass mit der neuen Platte auch alles gesagt ist.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Einen Rosenkrieg wird es von unserer Seite nicht geben. Wir haben zu dem Thema alles gesagt. Was von der anderen Seite nun kommt, liegt nicht in unserer Hand. Und ums ehrlich zu sagen, ist es mir auch völlig Scheißegal. Wenn jetzt eine Reaktion kommt, bitte. Ich hab damit kein Problem, jedoch widme ich dieser Thematik eher geringe Aufmerksamkeit. Gibt wichtigeres für mich als mich um eine Person zu kümmern, mit der ich nun nix mehr am Hut habe.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Eine Reaktion in Form eines Rap Songs soll wohl kommen. Aber was interessiert es die Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt? Das da was kommt sollte jedem klar sein, denn &#8220;Über Leichen&#8221; auf dem letzten Album war ja auch eine Abrechnung mit der SONDASCHULE. Aber hat es die gejuckt? Aus den Augen aus dem Sinn. Man sieht ihn nicht mal mehr auf Punkkonzerten und wenn Rap dann jetzt der neue Weg ist, alles Gute und viel Glück. Daniel hat seinen Unmut in Worte gefasst und damit sollte die Sache ein für alle Male erledigt sein.</p>
<p><strong>Ugly Punk: &#8220;Wir sehen zwar nicht so aus, aber wir ham den Punk verstanden&#8221;, ist eine Textzeile aus dem Song &#8220;Wir haben den Punk verstanden&#8221;. Musste das mal gesagt werden, weil es immer noch zu viele Leute gibt, die Punk über Äußerlichkeiten definieren?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Ich finde das viel zu sehr nach Schubladen einsortiert wird. Wir haben halt keine Iros, sind nicht von Morgens bis Abends blau. Und wir gehen arbeiten und rufen nicht &#8220;Deutschland verrecke&#8221;. Trotzdem bezeichnen wir unsere Musik als Punk Rock und wollen damit eben ausdrücken, dass man nicht immer so wie das Klischee aussehen muss um es zu erfüllen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Exakt so ist es. Ich habe den Text im Zug verfasst. Aufgrund von ein paar nervigen Kids, die übers Punksein schwadronierten und es irgendwie cool fanden und auch Punks werden wollten. Es wurde dann darüber gesprochen, welche Frisur man tragen sollte, welche Klamotten zu tragen sind. Ich hab das Kotzen gekriegt. Und somit war der Chorus in 2 Minuten geschrieben.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Genauso oft werden wir ja auch als Oi! oder Skinhead Band bezeichnet und in diese Schublade gesteckt, obwohl ich der einzige Skinhead in der Band bin. Ich glaube einfach, dass der Deutsche an sich seine Schubladen braucht, in die er Leute stecken kann, egal ob es denen nun passt oder nicht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Kann man &#8220;Punk&#8221;, dieses Gefühl, eigentlich in Worte fassen. Inwiefern prägt(e) oder verändert(e) Punk Euer Leben? Was bedeutet Punk für Euch?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Bei mir fing eigentlich alles mit den TOTEN HOSEN an. Danach kamen dann POISON IDEA und THE EXPLOITED. Danach die ganze HC Schiene und Metal. So der klassische Weg einfach. Punk heißt für mich einfach sein Ding durch zu ziehen, egal ob im Job oder auch Privat.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Es ist genau das. Punk ist ein Gefühl. Es hat nix mit Style oder Äußerlichkeit zu tun. Punk ist eine Lebenseinstellung, die man entweder hat oder eben nicht. Ich kann dieses ewige Geschwafel nicht mehr hören. Ihr seht aber gar nicht aus wie Punks. Da schwillt mir die Ader an. Ich mach halt das was mir gefällt, lebe mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen und strebe nach dem, was mich glücklich macht. Ich gebe einen Scheiß da drauf was andere davon halten, ob es jemand gut oder schlecht findet. Mich haben Punkbands wie DESCENDENTS, THE CLASH oder aber auch NOFX sehr geprägt. Meine komplette Jugend habe ich mit den vorgenannten verbracht und bis heute fasziniert mich die Musik. Egal ob Punk, Hardcore oder Metal, ich höre alles was mir gefällt. Hauptsächlich ist es aber Punk der mich prägte.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr habt ja gerade die verschiedenen Einflüsse angesprochen. Spiller haben mehr die Skinhead Combos beeinflusst und beim Rest waren es mehr die Punkbands. Nun habt ihr aus beiden Ecken schon Songs gecovert, aber kann sich die eine Seite, speziell bei den Coverstücken, auch immer gut damit anfreunden, was die andere vorschlägt? THE BUSINESS und SLIME, um mal zwei zu nennen, liegen ja nicht so dicht beieinander. Wie kommt Ihr bei der Auswahl der Coversongs auf einen Nenner?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Das sind ja z.B. oft auch Anfragen für Tribut Sampler, wie eben z.B. bei SLIME oder auch bei BRIGADE S. Der Song muss uns allen gefallen und er muss halt den typischen EK Sound haben, wenn wir ihn geprobt haben. Ansonsten würden wir das auch nicht machen. Es gibt Songs, da klappt es nicht wie, z.B.  &#8221;Ich bau dir ein Schloß&#8221;, das haben wir dann sein gelassen. Bei SLIME oder DRITTE WAHL hingegen hat es sogar so gut geklappt, das die Songs immer wieder ins Live Set genommen werden.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Versteh ich ehrlich gesagt nicht, warum das soweit auseinander liegt. Klar unterscheiden sich die Bands inhaltlich und musikalisch voneinander. Dennoch ist das alles für mich irgendwie dem Punk zugehörig. Außerdem wollen wir die Coversongs für uns vereinnahmen. Wir drücken den Songs unseren eigenen Stempel auf.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Ich sehe da, wie auch der Daniel, keinen großen Graben. Und das mit den Skinheadbands ist auch nicht so richtig. Habe schon immer Punk gehört und so war es mir z.B. auch wichtig, auf dem SLIME Tribute dabei zu sein. Eigentlich wird auch nicht mehr viel gecovert, es sei denn es kommt mal wieder ne Anfrage für einen Tribute Sampler.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Gibt’s eigentlich Dinge die Euch auffallen, die im Bereich Punk oder Punkrock völlig überwertet werden oder andersrum, die über die Jahre vielleicht verloren gegangen sind?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Jede Szene ist einfach viel größer und bekannter geworden. Ich denke, dass auch keiner mehr von Punks schockiert ist, die auf dem Marktplatz abhängen und saufen. Du bekommst ja selbst RAMONES und IRON MAIDEN Shirts bei H&amp;M. Da ist vielleicht der Spirit etwas abhanden gekommen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Klar haben Weltkonzerne wie H&amp;M den Punk als kommerzielles Geschäft entdeckt. Die Kids von heute kaufen ja alles was bei Sendungen wie DSDS und Konsorten gezeigt wird. Wenn dann eben der nächste Trend Punk ist, werden eben solche Shirts bzw. der ganze Punkstyle vermarktet. Dennoch gilt hier auch das, was vorher gesagt wurde. Das sind nur Äußerlichkeiten. Denn Klamotten machen noch keinen Punk aus. Schau dir doch die Kids an, die in den großen Einkaufszentren unserer Republik abhängen. Alles ist nur auf kaufen, kaufen, kaufen ausgelegt. Da wird halt auch nicht vor dem Punk halt gemacht. Und es gibt natürlich auch eine Menge Bands, die völlig überbewertet sind. Gerade aus deutschen Landen gibt´s in unserem Bereich ne Menge Bands, die groß sind bzw. geworden sind, die derart gepusht werden, aber aus meiner Sicht völlig überbewertet sind.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6413" title="Emscherkurve 77 1" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-1-590x461.jpg" alt="" width="590" height="445" /></a><strong><br />
Ugly Punk: Kommen wir mal zum schicken Booklet. Da habt Ihr den Albumkäufern die Qual der Wahl zwischen Euch fünf Musikern gelassen. Wer kam auf diese Idee oder woher kam diese Idee?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Da unsere letzten CD`s fast alle im Digi Pack released worden sind, wollten wir dieses mal etwas anderes machen. Da wir alle große Fans der JOHNNY CASH oder auch DANZIG Scheiben sind, die ja im ähnlichen Style sind, wollten wir da ein kleines Tribut zollen. Zudem sieht es auch gut aus und ist eben mal was anderes.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Außerdem find ich die Idee super, ein Cover auch verändern zu können.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Letztendlich macht Not nach wie vor erfinderisch und da wir uns auf kein Cover einigen konnten und auch nicht wirklich wussten, was man zu diesem Titel denn für ein Cover gestalten könnte, bin ich beim Sichten der Fotos auf diese Idee gekommen. Eigentlich sollten die Einzelfotos der jeweiligen Mitglieder nur ins Booklet kommen und die düstere Gestaltung fand ich als großer JOHNNY CASH Fan natürlich auch cool. Gerade auch weil es ja ein genauer Gegenpol zur unserer Musik ist. Nun kann man sich eben sein Cover so zurechtbasteln wie es einem gerade gefällt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bei der LP Version wird das ja nicht umzusetzen sein. Wie kann man sich das Cover der Langspielplatte vorstellen?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Da wird dann ein ganz normales Bandfoto drauf sein und zusätzlich gibt es noch ein schönes Poster.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Auch da hätte ich ein Faltcover bevorzugt, aber das hätte wohl den finanziellen Rahmen gesprengt. Und so haben wir uns auf eine Picture Disc mit A2 Poster geeinigt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Einige Magazine umschreiben EMSCHERKURVE 77 gerne als Partyband. Seht Ihr Euch selbst auch als eine oder empfindet Ihr die Beschreibung &#8220;Party&#8221; als nur bedingt gerechtfertigt, weil einfach mehr als nur Party dahinter steckt?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Mit der Bezeichnung kann ich schon leben. Wir wollen dass die Leute eine gute Zeit haben, mit uns feiern und für 45 Minuten mal den Ärger des Lebens vergessen können. So geht es uns ja auch. Nichts desto trotz bemühen wir uns vernünftig zu spielen und so gut wie es geht &#8220;professionell&#8221; zu arbeiten.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Da muss ich Marcel mal ein bisschen widersprechen. Klar wollen wir dass die Leute eine gute Zeit haben. Aber ich find es falsch NUR als Partyband oder aber als Fußballband bezeichnet zu werden. Versteh mich nicht falsch, die gerade genannten Punkte treffen auf EMSCHERKURVE zu, gar keine Frage. Wir haben aber alle keine Lust darauf, auf so etwas reduziert zu werden. Dafür ist unser Themenbereich zu breit gefächert.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Bezeichnet uns als was Ihr wollt, denn wir machen ja schließlich auch das was wir wollen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Habt Ihr EK77 von Beginn an als feste Band gesehen, oder mehr als Projekt, mit dem die Liebe zum Fußball und dem in Oberhausen ansässigen SC Rot-Weiß besungen werden sollte?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Ich habe EK77 immer als eine feste Band gesehen. Ich bin jetzt seit 2005 mit dabei und da ging es auch schon gar nicht mehr nur um Fußball. In der Schublade stecken wir natürlich drinnen, was ja auch o.k ist. Trotzdem denke ich, dass man uns nicht nur auf Fußball reduzieren sollte. Das wir auf dem neuen Album jetzt wieder ne` RWO Nummer haben, lag nach 10 Jahren einfach mal auf der Hand. Zumal ich den Song eigentlich für die Crazy United Crew geschrieben habe. Die kam aber zeitlich nicht zustande und es wäre einfach zu schade gewesen, diesen Song in der Versenkung zu lassen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Ich für meinen Teil hab am Anfang nur ausgeholfen. Ich hatte noch andere Bands neben der EMSCHERKURVE. Von daher hat sich das langsam entwickelt und heute kann ich mir das alles gar nicht mehr ohne diese Jungs vorstellen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Am Anfang waren EK77 ja nichts anderes als ein Projekt. Das da mal eine ernsthafte Band draus wird, konnte wirklich keiner erahnen, als wir dem RWO deren Einlaufhymne &#8220;Die Macht vom Niederrhein&#8221; vorstellten, die nun bereits seit über 10 Jahren im Stadion läuft. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Zu erwähnen wäre noch, das auch unser neuer Song &#8220;Rot Weiß Oberhausen&#8221; bereits seit Wochen als Einlaufhymne zur zweiten Halbzeit im  Stadion läuft.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das ist natürlich ne´ feine Sache. Bei so viel Punkrock im Stadion kann man sicher davon ausgehen, das RWO mit rechtsoffenen Fans keine großen Probleme hat, oder?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Ich glaube diese Probleme sind leider in allen deutschen Stadion mehr oder minder vorhanden, so auch in Oberhausen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wenn man im Ruhrpott von Fußball spricht, kommt man an den beiden Rivalen und derzeit erfolgreichsten Mannschaften aus der Region (Borussia Dortmund und Schalke 04) nicht vorbei. Euer Fanherz ist ja bereits vergeben, aber für welchen der beiden Vereine hegt Ihr mehr Sympathie und warum?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Da kann ich leider keine Entscheidung treffen. Ich muss auch sagen, dass mich weder die Borussia noch der FC Schalke interessieren. Wenn ein Spiel interessant klingt, dann gehe ich auch dahin. Das kann auch die NRW Liga oder sonst was sein. Ich bin auch nicht mehr der Riesen Fan, wie ich es als Kind war. Da haben sich die Prioritäten einfach verlagert.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Ich für meinen Teil ganz klar zu Dortmund. Ich halte es da wie ein aktueller BVB Spieler. Ich hasse Schalke! Das war schon von klein auf so. Klar ist der RWO die Nummer 1 für mich, aber Schalke geht überhaupt nicht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Oh, lass das nicht DIE LOKALMATADORE hören ;- )</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Haha, ach die kommen schon damit zurecht. Wir haben uns ja auch schon mal die Bühne geteilt. Evtl. wird das nun nie wieder passieren ;- )<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Kann mit keinem dieser beiden großen was anfangen, auch wenn ich in meiner Kindheit in Delmenhorst mal Schalke gut fand. Das hatte aber wohl eher damit zu tun, das in meiner Klasse alles Werder Fans waren, hahaha.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das zurzeit bekannteste Kind der Stadt Delmenhorst soll ja SARAH CONNOR sein. Kannste das bestätigen?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Erstens kommt die aus Hamburg und ist nur in Delmenhorst aufgewachsen und zweitens wohnt sie mittlerweile glaube ich in Wildeshausen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Und wieder was dazu gelernt ;- ) Die Auswahl an Punkkonzerten in so einer Region wie dem Ruhrpott ist sicherlich riesig. Hat das auch Auswirkungen auf die Besucherzahlen oder hat man öfter mal das Gefühl, das die Leute zu sehr gesättigt sind, was Veranstaltungen in diese Richtung angeht?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Da hast du schon Recht. Ich denke, das sich keiner hier in der Region über zu wenig Shows beklagen kann. Klar, es ist schön wenn du z.B. mit den KASSIEREN vor 700 Leuten spielst, aber auf der anderen Seite geben wir auch vor 70 Leuten Gas. Trotzdem merkt man, dass einige auch zu Hause bleiben oder eben nicht mehr so abgehen wie früher. Aber hey, das ist bei mir nicht anders.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Ja, eine gewisse Sattheit ist nicht zu leugnen. Gerade im Ruhrpott oder Köln fällt mir das auf. Es gibt halt ein so großes Angebot, so dass es zwangsläufig so ist, das die Besucherzahlen eher übersichtlich sind.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Ich denke das ist nicht nur im Ruhrpott so. Dadurch das die Szene groß wie nie ist, gibt es natürlich auch so viele Konzerte wie nie. Das Problem dabei ist allerdings, das man sich nun eben einfach nicht mehr jedes Konzert leisten kann und dann im Vorfeld ganz klar kalkulieren muss, was man sich diesen Monat anschauen kann und was nicht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Marcel, Du hast vorhin die Crazy United Crew angesprochen, die neben dem musikalischen Projekt noch ne´ Radioshow und ein Label hat und seit langem schon für das Crazy United E-Zine bekannt ist. Einige von Euch sind im Crazy United Imperium ja sehr aktiv. Was macht Ihr da genau?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Die Crazy United Crew ist leider nie richtig in Fahrt gekommen, das liegt aber daran, das wir mit EK77 und MSA einfach zu viel zu tun haben. Die Radio Show machen ja Spiller und Frank Herbst zusammen. Ich bespreche CD`s, fahre hin und wieder mal auf Konzerte und mache auch ab und an mal Interviews. Das macht mir neben den Bands auch sehr viel Spaß. An dieser Stelle auch Grüße an meinen Kumpel Frank ; -) <em>(Ugly Punk: Von mir natürlich auch!)</em><span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Wie gesagt, die CUC war als Band geplant. Wir hatten die ersten paar Proben auch abgehalten und ein paar Songs gemacht. Doch leider machte einem die fehlende Zeit einen Strich durch die Rechnung. Ich bespreche wie Marcel auch CDs für die Crazy United Homepage.</p>
<p><strong>Ugly Punk: In Verbindung mit Euch oder speziell mit Dir Spiller, liest und hört man immer wieder von einer gewissen Punkeria Ruhrort. Ist das Kneipe/Konzertssaal und stecken da einzelne Bandmitglieder von Euch mit drin? Klärt mich Unwissenden mal auf.</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Die Punkeria ist eine ehemalige Pizzeria im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses, welches 3 Bekannte ersteigert haben. Es ist eigentlich nichts anderes als das Wohnzimmer der dortigen Bewohner, in dem wir nun hin und wieder mal ein paar Bands spielen lassen. Wir haben da mit EK77 natürlich auch schon gespielt, aber es ist jetzt nicht so, das wir da nun ständig auftreten, denn das würde ja schnell langweilig werden. Wer aber trotzdem mal eine unserer privaten Parties dort besuchen will, erfährt mehr unter: <a href="http://www.punkeria.de/" target="_blank">www.punkeria.de</a></p>
<p><strong>Ugly Punk: Wenn ich mal einen Mann für untenrum brauche, wen von Euch spreche ich dann am besten an? ;- )</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Marcel:</span> Am besten den Alex, denn der Rest ist glücklich vergeben haha!!!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Daniel:</span> Ach komm Marcel, sei mal nicht so bescheiden. Ohne dir ein Angebot zu machen, wage ich es zu behaupten, das wir alle unsere Qualitäten haben ;- )</p>
<p><strong>Ugly Punk: O.k., vielleicht nehm ich auch einen für obenrum. Eure Qualitäten laufen ja nicht weg und deshalb verbleibe ich erstmal mit einem Dankeschön für diese kleine Unterhaltung.</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Spiller:</span> Wir haben zu danken! Infos etc über <a href="http://www.sunnybastards.de" target="_blank">www.sunnybastards.de</a> oder <a href="http://www.facebook.com/Emscherkurve77" target="_blank">www.facebook.com/Emscherkurve77</a></p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emscherkurve-77-1.jpg"><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emcherkurve-77.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6409" title="Emcherkurve 77" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Emcherkurve-77-590x482.jpg" alt="" width="590" height="482" /></a><br />
</a></p>
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		<title>DAN DRYERS</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 10:04:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
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DAN DRYERS sind eine Punkband, die nicht so ganz dem gängigen Klischee entspricht. Mit Abhängen vor&#8217;m Karstadt oder am Bahnhof haben die Jungs weniger zu tun, denn die Musikanten sind nebenbei Profisportler. Natürlich nicht als Bodenturner oder als Synchronschwimmer, dafür in fast ebenso spektakulären und weitaus gefährlicheren Sportarten. Nun haben die Jungs kürzlich auch noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/10/Dan-Dryers-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6345" title="Dan Dryers Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/10/Dan-Dryers-Schriftzug.jpg" alt="" width="579" height="174" /></a><br />
DAN DRYERS sind eine Punkband, die nicht so ganz dem gängigen Klischee entspricht. Mit Abhängen vor&#8217;m Karstadt oder am Bahnhof haben die Jungs weniger zu tun, denn die Musikanten sind nebenbei Profisportler. Natürlich nicht als Bodenturner oder als Synchronschwimmer, dafür in fast ebenso spektakulären und weitaus gefährlicheren Sportarten. Nun haben die Jungs kürzlich auch noch ihren zweiten Longplayer veröffentlicht, der eine breite Seite wilden Rock mit Punk verbindet. Grund genug, bei den Jungs mal anzuklopfen. Bassist Lippe stand uns Rede und Antwort: </strong></p>
<p><strong>Hallo, stellt Euch doch erst mal kurz vor:</strong><br />
Wir sind die Dan Dryers, eine Punkrockcombo aus dem Rhein/Ruhrgebiet! Da wir fast alle aus dem Extremsportbusiness kommen ist unsere Mission, extrem abzurocken und so sind auch unsere Konzerte, haha.</p>
<p><strong>Wie habt ihr Euch zu zusammengefunden, seit wann mach ihr zusammen Musik und was sind Eure Einflüsse.</strong><br />
Vor drei Jahren rief mich mein Kumpel Busty an und erzählte mir, dass er sich eine Gitarre gekauft habe, ich kaufte mir kurzerhand bei einem Trip in den USA einen Bass und Martin überredete ich auch, sich eine Gitarre anzuschaffen. Eine Band kann nicht genug Gitarren haben! Dann wollten wir uns einmal im Jahr treffen und unser aller Lieblingssong Ace of Spades performen. Na ja, jetzt habt ihr unser zweites Studioalbum in der Hand. Wir wollen den Rock n Roll nicht neu erfinden, sondern alle unsere Einflüsse, die uns geprägt haben, sind durch Zufall in einen Topf geflogen: Motörhead, Turbonegro, Social Distortion, Hives, Millencolin und viele mehr; Gitarren halt.</p>
<p><strong>Genau, ihr seid zu sechst in der Band und spielt mit 3 Gitarren, seid ihr da nicht überbesetzt?</strong><br />
Wie gesagt, man kann nicht genug Gitarren haben, sind nicht auf der “Apocalyptic Dudes“ gefühlte 12 Gitarren zu hören? Ich finde wir sind noch unterbesetzt!</p>
<p><strong>Wie kam es denn zum Bandnamen? Als Ahnungsloser denkt man bei dem Namen ja zuerst mal an eine Einzelperson, während dem zivilisierten WC-Benutzer klar ist, dass es sich bei Dan Dryer um eine Firma für Toilettenausstattungen handelt.</strong><br />
Ich wollte mal mit einer wunderbaren Frau ein Duett auf die Beine stellen: Kimberly Clark (Klorollenhalter) und Dan Dryer (Handtrockner), leider ist aus Zeitgründen nichts daraus geworden. Vielleicht wird es noch was.</p>
<p><strong>Schließt sich gleich die Frage nach dem coolen Cover Eurer neuen CD an, das euch, etwas abgeranzt, im Village People-Outfit zeigt. Seht ihr Euch als die legitimen Nachfolger?</strong><br />
Ich muss zu meiner Schande gestehen, das Village People die erste Platte war, die ich mir für damals 2,50 DM auf dem Krabbeltisch gekauft habe und dann hatten wir die Idee, uns zu unserem Video “Rock n Roll Attitude“ in die Village People Jungs zu verwandeln und so ging es weiter, ich habe mir jetzt auch mein Konterfei vom Album als Pin Up tätowieren lassen, haha</p>
<p><strong>Die neue Platte zeigt zum Erstling eine deutliche Entwicklung. Die Musik ist strukturierter und auch die Texte haben an Niveau gewonnen. Da sind auf dem Debüt ja schon ein paar fäkale Peinlichkeiten dabei. Seid ihr erwachsener geworden?</strong><br />
Als die erste Platte entstanden ist, waren wir ja noch ganz neu im Geschäft und haben einfach Sachen aus Spaß im Proberaum gemacht und die dann ohne groß zu überlegen aufgenommen. Man muss die Platte mit Humor nehmen, das ist eher ne reine Partyscheibe, reinlegen und Spaß haben. Da sind aber auch schon gute Songs wie “Senseless“ und “Paradise“ drauf. Vielleicht hätten wir die präpubertären Songs nicht an den Anfang der Platte machen sollen, die meisten Musikredakteure hören sich ja gar nicht das ganze Album an. Musikalisch hat auf jeden Fall der Einstieg von Teppich und Fre (beide Ex Heartbreakmotel) uns weit nach vorne gebracht. Auch unser Sänger Till ist erwachsener geworden.</p>
<p><strong>Wer ist denn für die Musik / die Texte verantwortlich? Wie entstehen die Songs?</strong><br />
Bisher haben wir einfach im Proberaum gejammt und dann is was bei herausgekommen oder nicht. Diesmal haben wir auch gejammt und schnell gemerkt, dass wir dieselben Einflüsse haben und die gleichen Bands mögen. Teppich hat dann 80 Prozent der Musik geschrieben und Till der Texte, dann haben wir uns für die besten Songs entschieden und sind ins Studio. Guido Lucas von der Blubox hat uns sehr beim produzieren geholfen. Wir sind alle sehr zufrieden, er hat den optimalen Sound für uns gefunden.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/10/Dan-Dryers-02.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6346" title="Dan Dryers 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/10/Dan-Dryers-02-590x419.jpg" alt="" width="590" height="419" /></a><br />
<strong>Ihr habt ja relativ schnell schon auf größeren Festivals u.a. mit Wir sind Helden und Deichkind gespielt, ward aber auch mit Szenegrößen wie NoFX und Adolescents auf der Bühne. Ein ziemlich steiler Aufstieg für eine noch relativ junge Band. Wen habt ihr denn da bestochen?</strong><br />
In unserer Extremsportszene sind wir schon sehr bekannt, das hat bestimmt geholfen und es hat sich auch schnell herumgesprochen, dass es auf unseren Konzerten immer gut abgeht.</p>
<p><strong>Seht ihr Euch eher auf der großen Bühne? </strong><br />
Nicht wirklich. Ich liebe es live zu performen und zu rocken, egal ob vor 3 oder 30.000 Leuten. Und so geht es uns Allen.</p>
<p><strong>Euer Video zu &#8216;Sensless&#8217; lief bei MTV, im neuen Video heizt ihr mit Ami-Schlitten über die BAB und eine US-Tour habt ihr auch schon hinter euch. Schielt ihr mehr über den großen Teich als in die heimischen Gefilde?</strong><br />
Ich stehe auf amerikanische Muscle Cars und das schon seitdem ich Auto sagen kann. Mein erstes Matchboxauto war der Grand Torino von Starsky und Hutch. Klar mag ich auch den kalifornischen Lifestyle, Burger, Budweiser, Boobs, haha, die drei großen B´s.</p>
<p><strong>Was sind denn die Unterschiede zwischen den Staaten und Deutschland/Europa?</strong><br />
In Deutschland sind die Leute begeisterungsfähiger, meistens. In den USA, gerade in Kalifornien, gibt es so viele kleine Clubs und da ist jeden Abend ein Gig, das interessiert dort fast keinen. Aber wir haben es doch geschafft die Amis vom Barhocker zu reißen. Das war eigentlich ganz cool, besonders in Las Vegas. Ach ja, bei den Amis ist immer ein super Sound in den Clubs, egal wie klein.</p>
<p><strong>Ihr seid ja nicht nur musikalisch sondern auch sportlich aktiv. Was macht ihr da genau?</strong><br />
Busty war Deutschlands Freestyle Moto Crosser, der auch einen Backflip gemacht hat. Till ist Dirt Jump Pro und ich war Mountainbike Downhill Profi.</p>
<p><strong>Ist es nicht schwer, das alles unter einen Hut zu bringen?</strong><br />
Auf jeden Fall, besonders Band, Studio, proben etc. Wir sind ja permanent in der ganzen Welt unterwegs.</p>
<p><strong>Ihr sagt, ihr habt Euch schon mehr Knochen gebrochen, als jede andere Band. Leidet die Band nicht darunter? Musstet ihr deshalb schon Konzerte absagen o.ä.?<br />
</strong>Bisher noch nicht. Bei einem Gig mit NOFX musste ich mit einem Astronautenschuh spielen, da ich mir das Sprunggelenk &amp; Wadenbein mehrmals gebrochen und alle Bänder abgerissen habe und eigentlich nicht mit dem Fuß auftreten durfte, aber irgendwie ging es dann doch</p>
<p><strong>Was hat denn Priorität, der Sport oder die Band?</strong><br />
Da unser Sport auch unser Job ist, Busty ist Chefredakteur der motoX, Martin stellv. Chefredakteur und ich Chefredakteur vom Mountainbike Rider Magazine, definitiv der Sport, aber Musik und die Band sind schon weit oben auf der Prioritätenliste.</p>
<p><strong>Die neue CD &#8216;Barfights &amp; Drunken Nights&#8217; ist ja erst vor kurzem erschienen. Wie sehen denn Eure Pläne für die Zukunft aus?</strong><br />
Da wir im Sommer sehr wenig Zeit haben, wollen wir im Winter Vollgas geben und Konzerte in Deutschland und evtl. der Schweiz spielen. Der Rest kommt dann.</p>
<p><strong>Zum Schluss noch ein paar bemühte, wohlüberlegte letzte Worte? </strong><br />
Das Leben ist kurz, nutzt jeden Tag als wen er der letzte wäre!</p>
<p><strong>Na dann &#8216;Hals &amp; Beinbruch&#8217; und vielen Dank für das Interview! </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/dandryers" target="_blank">www.myspace.com/dandryers</a></p>
<p><strong>Hier noch das Video zum Song  &#8216;Senseless&#8217;:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="595" height="432" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/QDhnB5mt7Jg" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="595" height="432" src="http://www.youtube.com/v/QDhnB5mt7Jg"></embed></object></strong></p>
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		<title>WÖLLI &amp; DIE BAND DES JAHRES</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 10:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[(Fast) alle kennen ihn noch als Drummer der TOTEN HOSEN, bei denen er vor einigen Jahren leider aus gesundheitlichen Gründen aussteigen musste. Jetzt ist er vom Schlagzeug ans Mikrophon gewechselt und fängt quasi wieder bei Null an. Mit seinem Debüt-Album “Das ist noch nicht alles“ im Gepäck, geht’s in wenigen Tagen mit der BAND DES [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>(Fast) alle kennen ihn noch als Drummer der TOTEN HOSEN, bei denen er vor einigen Jahren leider aus gesundheitlichen Gründen aussteigen musste. Jetzt ist er vom Schlagzeug ans Mikrophon gewechselt und fängt quasi wieder bei Null an. Mit seinem Debüt-Album “Das ist noch nicht alles“ im Gepäck, geht’s in wenigen Tagen mit der BAND DES JAHRES auf Tour durch die verrauchten Clubs der Republik. Wölli hat noch lange nicht genug und will es noch mal wissen. Uns ging es ähnlich und so stillten wir unseren Wissensdurst mit ein paar Fragen an den “Drunken Drummer“. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Hi Wölli! Wir hatten ja vor 2 Jahren schon mal das Vergnügen ein paar Worte zu wechseln. Ist viel passiert in dieser Zeit und Du warst auch mächtig fleißig gewesen. Bist Du vollends zufrieden mit Deinem ersten Longplayer oder gibt’s hier und da auch Parts, die Du im Nachhinein doch lieber anders gemacht hättest? Vielen Künstlern fallen Kleinigkeiten ja erst auf, wenn sie ein wenig Abstand zum Produkt hatten.</strong><br />
Also das Produkt ist ja noch ganz frisch, aber zur Zeit steh’ ich ohne Abstriche voll und ganz hinter dem Album. Denke, ich könnte es nicht besser machen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Wölli-03.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6211" title="Wölli 03" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Wölli-03-300x290.jpg" alt="" width="300" height="290" /></a>Damals hast Du noch mit dem GOLDENE ZEITEN ORCHESTRA musiziert, heute ist WÖLLI &amp; DIE BAND DES JAHRES daraus geworden. Hast Du alle Musiker aus der alten Truppe mit übernommen und warum der Namenswechsel?</strong><br />
GZO war halt ein Projekt mit ganz vielen Musikern, die von meinem Label Goldene Zeiten Records kamen. Mit der Zeit ist es aber eine feste Besetzung geworden, eine richtige Band, also daher der Namenswechsel. Alle Musiker aus WÖLLI &amp; DIE BAND DES JAHRES haben auch das Album eingespielt.</p>
<p><strong>Dein Album ist musikalisch ziemlich abwechslungsreich geworden, womit wohl viele nicht gerechnet hätten. Warum wolltest Du kein reines Punkalbum machen oder eines, das nach den TOTEN HOSEN klingt?</strong><br />
Warum sollte ich ein TOTE HOSEN Album machen. Die Band gibt’s ja schon. Natürlich haben die 15 Jahre als Hosendrummer mich beeinflusst, worauf ich stolz bin, aber… ich habe auf dem Album jede Freiheit gehabt. Nichts musste so klingen wie irgendwelche Vorbilder. Ich hab’ einfach gemacht, was mir zu den Texten gerade so eingefallen ist. Warum sollte ich mich auf einen Musikstil festlegen. Es gibt so viel gute und unterschiedliche Musik. Sein wir froh darüber. Wäre doch schlimm, wenn alle die gleiche Grütze hören. Ich muss niemandem etwas beweisen und bin froh, dass ich so vielseitig arbeiten darf. Jeder Ton auf dem Album hat Spaß gemacht, egal wie man die Musikrichtung nennt, solange die Wurzeln doch noch im Punk liegen.</p>
<p><strong>Die meisten Stücke sind sehr persönlich geworden, aber manchmal fällt es mir schwer, zwischen Ironie und Wahrheit zu unterscheiden. Wie viel Wahrheit steckt z.B. im Text von “Der Mann hinter dem Schlagzeug“, in dem Du Dich quasi als unbeachteter Mensch im Hintergrund beschreibt?</strong><br />
Jau, eine witzige Frage. Der Mann hinter dem Schlagzeug ist ein wirklich sehr ironischer Rückblick. Es ist doch so, das über Schlagzeuger die meisten Witze gemacht werden. Wer will denn den Schlagzeuger zum Interview, das ist Sache des Sängers. Schlagzeuger werden am meisten unterschätzt. Ich hatte die bisher schönsten 15 Jahre meines Lebens als Drummer der TOTEN HOSEN, bin aber immer und immer wieder auf diese Vorurteile gestoßen und das wollte ich mit dem Song ausdrücken, ein ironischer Rückblick auf eine Funktion und einen Zeitraum, die von Vorurteilen geprägt sind. Drummer sind die Geilsten!!!</p>
<p><strong>“Mein wildes Herz“, der Opener, ist ne´ schöne Rocknummer geworden. Darin besingst Du, dass immer noch ein wildes Herz in Dir schlägt. Inwieweit würdest Du sagen, verändert das Alter so ein wildes Herz? Frisst der Reifeprozess mit zunehmendem Alter nicht automatisch die Rebellion?</strong><br />
Nicht unbedingt oder sogar das Gegenteil könnte eintreten. Klar, das Ersatzteillager im Körper wird immer größer, aber das ist doch kein Grund, dass man nicht mehr rebellisch sein kann. Ich beurteile keine Menschen nach Ihrer Hautfarbe und ebenso niemanden nach seinem Geburtsjahr. Wichtig ist doch nur wie ein Mensch sich gibt, wie er sich verhält. Klar sind viele Alte Scheiße und frustriert. Viele haben auch allen Grund, wenn Sie auf ihr bisheriges Leben zurückblicken. Aber bitte werft nie alle in einen Topf. Es gibt ältere Leute und dazu zähle ich mich, die rebellischer sind, immer noch ein wildes Herz haben, und auch noch einen gesunden Schuss in der Birne haben,  als ganz viele 20-30-jährige, die doch jetzt schon „FERTIG“ sind. Habt mehr Spaß!!!!! Gebt den Alten eine Chance!!!!!</p>
<p><strong>Neben Countryeinflüssen hört man auf der Platte auch welche aus dem Schlagerbereich. Ihr habt ja damals schon als ROTE ROSEN Schlager durch den Punkwolf gedreht, nur diesmal bist Du sehr dicht am Original geblieben. Hast Du Wurzeln im Schlager, bzw. Interpreten oder Songs, die Dich als Musiker, in Deiner Jugend oder auch heute noch beeinflussen oder begeistern?</strong><br />
Na klar, als ich anfing, so im Alter von 6-10 Jahren, Musik bewusst zu hören, musste ich mir ja jeden Scheiß, den meine Eltern sich angehört haben, reinziehen. Es gab nichts anderes. Das war in einer Zeit (für die jüngeren Leser hier kaum vorstellbar), da gab es nur 1-2 Fernsehsender oder eine Handvoll Radiosender. Scheint wohl so, dass davon noch ein bisschen bei mir hängen geblieben ist. Manche von diesen Schlagern sind so bescheuert, dass es schon wieder Spaß macht. In diesem Fall, Du meinst wahrscheinlich „Ich liebe das Leben“ von VICKY LEANDROS, kann ich aber auch sagen, dass wir den Song für die Tour live komplett anders arrangiert haben. Der ballert jetzt wie Sau. Das ist Punkrock.</p>
<p><strong>Die alten Kollegen von den HOSEN fanden sich ja auch als Gastmusiker zur Unterstützung im Studio ein und Campino und Vom waren bei 2 Stücken sogar Duettpartner. Gab´s von denen Kritik oder wertvolle Tipps oder hast Du Dir nicht reinreden lassen?</strong><br />
Ja, Campino bin ich wirklich sehr dankbar. Wir haben, bevor wir unser Duett „Alles noch mal von vorn „ eingesungen haben, alle meine Texte nochmals überarbeitet. Da bin ich dem Fachmann wirklich sehr dankbar. Die Hilfe hab’ ich gerne angenommen, schließlich hat Campi schon hunderte, wenn nicht tausende Songs geschrieben. Ich mal gerade erst 10-15 Songs. Ich wäre doch dumm, wenn ich solch’ Hilfe nicht annehmen würde. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass wir an diesem Wochenende sehr viel Spaß hatten und das Gefühl von früher, als wir gemeinsam Hosen-Platten aufgenommen haben, war ganz schnell wieder da. An dieser Stelle nochmals mein Dank an meine alten Kollegen.</p>
<p><strong>Der Albumtitel “Das ist noch nicht alles“ lässt ja scheinbar auf weitere Veröffentlichungen von Dir schließen. Jetzt geht’s ja erstmal auf Tour, aber danach? Gibt’s schon konkretere Pläne für die Zukunft?</strong><br />
Ich will und werde euch noch eine ganze Weile erhalten bleiben und vielleicht sogar auf den Sack gehen. Aber bevor wir jetzt weitere Pläne machen, möchte ich erst einmal die Tour jetzt Okt. &amp;. Nov. überleben, dann schau´n wir weiter.</p>
<p><strong>Stichwort Tour. Da rückst Du ja vom Dir altbekannten Platz hinter der Schießbude ganz nach vorne ans Mikro. Alle haben jetzt die klare Sicht auf Dich. Was meinst Du, wie ungewohnt wird dieser Wechsel für Dich werden?</strong><br />
Oh ja, davor hab ich richtig Schiss. Wenn`s mal nicht so gut lief früher als Drummer, konnte ich mich wenigstens hinter dem Schlagzeug ein wenig verstecken. Da vorn am Bühnenrand geht das natürlich nicht mehr. Und außer Singen kommt ja jetzt auch noch der Entertainfaktor dazu. Aber ich find’s irgendwie auch geil. Mit über 60 nochmal eine ganz neue Herausforderung. Ich liebe das Leben.</p>
<p><strong>Wie ist das bei Dir generell mit dem Tourleben. Hast Du dieses Feeling seit den HOSEN mal wieder erlebt? Hast Du es gar vermisst?</strong><br />
Habe ja viele Konzerte meiner jungen Bands, die ich  unterstützt und gefördert habe, erlebt. Aber selbst wieder Konzerte und Tour zu spielen, hab’ ich schon vermisst. Das ist wie beim Fußball, keiner sitzt gerne auf der Bank, alle wollen auf den Rasen und Tore schießen. So ähnlich ging’s mir auch.</p>
<p><strong>Im Gegensatz zu früher, wird es Backstage heute doch wohl um einiges gesitteter zugehen, oder laufen wir mit dieser Frage Gefahr, die Gesetze des Rock´n´Roll zu entkräften?</strong><br />
Da bin ich mir nicht so sicher, von wegen gesittet. Ich kenne mich und warne jetzt schon mal alle Clubs und Veranstalter… der alte Mann ist wieder unterwegs…</p>
<p><strong>Du hast wahrscheinlich schon mehrmals gehört, dass sich Deine Stimme beim Song “Kein Grund zur Traurigkeit“ verdächtig nach JOHNNY CASH anhört. Habt ihr vielleicht sogar 1-2 Coversongs vom guten Johnny im Live-Repertoire? Falls nicht, vielleicht ist das ja mal ne´ Anregung.</strong><br />
Dass ich mit diesem Song des Öfteren in die Nähe von JOHNNY CASH gerückt werde, ehrt mich sehr, weil ich JOHNNY CASH sehr schätze. Ich werde über Deine Anregung nachdenken und evt. doch noch einen anderen Cash-Song covern. Ist wirklich unglaublich, was der in seinem Leben für geile Songs rausgehauen hat. Respekt.</p>
<p><strong>Wölli, lass es krachen und bis zum nächsten Mal.</strong><br />
Danke, hat Spaß gemacht und ich verspreche an dieser Stelle allen, die zu den Konzerten kommen werden: Schnallt euch an wir geben alles!</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Wölli-02.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6210" title="Wölli 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Wölli-02-590x426.jpg" alt="" width="590" height="426" /></a></p>
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		<title>SONIC BOOM SIX</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 07:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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Es ist doch immer wieder schön und interessant zugleich, wenn sich zwischen den gewohnten Punkrock, den wir ja alle so lieben, was Untypischeres mischt. Bands wie SONIC BOOM SIX zum Beispiel, die neben ihren Punkrockwurzeln auch noch welche im Hip Hop haben und diese miteinander verwachsen lassen. Ihre letzte Scheibe “ Rude Awakening“ ist zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-Schriftzug.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-6085" title="Sonic Boom Six Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-Schriftzug-590x132.png" alt="" width="590" height="132" /></a><strong><br />
Es ist doch immer wieder schön und interessant zugleich, wenn sich zwischen den gewohnten Punkrock, den wir ja alle so lieben, was Untypischeres mischt. Bands wie SONIC BOOM SIX zum Beispiel, die neben ihren Punkrockwurzeln auch noch welche im Hip Hop haben und diese miteinander verwachsen lassen. Ihre letzte Scheibe “ Rude Awakening“ ist zwar schon wieder ein paar Monate alt, dreht aber weiterhin treu ihre Runden in meiner Anlage. Und weil das so ist, fand eine elektronische Übermittlung statt, mit der ein paar Fragen in Richtung Manchester gingen, die uns Barney Boom, Bassist und Sänger/Rapper der Band, freundlicherweise beantwortete. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hey! Schön dass wir dir ein paar Zeilen entlocken können. Leider bin ich erst mit der “Rude Awakening“ Compilation auf euch aufmerksam geworden und so wie mir, geht´s sicherlich auch noch einigen Anderen hierzulande. Dass ihr aus Manchester kommt und euch 2002 gegründet habt, hab ich schon herausgefunden. Aus welcher Motivation heraus habt ihr euch denn gegründet. Einfach nur aus Spaß oder weil ihr diverse Ziele und Träume verfolgt?</strong><br />
Nun, erst mal Hallo an alle Leute, die uns noch nicht kennen. Die Motivation hinter der Bandgründung war, dass wir alle schon in verschiedenen Punkbands in Manchester gespielt hatten, aber jetzt eine neue Band gründen wollten, die auch Anteile aus anderen Musikrichtungen beinhaltet, die wir mögen, wie Reggae, Hip Hop, Drum ´n Bass und Garage. Es gab eine Menge Bands in der britischen Ska-Punkszene, die verschiedene Sounds mit Punk gemixt haben, und da haben wir dem ganzen nur unseren persönlichen Dreh gegeben. Die Bands hatten eine sehr originelle Herangehensweise an die Musik, sodass die Leute ziemlich drauf abgegangen sind, das waren Bands aus UK, von denen du wahrscheinlich noch nicht gehört hast wie zum Beispiel No Comply, Adequate 7, Howards Alias oder Mouthwash. Wir wollten dieser Musik unseren eigenen Dreh geben und Hip Hop und Drum ´n Bass mit rein nehmen und Teil dieser Szene im Underground hier in UK werden. Wir hatten eigentlich nie irgendwelche Ziele außer Spaß haben, kreativ sein und auf Tour gehen. Aber wir haben es immer geliebt, Konzerte zu spielen und lieben unsere Fans und sind heute sogar noch stärker als je zuvor!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Seid ihr alle in Manchester geboren oder seid ihr zum Studieren in diese Stadt gezogen?</strong><br />
Laila, Neil und ich, also die Originalmitglieder der Band, kommen aus Manchester und sind schon seit der Schule befreundet. Neil und ich haben uns sogar schon in der Spielschule (Infant School) kennen gelernt, das heißt, wir waren damals 5 Jahre alt! Laila und ich trafen uns, als wir 12 waren oder so. Wir blieben alle in Manchester um zur Uni zu gehen, weil wir die Stadt so sehr mochten. Wir haben auf der Uni dann Ben kennen gelernt, unser alter Gitarrist, der Gründungsmitglied war und ein sehr wichtiger Mensch in unserer Bandgeschichte.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Geht ihr neben der Band noch irgendwelchen Jobs nach oder kommt ihr mit der Musik halbwegs über die Runden?</strong><br />
Eine Zeit lang haben wir nicht gearbeitet, als wir durchgehend auf Tour waren, aber jetzt werden wir irgendwelche Teilzeitjobs in der Zeit annehmen, sofern nötig, da wir nicht unterwegs sind. Aber sobald unsere Platte draußen ist, werden wir unsere Jobs kündigen, denke ich mal. Ich kann´s kaum erwarten&#8230;</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das Besondere an euch ist sicherlich, dass ihr viele Stile miteinander vereint. Neben Punkrock lasst ihr auch noch Hip Hop oder Reggae mit in euren Sound einfließen. Kommt ihr alle aus verschiedenen Szenen?</strong><br />
Absolut. Ben und ich haben uns an der Uni kennen gelernt und es war damals so, dass wir tief in der Dance und Hip-Hop-Szene steckten, aber Punkmusik mochten. Das war die Schöpfungsgeschichte der Band. Ich war damals hobbymäßig Emcee auf Parties und bei Clubnächten, und Ben eben auch, und so kam das dann. Ich hab als Teenie Punkmusik geliebt, als ich dann zur Uni kam, hörte ich immer mehr Dancemusik und kam in die Clubbing, Free-Party- und Raveszene rein, habe aber nie meine liebe zum Punk verloren. Das war die Szene, die ich kannte und verstand, also habe ich Ideen und Inspiration von den anderen Szenen mit in den Punk übernommen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ich geh mal davon aus, das ihr alle musikalisch recht früh und in jungen Jahren gefördert wurdet, richtig?</strong><br />
Nicht wirklich, ich bin in einem musikalischen Milieu aufgewachsen, weil mein Vater Bass gespielt hat, vor allem in Coverbands, deswegen war immer Musik um mich herum. Ich hatte Platten und hörte schon sehr früh Musik, aber ich wollte immer ein Künstler sein. Aber unter 17 war da gar nichts, und dann erst fing ich an Bass zu spielen. Ich hab mich richtig darauf gestürzt, weil ich das Gefühl hatte, zu spät angefangen zu haben. In vielerlei Hinsicht wünschte ich, ich hätte die musikalische Erziehung von zum Beispiel Nick, unserem Gitarristen, der Gitarrenstunden als Kind hatte. Ich arbeitete sehr hart als später Teenager, um das aufzuholen. Ich hab kurz nachdem ich angefangen hatte, auch schon in Bands gespielt, ich glaube, das ist auch sehr wichtig.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Siehst du bei Punkrock und Hip Hop irgendwelche Gemeinsamkeiten oder sind es die Gegensätze die sich anziehen?</strong><br />
Da sind eine ganze Menge Gemeinsamkeiten. Vom Herzen und der Abstammung, es sind beides Musikrichtungen, die die Belange und Perspektiven von echten Menschen ausdrücken, es ist volkstümliche Musik (ich schreib jetzt mal nicht Volksmusik, Anm. d. Übersetzers), die Poesie der Straße und sie drücken die Frustration der Unzufriedenen aus. Ich sehe da überhaupt gar keine Gegensätze, in keinster Weise. Publik Enemy haben mehr mit The Clash gemeinsam als so manche Gitarrenband.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6086" title="Sonic Boom Six 2" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-2-590x405.jpg" alt="" width="590" height="405" /></a><br />
Ugly Punk: Seit ihr bei manchen Songs auf Gastmusiker angewiesen, um diese musikalisch umsetzen zu können oder regelt ihr fünf das auf der Bühne komplett alleine?</strong><br />
Wir lieben es, Gastmusiker und Gastsänger einzusetzen. Das ist auch wieder ein sehr Hip-Hop-mäßiges Ding, denn es bringt viele andere Texturen und Ideen rein. Mein Lieblingssong von Sonic Boom Six ist wohl „Ya Basta“ von der „Arcade Perfect“, der Song hat 3 Gastsänger, als da wären Itch von The King Blues, Johnny One-Lung von The Filaments und Babar Luck.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Mit Autoritäten, wie z.B. der Polizei, geht ihr in euren Texten recht kritisch ins Gericht. Habt ihr viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht und wenn ja in welcher Form?</strong><br />
Als ich in der Free-Party und Raveszene war, habe ich viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Vor allem in der Form, dass sie mehr Probleme verursachen, als sie lösen, indem sie aggressiv werden und sich danach unbeholfen anstellen und nachdem sie eine Konfrontation gestartet haben, die nicht hätte sein müssen. Ich hab aber auch schon gute Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Ich denke, ein bisschen Selbstkontrolle innerhalb der Polizei, wenn sie andere Officers bei Dingen beobachten, die nicht so korrekt sind, wäre großartig. Die Polizei scheint das komplett auszublenden, welche Auswirkungen das korrupte und scheinheilige Verhalten einiger Officers hat. Eine schlechte Erfahrung prägt dich mehr als 10 gute, denn die Erfahrung, dass jemand der dir helfen sollte, seine Macht missbraucht, ist einfach widerlich. Um ehrlich zu sein haben wir nur einen Song über die Polizei und das ist „Piggy In The Middle“, wobei es bei dem Song auch mehr um den Missbrauch von Macht eines Schulfreundes geht und weniger um die Polizei als Ganzes.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr habt ja schon einige Städte und Länder bereist. Sind da große Unterschiede beim Publikum feststellen? Gibt’s Orte, an denen das Publikum verhaltener ist oder besonders gut abgeht. Was waren bisher eure beschissensten und was eure besten Live-Erlebnisse?</strong><br />
Meistens sieht man von den eigentlichen Städten ja nicht so viel, wie man gern möchte. Du kommst nach einer Tagesreise in die Stadt und musst erst mal Soundchecken und den Gig spielen, nicht ganz das, was man sich so vorstellt. Es ist großartig in Städten wie Berlin oder Paris einen Off-Day zu haben, sodass man da ne Sight-seeing-Tour machen und den Aufenthalt genießen kann. An verschiedenen Orten sind die Menschen verschieden, und so ist es auch verschiedenen, wie sie die Band aufnehmen, es ist schwer, da klare Linien zu ziehen. Kids in Städten, die häufiger Shows sehen, scheinen manchmal eher zurückhaltender zu sein, während da, wo weniger Konzerte sind, es leichter ist, zu den Leuten durchzudringen. Der verrückteste Gig den wir je hatten, war in einer Schule in Frankreich, wo wir Nachmittags auf einem Festival gespielt haben. Wir hauten den ersten Song raus und ich konnte nicht weiterspielen, weil ich so krass lachen musste&#8230; der gesamte Schulhof hatte sich in einen riesigen Moshpit aus springenden Kindern verwandelt! Es war unglaublich, die Kinder Crowd-surfing und mitsingen zu sehen, das war definitiv unser lustigster Gig.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Welche Bands oder Künstler würdet ihr als eure größten und wichtigsten Einflüsse nennen?</strong><br />
Ich denke, dem Folgend, dass eine Gitarrenband neue Sounds zu ihrer Palette hinzufügt und sich diese Sounds entwickeln, sind The Clash unser größter Einfluss. Den größten direkten Einfluss hatte eine Band hier aus UK, namens King Prawn, mit denen wir unsere erste Tour hatten und die ihr euch wirklich mal anhören solltet. Weiterhin, bezogen auf einen weiteren Genrekreis, würde ich sagen The Specials, Public Enemy, Refused, The Fugees und The Streets waren die Bands, die uns wirklich inspiriert haben.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Kennt ihr auch deutsche Punkbands?</strong><br />
Ja, wir kennen die Toten Hosen hier drüben, die hatten Anfang der 90er einige recht bekannte Songs hier.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ich nenn dir mal 10 Begriffe und du sagst mir zum Abschluss doch bitte mit wenigen Worten, was du davon hältst. </strong></p>
<p><strong>Drogen?</strong><br />
Spaßig und augenöffnend in Grenzen, gefährlich ohne. Du solltest es nicht zu lang und zu oft machen. Die Quelle einiger meiner besten Momente meines Lebens, aber auch der Tiefpunkte.</p>
<p><strong>Sex Pistols?</strong><br />
Diejenigen, die den UK-Punk losgetreten haben. Großartig, deutlich, wütend, kraftvoll.</p>
<p><strong>Straight Edge?</strong><br />
Ich habe eine Menge Respekt für die Straight-Edge-Szene und die Straight-Edge-Musik. Ich habe aber ein Problem mit dem Gedanken, dass Alkohol ein Feind ist, denn ich glaube nicht, dass er das ist. Aber ich liebe Straight-Edge-Shows und die Leute können sehr lustig sein.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Gangsta Rap?</strong><br />
Ich liebe es. NWA, Schooly D und Ice T haben genau das beschrieben, was um sie herum abgeht. Dr Dre und die West Coast wie Snoop Dogg sind verantwortlich für einige der besten Produktionen und Musik, die es je gab. Ich glaube, dass die Leute den Humor übersehen, der nahezu allgegenwärtig ist. Für mich ist es auch nicht groß anders als Goodfellas zu gucken. Ich liebe Gangster Rap und klassischen NY-Rap. Meine Lieblingsmusik ist Nas, Jay-Z, Notorious BIG, Big L und Wu Tang, etc.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Monarchie?</strong><br />
Veraltet. Eine Erinnerung an eine Welt, aufgeteilt in Haben und Nicht-Haben. Fundamental gegen meine Sicht auf die Entwicklung der Gesellschaft. Ich würde es gern loswerden.</p>
<p><strong>Sex auf Tour?</strong><br />
Wenn du Single bist, ist nichts Verkehrtes dran. Ne´ Menge Spaß! Ich bin keine wertende Person, aber wenn du einen Partner zu Hause hast, aber ne´ Menge Sex auf Tour haben willst, solltest du dich besser trennen, statt es hinter seinem/ihrem Rücken zu machen. Aber das ist auch das einzig Negative, was mir einfällt&#8230;</p>
<p><strong>Religion?</strong><br />
Ich habe eine spirituelle Seite und ich sehe den Wert von Religion. Aber es geht so viel Negatives von Religion aus, wie Intoleranz, Krieg, Justizmentalität und dergleichen. Der Fall ist den Flug nicht wert. Ich würde mir wünschen, dass die ganze Gesellschaft komplett säkularisiert wäre. Wenn du etwas anbeten möchtest und dir ein Glaubenssystem darauf aufbaust, sollte das nur dich selbst betreffen und nicht andere, die das nicht tun, wenn du mich fragst.</p>
<p><strong>Manchester United?</strong><br />
Ob die Leute es mögen oder nicht, eine der besten und geschichtsträchtigsten Mannschaften auf der Welt. Ein guter Quell des Stolzes als “Mancunian”.</p>
<p><strong>Manchester City?</strong><br />
Noch ein großer Quell der Stolzes als “Mancunian”. Großartiges Team! Großartige Fans.</p>
<p><strong>Mainstream?</strong><br />
Ich hab wirklich überhaupt gar kein Problem mit dem Mainstream. Die Mehrzahl der Menschen entscheidet sich, das zu hören oder zu gucken, also sollte man das respektieren. Reality TV ist trotzdem SCHEISSE! Es ist ein totales kreatives Vakuum und der Tod für vernünftige Fernsehprogramme. Mainstream-Musik stört mich wirklich nicht. Ich würde eher Popmusik hören als trendige Gitarrenbands, wenn ich ehrlich sein soll.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Besten Dank für die Antworten. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Übersetzung: Tammo</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-04.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6088" title="Sonic Boom Six 04" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/Sonic-Boom-Six-04-590x393.jpg" alt="" width="590" height="393" /></a></em></p>
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		<title>SS-KALIERT</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 07:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tammo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
SS-KALIERT sind eine Band, die im Laufe der Jahre vielen Leuten sauer aufgestoßen ist, verschiedene Provokationen, angefangen beim Bandnamen bis zu Songtexten und Coversongs, haben ihnen oft eine eher schlechte Presse eingebracht.
Trotzdem gab es eine Welle der Solidarität, als sie wegen unhaltbarer Vorwürfe ihren Schriftzug betreffend vor den Richter gezerrt wurden. Auch haben sie sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/SS-Kaliert-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6074" title="SS-Kaliert Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/SS-Kaliert-Schriftzug.jpg" alt="" width="592" height="108" /></a><strong><br />
SS-KALIERT sind eine Band, die im Laufe der Jahre vielen Leuten sauer aufgestoßen ist, verschiedene Provokationen, angefangen beim Bandnamen bis zu Songtexten und Coversongs, haben ihnen oft eine eher schlechte Presse eingebracht.<br />
Trotzdem gab es eine Welle der Solidarität, als sie wegen unhaltbarer Vorwürfe ihren Schriftzug betreffend vor den Richter gezerrt wurden. Auch haben sie sich mittlerweile im In- und Ausland eine stabile Fanbasis erarbeitet, die nun mit einem neuen Album beglückt wird. Super Zeitpunkt also, um mal ein paar Fragen an Benni  zu richten.</strong></p>
<p><strong>Moin erst mal, alles klar bei euch?</strong><br />
Benni: Moin! Yo soweit alles klar, bin im Flieger nach Zürich.</p>
<p><strong>Warum hat es so lange (3 Jahre) gedauert, bis das SUBZERO &#8211; Album fertig und draussen war?</strong><br />
Benni: Wir haben zwischenzeitlich als Band, sowie teilweise auch persönlich, einige Probleme oder besser gesagt schwere Zeiten erlebt, also nicht untereinander, sondern so ne´ Verkettung aus blöden Situationen, so das der Kopf nicht frei war, sich vernünftig ums Songwriting zu kümmern. Als wieder alles soweit im Lot war, wurde der Großteil innerhalb von 2-3 Monaten fertig gemacht. Wir haben auch den Fehler gemacht nie ne Pause einzulegen, sondern immer, sobald es wieder nach Ordnung aussah, Konzerte angenommen und auf Tour gefahren&#8230;</p>
<p><strong>Im Vergleich zu den älteren Sachen von euch kommt SUBZERO ziemlich fett daher, wie kam das zustande? Liegt das auch am Wechsel zu People Like You &#8211; Records?</strong><br />
Benni: Indirekt schon, weil People Like You Records uns den Produzenten Waldemar Sorychta nahe gelegt und vorgestellt haben. Der Kerl weiß schließlich wie man ne Killer-Produktion hinlegt und hat entsprechend dafür gesorgt, das die Scheibe besser knallt als sie es ohne seine Hilfe durch die Songs eh schon getan hätte. BÄM! Haha.</p>
<p><strong>Ihr habt in den Liner-notes von sowohl &#8220;Vorhang Auf&#8221; als auch &#8220;Es Es-Kaliert&#8221; die Ansage gegen Bands, die nur wegen Kohle und Fame in der Szene unterwegs sind. Um wen geht es euch da?</strong><br />
Benni: Im Endeffekt ist das nur bei „Vorhang Auf“ so. „Es Es-Kaliert“ ist ja über uns, dass wir nicht so sind und auch trotz regelmäßig abboniertem Stress und Weiterentwicklung unsere Wurzeln mit einbringen. Es wurde bei dem Song mit Zeile schon an bestimmte Kandidaten gedacht&#8230; u.a HELLRATZ, BETONTOD und noch ein paar andere, aber im Grunde genommen ist er absichtlich sehr allgemein gehalten, das sich jede Band da rein interpretieren kann die sich so verhält, wie in dem Song beschrieben. Was meinst du, sollen wir mal nen ähnlichen Song schreiben wo auch Jeder namentlich erwähnt wird, damit sie auch die Gewissheit haben gemeint zu sein, oder würden dann Tränen fließen? Haha!</p>
<p><strong>Der Song &#8220;Der Parasit&#8221; ist eine &#8220;Ode&#8221; an die Hässlichkeit der Stadt Duisburg. Seid ihr da auf eine zynische Art und Weise Lokalpatrioten? Und was oder wer ist der Parasit?<br />
</strong>Benni:<strong> </strong>Nope &#8211; Lokalpatridioten auf keinen Fall&#8230; es ist wohl eher Bequemlichkeit sich keinen schöneren Ort zu suchen, weil man hier aufgewachsen ist, Freunde und Familie hat. Der Song ist ja auch sehr allgemein gehalten, dass man seinen tristen Alltagstrott in jede hässliche Stadt rein interpretieren kann. Der Parasit ist der innere Schweinehund, von dem man sich gerne mal in ner misslichen Lage runterziehen lässt und der die Trostlosigkeit noch verstärkt &#8211; Ich denke mal jeder kennt dieses nervige Gefühl. Mein Lebensmotto ist eigentlich nie den Kopf hängen zu lassen und immer weiter zu machen egal wie misslich die Lage ist, nur so wird wieder alles besser. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen allerdings nicht und da überkommt mich auch der Parasit. Der Text ist von Torsten, spricht mir aber komplett aus der Seele.</p>
<p><strong>IHD2 ist ein ziemliches Hassbrett, bei dem Text fühlte ich mich fast ein wenig an die Fehden von Hiphoppern in Sachen Battlerap erinnert. Was war da los?<br />
</strong>Benni:<strong> </strong>Haha &#8211; gut erkannt! Ich höre gern Battlerap und Disstracks &#8211; aber den Text hab ich über wen geschrieben, als ich sauer auf die Person war war &#8211; freut mich das man das raushört! Ich versuch nämlich alle Texte aus aktuellen Emotionen zu schreiben!</p>
<p><strong>Sind die Texte immer noch &#8220;nur&#8221; von Benni und Torsten?<br />
</strong>Benni:<strong> </strong>Yo, da wir beiden die Band gegründet haben und da wir uns auch die Vocals teilen, wird das auch so bleiben. Allerdings hat Moritz (der Neue) auch ne wütende Stimme &#8211; vielleicht bauen wir ihn mal mit ein, dann hat er auch Mitschreibrecht ; )</p>
<p><strong>Ihr habt auch nen Song über Touren in Russland geschrieben. Was reizt euch so sehr an dem Land? Gibts da bestimmte Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden?<br />
</strong>Benni:<strong> </strong>Wir haben einfach einen riesen Respekt vor den Leuten, die sich in diesem korrupten und von Nazi-terror befallenen Land gegen das System stellen &#8211; Die Leute sind  trotz dem täglichen Stress so into-it und Leben Punkrock einfach, koste es was es wolle. Deswegen sind sie auch so dankbar, wenn mal ne Band sie besuchen kommt, entsprechend gehen die Shows da auch ab! Dieser Song ist unsere Dankessagung und unser Respekt an die Leute in Russland! Story’s gibt’s ohne Ende! Die meisten haben wir ja in dem Russian Roulette Text reingepackt. In St.Petersburg z.B. haben wir vor 750 Leuten 2 Songs gespielt, dann wurde uns der Strom abgestellt, weil ne Bombendrohung von Nazis das Konzert verhindern sollte (und dann auch leider hat). Oder in Moskau waren die Türsteher vom Club mal eben uniformierte Bullen, um das Konzert vor Nazianschlägen zu schützen. Aber so übel das auch klingt &#8211; wir haben bisher ausnahmslos geile Shows gespielt und die russischen Punx sind einfach total gastfreundlich!</p>
<p><strong>Die 2 Songs übers Touren erwecken den Eindruck, dass ihr gern auch im Ausland unterwegs seid. Sind die Shows im Ausland besser als hier? Kann man da vielleicht sogar eine Parallele zu OXYMORON ziehen?<br />
</strong>Benni: Wenn du mit „Ausland“ generell überall außer Deutschland meinst, dann sind die Shows im Ausland besser, weil da einfach zu viele Städte bei sind, die einfach so abgerissen wurden &#8211; da kann in Deutschland leider nur wenig mithalten. Gera, München oder Berlin Tommyhaus vielleicht, aber sonst kann ich mich nicht erinnern, das die ganze Halle abging wie z.B in Moskau, Brno, Thessalonikki oder Zürich. Also Leute &#8211; ruhig mal mehr Action vor der Bühne starten ; ) Zu OXYMORON würden wir musikalisch gesehen nicht eine einzige Parallele ziehen &#8211; dafür sind wir einfach zu unterschiedlich, oder OXYMORON sind einfach zu gut, um mit uns verglichen zu werden, haha, keine Ahnung, aber ich glaube wir sind schon mehr rum gekommen als die Oxy’s&#8230; zumindest waren wir überall, wo sie auch schon waren, glaube ich&#8230; Damn &#8211; ich zieh mir jetzt sofort die „The Pack Is Back“ LP rein!</p>
<p><strong>Ihr hattet in der Szene immer wieder Ärger (der Song Faschistenpack, das Linke Spießer- Cover von SLIME, etc). Hat sich das auf Deutschland beschränkt, ist euer Ruf international ein anderer als national? Ist die Szene in Deutschland engstirniger?<br />
</strong>Benni: Ja man, Deutschland ist viel engstirniger als alle anderen Länder &#8211; wenn überhaupt Kritik  aus dem Ausland kommt, dann stellt man halt ein paar Dinge klar und gut is. In Deutschland sind die Leute teilweise so festgefahren&#8230; Aber dadurch trennt man auch die Spreu vom Weizen &#8211; ich hab eh kein Bock auf irgendwelche 9 x klugen PC-Hampel, die ihr Leben am Rechner verbringen und scheiße labern, weil sie kein eigenes Leben haben. Von daher passt es mir schon ganz gut, dass wir die dann gegen uns haben. Viele Leute fragen auch nach oder überzeugen sich selbst und das ist dann wieder cool &#8211; so was wollten wir ja durch den Namen erreichen.</p>
<p><strong>Noch mal zurück zu eurer Platte, welchen Song findet ihr am besten? Warum?</strong><br />
Benni: Ich finde alle Songs super, sonst wären sie nicht auf der Platte. Generell bin ich eh super selbstkritisch, deswegen kann ich mich auch mit keiner Platte von uns bisher anfreunden, weil es nie so wurde, wie ich wollte. Aber hervorheben würde ich “Vorhang auf“ (weil er Idioten provoziert), “Subzero“ (musikalisch mein Fav) und “I.H.D.2” (Solo am Anfang zerberstet ALLES).</p>
<p><strong>Zum Abschluss noch mal zum Lieblingsthema der letzten Monate, der Grauzone. Ist das in euren Augen ein ernst zu nehmendes Thema oder nur was für Internetmaulhelden und die maßgeblichen Lästerschwestern der Szene? Wie geht ihr, die ihr ja Freunde sowohl im Crust- als auch im Oi!-Bereich habt, damit um? Wie steht ihr  zu Bands wie KB oder FREI.WILD?</strong><br />
Mich interessiert die scheiße ehrlich gesagt nicht&#8230; das sind in meinen Augen Kackbands, die ihr Ding machen &#8211; wir sind einfach meilenweit entfernt davon und würden eh nicht mit ihnen spielen. Das können andere machen, wie z.B BETONTOD oder so. Ich find es auf jeden Fall absolut scheiße, dass sie diesen Schützenfest/bildzeitungsleserfans von besagen Bands die Türen zum Punkrock zeigen. Aber da sind dann wieder Bands wie wir am Zuge, die so Spinnern zeigen, dass sie nicht willkommen sind.</p>
<p><strong>So, wir kommen zum Ende. Hab ich noch ne Frage vergessen? Wollt ihr noch was loswerden?</strong><br />
Hmm&#8230; ich vermisse jetzt grade keine Frage &#8211; sehr cooles Interview! Vielen Dank Tammo! Auch beste Grüße an alle, die sich die Zeit genommen haben und die sich dafür interessieren, was wir zu sagen haben! Bei Fragen schreibt mir ne Mail: <a href="mailto:benni@ss-kaliert.de">benni@ss-kaliert.de</a></p>
<p><strong>Dann dank ich fürs Interview!</strong><br />
<strong>PS: Fuck downloads &#8211; buy Vinyl!!!</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/SS-Kaliert-02.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6075" title="SS-Kaliert 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/09/SS-Kaliert-02-590x394.jpg" alt="" width="590" height="394" /></a></strong></p>
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		<title>FAHNENFLUCHT</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 07:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
FAHNENFLUCHT gehören zweifelsohne zur Speerspitze der Deutschpunkszene. Mit kritischen und nachdenklichen Texten und einem wuchtigem Soundgewand, verschaffen sie sich bereits seit Ende der 90´iger Jahre Gehör und sind über die Jahre kein bisschen leiser geworden. Aktuell haben sie ihr neues Album “Schwarzmaler“ im Gepäck, für uns ein guter Grund, die Fahnenflüchtigen mit ein paar Fragen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5930" title="Fahnenflucht Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht-Schriftzug.jpg" alt="" width="488" height="73" /></a><br />
FAHNENFLUCHT gehören zweifelsohne zur Speerspitze der Deutschpunkszene. Mit kritischen und nachdenklichen Texten und einem wuchtigem Soundgewand, verschaffen sie sich bereits seit Ende der 90´iger Jahre Gehör und sind über die Jahre kein bisschen leiser geworden. Aktuell haben sie ihr neues Album “Schwarzmaler“ im Gepäck, für uns ein guter Grund, die Fahnenflüchtigen mit ein paar Fragen zum neuen Werk, aber auch zu anderen Dingen, zu löchern. Rede und Antwort standen seitens FAHNENFLUCHT: Sänger Thomas, Bassist Marc, Gitarrist Mole und Drummer Jan.<br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Starten wir mal mit einer ungewöhnlichen Frage… wenn heute Wahl wäre, welche Partei würdet ihr wählen und warum?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Keine. Darum!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Ich sehe derzeit keine Partei als pflichtbewusst genug um von mir unterstützt zu werden. Ich denke auch nicht, dass es in absehbarer Zeit eine geben wird.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten…</p>
<p><strong>Ugly Punk: Mit “Schwarzmaler“ habt ihr kürzlich euren vierten Longplayer veröffentlicht. Es gibt viele Durchhalteparolen (u.a. “Augen auf!“), aber auch Stücke wie “Schwarzmaler“, die resignierter klingen. Ist eure Gefühllage ein ständiger Kampf zwischen Hoffnung und Resignation?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Naja, Resignation klingt mir persönlich jetzt zu endgültig. Die naive Hoffnung auf eine etwas bessere Welt trage ich immer noch in mir, aber ein Blick auf die realen Umstände und Aussichten, lässt mich auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Aber wie gesagt, Resignation wäre Selbstmord.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Ich schließe mich dem an, resignieren heißt die Hoffnung und somit sich selbst aufgeben. Würden wir das machen gäbe es keine neuen Songs und wir würden aufhören nachzudenken bzw. anfangen alles lautlos hin zu nehmen!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Auf der einen Seite sehe ich noch die Hoffnung. Auf der anderen Seite bin ich immer wieder tief erschrocken und enttäuscht, wenn ich sehe was auf der Welt passiert.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Im Song “Insel Freiheit“ prangert ihr den Überwachungsstaat an, der unter der Überschrift des Antiterrorkampfes seine Sicherheitsvorkehrungen und Kameras rechtfertigt. In welchen Punkten fühlt ihr euch besonders in eurer Freiheit bedroht, eingeschränkt oder überwacht?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Für mich ist das so ein diffuses Gefühl, die Maschen werden halt irgendwie immer enger. Dieses ungute Gefühl entsteht bei mir aus der empfundenen Ohnmacht gegenüber der Technik. Ich verstehe davon eigentlich nichts und gleichzeitig habe ich als denkender Mensch eine grundsätzliche Ahnung davon, wie allumfassend die „neuen Medien“ jeglichen Lebensbereich erschließen werden. Wir liefern die Daten und der Staat, die Konzerne etc. vernetzen diese Daten zu immer detaillierteren Bildern eines jeden Einzelnen. Seht was entsteht&#8230;<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Du wirst heutzutage überall beobachtet und in gewisser Weise auch kontrolliert! Nehmen wir beispielsweise Payback, wer kauft wann wie oft und was zu welchem Preis wo ein? Ist vielleicht ein wenig übertrieben von mir, aber die Möglichkeit einer Kontrolle durch zweite bzw. dritte ist damit gegeben, genauso jede EC oder Kreditkartenbewegung&#8230; Von dem Überwachungsapparaten an Flughäfen, Bahnhöfen oder den Innenstätten mal ganz abgesehen! Selbst Online oder bei Spielkonsolen kannst Du Dir heute nicht mehr sicher sein unbeobachtet zu bleiben! Außerdem was bringen Überwachungskameras, schreckt man dadurch „Kriminelle“ Individuen wirklich ab? Ist seit der Überwachung die Kriminalität wirklich gesunken? Traue niemals einer Statistik die Du nicht selber gefälscht hast!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Es sind ja nicht nur Kameras. Thomas erwähnte bereits die neuen Medien. Diese finde ich persönlich viel schlimmer. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum so viele Menschen den Drang verspüren meist persönliche Informationen im Netz preiszugeben und damit transparent werden. Soziale Netzwerke hin oder her. Man sollte selbst schlau genug sein, um zu wissen wann es reicht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Schon euer erstes Werk “Beissreflex“ war in ein fettes Soundgewand gehüllt. Ist der Anspruch, sich immer wieder zu steigern und noch einen drauf zu setzen erdrückend oder geht das alles ganz leicht von der Hand?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Der CD-Sound entsteht bei einem Teil der Band schon im Kopf, in der Produktion ist das dann aber Sache von Matze vom Docmaklang Tonstudio, schöne Grüße! Wir haben natürlich unsere Vorstellungen und die versuchen wir dann bestmöglich mit Matze zu verwirklichen. Für die nächste Aufnahme haben wir aber bereits ein paar Sachen im Hinterkopf&#8230;<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Ich denke der Anspruch steigert sich schon, noch eins drauf zu setzen. Aber es ist nicht so, dass wir uns da sehr unter Druck setzen um unbedingt noch mal eins drauf zu setzen. Wenn ich eine neue Idee habe spiele ich sie z.B. den Jungs vor und man arbeitet gemeinsam in Ruhe dann an einem Song.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Man entwickelt sich ja mit jedem Album weiter, auch im Anspruch! Mir persönlich fällt das Arbeiten an neuen Songs nicht wirklich schwer und ich empfinde auch keinen Druck, zumindest geht dieser beim Basteln neuer Songs unter…<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Ich würde behaupten, dass es uns durch die Mithilfe von Matze ganz gut von der Hand ging. Er wusste ganz gut wo man uns soundtechnisch einordnet. Wir haben dann mit ihm den Feinschliff und die Besonderheiten ausgearbeitet. Wenn man als Band einen passenden Sound gefunden hat, muss man ihn nicht überproduzieren und immer wieder einen draufsetzten.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Es gibt ja vereinzelt Stimmen, die sehen das “Wer Wind sät…“ Album durch “Schwarzmaler“ nicht unbedingt getoppt. Welche Unterschiede seht ihr zwischen diesen beiden Veröffentlichungen?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Hmm, echt? Also in den meisten Reviews ist von einer Steigerung sowohl musikalisch als auch textlich die Rede, sehe ich persönlich übrigens auch so.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Der größte Unterschied zwischen den Veröffentlichungen ist, dass ein Besetzungswechsel stattfand. Mit Jan und mir kamen zwei neue Individuen in die Band, die zusätzlich zum schon vorhandenen FF Sound ihre eigenen Ideen mit einbrachten. Ich denke man merkt das im Album „Schwarzmaler“ auch, da es um einiges hardcorelastiger ist.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc: </span>“Schwarzmaler“ ist aggressiver und stellenweise härter als &#8220;Wer Wind sät&#8221;.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Das zu hören ist mir auch neu. Den Unterschied nennt bereits Mole.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Die “Wer Wind sät…“ wurde ja von eurem neuen Label noch mal aufgelegt. Ist nicht mehr viel los in Sachen Neuerscheinungen bei eurem alten Label “Suppenkazpers Noize Imperium“ oder wie sieht die Lage aus?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Die Frage wäre dann wohl eher Endie vom Suppenkazpers Noize Imperium zu stellen, schöne Grüße&#8230;</p>
<p><strong>Ugly Punk: Schöne Grüße mit ironischem Unterton?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Nein, keineswegs! Die Differenzen der Vergangenheit sind ausgeräumt und ich denke wir wüschen uns gegenseitig alles Gute.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht-01.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5931" title="Fahnenflucht 01" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht-01-300x400.jpg" alt="" width="300" height="400" /></a>Ugly Punk: Bands wie SLIME werden hierzulande immer als Paradebeispiel alter Punkbands genannt. Was die neueren, für moderneren Punkrock stehenden Bands dieses Genres angeht, fällt häufig der Name FAHNENFLUCHT. Seht ihr euch selbst auch als eine Art Vorreiter der neuen Generation an Punkbands?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Ich denke SLIME fährt auch heute noch ganz gut mit diesem positiven, wegweisenden Image. Wenn uns gleiches widerfährt hätte ich nichts dagegen. Nee im Ernst, ich denke, das z. B. die Aufnahmetechniken insgesamt viel besser geworden sind. Wenn wir heute dann als Referenz für modernen deutschsprachigen Punkrock genannt werden ist das natürlich ein großes Lob, aber auch nicht mehr.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> SLIME waren, sind und bleiben das Vorbild mehrerer Punkgenerationen, meiner eingeschlossen! Hoffe das die Szene, wie Du gesagt hast, es mit FAHNENFLUCHT so sieht…</p>
<p><strong>Ugly Punk: Früher durfte Punkrock ruhig mal schlecht, rau und unbeholfen wirken… machen aber heutzutage Punkbands genau diesen Old School Sound, wird er oft belächelt, denn das Perfektionieren der Aufnahmen ist für viele Voraussetzung. Seht ihr das ähnlich?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Wir nutzen gerne die Möglichkeiten und das Knowhow eines modernen Tonstudios. Wir wollen unseren Sound nicht künstlich alt oder schrammelig klingen lassen. Die Vorstellungen wie ein Punkalbum zu klingen hat, sind höchst unterschiedlich und das ist auch gut so. Wir haben unsere!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Man muss aber auch bedenken, dass wie Thomas sagt, die Möglichkeiten besser geworden sind. Heutzutage kann jeder der sich reinhängt eine brauchbare Aufnahme selbst schustern. Damals gab es einige Bands wie SLIME oder NEUROTIC ARSEHOLES, die spielerisch sehr fit waren und auch recht gute Aufnahmen ohne die ganze Technik zustande bekamen. Ich persönlich mag aber auch den alten trashigen Klang, wie bei den alten BLAG FLAG, ADRENALIN OD oder DEAD KENNEDYS Alben.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Ich persönlich mag es druckvoll, laut und etwas härter! Es sei jeder Band überlassen wie sie sich anhören mögen. Ich respektiere jeden Musiker der ehrliche handgespielte Musik macht und nicht die PC Synthi Chartscheisse!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Wie Mole bereits sagt, die Möglichkeiten heute aufzunehmen sind viel besser und vor allem auch einfacher. Heutige „Demo Tapes“ sind mit denen von früher nicht mehr zu vergleichen. Wenn man sich dennoch für einen solchen Sound entscheidet &#8211; warum nicht. Geschmäcker sind ja verschieden. Unsere Voraussetzung war es die Stücke authentisch klingen zu lassen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das sich Sound und Bands entwickeln und sich nicht auf der Stelle drehen wollen, ist natürlich nachvollziehbar. Nur scheint es aber hier und da so, als würde der Deutschrockvirus vereinzelt auf die Deutschpunkszene übergreifen. Seid ihr gut geimpft?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Also wir  machen mit FAHNENFLUCHT kritikorientierten deutschsprachigen Punkrock. Wäre mein englisch besser, würde ich mich evtl. auch mal an englischsprachige Stücke wagen aber nee, lass mal. Lieber auf deutsch gut ausgedrückt als mittelmäßiges Quotenenglisch. Das andere Bands vom Deutschrockvirus befallen wurden und werden, ist deren Sache. Ich denke dies geschieht einerseits aus ökonomischen Gründen, andererseits ist das sicher auch ein Zeichen für einen „möchtegern unverkrampfteren“ Umgang mit diesem Land. Wobei es mir immer noch nicht einleuchtet, warum Mensch überhaupt einen Bezug zu Heimat oder Nation braucht. Macht das satt? Naja, harte Männer, weichen Keks. Gleichzeitig wird dann das unpolitische zum Dogma erhoben. Vielleicht bemitleidet sich die Deutschpunkszene aber auch nur selbst, angesichts der Zuwächse in der Deutschrockszene. Wie gesagt, wir sind FAHNENFLUCHT und wofür und wogegen wir sind, kann jeder für sich aus den Texten herauslesen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Ich persönlich bin sehr gut geimpft. Ich mag dieses Deutschrockgehabe nicht. Ich denke dass spürt man bei „Schwarzmaler“ auch sehr intensiv, dass wir da eine andere Richtung bevorzugen.  Genau so wenig mag ich diese ganzen Selbstbeweihräucherungen dieser so genannten Deutschrockbands und deren Ausdrücke missverstanden zu werden. Das ist doch eh nur Show, damit die Verkaufszahlen steigen.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Dem ist nichts hinzuzufügen…!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Ja, gut geimpft. Schließe mich da Thomas und Mole an.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Der Impfstoff scheint ja auch anderweitig zu wirken, denn kürzlich habt ihr das “Sprit from the Street Festival“ abgesagt. Viele Stimmen befürworten diese Entscheidung, aber es gab auf eurer Facebookseite auch vereinzelt kritische Kommentare zu lesen. Die Vorwürfe: Ihr hättet in der Vergangenheit auch schon auf dem Spirit mit ähnlichen Bands gespielt, ihr habt zu kurzfristig abgesagt (obwohl euch das Line-Up schon lange Zeit bekannt war) oder ihr habt den Spirit Veranstalter sogar mal als Booker verpflichten wollen. Könnt ihr diesbezüglich ein wenig Aufklärung betreiben?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Ja, wir haben bereits 3 x auf dem Spirit gespielt. Unsere Schwierigkeiten mit dem Line-Up der letzten Jahre haben wir mal halblaut, mal deutlich angebracht. Wir vertraten für uns letztendlich die Auffassung, dass unser Livebeitrag auch ein wenig als Gegenentwurf verstanden werden kann. Diese Einschätzung hat sich unsererseits nach und nach geändert. Die erwähnte Bookingtätigkeit bezieht sich auf ein paar Gigs in der Vergangenheit. Für die Zukunft hatten wir die eine oder andere Idee, jedoch nichts Konkretes. Es sei an dieser Stelle auch noch mal erwähnt, dass wir weder den Veranstalter persönlich noch das Festival als Ganzes anfeinden wollen. In der Öffentlichkeit wird das aktuell gerne anders dargestellt. Im Nachhinein wird häufig so getan, als wenn wir irgendjemandem persönlich eins auswischen wollten, Schwachsinn. Wir haben für uns, nach längerer Diskussion, eine Entscheidung getroffen und diese anschließend offiziell, sehr spät, begründet. Hätten wir der Einfachheit halber spontan wegen Krankheit absagen sollen, um dieser vermeintlich schwierigen Diskussion aus dem Weg zu gehen? In der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, bedeutet auch, Kritik und Schelte einstecken zu müssen. Die neuen Medien ermöglichen jedem seinen Senf.<strong> </strong>Der Vorwurf der kurzfristigen Absage trifft schon zu, wir hätten uns bandintern diesbezüglich schon eher einig sein können/müssen. Andererseits wurde vor ein paar Wochen eine Band dazu gebucht, der mittlerweile seitens des Veranstalters wieder abgesagt wurde. Scheinbar auch aus den von uns vertretenen Gründen. Dies in einen kausalen Zusammenhang zu bringen wäre jedoch zu viel. Jeder weiß wohl wer gemeint ist. Das wird zwar aktuell auch ausgiebig diskutiert, aber meines Erachtens oft am Thema vorbei. Wir reklamieren für uns weder den 100 %-igen Anspruch auf Wahrheit, noch wissen wir absolut was „Richtig“ oder „Falsch“ ist. Jedem seine Meinung. Wir wollen bestenfalls Unsere vertreten können.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Live seid ihr wieder etwas aktiver geworden. Wird man in Zukunft FAHNENFLUCHT öfter als bisher “On The Road“ sehen oder ist das zeitlich aufgrund anderer Aktivitäten nur in einem gewissen Rahmen möglich?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Da wir ja nicht von der Musik leben, steht ein Großteil der Bandmitglieder ganz normal in Arbeit, so bitter das auch ist.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Im Rahmen unserer Dienstzeiten (zwei von uns arbeiten im Schichtdienst) und privaten Verpflichtungen ist es schon teilweise sehr schwierig, trotzdem möglichst oft Live zu spielen. Natürlich hoffe ich, dass wir noch öfters Live zu sehen sein werden.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Leider ist dieser genannte Rahmen vorhanden, ja, aber wir geben uns Mühe so oft wie möglich Live präsent zu sein!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Wo wir gerade bei “anderen Aktivitäten“ waren. Punkrocker haben ja oft spannende oder außergewöhnliche Berufe, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte. Womit verdient ihr euer Täglich Brot? Finger hoch, wer von Euch ist Arzt oder Anwalt?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Thomas:</span> Von Beruf Träumer.<span style="text-decoration: underline;"><br />
Mole:</span> Ich bin Heilerziehungspfleger und arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Anwälte und Ärzte wirst Du bei uns nicht finden. Auch keine Studenten! ; )<span style="text-decoration: underline;"><br />
Marc:</span> Herr Doctor Fahnenflucht?………..kein Kommentar!!!!!<span style="text-decoration: underline;"><br />
Jan:</span> Pixelschubser. Ich bin Mediengestalter für Digital- und Printmedien</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-5929" title="Fahnenflucht" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/08/Fahnenflucht1-590x393.jpg" alt="" width="590" height="393" /></a></p>
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		<title>OI-MELZ</title>
		<link>http://uglypunk.de/2011/07/oi-melz/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 16:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es dürfte niemandem entgangen sein, dass die OI-MELZ mit Rambazamba und Getöse zurückgekehrt sind. Da mussten wir als neugierige Pressefutzis doch gleich mal mit ein paar Fragen auf der Matte stehen, die uns OI-MELZ Chefgitarrist Bär beantwortet hat. Steigen wir also ohne lange Vorrede direkt mal ein. 
 
“Elf Jahre lang ist nichts passiert, man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Oi-Melz-Schriftzug.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5869" title="Oi-Melz Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Oi-Melz-Schriftzug.png" alt="" width="500" height="243" /></a><br />
Es dürfte niemandem entgangen sein, dass die OI-MELZ mit Rambazamba und Getöse zurückgekehrt sind. Da mussten wir als neugierige Pressefutzis doch gleich mal mit ein paar Fragen auf der Matte stehen, die uns OI-MELZ Chefgitarrist Bär beantwortet hat. Steigen wir also ohne lange Vorrede direkt mal ein. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>“Elf Jahre lang ist nichts passiert, man hat nichts von euch gehört…“ Greifen wir diese Textzeile aus eurem Begrüßungssong doch mal auf und fragen… was habt ihr in diesen Jahren so alles getrieben?</strong><br />
Nix!</p>
<p><strong>Hattet ihr die ganze Zeit untereinander Kontakt oder ist dieser mit der damaligen Bandauflösung abgebrochen?</strong><br />
Wir wohnen im selben Stadtteil&#8230; da sieht man sich schon ab und an&#8230; ich hatte aber nur mit Röntgen (früher 2Gitr.) und Roland (früher Drums &#8211; ist am Fuß verletzt) Kontakt.</p>
<p><strong>Wer hatte die Idee den Bandbetrieb wieder aufzunehmen und warum genau hat´s euch wieder in den Fingern gejuckt?</strong><br />
Roland, der alte Drummer, und eine Freundin (Julia) nervten mich andauert damit, die OIMELZ wieder aufleben zu lassen. Ich meinte dann aus Spaß&#8230; “Wenn ihr mir den Heijo Morgen hier anschleppt, mache ich das“. War für mich völlig unrealistisch, doch er stand am nächsten Tag vor meiner Türe! Er meinte warum nicht&#8230; darauf hin schrieb ich dann Spiller (EMSCHERKURVE 77) diese neue Botschaft&#8230; er meldete sich sofort zurück und meinte wir sollten mal bei &#8220;Sunny Bastads&#8221; nachfragen. Ich schrieb denen ebenfalls eine Mail (während Heijo für uns ein Kaltgetränk von der Bude holte). Darin frage ich was sie für uns tun könnten?! Die Antwort war der Plattenvertrag! Alles in ca.5Stunden&#8230; und noch kein Ton gespielt!</p>
<p><strong>In den 11 Jahren eurer musikalischen Abstinenz hat sich vor allem aufnahmetechnisch viel getan und fette überproduzierte Produktion sind in Mode gekommen. Stand für euch von vornherein fest, dass soundmäßig alles so bleiben sollte, wie es früher war, weshalb ihr euch auch mehr am Old School Sound orientiert habt? </strong>Hmmmm… genau das war das erste Problem&#8230; wie klingen??? Wir haben uns dann für ein Anschluss Album, an die letzte CD entschieden&#8230; um zu gucken wie das überhaupt ankommt nach 11 Jahren&#8230; o.k.… nun wissen wir was ihr von uns möchtet&#8230; und falls wir weiter machen, werdet ihr auch genau das bekommen!!! Mehr sag ich dazu aber nicht.</p>
<p><strong>Kommen wir mal zu ein paar Texten der neuen Platte. “Schuldgefühle“, euer Loblied auf die sich rächende Mutter Natur und die an die Idioten, die sie weiter ausbeuten. Denkt ihr da im großen Rahmen oder inwieweit findet Umweltschutz auch im Kleinen, bei jedem Einzelnen statt?</strong><br />
Der Song war kaum fertig&#8230; und dann das in Japan!!! Ich habe keine Bohrinsel&#8230;</p>
<p><strong>“Vom wilden Hund gebissen“, das Liebeslied für den Vierbeiner. Hunde mögt ihr sich lieber als Menschen, oder?</strong><br />
Wir hätten fast jedes Tier nehmen können&#8230; aber Heijo hat einen Hund. Natürlich geht es da nicht nur um den Hund&#8230; mach mal ein Oi&#8230; da geht es um Treue&#8230;was man bei vielen Menschen sehr vermisst!!</p>
<p><strong>Das Mitgefühl für gefallene Soldaten, die ja wussten worauf sie sich einließen, bei euch Fehlanzeige ist, singt ihr bei “Still gestanden“. Eure Meinung zur Bundeswehr generell?</strong><br />
Ach&#8230; scheiß Kriege&#8230; nee dazu sag ich nix.</p>
<p><strong>Es heißt, ihr habt noch viel mehr neue Songs geschrieben, die ihr aber außen vor gelassen und nicht mit auf die Platte gepackt habt. Haben die euren Ansprüchen nicht genügt oder wolltet ihr nicht das ganze Pulver auf einmal verschießen?</strong><br />
Der zweite Teil der Frage stimmt&#8230; meiner Meinung nach sind die besten Songs nicht auf der Platte</p>
<p><strong>Ihr habt zwar ein “Oi“ im Namen, aber für viele eurer Fans, Musikliebhaber oder Musikexperten habt ihr nie wirklich in diese Schublade gepasst. Warum würdet ihr kritische und persönliche Songs immer den prolligen Ergüssen vorziehen?</strong><br />
Schublade&#8230; oh mann&#8230; Was ist denn eine Oi Band???? Streetpunk!!! Und genau den machen wir doch!</p>
<p><strong>Ich glaub euer erster Live Auftritt nach der Reunion war beim Sunny Bastards Festival. Was ging da in euch vor, als ihr nach so langer Zeit wieder gemeinsam auf der Bühne gestanden habt? Könnt ihr diese Gefühle beschreiben?</strong><br />
Ich kann nur für mich sprechen&#8230; ich war nüchtern und das war gut&#8230; aber am Anfang hatte ich keinen Ton auf meinen Monitor… das war die Hölle für mich!!! Wir hatten 4 mal vorher geprobt,  da war immer einer zu voll&#8230; nee, wir bleiben vorher nüchtern und genießen alles drum herum.</p>
<p><strong>In der Szene herrscht ja ein Kommen und Gehen. Manche Leute, die euch früher gehört haben, haben vielleicht heute nichts mehr mit Punkrock am Hut. Der Nachwuchs sieht euch vielleicht sogar als Neulinge. Müsst ihr euch das neue Publikum auch wieder neu erspielen?</strong><br />
Na das ist auch schon komisch für uns&#8230; fast nur Leute zwischen 20-35 Jahren und alle singen die Songs mit&#8230; hmmm haben die alle ältere Geschwister?? Das wundert uns schon, aber wir finden das GUT!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Welche Bands haben euch denn über die Jahre hinweg am meisten inspiriert und beeinflusst?</strong><br />
Wir sind doch alle unterschiedlich… so auch der einzelne Geschmack… Ich find gut das Michael Jackson als Lady Gaga wieder gekommen ist ;- )</p>
<p><strong>Das allererste und das letzte gekaufte Punkrockalbum war…?</strong><br />
Oh, kann wieder nur für mich sprechen&#8230; THE JAM und der KFC… glaube ich&#8230; die letzte waren GOLDFINGER oder THE LIVING END.</p>
<p><strong>Gibt es auch Künstler außerhalb von Punkrock, die ihr gut findet. Vielleicht im Metal oder im Pop Bereich?</strong><br />
JA! Aus fast allen Bereichen.</p>
<p><strong>Werden eure Live-Aktivitäten noch zunehmen oder lassen das berufliche oder familiäre Verpflichtungen nicht zu?</strong><br />
Da haben wir ein Zeitproblem… aber wir arbeiten daran.</p>
<p><strong>Könnt ihr uns versprechen, bevor ihr die nächste elfjährige Pause einlegt, dass ihr mindestens noch 2 Alben veröffentlicht?</strong><br />
Nein, können wir nicht!</p>
<p><strong>Besten Dank und zum Schluss noch das “Wort zum Sonntag“. Bitteschön!</strong><br />
Ich muss gleich zum Proben&#8230; habe mal wieder viel zu wenig geübt. Cheers der Bär</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Oi-Melz-1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-5871" title="Oi-Melz 1" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Oi-Melz-1-590x590.jpg" alt="" width="590" height="590" /></a></p>
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		<title>BROILERS</title>
		<link>http://uglypunk.de/2011/07/broilers/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 08:48:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris de Barg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bands]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Tja, die BROILERS. Jahrelang habe ich sie nur am Rande wahrgenommen. Waren mir doch Bands mit einem Oi! im Namen immer schon suspekt. Ich kann mich da von einer gewissen Intoleranz nicht freisprechen. Zu viele alte Kumpels wurden in den 90igern plötzlich zu Skinheads und feierten plötzlich mehr oder weniger offen auch Nazibands ab. Faschistisches [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Broilers-Schriftzug.jpeg"><img class="aligncenter size-large wp-image-5807" title="Broilers Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Broilers-Schriftzug-590x180.jpg" alt="" width="590" height="180" /></a><br />
Tja, die BROILERS. Jahrelang habe ich sie nur am Rande wahrgenommen. Waren mir doch Bands mit einem Oi! im Namen immer schon suspekt. Ich kann mich da von einer gewissen Intoleranz nicht freisprechen. Zu viele alte Kumpels wurden in den 90igern plötzlich zu Skinheads und feierten plötzlich mehr oder weniger offen auch Nazibands ab. Faschistisches Gedankengut kann ich diesen Leuten nicht mal unterstellen. Aber Aussprüche wie „ mit den Nazis kann man gut saufen, die sind ok“ kollidierten doch massiv mit allem, was mir wichtig war und ist. Na ja. Des Weiteren störte mich die Limitiertheit bei den Gitarrenriffs. Als Musiker sprangen mir in jedem zweiten Lied die gleichen Akkorde ins Gesicht. Das fand ich doch arg langweilig. Sämtliche BROILERS Platten schlummerten nun auf meiner Festplatte, ohne das ich mich weiter damit beschäftigte. Erst nachdem ich mir die DVD „The Anti-Archives“ zulegte, zündete das Ding bei mir so richtig. Die Truppe kam mir derart sympathisch rüber, dass ich mir den Kram noch mal genauer anhörte. Von da an waren die BROILERS ziemlich schnell meine Lieblingsband und sind dies bis heute. Die ziemlich häufig verwendeten Gitarrenriffs störten mich nicht mehr weiter. Die BROILERS haben es anscheinend drauf, aus wenigen Akkorden immer neue Hits zu schmieden. Sammys einzigartige Texte tragen da wohl ihren Teil zu bei. Genug von mir geschwafelt.<br />
Der Sommer 2010 war ein besonders guter für die BROILERS. Sie spielten auf sämtlichen kleinen und großen Festivals. Dann kam die ‚Meine Sache’-Deutschland-Tour Ende Oktober: neun Städte, neun Shows &#8211; und das mit einem 2007 erschienenen Album im Rücken. Kein Problem für die BROILERS, die können sich das erlauben, denn der Erfolg gibt ihnen Recht. Das Abschlusskonzert in Oberhausen z.B. geriet zur rauschenden Party mit 3.500 Fans. 2011 kommt nun mit ‚Santa Muerte’ die neue Platte. Sie ist gespeist aus den Erfahrungen von mehr als einem halben Leben, das die Musiker der Broilers bereits in ihrer Band verbracht haben und einer Vielzahl von Einflüssen, die Sound und Texte der Band zu einem hierzulande ungewöhnlichen Ereignis machen. »Unsere Wurzeln liegen im Punkrock, gleichzeitig sind wir stark von Soul und Reggae beeinflusst«, so Sammy Amara. »In den letzten Jahren habe ich auch viel von den klassischen Singer/Songwritern und großen Storytellern der englischen und amerikanischen Musikszene gelernt. Auf ‚Santa Muerte’ haben wir versucht, all das zu verarbeiten und damit unsere eigenen Geschichten zu erzählen.« Mit meiner Lieblingsband muss ich natürlich mal ein Interview machen. Sammy höchstpersönlich hat mir den Kontakt zur Agentur klargemacht, die wiederum meine Fragen an BROILERS &#8211; Gitarrist Ronald weitergeleitet hat. Danke dafür! Hier nun etwas verspätet das Interview! </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hallo Ron. Bist du als Iroträger und „Quotenpunk“ der Band für die Kommunikation mit Assi-Magazinen wie unserem zuständig?</strong><br />
Sind wir nicht alle irgendwie Punk?! Nee, die Anfragen werden bandintern verteilt, da gibt es kein Auswahlverfahren, jeder muss mal ran.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Cool auf jeden Fall, das du dir Zeit nimmst. Eine Band eurer Größenordnung hat doch sicher einiges an Promoarbeit zu leisten, kurz vorm erscheinen einer neuen Platte. Oder ist das ganze Unternehmen gar nicht so groß, wie es nach außen erscheint?</strong><br />
Die Platte ist ja nun schon draußen und wie Du bemerkt hast, brauchte das beantworten doch etwas mehr Zeit. Ich könnte jetzt sagen mein Hund hat die Antworten auf die Fragen gefressen, aber da ich keinen Hund habe… naja, gerade die Promo rund um die Veröffentlichung nimmt doch eine Menge Zeit in Anspruch, aber das ist klagen auf hohem Niveau.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Du bist ja der letzte Neuzugang in der Stammbesetzung und seit dem LoFi-Album dabei, richtig?</strong><br />
Ich bin seit 2001 dabei, ich habe das erste Mal bei der La Vida Loco E.P. mitgewirkt, LoFi war dann das erste Album mit mir. Mit der LoFi haben wir auch vermehrt Keyboards eingesetzt und ab 2004 kam Chris mit, zumindest Live, und ab 2006 gehört auch er fest zur BROILERS Familie.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Erzähl doch mal deine Geschichte, wie kam es zu deinem Einstieg bei den BROILERS und auf welchem Level war die Band damals?</strong><br />
Wir haben alle dieselbe Schule besucht, hatten aber einen anderen Freundeskreis. Als ein neuer Gitarrist gesucht wurde, fragte man mich und lud mich zur Probe ein. Das hat wohl gepasst und seitdem bin ich da! Zu Anfang sind wir noch mit unseren eigenen Autos oder der Bahn zu den Konzerten gefahren, Luxus waren da schon die gemieteten Sprinter auf dem Weg zu den Jugendclubs des Landes.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Kannst du uns einen kurzen Überblick über die aktuelle feste Besetzung geben? Gerne auch mal mit dem Alter der Damen und Herren. Sorry, das ich dich mit der langweiligsten aller Fragen nerve, aber die gehört irgendwie dazu!</strong><br />
Da haben wir die Gründungsmitglieder Andi (Drums) und Sammy (Vox/Git.), kurze Zeit darauf kam Ines (Bass) dazu. Wie oben geschrieben bin ich (Git.) seit 2001 dabei und Chris (Keys) komplettiert seit 2006 die Band. Wir sind Alle um die 30, das sollte als Angabe reichen. Darüber hinaus nehmen wir immer gerne Gastmusiker mit auf Tour, so zum Beispiel unseren geliebten Bläsersatz.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie zufrieden seit ihr denn mit dem Verlauf des Studioaufenthaltes zur neuen Platte? Konntet ihr eure Ziele und Erwartungen alle Umsetzen?</strong><br />
Man hört ja von jeder Band „das neue Zeug ist das beste was wir je gemacht haben“ und ja verdammt &#8211; ES IST DAS BESTE!! So sollen und wollen Broilers 2011 klingen, für uns haben wir im Studio alles richtig gemacht und es war eine Menge Spaß dabei.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie lange wart ihr im Studio?</strong><br />
Sagen wir es so, der Jahresurlaub des ein oder anderen ist futsch.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Hat euch ein Produzent unterstützt oder macht ihr das alles selbst?</strong><br />
Wir waren bei Vincent Sorg im Studio und hatten echt bedenken mit einem Produzenten zu arbeiten. Es war aber so, dass Vincent lediglich ein neues und frisches Paar Ohren für die Lieder war, es war nicht so das er uns ins Songwriting reingeredet hat, das haben wir selbst verbockt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie nah seit ihr denn inzwischen eurem Traum, von der Musik leben zu können? Ich würd euch das auf jeden Fall gönnen. Was macht ihr so neben der Band? Oder ist das zu privat?</strong><br />
Wir haben alle noch einen Job neben der Band, ich bin dazu noch Student und arbeite nebenher als Assistent für Menschen mit Behinderung. Aber die Umstellung erfolgt hoffentlich bald, wer würde sich nicht wünschen von dem was er liebt zu leben.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Broilers.jpeg"><img class="aligncenter size-large wp-image-5805" title="Broilers" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/07/Broilers-590x393.jpg" alt="" width="590" height="393" /></a><strong><br />
Ugly Punk: Wie nehmt ihr die aktuelle Grauzonen-Diskussion wahr? Ihr wart ja mehr oder weniger gezwungenermaßen sehr lange in diesem Bereich unterwegs, durch euren Sound und eure Einstellung damals. Auch wenn du, Ron, damals noch nicht in der Band warst. Wie weit ist die Unterwanderung durch rechtsoffene Bands und Vertriebe schon fortgeschritten oder existiert die gar nicht?</strong><br />
Ganz klare Position wurde ja 2002 mit „An all den Schmutz“ bezogen, auf den Alben davor ging es mehr um die äußeren Extreme. Aber sind wir ehrlich, die wahre Gefahr geht nun mal von den Rechten und ihren Strukturen aus. Leider wird für solche Leute durch den neu aufkommenden Patriotismus, nicht erst seit der WM 2006, eine enorme Plattform geschaffen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hast du auch den Eindruck, das viele Skins mehr oder weniger offen Nazibands abfeiern? Ob da jetzt rassistische Absichten dahinter stecken, sei mal dahingestellt. Für mich geht so was gar nicht, da will ich nicht mit belästigt werden&#8230;</strong><br />
Skinheads hören und feiern zu keinen Nazibands ab, das sind in meinen Augen keine Skinheads und das hat für mich auch nichts mit dem Kult zu tun.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr habt ja inzwischen ein sehr gemischtes Publikum. Von Punks über Skins und Normalos, bis hin zu Hosen-Fans und Onkelz-Prolls ist ja alles mit dabei. Da wird man von so mancher Figur schon recht finster angekuckt oder auch heftig angepogt als offensichtlicher Punkrocker. Gibt’s da schon mal handfeste Auseinandersetzungen? Wie reagiert ihr da?</strong><br />
Das es beim Pogo auch heftiger zugehen kann ist ganz normal, ich denke das hat nichts mit deinem Aussehen zu tun. Wenn es zu heftig wird, gibt es auch Ansagen von uns, wir sehen ja vor allem die Gesichter der Leute in den ersten Reihen und wenn es da zu eng wird, sollte man was sagen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bei Sammys gegen-rechts-Ansagen konnte man beobachten, das ein Teil des Publikums jubelt und ein Teil pfeift und buht. Registriert ihr das während des Gigs? Speziell ist mir das in Aschaffenburg aufgefallen, im Colossaal letztes Jahr.</strong><br />
Das Pfeifen und Buhen interpretieren wir als Zustimmung für unsere Aussagen und das es gegen die Rechten gerichtet ist, etwas anderes auf unseren Konzerten zu denken wäre dämlich. Leute aus dem rechten Lager haben bei uns nichts verloren und können gerne entfernt werden.<em><br />
(Anmerkung des Fragenstellers: Naja, ich bin gewiss nicht dämlich und weiß ziemlich genau, was ich auf meinen bisherigen Broilers-Konzerten erlebt habe. Ich habe das anders aufgefasst. Aber IHR seid ja die Experten, nicht ich.)</em></p>
<p><strong>Ugly Punk: Noch mal weg vom politischen. Als Musiker interessiert mich natürlich, was ihr live so für Equipment nutzt. Entsteht euer Sound durch die pure Kombination von Marshall-Amps mit Gibson-Les Paul Gitarren? Oder benutzt ihr irgendwelche Effekte? Du kannst gerne mal so Rock-Hard-mäßig aufzählen! (Ron spielt….Sammy spielt….Ines spielt……Andi spielt…..)</strong><br />
Oje, ich seh mal was ich zusammen bekomme. Also ich spiele eine Gibson Les Paul Traditional, mit einem Marshall JCM2000 DSL100 über ein Marshall 1960 4&#215;12 Cabinet, ich benutze beide Kanäle des JCM2000 und sonst keine weiteren Effekte. Sammy spielt diverse Gibson Les Paul, verstärkt durch einen Marshall JCM800 und ebenso ein Marshall 1960 4&#215;12 Cabinet. Ines spielt Sandberg Bässe über Mesa Boogie Amps. Andi spielt Tama und Meinl. Chris spielt Keyboards von Studiologic.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Werden eure vergriffenen Alben bald mal neu aufgelegt? Ich habe mir die ein oder andere Scheibe zu Wahnsinnspreisen bei Ebay ersteigert. Als Späteinsteiger habe ich ja sonst keine Chance, an originale Platten von euch ran zu kommen, abgesehen von der Vanitas.</strong><br />
Perfekte Frage, ab Freitag, 15.07.2011, kann man unsere alten Alben, sowie die E.P.s, wieder zu fairen Preisen erstehen. Einfach auf <a href="http://www.broilers.de/" target="_blank">www.broilers.de</a> gucken.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie nehmt ihr die Folgen des Download-Zeitalters wahr? Spürt ihr auch einen massiven Rückgang bei den Platten-Verkäufen? Könnt ihr die Produktionskosten damit noch decken?</strong><br />
Natürlich spürt man den Rückgang der Plattenverkäufe, es ist lange nicht mehr so, das man vom Plattenverkauf alleine Leben kann, man muss sich einfach intensiver Live präsentieren und darauf hoffen, das sich der ein oder andere die Platte kauft und nicht illegal saugt. Wir selber kommen aus der Generation der physischen Tonträger, so will ich es mal nennen, und sind allesamt Platten, bzw. CD Sammler und können daher die aufkommende Downloadkultur gar nicht verstehen. Es gibt einfach nichts besseres als eine CD auszupacken und während des Hörens das Cover und das Booklet zu erforschen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Was glaubt ihr, wie sich das in Zukunft noch entwickeln wird? Werden liebevoll gestaltete Tonträger von der Bildfläche verschwinden? Oder wird es eher bald ein Revival geben? Produziert man Platten nur noch für Liebhaber und der Großteil saugt sich komprimierten MP3 &#8211; Müll runter? Das ist doch ein Grauen für jeden Musiker.</strong><br />
Wie schon erwähnt, wir sind Sammler und kaufen gerne und viele CDs. Wir als Band sind ja auch immer darauf bedacht ein möglichst hochwertiges und schönes Produkt auf den Markt zu schmeißen und hoffen natürlich auf die Unterstützung der Leute die unsere Arbeit zu schätzen wissen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Was habt ihr noch für Pläne für die Zukunft? Ich denke, für euch geht’s jetzt erst richtig los, ein Ende ist hoffentlich noch lange nicht in Sicht, oder?</strong><br />
Erst mal den Festivalsommer und die Herbsttour genießen, ich denke das ist und wird unser Jahr 2011.</p>
<p><strong>Ugly Punk: So das waren eine Menge Fragen, ich hoffe es war nicht zu langweilig. Irgendwelche letzten Worte?</strong><br />
Wir sehen uns bei einem Gig. Dank dir und kauf weiterhin CDs und LPs von den Bands die du liebst!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Vielen Dank für deine Mühen und Grüße an die ganze Truppe vom Ugly Punk Team!</strong></p>
<p>Chris de Barg</p>
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