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	<title>Ugly Punk &#187; Einzelpersonen</title>
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	<description>Punkrock Zine</description>
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		<title>EINHORN (ATEMNOT)</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 12:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wie in den News bereits berichtet, haben einige Songs des ATEMNOT Albums “Großstadtlichter“ das Interesse der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) geweckt. Dort nimmt man einige Textzeilen gerade genauer unter die Lupe und auch die Behörden wurden im Vorfeld schon von der Leine gelassen, um Veranstalter und Clubs vor ATEMNOT Konzerten mit Unterlassungen zu nerven. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-Schriftzug.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6546" title="Atemnot Schriftzug" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-Schriftzug-590x154.jpg" alt="" width="590" height="154" /></a><br />
Wie in den News bereits berichtet, haben einige Songs des ATEMNOT Albums “Großstadtlichter“ das Interesse der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) geweckt. Dort nimmt man einige Textzeilen gerade genauer unter die Lupe und auch die Behörden wurden im Vorfeld schon von der Leine gelassen, um Veranstalter und Clubs vor ATEMNOT Konzerten mit Unterlassungen zu nerven. Wir haben Einhorn mal ein paar Fragen zu den Umständen gestellt. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Hallo Einhorn! Die Bundesprüfstelle beschäftigt sich gerade mit dem ATEMNOT Album &#8220;Großstadtlichter&#8221;. Wann und wie hast du davon erfahren?</strong><br />
Hay, ich habe am 22.11.11 einen E-Mail von Nix Gut erhalten, in der stand: Die CD ATEMNOT “Großstadtlichter“ wird der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften vorgelegt. Verschiedene Songs wie “Feuer und Flamme“, “Straßenschlacht“ und “Lehnt Euch auf“ sind betroffen. Der Ärger fing an, als wir im Oktober im AJZ &#8211; Erfurt gespielt haben, dort waren Zivis anwesend. Am Tag darauf ist dort die Polizei eingerückt, hat Stress gemacht und dumme Fragen gestellt. Die Üblichen Themen wie Gewaltverherrlichung, Anstiftung zum Verbrechen, Verhöhnung u.s.w. sind der Vorwurf.</p>
<p><strong>Da sind sie aber ziemlich spät drauf aufmerksam geworden. Die Songs sind doch immerhin schon ein paar Jährchen alt, oder?</strong><br />
Ja stimmt! Momentan sind die Songs dran, die wir 1995 und 96 aufgenommen haben.Entstanden sind sie zwischen 1990 &#8211; 1996. Hat also gar nicht so lange gedauert, oder!?</p>
<p><strong>Jo, ging für deren Verhältnisse wirklich recht schnell. Warum tritt die Bundesprüfstelle zuerst an euer altes Label heran und nicht an euch oder dich persönlich?</strong><br />
Der Vertrieb wird immer zuerst angeschrieben.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-02.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6547" title="Atemnot 02" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/11/Atemnot-02-300x438.jpg" alt="" width="300" height="438" /></a>Für die Leute, die die Songtexte nicht kennen. Um welche Zeilen geht es da genau?</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
Lehnt Euch auf:</span><br />
Wehrt Euch endlich, steht jetzt auf und haut dem Pack endlich eine drauf.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Straßenschlacht:</span><br />
Terror und Gewalt hat hier seinen Halt.<br />
Lehn dich auf und sie machen dich kalt.<br />
Der einzige Weg sich dagegen zu wehren,<br />
ist ’ne Straßenschlacht heute Nacht</p>
<p>99 Pflastersteine gegen 100 Bullenschweine<br />
99 Pflastersteine gegen 100 Bullenschweine</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Feuer und Flamme:</span><br />
Mit dem Benzinkanister marschieren wir zum Haus des Ministers,<br />
Flammen schlagen hoch hinaus, im Nu brennt das ganze Haus.<br />
Weiter geht es zum SEK, Mollis sind ja auch noch da.</p>
<p>Feuer und Flamme für diesen Staat.<br />
Feuer und Flamme für den Bullenstaat.<br />
Feuer und Flamme für die Nazisaat.<br />
Feuer und Flamme für diesen Staat.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Steht ATEMNOT heute auch noch hinter diesen Texten, oder werden die zwar Live noch gespielt, sind aber ansonsten für euch nicht mehr zeitgemäß, bzw. spiegeln eure Einstellung zu Staat und System nicht wirklich wieder?</strong><br />
Ich stehe zu allen Dingen die ich mache mit 100%. “Feuer und Flamme“ ist wohl unser größter Hit. Wenn ich heute solche Lieder singe, fühle ich mich immer noch wie ein kleiner Junge, als sei kein Tag vergangen. Diese Band ist mein Leben!</p>
<p><strong>Wenn man sich mal alte Texte von Bushido oder Sido durchliest, stellt sich die Frage, warum Vater Staat kritische Ansagen gegen ihn nur schwer verkraften kann, bei menschenverachtenden Lyrics aber gerne mal wegsieht oder ein Auge zudrückt?</strong><br />
Ahh, Geld regiert die Welt…</p>
<p><strong>Die Behörden sollen ja angeblich wegen euch auch beim Save the Scene Festival an den Veranstalter herangetreten sein. Was lief da genau ab?</strong><br />
Der Bürgermeister und auch der Club haben im Vorfeld Post bekommen. Es gab deshalb auch ein Plenum im AJZ und… Die wollten etwas verbieten, was gar nicht Verboten ist. Deshalb freuen wir uns drauf, dass der Stein jetzt ins Rollen kommt. Wir wollen klipp und klar wissen, was Sache ist.</p>
<p><strong>Was meinst Du mit “Stein ins Rollen“ und “klipp und klar wissen, was Sache ist“? Seid ihr in irgendeiner Form in die Gegenoffensive gegangen?</strong><br />
Das beruht auf dem vorherigen Punkt. Die wollten das Save the Scene Festival verhindern wegen uns.<strong> </strong>Doch man tut erst was Verbotenes, wenn es verboten ist. Deshalb wollen wir wissen was Sache ist!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Habt ihr euch vorläufig gefügt und die Songs erstmal aus dem Programm genommen oder spielt ihr nur die Musik und lasst das Publikum singen? Wie verfahrt ihr da aktuell?</strong><br />
Momentan ist unser Programm gleich geblieben. Es wird nur an die Spielzeit der jeweiligen Veranstaltung angepasst. Es ist ja, wie gesagt, bisher nichts Verboten oder ab 16 oder ab 18 Jahre. Das wird sich die Tage erst ergeben. Falls Lieder tatsächlich verboten werden, müssen wir uns erstmal Bandintern beraten. Wir haben ja Songs ohne Ende. Jetzt heißt es also erst mal abwarten.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wie sieht´s ansonsten aus im Hause ATEMNOT? Gibt´s Pläne für was Neues oder beschränkt ihr euch gerade ausschließlich auf Live Aktivitäten?</strong><br />
Seit 2011 wird fleißig an neuen Songs gebastelt. Live spielen wir aber nur die alten. Unser letztes Konzert für 2011 spielen wir bei Punk im Pott. Das wird fett!!! Für 2012 stehen auch schon Konzerte an. Es geht also weiter Berg auf!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Letzte Worte?</strong><br />
Advent, Advent. Ein Feuer brennt…</p>
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		<title>FREEPUNK RECORDS (FRANK)</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 09:08:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Des Öfteren war auf unserer News-Seite schon von dem noch relativ jungen Download-Label FreePunk Records zu lesen. Bei den FreePunks wird dem internet-affinen Punk von Heute die Möglichkeit geboten, legal und kostenlos allerlei Punkrock-Platten, und mittlerweile auch selbst produzierte Sampler, auf die antikapitalistische Festplatte zu transferieren &#8211; und das bisher recht erfolgreich. Deshalb höchste Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Logo.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-5613" title="Freepunk Logo" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Logo.jpg" alt="" width="279" height="146" /></a>Des Öfteren war auf unserer News-Seite schon von dem noch relativ jungen Download-Label FreePunk Records zu lesen. Bei den FreePunks wird dem internet-affinen Punk von Heute die Möglichkeit geboten, legal und kostenlos allerlei Punkrock-Platten, und mittlerweile auch selbst produzierte Sampler, auf die antikapitalistische Festplatte zu transferieren &#8211; und das bisher recht erfolgreich. Deshalb höchste Zeit dort mal nach zu fragen, wie man in der heutigen, schnelllebigen Zeit mit Hilfe der &#8216;neuen Medien&#8217; die Punkrock-DiY-Attitüde aufrecht erhalten kann. </strong></p>
<p><strong>Stellt euch doch erstmal vor!</strong><br />
Hallo, Frank hier, der Gründer von Freepunk-Records. Ich kümmere mich um den Großteil der zu erledigten Aufgaben, insgesamt hat Freepunk-Records mittlerweile ein Team von 11 Leuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich um verschiedene Bereiche kümmern.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Frank.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5614" title="Freepunk Frank" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Frank-300x182.jpg" alt="" width="300" height="182" /></a>Freepunk Records ist ja ein Downloadlabel und ihr bietet Punk-Alben zum kostenlosen Download an. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?</strong><br />
Angefangen habe ich Anfang 2009 mit den Bands TAKE SHIT und GSG NOIN, das waren die ersten Bands die ein Album bei uns veröffentlicht haben und somit zum freien und kostenlosen Download zur Verfügung gestanden sind. Die Idee lag darin eine Plattform zu erstellen, wo man als Nutzer frei und legal Musik ziehen kann, und natürlich Bands die Möglichkeit zu geben sich im Internet zu präsentieren. Der Bandsupport steht seit Anfang an an erster Stelle. Direkt nach der Gründung, so nach 3-4 Monaten, gab es dann den ersten Sampler zum freien Download, den Kassensturz BRD. Seit 2011 gibt es neben der Downloadgeschichte auch noch die Rubriken Interviews und Reviews, was nach und nach ausgebaut wird.</p>
<p><strong>Und wie sieht die Resonanz aus?</strong><br />
Die Resonanz spricht für sich, aktuell befinden sich auf Freepunk-Records 26 Bands und 6 eigene Samplerreihen. Mittlerweile sprechen viele davon, dass es ein kleines Label geworden ist, was uns natürlich freut zu hören. Als Beispiel kann man sagen, das die Kassensturz BRD Samplerreihe einen Downloadschnitt von 4000 &#8211; 7000 hat, deswegen geht dieser bereits in die fünfte Ausgabe. Das sind erfreuliche Zahlen, nicht weil ich geil auf so was bin, aber man merkt, dass Bands dadurch einen Schub nach vorne bekommen. Auch ist es schon vorgekommen, dass Bands durch solch Samplerreihen für Konzerte gebucht wurden &#8211; so soll es sein!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ihr hab ja keine Bands unter Vertrag. Wie kommt ihr denn zu den Alben? Schreibt ihr die Bands an oder biedern die sich bei dir an?</strong><br />
Bei uns geht keine Band unter Vertrag, das stimmt, und dass wird es auch nie geben, denn die Musik gehört denen die sie machen, und zwar den Künstlern. Natürlich gehen wir mit Bands in Kontakt, ob diese Interesse haben mit uns zu arbeiten, aber gerade in letzter Zeit kommen viele Bands von selbst auf uns zu und möchten sich beteiligen, egal ob mit nem Download einer EP, eines Albums oder einem Demo &#8211; Auch für Samplerreihen kommen wirklich sehr viele Anfragen rein.</p>
<p><strong>Gab es denn schon mal Probleme mit Bands oder Labels?</strong><br />
Nicht wirklich, nur zwei Bands konnten sich mal nicht daran erinnern, das sie bei einem unserer Sampler teilgenommen haben und waren überrascht da drauf zu sein, das war lange nach der jeweiligen Veröffentlichung. Aber da man ja brav alles aufhebt, konnte dies geklärt werden. Das war das einzige kleine Problem was man hatte.</p>
<p><strong>Beschränkt ihr Euch denn auf irgendeine Schublade? Welche Bands findet man denn bei Euch so?</strong><br />
Freepunk-Records begrenzt sich auf keine bestimme Schublade, bei uns findet man Punk- Deutschpunk- Hardcore- Oi- und Skabands. Dieses Jahr wird auch noch Electropunk folgen. Ich gebe euch mal einen kleinen Einblick von Bands, die auf Freepunk-Records zu finden sind:</p>
<p>Die Optimale Härte (aus Deutschland) / The Hackepeters (aus Deutschland) / Take Shit (aus Deutschland) / Borrachos (aus Deutschland) / Porte Disparu (aus Kanada) / The Broadsiders (aus den USA) / Oferta Especial (aus Spanien) / Die Grimmelshäuser  aus der Schweiz) / Anarcho Noah (aus Österreich)</p>
<p>In Planung für dieses Jahr stehen noch Neuzugänge wie Hagbard Celine, Netzwerk oder BootBois Lübeck.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-01.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5616" title="Freepunk 01" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-01-300x205.jpg" alt="" width="285" height="205" /></a><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Solistand.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5617" title="Freepunk Solistand" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Solistand-300x237.jpg" alt="" width="285" height="204" /></a></p>
<p><strong> </strong><strong>Nach welchen Kriterien wählt ihr denn die Bands aus. Kann da jeder was beisteuern oder gab es auch Bands die ihr, aus welchen Gründen auch immer, abgelehnt habt?</strong><br />
Ablehnen mussten wir bisher zum Glück noch keine Band. Die Band die auf Freepunk-Records etwas veröffentlichen möchte, soll keine GEMA-Band sein und die Rechte an den Songs haben. Veröffentlichen tun wir, wie schon gesagt, Bands aus den Genres Punk, Hardcore, Ska, Oi u.v.m.</p>
<p><strong>Ihr bietet verschiedene Sampler an, die ihr selbst zusammengestellt habt. Wollt ihr das weiter ausbauen, oder setzt ihr mehr auf Band-eigene Alben?</strong><br />
Mittlerweile hat Freepunk-Records 6 eigene Samplerreihen.</p>
<p>Kassensturz BRD (Deutschpunk aus Deutschland) / Stuttgart Punx Underground (Stuttgarter Punksampler) /Pogo durch die Schweiz (Punkrock aus der Schweiz) / Alpenpunkalarm (Punkrock aus Österreich) / Waterpunk (Punk aus Schleswig Holstein) / Pogo in der Lederhos´n (Punk aus Bayern)</p>
<p>Ideen, dies weiter auszubauen gibt es natürlich, dafür bräuchte man allerdings weitere Unterstützung von Leuten die Bock haben, Teil von Freepunk-Records zu werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wie ich sehe, sind viele Sampler auf spezielle Regionen zugeschnitten, auch aus dem deutschsprachigen Ausland. Können wir da mehr Sampler mit Regionalbezug erwarten?</strong><br />
Das stimmt, aktuell haben wir die Sampler im Angebot, die sich auf ein bestimmtes Gebiet aufgebaut haben. Da wären zum ersten der Waterpunk mit Bands aus Schleswig Holstein, der jetzt im Sommer bereits in die 3 Runde geht, zudem noch der Pogo in der Lederhosn, der speziell für Bands aus Bayern ist. Und von Anfang an ist auf Freepunk-Records der Stuttgart Punx Underground Sampler zu finden, was daran liegt, das Freepunk-Records aus der Region Stuttgart kommt. Aktuell sind keine weiteren Sampler in Planung, die sich auf ein bestimmtes Gebiert bestimmen, aber natürlich sind wir für Vorschläge offen, und auch für Leute die sich vorstellen können da was zu gestalten.</p>
<p><strong>Kennst du dich in den Regionen besonders gut aus, hast du einen Bezug dorthin oder wie entstehen diese Regional-Sampler? Hier sind ja auch zum Teil recht unbekannte Bands vertreten.</strong><br />
Den Waterpunk macht der Mini von Kamikaze-Radio, welches mit uns zusammen arbeitet und auch seit diesem Jahr uns den Server zur Verfügung stellt (DANKE NOCHMAL). Mini wird dabei auch von Rübi (BODERPAKI) unterstützt. Beide kommen aus Schleswig Holstein und haben einen sehr guten Kontakt zur Punkszene da oben im Norden. Der Bayern-Sampler wird von Lizal (DIE DORKS) gemacht, welche &#8211; passend &#8211; aus Bayern kommt, und dort die besten Vorteile hat einen solchen Sampler zu gestalten. Der Stuttgart Punx Underground wurde bei der ersten Ausgabe von mir selber gemacht, mittlerweile kümmert sich um die Planung und Gestaltung &#8211; ja genau DU, du Fragensteller : ) (stimmt ja! – hat ich doch glatt vergessen). Es macht verdammt viel Fun mit all den Leuten solch Projekte zu verwirklichen, und ich hoffe, dass dies noch lange anhalten wird.</p>
<p><strong>Ihr beschränkt euch bisher auf den deutschsprachigen Raum. Gibt es Pläne, dies weiter zu internationalisieren?</strong><br />
Seit ca. 1,5 Jahren liegt das Konzept eines Europa-Samplers in der Schublade und auch für einen U.S. Punksampler laufen seit längerem die Planungen. Man muss sagen, einfach Geduld haben und schauen, was die Planung bringt. International gestalten wir, wie du schon sagtest, im deutschsprachigen Raum, unter anderem den Pogo durch die Schweiz und den Alpenpunkalarm in Österreich. Aus beiden Ländern wird es in den nächsten Monaten einen weiteren Sampler auf Freepunk-Records geben.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Soli-CD.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5615" title="Freepunk Soli CD" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/06/Freepunk-Soli-CD-300x418.jpg" alt="" width="300" height="418" /></a>Das ist ja alles auch mit immenser Arbeit und auch mit Kosten verbunden. Macht ihr das alles ehrenamtlich? Habt ihr da irgendwelche Sponsoren oder Partner?</strong><br />
Freepunk-Records ist komplett ein Projekt, was man in seiner Freizeit macht. Hier macht keiner auch nur einen Cent für die eigene Tasche, im Gegenteil, ich lege jedes Jahr selber eine &#8220;schöne&#8221; Summe drauf, um dies am Laufen zu halten. 2011 haben wir deshalb zum ersten mal einen Sampler gemacht, den es nicht zum kostenlosen Download gibt, sondern der D.I.Y. als CD gemacht wurde. CD Rohlinge wurden bedruckt, die Cover ausgeschnitten und eingefügt, die Musik auf die Rohlinge brennen und und und&#8230; Dieser wurde dann für 2,50 Euro verkauft und der Gewinn aus diesen Einnahmen wurde verwendet, um die laufenden Kosten zu decken. Im Herbst wird es eine weitere D.I.Y.-CD geben, als Split mit 4 Bands. Auch diese ist Teil der Solireihe für Freepunk-Records. Wir haben keine Sponsoren die uns  unterstützen, aber wir haben von vielen Bands Merchandise bekommen, das wir auf Konzerten an einem Stand zu geringen Preisen anbieten und auch somit etwas Geld sammeln. Partner haben wir einige, wie Kamikaze Radio, die unter anderem jeden neuen Sampler Live im Radio spielen, bevor dieser zum Download online geht. Aber auch viele andere unterstützen uns, wenn es z.B. darum geht unsere Ausschreibungen zu veröffentlichen.</p>
<p><strong>Ihr habt aber nicht vor, zukünftig mehr physische Tonträger zu machen, oder?</strong><br />
Nein, lediglich als Soliprojekte &#8211; als nächstes die Split mit 4 Bands.</p>
<p><strong>Ihr veranstaltet auch Konzerte, bzw. habt das auch schon vorher gemacht. Das Freepunk-Festival ist  inzwischen auf 2 Tage angelegt. Können wir da noch mehr erwarten?</strong><br />
Freepunk &#8211; Records hat bisher seit der Gründung in Januar 2009 zwei Konzerte veranstaltet, im September 2009 das Release Konzert zum ersten Stuttgart Punx Underground Sampler und im Februar 2011 das Freepunk-Records Festival, dies wird schon im Dezember 2011 in die zweite Runde gehen.</p>
<p><strong>Aber du organisierst doch auch noch andere Sachen. Z.B. das &#8216;Zivilcourage-Festival&#8217;. Was hat es damit auf sich?</strong><br />
Das Zivilcourage Festival hat nichts mit FreePunk zu tun: )</p>
<p><strong>Es gibt ja immer mehr Punkrock-Festivals. Was unterscheidet Eure Festivals einerseits von den etablierten Festen wie &#8216;Force Attack&#8217; oder &#8216;Ruhrpott Rodeo&#8217; und DiY-Festivals wie das &#8216;Halden-Openair&#8217; andererseits?</strong><br />
Das Freepunk-Records ist eine Non Profit Veranstaltung mit freiem Eintritt, der Club macht selber die Theke und stellt dafür die Technik zur Verfügung, Bands die spielen möchten tun dies aus Herzenssache, immerhin können wir den Bands nichts geben. Weder Spritgeld noch Gagen etc, da wir keinerlei Einnahmen haben. Die Location stellt den Bands Getränke und Verpflegung zur Verfügung, was man absolut als Fair ansehen muss. Ich möchte keinen Vergleich ziehen mit anderen Festivals, alle machen dies weil sie den Spaß an der Sache im Herzen tragen, so wie ich.</p>
<p><strong>Noch irgendwelche letzten Worte, Spendenaufrufe oder ähnliches?</strong><br />
Ich danke allen Bands die sich bis jetzt bei Freepunk-Records beteiligt haben und bei den Leuten die die Bands unterstützen. Danke auch an Kamikaze Radio für die Unterstützung !</p>
<p><strong>Dann bedanke ich mich für das Interview und wünsche weiterhin viel Erfolg!</strong><br />
Hat mich gefreut, euch auch viel Erfolg weiterhin</p>
<p><a href="http://freepunk-records.de.tl/" target="_blank">http://freepunk-records.de.tl/</a></p>
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		<title>ELF / SLIME (DAS INTERVIEW NACH WWM)</title>
		<link>http://uglypunk.de/2011/01/elf-slime-das-interview-nach-wwm/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 09:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Millionen Punker, die vor einigen Tagen ihre Lieblingsquizshow “Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch auf ihrem Lieblingssender RTL sahen, trauten ihren glasigen Augen nicht. Da saß doch tatsächlich Elf von SLIME auf dem Stuhl und schlug sich durch die Fragen. Einige kritische Punkrockpolizisten rasten daraufhin gleich mit Blaulicht durch diverse Internet Foren, viele andere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Millionen Punker, die vor einigen Tagen ihre Lieblingsquizshow “Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch auf ihrem Lieblingssender RTL sahen, trauten ihren glasigen Augen nicht. Da saß doch tatsächlich Elf von SLIME auf dem Stuhl und schlug sich durch die Fragen. Einige kritische Punkrockpolizisten rasten daraufhin gleich mit Blaulicht durch diverse Internet Foren, viele andere hingegen sahen die Sache entspannter und manche fieberten sogar vor dem Bildschirm mit. Diese Polarisation erzeugte bei uns auf der Page (und nicht nur bei uns) großes Interesse und allein die Newsmeldung über Elf´s Teilnahme bei WWM hatte an einem Tag mehr Klicks, als so manche MySpace Seite in einem Monat (ein bisschen Trommeln wird ja wohl noch erlaubt sein). Nun, das was euch scheinbar interessiert, sollt ihr auch bekommen und aus diesem Grund haben wir nicht lange gefackelt, dem guten Elf ein paar Fragen vorzulegen, die sich alle ausschließlich um das Thema “Wer wird Millionär“ drehen. Und hier ist es, das Interview danach.<a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2011/01/Wer-wird-Millionär.png"><br />
</a><br />
Mit zum derzeit heißesten Tratsch innerhalb der Punkszene gehört deine Teilnahme in der RTL Quizshow “Wer wird Millionär“. Wann hast du den Entschluss gefasst dich dort zu bewerben und welche Kriterien sind denen wichtig, um überhaupt einer der möglichen WWM Kandidaten zu werden?</strong><br />
Vor ca. 1,5 Jahren habe ich die Show nach längerer Zeit mal wieder mehr zufällig gesehen und dann gedacht, was die Kandidaten können, kann ich auch und mit etwas Glück auch besser. Einfach mal ne SMS Bewerbung gemacht und mit nix bösem gerechnet. Ein paar Monate später rufen die mich dann tatsächlich an und machen ein Telefoncasting und dann gibt es noch ein zweites ein paar Tage später und nach dem wurde ich dann das erste Mal als Kandidat eingeladen. Das war im Februar 2010. Hat keiner mitgeschnitten, weil ich nicht auf den Stuhl kam. Das konnte ich aber nicht auf mir sitzen lassen und habe mich dann nach drei Monaten Pause, die man warten muss, nochmals per SMS beworben. Ich sehe die Sendung gar nicht oft, habe mir nur gesagt, wenn ich die Mal gucke, schicke ich einfach ne SMS und gut. Dann kommt unglaublicherweise am 16.12., als wir gerade nachmittags vor dem Soundcheck im SO36 in Berlin waren, wieder ein Anruf und wieder das 2malige Telefoncasting und wieder die Einladung. Ich habe nicht großartig lange nachgedacht, ob ich das jetzt machen soll oder nicht, weil ich finde, so eine Chance kann man sich nicht entgehen lassen auf relativ einfache Art mit ein bisschen Glück an Kohle zu kommen. Habe schon genug bescheuerte Jobs in meinem Leben gemacht wie z.B. Taxi fahren etc. und für ne kleine Reise nach Köln zu WWM 16000€ oder mehr zu kriegen ist doch ziemlich verlockend.<br />
Was die für Kriterien haben weiß ich nicht wirklich. Die nehmen das Telefoninterview auf und checken wahrscheinlich ab, ob jemand irgendwie interessant ist, ein bisschen locker rüberkommt und ein paar Quizfragen werden einem auch noch gestellt. Allerdings ohne Multiple Choice. Ich weiß auch, dass ich die Fragen nicht alle richtig beantwortet habe, das scheint nicht das wichtigste Kriterium zu sein. Man soll dann auch noch irgendeine lustige Story aus seinem Leben erzählen, damit der Jauch darüber mit einem reden kann. Das war bei mir diese Bärenstory. Ob die wahr oder erfunden war, lasse ich mal offen&#8230; Am Ende war es dann ja für Jauch auch viel interessanter mich über SLIME etc. auszufragen, was ich auch besser fand, obwohl er dann ja zum Schluss doch noch diese dämliche Urlaubsstory ins Spiel gebracht hat. Egal, damit muss man leben, wenn man sich auf so was einlässt.</p>
<p><strong>Hast du dich auf die Show in irgendeiner Form vorbereitet? Rätsel- und Ouizbücher studiert? Oder alles mit dem ohnehin schon vorhandenen Allgemeinwissen auf dich zukommen lassen?</strong><br />
Ich habe mich nicht besonders darauf vorbereitet. Wie man an den Fragen die ich hatte ja sehen konnte, bringt das auch nicht viel. Man muss halt hoffen, dass ein paar Fragen kommen, wo man das Allgemeinwissen hat um die Antwort zu kennen und ansonsten ist da viel Glück dabei. Ich habe das Spiel etliche Male im Internet gespielt, wo natürlich nur Fragen kommen, die es in der Sendung schon mal gab. Da sind Frageleitern dabei gewesen, wo ich es bis zur Million geschafft habe. Allerdings gab es auch etliche Versuche, bei denen ich bei 4-oder 8000€ rausgeflogen bin.</p>
<p><strong>Nun sickerten letztes Jahr einige Gagenanforderungen von SLIME durch, die sich rasend schnell im Netz verbreiteten. Der kritische Zuschauer, der vielleicht noch fünfstellige Summen für Festivals und vierstellige für Clubkonzis im Hinterkopf hatte, hat sich natürlich gefragt, ob das Geld, dass du für die Flüge eines SLIME Auftritts in Amiland erspielen wolltest, nicht ohnehin vorhanden sein dürfte. Kannst du solche Gedankengänge nachvollziehen?</strong><br />
Der so genannte kritische Zuschauer oder gemeine Punk den du meinst, hat ja im Prinzip keine Ahnung wie Gagen zustande kommen und vor allen Dingen, was so ein Unternehmen auch kostet. Klar haben wir auch Kohle verdient, aber reich wird man dabei keineswegs. Wenn man dann wie Dirk auch noch Arbeitslosengeld 2 kriegt, oder wie ich auch nur irgendwelche freiberuflichen Tätigkeiten macht wo auch nicht viel zu verdienen ist, ist man froh, wenn man von den Gagen mal ein halbes Jahr oder so sein Leben finanzieren kann. Alleine die Flüge in die USA kosten schon 3000-4000,- € und beim BOB Fest gibt es auch keine großen Gagen die das irgendwie auffangen könnten. Es ist nicht so, dass ich mich in die Sendung gesetzt habe, weil ich das von vornherein finanzieren wollte. Ich fand nur die Idee gut, mit SLIME in den USA zu spielen und habe das mehr oder weniger dann spontan gesagt, weil ich wusste, dass die Finanzierung ein Problem sein könnte.</p>
<p><strong>Das es auch kritische Stimmen wegen deiner Teilnahme bei WWM geben würde, war dir sicherlich klar, obwohl es sich eigentlich doch in Grenzen hielt und es viele neutrale Betrachter gab, die das alles gar nicht so wild sahen. Hättest du mit mehr Gegenwind oder Kapitalismus Vorwürfen gerechnet?</strong><br />
Ich habe mir vorher überhaupt nicht vorgestellt, was da auch an Kritik kommen würde. Klar ist das eine Sendung im KommerzTV, aber man kann da Geld abholen und muss nichts abgeben. Kapitalismus Vorwürfe ??? Schwachsinn. Die Leute die das meinen, haben natürlich alle keine Glotze oder sehen nur 3 Sat, Arte und Phoenix. Oder sie surfen im Internet rum, suchen mit Google, haben Mail Accounts bei GMX oder sonst wo. Das ist natürlich alles total kommerzfrei ja, ja&#8230; Wer sich ernsthaft darüber aufregt, dass jemand wie ich sich bei Jauch zum Raten hinsetzt, der sollte mal besser zum Psychiater gehen. Es gibt wirklich ne Menge Sachen auf der Welt, die wichtiger und schlimmer sind als das. Mal abgesehen davon, gab es schon einige Leute aus der Szene, die bei WWM waren. Hat nur keiner mitgeschnitten, weil die es nicht auf den Stuhl geschafft haben, oder weil sie nicht so bekannt sind wie ich.</p>
<p><strong>Du hast dich für die Variante mit 3 Jokern, dem Netz bei 16.000 Euro entschieden, die Günther Jauch als Beamten-Variante bezeichnete. Bei der Zockerei, der du ja nicht abgeneigt warst, die beste Variante, oder?</strong><br />
Auf jeden Fall war das gut so. Ich war natürlich auch echt bescheuert, nicht den 50:50 Joker bei der letzten Frage zu nehmen. Aber ich war auch ein bisschen wie ferngesteuert auf dem Stuhl. Ist echt was anderes, als vor 20.000 Leuten im Millerntor auf der 100 Jahre St.Pauli Feier zu spielen.</p>
<p><strong>Man hatte das Gefühl, dass dir der Herr Jauch bei der 32.000 Euro Frage einen Wink mit dem Zaunpfahl geben wollte und teilweise kam es mir so vor, als hättest du zwischen den Antwortmöglichkeiten “Holland“ und “Anatolien“ leicht geschwankt. Hinterher ist man immer schlauer, aber warum hast du dich in dieser Situation gegen einen Joker entschieden?</strong><br />
Ich habe nicht richtig zugehört, was der Jauch da gesagt hat und habe mir irgendwie eingeredet, dass Holland richtig sein muss. Wie gesagt, ich fühlte mich ein wenig ferngesteuert von fremden Mächten&#8230;</p>
<p><strong>Was wäre wenn? Man kann nur darüber spekulieren, wie weit du gekommen wärst, wenn du bei der letzten Frage noch einen Joker gesetzt hättest. 16.000 Euro sind gutes Geld, aber nervt doch bestimmt trotzdem irgendwie, 2 Joker liegen gelassen zu haben, oder?</strong><br />
Klar nervt das, wenn man realisiert, dass man zu leichtsinnig war. Wenn Holland bei Nutzung des 50:50 Joker z.B. weg gewesen wäre, wäre das Ding klar gewesen. Eigentlich ist das die Regel bei dem Spiel, wenn du dir unsicher bist, bei so einer hohen Summe, nimm verdammtnochmal einen Joker, dafür sind die da.</p>
<p><strong>Wirst du dich noch mal für einen Quizshow bewerben? Die Idee von “Rette die Million“ ist ja z.B. nicht uninteressant.</strong><br />
Ich werde nie wieder an so was teilnehmen, definitiv. Ist mir im Nachhinein viel zu ambivalent das ganze&#8230;</p>
<p><strong>Wenn du Günther Jauch anhand dieser zwei Sitzungen beurteilen müsstest, was würdest du über ihn sagen können? Wie ist er z.B. hinter den Kulissen? Freundlich, arrogant, unnahbar?</strong><br />
Jauch spricht nur ganz kurz mit einem und dabei war er freundlich und natürlich professionell.</p>
<p><strong>Falls du noch ein paar letzte Wörter an die Kritiker loswerden möchtest oder sonst irgendwas auf dem Herzen hast, dann kannst du jetzt gerne Dampf ablassen. Und falls von den 16.000 noch was übrig bleiben sollte, sag bescheid, dann steck ich dir unsere Bankverbindung zu.</strong><br />
Ich hätte gerne die Million gewonnen und ein paar Leuten aus meinem Umfeld und meiner Familie was davon abgegeben. Die 16.000,- abzüglich der Kohle die ich der Band gebe, haue ich locker selbst auf den Kopf. Und Kritikern schleudere ich folgende Textzeilen von ZELTINGER entgegen: „Ich poliere Kritikern die Fressen, für die Band mach&#8217; ich das Abendessen“ (Asi mit Niveau).</p>
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		<title>AGGRESSIVE PUNK PRODUKTIONEN</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 08:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Sampler “Aggropunk Vol 1.“ machten sie zum ersten Mal auf sich aufmerksam und es scheint, als haben sie sich unmittelbar nach Labelgründung und erster Veröffentlichung jetzt schon etabliert. Klar, die Rede ist von Aggressive Punk Produktionen, dem neu gegründeten Deutschpunk-Label, das einen Anti-Trend gegen die einschlafende Punkbewegung und die momentan anhaltenden Flut von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit dem Sampler “Aggropunk Vol 1.“ machten sie zum ersten Mal auf sich aufmerksam und es scheint, als haben sie sich unmittelbar nach Labelgründung und erster Veröffentlichung jetzt schon etabliert. Klar, die Rede ist von Aggressive Punk Produktionen, dem neu gegründeten Deutschpunk-Label, das einen Anti-Trend gegen die einschlafende Punkbewegung und die momentan anhaltenden Flut von A-politischen Rockbands setzen möchte. Welche Veröffentlichungen anstehen, wie sie sich Deutschpunk vorstellen und welche Ansichten sie sonst noch so vertreten, dazu haben wir Matze von den Aggropunks mal befragt und das hier ist das Ergebnis. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hi Matze! Aggropunk &#8211; Ihr habt ein neues Label ins Leben gerufen. Dazu im Vorfeld erstmal herzlichen Glückwunsch. Noch bevor es richtig losging, wart ihr ja schon in aller Munde und aufgrund der guten Vorbereitungen merkt man natürlich, dass hinter Aggropunk keine unerfahrenen Leute stehen. Möchtest du uns ein wenig über Aggropunk verraten? Wer steckt hinter Aggropunk, wo befindet sich eure Zentrale u.s.w.</strong><br />
Eigentlich heißt das Label ja Aggressive Punk Produktionen. Aggropunk ist eigentlich nur der Titel des Samplers. Unser Headquarter ist in Nürnberg und alle Beteiligten sind seit Jahren, mittlerweile wohl auch schon seit Jahrzehnten, fest in der Punkszene verwurzelt und kennen wohl auch gar nichts anderes mehr ; -)</p>
<p><strong>Ugly Punk: Eure erste Produktion, der Aggropunk Sampler Vol.1 ist gerade frisch auf dem Markt. Die Bands auf diesem Compilation bieten überwiegend deutschsprachigen Punkrock. Seht ihr euch als reines Deutschpunklabel oder seit ihr auch offen für internationale Bands?</strong><br />
Nein. Aggressive Punk Produktionen wurde ja genauso aus der Intention heraus geboren ein neues hochwertiges Deutschpunklabel zu etablieren. Weit weg von dem ganzen Schrott der über die letzten Jahre so fabriziert wurde. Wir wollen, dass Deutschpunk wieder Spaß macht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Für den Sommer stehen schon die Alben von RAWSIDE, FAHNENFLUCHT und KOTZREIZ bei euch in den Startlöchern und auch mit weiteren Veröffentlichungen werdet ihr sicherlich nicht geizen. Rentieren sich für ein Label viele VÖ´s im Downloadzeitalter überhaupt noch?</strong><br />
Schwer zu sagen. Aber ich denke 5 VÖs in einem Jahr ist noch im Rahmen. Das ist zwar trotzdem nicht ganz ohne und bedeutet viel Arbeit, aber wir haben da einfach 100% Bock drauf. Und wir werden nur Bands veröffentlichen, deren Platten wir uns auch kaufen würden. Egal ob etablierte oder ganz neue Bands. KOTZREIZ ist ein gutes Beispiel dafür, dass uns nicht nur Rang und Namen wichtig ist. Die Jungs sind so geil, dass für uns bereits nach 10 Minuten klar war, dass wir die raus bringen wollen. Sicherlich ist das illegale Downloaden ein Problem &#8211; auch für uns &#8211; aber wir haben uns vorgenommen viel Liebe in die VÖs zu stecken, was die Leute hoffentlich auch honorieren werden. Und noch mal, bei dem ganzen Mist der da die letzten Jahre als Deutschpunk verbreitet wurde, würde ich als Kid auch nur illegal downloaden&#8230; wenn überhaupt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Laut Eigenaussage veröffentlicht ihr nur “das Beste“. Das ist zwar ein dehnbarer und relativer Begriff, aber ihr habt sicherlich genaue Vorstellungen. Was muss eine Band haben, ausstrahlen oder aussagen, um euch zu gefallen.</strong><br />
Hmm. Keine Ahnung. Es muss uns einfach mitreißen und umhauen. Sicherlich gibt es ein paar Punkte die man nie außer Acht lassen kann. Eine Band die nicht auf Tour geht, nirgends präsent ist oder kein bisschen ihre Instrumente beherrscht braucht im Jahr 2010 keine Platten mehr produzieren. Die Zeiten sind vorbei.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Können sich Labelsuchende Bands bei euch bewerben oder geht ihr selbst auf die Bands zu, von denen ihr glaubt, dass sie bei euch ins Konzept passen könnten?</strong><br />
Bewerben kann sich natürlich jede Band. Klar. Kein Ding. 2 Demo-CDs in ein Kuvert rein und her zu uns. Wir hören uns alles an. Beantworten aber nicht jede Anfrage aus dem einfachen Grund weil wir nicht so viel Zeit zur Verfügung haben. Aber bei KOTZREIZ hat es zum Beispiel geklappt. Da hatten wir wirklich den Fall, dass wir über das Demo auf die aufmerksam wurden. Emails a la „Schaut mal auf unsere Myspaceseite“ lösch ich übrigens gnadenlos. Das geht mir mächtig auf den Sack.</p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2010/05/Aggressive-Punk-Produktionen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2132" title="Aggressive Punk Produktionen" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2010/05/Aggressive-Punk-Produktionen-300x278.jpg" alt="" width="300" height="278" /></a>Ugly Punk: Eines eurer wichtigsten Vorhaben ist, Deutschpunk wieder zu dem zu machen, was es mal war. “Ein eindringlich-energisches, unangepasstes Netzwerk von Menschen, die musikalisch aufstehen und auf provokante Art Finger in die Wunden der Gesellschaft legen.“ Welche Dinge nerven euch am heutigen Deutschpunk am meisten?</strong><br />
Ach es ist vor allem langweilig. Da geht doch fast gar nichts mehr mit den Bands die langweilige Musik und Texte von sich geben. Oder auch diese echt üblen Covergestaltungen&#8230; Das nervt mich als Grafiker fast schon am meisten. Das gehört doch auch zu ner geilen Platte dazu. Die erste TOXOPLASMA zum Beispiel. Super einfach aber auch super geil! Da brauch ich nur das Cover anschauen und hab das Feeling wieder, wie damals als ich mit 15 am Bahnhof mit zig Gleichgesinnten rumhing. Heute sitzen dann Leute &#8211; die damit nicht umgehen können &#8211; vorm PC und „gestalten“ üble 4c Scheiße anstatt Stift und Schere in die Hand zu nehmen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Ebenfalls wollt ihr ein Zeichen gegen die ganzen Deutschrockbands setzen, die mit dumm-patriotischen Phrasen in die Charts stürmen. Sind damit z.B. Bands wie die SPORTFREUNDE STILLER gemeint oder bezieht sich das auf diese Flut der ganzen ONKELZ Nachfolgebands, die eine Art des neuen Deutschrocks spielen?</strong><br />
SPORTFREUNDE STILLER können auch zur Hölle fahren. Aber wir beziehen uns damit eher auf Freiwild &amp; Co KG. Diese ONKELZ Scheiße geht gar nicht. Furchtbar.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wenn man es jetzt kritisch und kleinlich betrachtet, sind BETONTOD ja auch schon fast an der Grenze zum Deutschrock und in die haben sie es auch geschafft, wie halt auch auf den Aggropunk Sampler. Die zählen also scheinbar nicht dazu.</strong><br />
Naja, sie sagen doch selber von sich dass sie dazu gehören! Oder zumindestens dazu gehören wollen. Ich will jetzt da nicht ins Detail gehen, aber als wir mit den Sampler im Herbst 2009 begonnen haben, war diese Entwicklung noch nicht zu erkennen. Ihre Platte ist ja nur kurz vor unserem Sampler raus gekommen &#8211; aber der Sampler war schon lange davor fertig. Ohne den Jungs zu nahe treten zu wollen, aber wie zum Teufel kann man sich in einem Interview nur selber mit Freiwild auf eine Ebene stellen? Geschweige denn mit denen zusammen spielen. Aus heutiger Sicht würde ich wohl auf den Song verzichten. Keine Ahnung ob BETONTOD wirklich klar ist, was sie da machen&#8230; und dass sie wohl auch viele ihrer Fans vergraulen. Aber&#8230; Ihre Entscheidung.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie vorhin schon kurz angeschnitten, stehen bei euch die VÖ´s von RAWSIDE, FAHNENFLUCHT und KOTZREIZ an. Könnt ihr uns verraten, was für die Zukunft noch alles auf dem Zettel steht oder geplant ist?</strong><br />
Im Moment arbeiten wir auch noch daran POPPERKLOPPER mit ins Boot zu holen. Wir sind uns mit Suppenkazpers Noize Imperium eigentlich schon einig und müssen jetzt nur noch Vertragsdetails klären. Dann gehört POPPERKLOPPER und ihr gesamtes Programm auch mit zur AGP Gang. Und die Jungs sind auch schon richtig fleißig. Da wird im Herbst die Live-DVD ihres „20 JAHRE POPPERKLOPPER“ Festivals inklusive Best Of CD erscheinen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Dann hoffe ich, dass der Start so verläuft, wie ihr ihn euch vorstellt und wünsche alles Gute für die Zukunft.</strong><br />
Yo. Vielen Dank für deinen Support!!! Cheerz Matze</p>
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		<title>ZWAKKELMANN</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 09:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der auf dem oben platzierten Bild etwas ernst schauende Herr Schlaffke, zählt meiner Meinung nach zur Gruppe der sympathischsten und authentischsten Künstlern hierzulande. Keiner der sich verstellt und auf hart oder cool machen muss, sondern jemand, der mit seiner offenen Art auch gerne mal sein (und damit vielleicht auch Dein) Inneres nach Außen kehrt. Früher, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der auf dem oben platzierten Bild etwas ernst schauende Herr Schlaffke, zählt meiner Meinung nach zur Gruppe der sympathischsten und authentischsten Künstlern hierzulande. Keiner der sich verstellt und auf hart oder cool machen muss, sondern jemand, der mit seiner offenen Art auch gerne mal sein (und damit vielleicht auch Dein) Inneres nach Außen kehrt. Früher, als Jungspund sozusagen, wirbelte er noch mit SCHLIESSMUSKEL durch die goldenen Fun-Punk Jahre. Heute hingegen zieht er zwar immer noch mit einem kleinen Gefolge, aber auch gerne mal Solo durch die Lande. Sein ständiger Begleiter sind dabei die Geschichten, die das Leben schrieb. Ein paar dieser Geschichten hat ZWAKKELMANN mal wieder zu Papier gebracht und in einen musikalischen Mantel gehüllt. Einen Mantel, der mir so gut passte, als wenn es mein eigener wäre, weshalb ich den guten Schlaffke auch umgehend zu seinem neuen Werk und anderen interessanten Themen befragt habe. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hi Schlaffke! Der Kulturbeutel ist gepackt und in ihm befindet sich Dein neues Album “Kulturbeutel 2010“. Die Veranstalter von Ruhr.2010 verkaufen den ganzen Trubel ja als Deutschlands größtes Ereignis seit der WM. Wolltest Du das Ganze mit dem Albumtitel einfach ein wenig auf die Schippe nehmen oder brodelt tief in Dir ein Hassvulkan, der vor lauter Unverständnis kurz vorm Ausbrechen ist? Wie sieht sie aus, Deine persönliche Meinung zur Ruhr.2010?</strong><br />
Schlaffke: Guten Tach erstmal! Yeah, es ging mir u.a. schon darum, diese ganze Kulturhauptstadtkacke ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. So ungefähr, wie wenn man `nen Hundehaufen im Briefkasten eines nervigen Nachbarn entsorgt. Die Idee, der Kultur im Ruhrpott Raum zu geben, fand ich zunächst allerdings gar nicht so übel. Ich bin ja schon `n kulturell interessierter Mensch. Nur ist die ganze Chose selbstverständlich wieder zu einer langweiligen Veranstaltung des Establishments geworden, wo jede Menge Euronen zum Fenster rausgeschmissen werden. Das prangere ich an! Vielleicht, weil ich asozial, nee, als Teil der Subkultur nicht eingeladen werde. Ich bin deshalb aber nicht vom Hass zerfressen und hab auch keine schlaflosen Nächte deswegen. Das Dilemma kenne ich als Ugly Punk ja zur Genüge. Den Plattentitel „Kulturbeutel“ hatte ich, ganz abgesehen von der Ruhr.2010, schon länger auf`m Schirm. Ich hab mich desöfteren gefragt, weshalb so ein Teilchen „Kulturbeutel“ heißt. Was haben Zahnbürste, Seife oder Klopapier mit Kultur zutun? Wahrscheinlich mehr als man glaubt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: 16 Songs sind es diesmal geworden, mit überwiegend persönlichen Erlebnissen. Du berichtest vom Saufen und Scheißen, von Sehnsüchten und anderen Süchten, beobachtest Menschen bei der Nahrungsaufnahme und hinterfragst Dich kritisch, ob Du nicht vielleicht asozial bist. Findest Du es nicht unheimlich, dass man sich so gut in Deinen Texten wieder finden kann oder zeigt Dir diese Tatsache nur, dass die Menschen mehr Gemeinsamkeiten haben, als ihnen vielleicht lieb ist?</strong><br />
Schlaffke: Das hast Du gut beobachtet. Bisweilen ziehe ich doch ganz schön blank in meinen Texten. Ich singe häufig über Dinge, die ich erlebt habe, die mich unmittelbar betreffen und bewegen. Dieser persönliche Aspekt ist sicher eine Stärke von ZWAKKELMANN, aber auf der anderen Seite auch wieder eine Schwäche bzw. Gefahr. Ich bewege mich dadurch oft in meinem eigenen Mikrokosmos und mache mich angreifbar, weil ich eben viel von mir preisgebe. Die Texte sind ja auch selten verklausuliert oder mit Metaphern versehen, sondern eher direkt und leicht verständlich. Wenn sich Menschen darin wieder erkennen, find ich das überhaupt nicht unheimlich. Nee, dat freut mich! Das sagt mir, ich steh nicht alleine auf weiter Flur mit meinen bescheuerten Gedankengängen und Sichtweisen. „&#8230;Ohne Publikum ist es doch langweilig&#8230;“, um mal eine Zeile aus dem ersten Kulturbeutel-Song („Jetzt kommst du“) hervorzukramen. Neulich war ich mit Maks von RilRec unterwegs. Er wollte am Steuer seines Vans `n Brötchen essen und meinte zu mir: „Ey Schlaffke, wegen diesem Lied `Menschen bei der Nahrungsaufnahme´ kann ich im Moment echt nicht in dieses Brötchen beißen. Das ist so widerlich!“ Ich musste mich erstmal schlapp lachen und entgegnete ihm: „Hmm, lecker, hat der Song jetzt schon was bewirkt.“ Aber es gibt ja auch immer noch genügend Menschen, die mit so einer negativen Denkungsweise und Art von Humor nix anfangen können. Denen sich bei solchen Texten der Magen umdreht.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das sind dann wohl diejenigen, denen Du mit Deinen Texten den Spiegel vorhältst und die nach vielen Jahren des Leugnens doch einsehen müssen, dass sie mit ihrem Benehmen auf eine gewisse Art und Weise auch Asozial sind und deshalb mit Dir in einem Boot sitzen &#8211; ob sie wollen oder nicht.</strong><br />
Schlaffke: Genau, diese Blödmänner sind dat! Wegen solchen Typen hab ich oft einen im Kahn, nehme Baldrian und leide an Verfolgungswahn!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Kommt es bei Dir auch hin und wieder vor, dass Du Deine Texte spät Abends nach ein paar gemütlichen Kannen Pils schreibst und Dir am nächsten Morgen denkst: “Ups, in dem Text von gestern Abend habe ich es mit dem Seelenstriptease vielleicht etwas übertrieben.“ Wie verfährt man dann? Text überarbeiten und zensieren oder lieber schnell ein Bierchen trinken und Augen zu und durch?</strong><br />
Schlaffke: Da muss ich doch flugs ein paar Zeilen aus dem Kulturbeutel-Song „Kontrolliertes Trinken“ auftischen: „&#8230;Ich kann nicht ruhig zu Hause hocken / Ganz entspannt bei einem Wein / Muss irgendwo da draußen rocken / Und schlichtweg unvernünftig sein&#8230;”. Alkohol konsumiere ich also eher selten zu Hause, weil ich von dem Zeugs schnell unruhig werde und vor die Tür und andere Menschen nerven muss. Es kommt aber häufig vor, dass ich mich im stillen Kämmerlein schon mal ein bisschen warm trinke und dann zeitgleich zur Flasche und Gitarre greife. Das sind dann aber meist nur Grundideen, die entstehen und die ich zwischen Tür und Angel per Diktiergerät festhalte. Eine gewisse Denkfaulheit macht sich dann bereits in mir breit (im wahrsten Sinne des Wortes). Im Grunde vertrage ich nämlich überhaupt keinen Alkohol. Aber diese Ideen sind dann manchmal gar nicht so schlecht, so dass ich sie, wenn ich wieder fit bin, ausarbeite. Ich würde also doch zum Zensieren im nüchternen Schädel tendieren! Wenn ich mir nach`m Saufen zu Hause noch `nen Absacker genehmige, kriege ich überhaupt nichts mehr gebacken. In solch einem Zustand kann ich nur noch irgendwelche düsteren Songs hören und vielleicht noch `ne peinliche SMS vom Stapel lassen. Das sind dann oft Zeilen, die ich am nächsten Tag gerne wieder rückgängig machen oder zumindest zensieren würde.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Mit dem Titel “Abstürzende Tontauben“ ist auch ein Song vertreten, in dem Du Dich kritisch mit dem Thema Reunion auseinandersetzt. Ich meine zu vernehmen, dass dieser komplett frei von humoristischen Textpassagen ist und frage mich, ob Du dabei bestimmte Bands im Hinterkopf hattest? Geht es um internationale Rockgrößen, die es noch mal wissen wollen, oder hat Dich die kürzlich bzw. immer noch geführte Debatte über die Gagenforderungen von SLIME und WIZO ein wenig dazu inspiriert?</strong><br />
Schlaffke: “Abstürzende Tontauben“ ist zu einem Zeitpunkt entstanden, als eine SLIME- oder WIZO-Reunion noch nicht bekannt war. Ein bisschen hatte ich allerdings den bevorstehenden SCHLIEßMUSKEL-Auftritt beim Force Attack `09 im Hinterkopf, welcher im Endeffekt ja gar nicht schlecht verlaufen ist. Ich wollte den Song eigentlich sogar zusammen mit den MUSKELN spielen, was doppelt lustig gewesen wäre, wozu es allerdings nicht gekommen ist. Beim Schreiben dachte ich aber eher an `ne fiktive Kapelle. Natürlich auch nicht an DIE ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN, was einige Leute bereits vermutet haben. Das kleine Wortspiel “Abstürzende Tontauben“ gefiel mir schlichtweg in diesem Bezug. Dat passte wie Ton auf Taube. Klar, diese ganzen Reunions haben ja immer irgendwie `nen fuck Beigeschmack. Wenn es sich nur noch um die liebe Kohle dreht, wird’s echt ekelhaft. Das möchte ich aber SLIME und WIZO absolut nicht unterstellen. Ich weiß ja selbst nur all zu gut, wie verführerisch Reunion-Gigs sind. Na ja, bei SLIME hat die Sache sicher noch `ne andere Brisanz, weil es ja `ne hochpolitische Band war/ist, sie kein neues Material am Start haben und einer ihrer wichtigsten Köpfe fehlt. Wir werden sehen. Ich gönne ihnen jedenfalls diese Highlights.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Da scheiden sich ja gerade die Geister. Die einen sagen: “Wenn die Veranstalter die geforderten Summen zahlen können, würde nichts dagegen sprechen“, die anderen hingegen “das die geforderten Gagen in keinem Verhältnis zu den anderen Bands stehen“. Du singst ja in Deinem Song von Ikonen, die sich selbst zerstören. Mal abgesehen davon, dass man Punkmusiker in der Regel ja nicht als Ikonen ansieht und das den Musikern diese Highlights sicherlich gegönnt sein mögen &#8211; wie groß schätzt Du persönlich die Gefahr ein, bei einer Reunion den guten Bandnamen aufs Spiel zu setzen oder unglaubwürdig rüber zu kommen? Du hast das ja mit SCHLIEßMUSKEL auch in einer gewissen Form durchlaufen. Mit welchen Ängsten und Zweifeln hat man vor solchen Reunionen zu kämpfen und was geistert einem da durch den Kopf?</strong><br />
Schlaffke: Diese Gagenforderungen beruhen natürlich auch auf dem Angebot- und Nachfrage-Prinzip. Die Masse verlangt ja scheinbar danach. Dementsprechend kommt eben jede Menge Kohle rein, die u.a. in den Taschen der Bands landet. Dat is` sicher ungerecht gegenüber Combos, die für ein läppisches Handgeld zum Tanze aufspielen. Aber im Gegensatz zu Kopflinien (Headlinern) meinetwegen beim „Rock am Ring“ sind das echt noch Peanuts. Dieses Musikbusiness is` doch bisweilen so was von abartig! Wenn`s danach ginge, hätte ich die Plörren längst hinschmeißen müssen. CHARLES BUKOWSKI hat in etwa mal über MICKEY ROURKE gesagt, der er ihn in dem Film „Barfly“ darstellte und dafür bei weitem mehr Gage bekam als er für`s Schreiben des Drehbuchs: „Der verdient zwar 1000mal mehr als ich, aber das heißt nicht, dass er 1000mal besser ist.“<br />
Also mit Ängsten und Zweifeln kenne ich mich wahrlich aus, aber das ist `ne andere Geschichte. Ich denke, zunächst spielt bei so `ner Reunion das Alter `ne Rolle. Wir haben uns mit SCHLIESSMUSKEL z.B. gefragt, wie die Leute wohl reagieren werden, wenn sie unseren mittlerweile knapp 2-Zentner schweren Böckler (Bassist von SM) auf der Bühne sehen? Nee, mal im Ernst, es ging uns eigentlich nur darum, nochmal `nen tollen, unvergesslichen Tag mit unserem kleinen Rock zu erleben. Aber wir hatten natürlich auch nicht vor, uns zu blamieren und waren uns zunächst nicht darüber im Klaren (he, he, es war `ne Schnapsidee!), ob wir`s musikalich überhaupt noch bringen. Nach den ersten Proben stellten wir allerdings fest, dass wir die alten Kamellen doch noch drauf hatten. Die letzte Probe ist übrigens in einem heillosen Besäufnis geendet. Insofern sind wir das Konzert recht relaxed angegangen. Da stand ja auch kein so großer Druck dahinter.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Was war denn für Dich die wichtigste und beste Reunion bisher und welches war die Peinlichste? Nicht speziell auf den Punk-, sondern generell auf den Rock-/Pop- Sektor bezogen.</strong><br />
Schlaffke: Also die beste war wohl die der besten Band der Welt, nämlich die von DIE ÄRZTE! Das hat damals wirklich Sinn gemacht bzw. macht es heute noch. Sie hatten neue Hits im Gepäck, sahen immer noch frisch aus und spielten besser denn je. Ich hab sie damals in Köln in `nem relativ kleinen Laden gesehen und fand den Auftritt schlichtweg grandios. Durfte die Herren sogar noch interviewen. Verkatert vom 10-Jahre-SCHLIESSMUSKEL-Konzert am Tag zuvor taperte ich in ihren Backstageraum, derweil Herr Urlaub mich zunächst einmal maßregelte, ich solle doch bitte schnell meine Zigarette ausdrücken, er müsse nämlich gleich noch `ne Menge singen. Ha, ha, hab ich natürlich sofort gemacht! Aber Bela war total nett und hat mir u.a. geholfen, das Aufnahmegerät in Gang zu bringen. Die peinlichste Reunion war für mich wohl die von THE SWEET. Ich bin immer noch `n riesen Fan ihrer genialen 70er-Jahre-Glamrockkracher wie beispielsweise „Hell Raiser“, „The Ballroom Blitz“ oder „Teenage Rampage“. Aber das, was sie später  abgezogen haben, grenzte an schwerer Körperverletzung. Zwischendurch waren nämlich zwei oder drei THE SWEET unterwegs. Ein Torso mit einem völlig aufgedunsenen Andy Scott an der Gitarre, sowie `n Rumpf um Sangesikone (in diesem Falle passt dat) Brian Connolly, der es kurz vor`m Delirium tremens mit NEW SWEET noch einmal wissen wollte. In diversen, perversen Oldie-Shows gaben sie ihre Evergreens mittels Vollplayback in miserablen Neueinspielungen zum Schlechtesten. Übrigens macht Andy Scott diese Ferkeleien heute noch. Brian Connolly verstarb bereits 1997. RiP, alter Haudegen! Traurig, aber doch irgendwie sympathisch. Sie hatten kreativ gesehen eigentlich nichts mehr zu bieten und konnten nicht ansatzweise an ihre alten Erfolge anknüpfen. Zum Glück haben sich die BEATLES, THE CLASH oder TRIO nie wieder neu formiert!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Obwohl in Deinen Liedern keine Geschichten über Straßenschlachten oder Bullen erzählt werden und auch die Musik recht geschmeidig und melodisch ist, genießen ZWAKKELMANNs Töne in Punkrockkreisen doch breite Akzeptanz und haben viele Freunde. Gibt es eine Erklärung dafür, dass Deine Songs auch härtere Punkrockherzen begeistern können oder klingt da ein gewisser Respekt gegenüber der SCHLIESSMUSKEL Zeit noch nach, ähnlich wie es teilweise auch bei BUT ALIVE und KETTCAR den Fall ist?</strong><br />
Schlaffke: Schwer zu sagen. Kann gut sein, dass ich hier und da noch ein wenig von alten MUSKELN-Zeiten profitiere. Aber es wachsen ja auch jede Menge jüngere Hörer nach, die von SCHLIESSMUSKEL noch nie `ne Blähung vernommen haben. Trotzalledem wissen die meisten wahrscheinlich, dass ich schon ellenlange dabei bin und meinen Stiefel als Marathonmann hartnäckig durchziehe. Ich kenne ja mittlerweile auch jede Menge Leute, die sich im Dunstkreis der Punkszene bewegen. Mein Gott, seit 1983 mach ich diesen Scheiß für ein paar kümmerliche Hallelujas! Aber wie dem auch sei, ich glaube, dass manch einer schon mitkriegt, da singt jemand, der sich nicht großartig verbiegen lässt und einen auf dicke Hose macht. Wenn wir beispielsweise beim „Punk im Pott“ auf`er Bühne stehen und ich dem Publikum erkläre, unser Schlagzeuger möchte `n Päusken einlegen, weil er `n Butterbrot essen muss, mach ich das nicht nur aus Spaß, sondern um den Leuten zu vermitteln, dass wir doch auch nur kleine Lutscher sind und um die Show etwas ad absurdum zu führen. Es gibt glücklicherweise immer wieder auch Punks, die so was sympathisch finden, auch wenn wir jetzt sicher keinen reinrassigen Deutschpunk mit politischen Parolen kredenzen. Lieder über Straßenschlachten oder Bullen fand ich, eventuell weil ich aus `nem kleinen Kaff komme, schon als Teenager öde. Kleine Geschichten, z.B. über das Scheitern am Rande auf dem Lande, liegen mir weitaus näher.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Hast Du Dich denn schon mal von irgendwelchen Punkrockpolizisten oder Kidpunks für Deine Musik, die in deren Ohren vielleicht nicht Punkrock genug ist, rechtfertigen müssen?</strong><br />
Schlaffke: Mit SCHLIESSMUSKEL kam das früher vereinzelt vor, mit ZWAKKELMANN hingegen, so weit ich mich erinnern kann, seltsamerweise noch nie. Vielleicht denken sich die Kidpunks: „Ach, lassen wa mal den Opa da in Ruhe. Der steht doch kurz vor der Rente.“ Nee, ich glaube, dass viele Jungpunks die ganze Punkklamotte mittlerweile etwas entspannter sehen, als ihre Mütter und Väter vor 20, 30 Jahren. Ich finde diese Entwicklung, mal ganz abgesehen von dieser Grauzonen-Geschichte und stumpfer, unkritischer, konsumorientierter Denkweise, gar nicht so verkehrt. Solang diese Jungs und Mädels neben ZWAKKELMANN, Bands wie z.B. SUPERNICHTS, MADSEN, BAUCHTANZGRUPPE PULLEBAUCH oder EISENPIMMEL hören, ist das doch völlig okay. Vielleicht hängt diese Entwicklung auch mit dem stets verfügbaren Überangebot an Bands im Internet zusammen. Jeder pickt sich das heraus, worauf er gerade Bock hat. Wurschtelt hier, wurschtelt dort. Aber noch was zum Thema Punkrockpolizisten. Ich weiß, Du meinst damit was anderes, aber egal. Als Ede und Böckler (beide Ex-SCHLIESSMUSKEL) sich das Force Attack-Gelände genauer angucken wollten, hielten einige Punks sie für Zivilbullen. Ich hab mich bepisst vor Lachen, als ich davon hörte.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Großartig! Wo wir gerade beim Thema SCHLIESSMUSKEL sind. Wenn ich mich nicht komplett irre, hast Du dass Gitarre spielen ja erst mit dem Ende von SCHLIESSMUSKEL erlernt, richtig?</strong><br />
Schlaffke: Erlernt is` gut &#8211; leider bewegen sich meine Gitarrenkünste auf einem recht niedrigen Niveau. Ich hab mir das Stromgitarre spielen ja auch komplett selbst beigebracht. Aber stimmt, erst in den letzten SCHLIEßMUSKEL-Jahren fing ich damit an. Übrigens dummerweise viel zu spät &#8211; nämlich mit Mitte 20. Mich hat immer gestört, dass ich beim Schreiben der Songs meinen Mitmusikern lediglich Melodien vorsummen konnte.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Glaubst Du denn, manche SCHLIESSMUSKEL Songs hätten sich dann anders angehört, wenn Du des Gitarrenspielens schon früher mächtig gewesen wärest?</strong><br />
Schlaffke: Nee, das glaube ich nich`. SCHLIESSMUSKEL war mehr `ne richtige Band als ZWAKKELMANN. Da hat nicht nur ein Vollhorst die Songs geschrieben. Da wurde mehr auf die Waagschale gelegt und mit anderen Besen gefegt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Was mich ja schon seit längerem interessiert. Warum ZWAKKELMANN? Welche Bedeutung hat dieser Name, bzw. wie ist er genau entstanden?</strong><br />
Schlaffke: Der Name stammt aus dem kultverdächtigen Kinderbuch „Der Räuber Hotzenplotz“. Darin kommt nämlich ein durchgeknallter Zauberer vor, der PETROSILIUS ZWACKELMANN (wohlgemerkt mit „ck“) heißt. Dieser komische Vogel hat sein Süppchen gerne alleine zu Hause gekocht. Da ich meine Aufnahmen ja ebenso mit meinem kleinen Tonstudio weitestgehend im Alleingang zubereite, fand ich das Pseudonym passend.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Und auf das “c“ im Bandnamen hattest Du keine Lust?</strong><br />
Schlaffke: Yep, da kam gerade die neue Rechtschreibung auf, dementsprechend war es erlaubt, ZWAKKELMANN mit „kk“ zu schreiben &#8211; nicht zu verwechseln mit KKK. Na ja, ich wollte zudem nicht mit dem guten, alten PETROSILIUS verwechselt werden. Vielleicht hätte ich mich besser DIMPFELMOSER nennen sollen? Ach nee, dat klingt zu bayrisch.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Nun ist ZWAKKELMANN ja Dein Soloprojekt. Ins Studio oder auf die Bühne nimmst Du aber auch gerne mal Verstärkung mit. Ist ZWAKKELMANN auf dem besten Wege eine richtige feste Band zu werden oder ist das die größte Angst eines jeden Solokünstlers, die er unter allen Umständen zu verhindern weiß?</strong><br />
Schlaffke: Gute Frage. Durch etliche Proben, Aufnahmen und Konzerte sind wir als Trio schon irgendwie zusammen gewachsen. Techt am Schlagzeug (ebenfalls Ex-SCHLIESSMUSKEL) und Moarius OPunktHase an der Bassgitarre sind ja auch von Anfang an mit dabei. Die Jungs wissen aber, dass Onkel Schlaffke sein Zepter nur ungern aus der Hand legt. Ich weiß echt nicht, wie ich reagieren würde, wenn unser Bassmann, der mir übrigens musikalisch/technisch gesehen haushoch überlegen ist, mit `nem eigenen Song angedackelt käme. Glücklicherweise hat er das noch nie getan. Bei Techt brauche ich mir, was das betrifft, bestimmt keine Sorgen zu machen. Andererseits sind meine Mitmusiker aber auch ganz froh, dass sie sich bei ZWAKKELMANN um nichts anderes kümmern müssen, als sich bisweilen von A nach B zu bewegen und die Instrumente zu bearbeiten. Alles andere erledige ich. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich total froh, die beiden komischen Käuze an meiner Seite zu haben. Sie tragen sicher auch einen nicht zu unterschätzenden Teil zum ZWAKKELMANN-Sound bei. Wir passen schon sehr gut zusammen! Es ist auch weitaus unproblematischer mit einer Combo aufzutreten, als solo, nur mit `ner Stromgitarre bewaffnet, was ich ja hin und wieder auch mache. Fällt mir gerade ein, während der letzten Probe betitelte mich Techt mehrmals spöttisch als „Chef“. Bei allem Hohn, ich bin sicher keine despotische Autoritätsperson. Endlich mal wieder `n Reim, Herr ZWAKKELMANN!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Oder vielleicht eine Inspiration zu einem neuen Song?</strong><br />
Schlaffke: Jedenfalls `n interessantes Thema. Mal schauen, was Schlaffke, der Marthonmann, alias the one and lonely ZWAKKELMANN, vielleicht irgendwann daraus zaubern kann&#8230;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: O.K. Schlaffke Du Marathonmann! War schön sich mit Dir auszutauschen. Danke für die Zeit, die wir Dir stehlen durften und wir sehen uns. In anderen Interviews läuft das Ende ja immer nach dem gleichen Schema ab, aber für diese Unterhaltung hier, hab ich mir folgendes überlegt. Wie wäre es, wenn Dir die letzten Worte gehören würden?</strong><br />
Schlaffke: Abba gerne! Ich bedanke zunächst of course ebenfalls bei Dir, dem Ugly Punk-Zine und last but not least den Lesern. Da ich Hunger habe und lecker Mittach fast fertig ist, möchte ich dieses hübsche Gespräch mit einem Spruch von good old Bukowski beenden: &#8220;Alles was ich zu meiner Verteidigung zu sagen habe, sind die Fehler, die ich gemacht habe.&#8221;<br />
Prösterchen-Pupösterchen!<br />
Kumma hier&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.mir fällt nichts mehr ein.</p>
<p><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2010/03/Zwakkelmann1-e1269853458319.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1694" title="Zwakkelmann" src="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2010/03/Zwakkelmann1-e1269853458319.jpg" alt="" width="500" height="299" /></a></p>
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		<title>HAGEN LIEBING (Ex-Die Ärzte)</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 07:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Die Ärzte]]></category>
		<category><![CDATA[Hagen Liebing]]></category>

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		<description><![CDATA[“Wie viel sind eintausend Mädchen plus eintausend Mädchen?“ Diese Frage von Hagen Liebing, einigen vielleicht besser bekannt als The Incredible Hagen, dürfte vor allen den Musikexperten der Achtziger, aber vielleicht auch einigen Teilen der jüngeren Generation, bekannt vorkommen. The Incredible Hagen war der Nachfolger von Sahnie und der Vorgänger von Rod und zupfte den Viersaiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Wie viel sind eintausend Mädchen plus eintausend Mädchen?“ Diese Frage von Hagen Liebing, einigen vielleicht besser bekannt als The Incredible Hagen, dürfte vor allen den Musikexperten der Achtziger, aber vielleicht auch einigen Teilen der jüngeren Generation, bekannt vorkommen. The Incredible Hagen war der Nachfolger von Sahnie und der Vorgänger von Rod und zupfte den Viersaiter bei den ÄRZTEN von 1986 bis zur damaligen Auflösung im Jahre 1989. Den großen Konzertbühnen hat Hagen längst den Rücken zugewandt und sich anderen spannenden Aufgaben gewidmet. Wir wühlen gemeinsam ein bisschen in Vergangenem und Gegenwärtigem. Auf geht’s! <span id="more-670"></span></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hallo Hagen! Deine Page begrüßt die Besucher als Heimatseite von Hagen Liebing und The Incredible Hagen. Siehst Du Dich selbst nicht als ein und dieselbe Person an oder möchtest Du damit vergangenes und gegenwärtiges bewusst trennen?</strong><br />
Hagen: Weder noch. Ich bin beide Personen und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass auf dieser Seite auch Beides zusammen fließt. Mittlerweile habe ich aber durch einen Computerabsturz die ganzen Zugangsdaten und Software für die Site verloren und lange schon nichts mehr darauf  erneuert. Es gibt ja längst andere Kommunikationsformen im Netz &#8211; ich schriebe meist auf Facebook.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bevor sich DIE ÄRZTE im Jahre´89 getrennt haben, hatten sie mit Dir am Bass ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. War Dir bei Deinem Einstieg im Jahre´86 schon klar, dass Du bei einer Band gelandet bist, die gerade dabei ist, sich zu einer gefragten deutschen Rockgröße zu entwickeln?</strong><br />
Hagen: Als ich 1986 eingestiegen bin, war das für mich schon die beste deutsche Band, die ich überhaupt kannte. Dass die dann solch einen Erfolg haben würde, hatte ich mir damals natürlich nicht vorstellen können.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Angeblich soll Bela Dich ja angerufen und Dich gefragt haben, ob Du Popstar werden willst. Kamst Du Dir bei dieser Frage in irgendeiner Form verarscht vor?</strong><br />
Hagen: Nicht nur angeblich &#8211; das hat er genauso gesagt. Es kam ja nicht ganz aus heiterem Himmel, weil wir vorher schon Mal darüber gesprochen hatten, dass sie sich von Sahnie trennen würden. Ich kam mir gar nicht verarscht vor. Das ist für einen Musiker etwa so, als würde jemand um Deine Hand anhalten &#8211; und ich hab auch gleich „ja“ gesagt.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie kam Bela ausgerechnet auf Dich? Welche Beziehungen bestanden da im Vorfeld?</strong><br />
Hagen: Bela und ich kannten uns damals schon seit Jahren. Ballhaus Spandau, Punkrock, wir hatten eine gemeinsamen Freund, Jörg Buttgereit, in dessen Super-8-Filmen wir beide kleine Rollen übernommen hatten, zudem spielten wir mit unseren damaligen Bands (Bela &#8211; SOILENT GRÜN, ich &#8211; RUBBERBEATS, NIRVANA DEVILS) auf Festivals. Wir waren einfach in einer gemeinsamen Szene und befreundet. Und da ich auch noch Bassist war, passte die Kombination.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Du warst während Deiner aktiven ÄRZTE Zeit ja immer der sympathische und gelassene Bassist, der nicht übermäßig viel gesagt hat und nicht die geringsten Ambitionen hatte, sich in den Vorgrund zu stellen. Bist Du einfach mehr der zurückhaltende Typ oder war Deine Rolle in der Band festgelegt?</strong><br />
Hagen: Ich bin schon mehr der zurückhaltende Typ, das war einfach mein naturell, was es auf der Bühne zu sehen gab.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Als DIE ÄRZTE sich 1993 wiedervereinten, taten sie dies mit einem neuen Bassisten. Warst Du sehr darüber enttäuscht, dass nicht Du gefragt wurdest?</strong><br />
Hagen: Ja, das hatte mich sehr enttäuscht.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Angenommen DIE ÄRZTE hätten Dich gefragt. Hättest Du ja gesagt?</strong><br />
Hagen: Für ein paar Auftritte, also ein paar Wochen lang, hätte ich es sicher gerne gemacht. So intensiv aber, wie es DIE ÄRZTE dann wieder gab und bis heute gibt, hätte ich mich der Band gar nicht mehr widmen können. Ich hatte ja bereits ein ganz anderes Leben, weg vom Musikersein. Hatte mein Studium abgeschlossen, war mittlerweile Musikjournalist, hatte eine Freundin und in Gedanken war auch schon ein Kind ins Auge gefasst &#8211; das ist ein Lebensentwurf, der weit weg ist von Rock´n´Roll und monatelangen Tourneen. Also hätte meine Antwort „nein“ lauten müssen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Hast Du denn den andern beiden Deine Enttäuschung irgendwann mitgeteilt und gab es ihrerseits dafür eine Begründung?</strong><br />
Hagen: Es gab zunächst eine lange Funkstille zwischen uns. Später dann habe ich mit Jan und Dirk darüber gesprochen. Ich denke beide Seiten konnten die gegenseitigen Beweggründe verstehen. Und letztlich hatten DIE ÄRZTE ja auch richtig eingeschätzt, dass ich für eine Rückkehr, wie sie sie seither betrieben haben, gar nicht mehr in Frage kommen würde. Noch dazu muss ich einräumen, dass sie mit Rod einen sehr begabten Musiker hinzu gewinnen konnten, der ihrer Musik wirklich sehr zu Gute kam. Das darf man bei dieser Angelegenheit nicht außer acht lassen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Bei einem ÄRZTE Jubiläumskonzert vor sieben Jahren hast Du ja sogar noch mal mit den alten Bandkollegen zusammen auf der Bühne gestanden und 2000 Mädchen zum Besten gegeben. Wessen Idee war das?</strong><br />
Hagen: Das waren die Jungs, die das vorgeschlagen hatten. Gefragt hatte mich dann der Manager Axel Schulz.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Die Fans hatten Dich nicht vergessen und wenn ich mich recht erinnere, gab es sogar “Hagen“ Sprechchöre. Ein über die Jahre fremd gewordenes Gefühl für Dich oder ein gewohntes mit Nostalgiefaktor?</strong><br />
Hagen: Es war und ist ein schönes Gefühl, wenn Dich die Leute positiv in Erinnerung behalten. Das deckt sich auch mit meinem eigenen Verhältnis zu der Zeit bei den ÄRZTEN. Es ist zwar schon so lange her, dass ich bei DIE ÄRZTE mittlerweile längst an BelaFarinRod und nicht etwa an Jan, Dirk und Hagen denke, aber es ist auch immer noch „meine“ Band.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wie würdest Du in diesem Fall “meine Band“ genauer definieren?</strong><br />
Hagen: Die Band, in der ich einige Zeit gespielt habe und der ich mich immer noch emotional verbunden fühle.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Neben Deinen musikalischen Tätigkeiten hattest Du Medienwissenschaft studiert. Deine Diplomarbeit handelte über die ARD Serie “Lindenstraße“, zu der Du einen Punksampler namens “Wir warten auf die Lindenstraße“ zusammengestellt hast. Loblieder auf die Lindenstraße kamen u.a. von den FROHLIX, den BRIEFTAUBEN, den MIMMI`S oder den GOLDENEN ZITRONEN. Mit einem Medienwissenschaftler habe ich ja jetzt endlich einen Fachmann für folgende Frage. Wie kannst Du Dir den Hype um diese Serie, die sich bei Teilen der Punkszene ja nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, erklären?</strong><br />
Hagen: Zunächst ist da der „Echtzeitcharakter“, der die Serie von anderen TV-Serien abhebt und der einen besonders am Alltag teilhaben läst. Die Serie ist so konzipiert, dass Du denkst, dass alles direkt parallel zu Deinem eigenen Leben passiert. Dadurch wirkt die Lindenstraße nachvollziehbarer und echter. Natürlich auch, weil man sich bei der Themenauswahl bemüht, die Deutsche Wirklichkeit widerzuspiegeln. Heute gibt es ja viele realistische Serien, aber als die Lindenstraße eingeführt wurde, herrschte bei den Serien eine Scheinwelt aus „Traumschiff“, „Schwarzwaldklinik“ und „Dallas“ vor &#8211; also eine falsche Kitsch- und Glitzerwelt vor.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Kann sich der eingefleischte Lindernstraßen Gucker auch mit Serien der Sorte “GZSZ“, “Verbotene Liebe“, “Unter uns“ etc. anfreunden oder ist das nicht miteinander vergleichbar und eher eine Beleidigung für die Lindenstraßen Fangemeinde?</strong><br />
Hagen: Es ist eine Beleidigung.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Wieso wird das, was heutzutage über den Bildschirm flimmert, immer stumpfer. Errechnet sich das Fernsehangebot wirklich aus der Nachfrage? Steht die Mehrheit der Zuschauer tatsächlich auf Verkupplungs-, Koch-, oder Castingshows oder schlechte Reportagen über Polizisten im Dienst?</strong><br />
Hagen: Fernsehen ist ein Massenmedium. Und um eine Masse zu erreichen, muss man den kleinsten gemeinsamen Nenner bedienen. Vor allem das Privatfernsehen ist auf  Umsatz und Einschaltquoten angewiesen, und im Wettbewerb um diese unterbieten sich die Sender ständig gegenseitig im Niveau, um mehr Menschen zu erreichen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Die Quoten werden ja von der Gesellschaft für Kosumforschung aus gerade mal 5.640 Haushalten erfasst und dann auf ca. 33 Million TV Haushalte hochgerechnet. Nach welchem Prinzip werden diese Haushalte ausgewählt und ist es überhaupt vertretbar, dass lediglich 5.640 Haushalte die Quoten repräsentieren?</strong><br />
Hagen: Prinzipiell sollte das vertretbar sein, denn es handelt sich um repräsentative Haushalte, die für den Durchschnitt der Bundesbürger stehen. De facto kann sich aber nie etwas zum Positiven ändern, wenn man sich nur am Durchschnitt orientiert, deshalb denke ich, man sollte solche Zahlen mit Vorsicht genießen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Das heißt also auch mit anderen Worten, dass den Leuten, die sich nach einem niveauvolleren Fernsehprogramm sehen, quasi die Hände gebunden sind. Denn diese 5.640 Haushalte sind ja immer dieselben, wenn ich das richtig verstanden habe.</strong><br />
Hagen: Nein, so ist es nicht. Es gibt auch immer wieder Serien, die unterhaltsam, spannend und vor allem nicht dämlich sind. Selten aus Deutschland und meist hierzulande auch nur auf „schlechten Sendeplätzen“, also zu Zeiten gesendet, wo die Fernsehmacher erst gar keine Hoffnung haben, dass viele Zuschauer einschalten. Jedoch keine Dauerserien, die wie die Lindenstraße über Jahre laufen, sondern eher Mehrteiler. Zwei gute Beispiele, die mir sehr  gefallen haben: „Prison Break“ und „Bis in die Spitzen“.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Mir fällt bei diesem Thema sofort der Film “Free Rainer“ ein. Kennst Du den?</strong><br />
Hagen: Nein, nie gesehen.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Absolute Empfehlung von mir. Anderes Thema &#8211; Aktuell bist Du für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Spotvereins Tennis Borussia Berlin tätig. Wie bist Du an diesen Job gekommen und was verbindest Du mit TeBe?</strong><br />
Hagen: Ich bin bereits als Schüler Fan von Tennis Borussia gewesen, da spielte das Team noch in der Bundesliga. Als der Verein vor sechs Jahren in die Insolvenz ging, war Not am Mann und ich habe meine Hand gehoben und gesagt: ich mach das. Und nun mache ich es immer noch.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Was sehr zu begrüßen ist, ist die Tatsache, dass TeBe Fans bei der Jahreshauptversammlung 2001 die Ergänzung der Vereinssatzung um einen Antidiskrimierungsparagraphen vorgeschlagen haben, welcher ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung der Vereinmitglieder angenommen wurde. Wie lautet dieser Paragraph genau?</strong><br />
Hagen: § 1.9: „Der Verein versteht sich als weltoffen, tolerant und Völker verständigend. Deshalb sieht sich der Verein in der Pflicht, mindestens in Vereinsangelegenheiten aktiv nach seinen Möglichkeiten das Zusammenleben aller Menschen sowie die Integration von Minderheiten zu fördern. Infolgedessen werden im Rahmen seiner Veranstaltungen keine Äußerungen, Handlungen und das Tragen und zur  Schaustellen ebensolcher Symbole und Inhalte geduldet, die geeignet sind, Dritte aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung sowie ihres Geschlechts zu diffamieren.“</p>
<p><strong>Ugly Punk: Auch zum Thema Homophobie habt Ihr als Verein einen klaren Standpunkt. So schmückt z.B. seit kurzem eine Werbefläche mit der Aufschrift “Schwul-Lesbischer Sport München“ Euer Stadion. Kannst Du die Aussage dieser Werbung genauer erklären?</strong><br />
Hagen: Die Werbung aus München ist über eine Sponsorenaktion zustande gekommen. Wir haben die Fläche als Brustsponsor für diese Saison verlost und daran haben sich auch die Schwul-Lesbischen Sportler aus München beteiligt &#8211; die Aktion ging ja überregional durch die Presse. Sie haben zwar nicht den ersten Preis gewonnen, immerhin aber eine Werbebande im Stadion.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Es soll ja diverse Fans anderer Vereine geben, für die Antidiskriminierung ein Fremdwort ist und denen ihr politisch zu “links“ und weltoffen seid. Auch homophobe Gesänge gegen Euch konnte man wohl schon aus der Gästekurve vernehmen. Wie geht Ihr als Verein damit um und kann man schon im Vorfeld gegen solche Störenfriede irgendwelche Maßnahmen ergreifen?</strong><br />
Hagen: Zunächst sind wir natürlich genervt, weil wir Toleranz und Weltoffenheit eben als sehr wichtig empfinden. Grundsätzlich aber begegnen unsere Fans solchen Anfeindungen mit sehr viel Humor. Gerade das zeichnet TeBe aus. Wenn man uns anpöbelt, dann singen sie eben selbst auch „Lilaweiß ist schwul“  oder „Westberliner Scheiße“ und amüsieren sich königlich über die Dummheit der Gegner, die glauben, dass Borussen die Herkunft eines Menschen oder seine sexuelle Ausrichtung als Schimpfwort empfinden könnten. Was ist so schlimm daran, wenn man Schwul ist oder hetero? Was ist so schlimm daran, wenn man aus West-, Ost-, Süd- oder Nordberlin kommt?</p>
<p><strong>Ugly Punk: Diese Frage wird unsere Leserschaft mit einen deutlichen “Nichts“ beantworten, aber natürlich ist es traurig, dass Unverbesserliche immer noch glauben, jemand aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung beleidigen zu müssen. Hagen, vielen Dank für diesen Austausch und alles Gute, sowohl privat wie auch beruflich. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>MICRO (Abstürzende Brieftauben)</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 10:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Abstürzende Brieftauben]]></category>
		<category><![CDATA[Micro Bogumil]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN gehören mit zu den bekanntesten Punkbands dieser Republik. Auch weit mehr als 10 Jahre nach ihrer Auflösung sind sie immer noch in aller Punkermunde und drehen immer noch auf den Plattentellern und in den CD Fächern ihre Runden. Das 1983 in Hannover gegründete Punkduo, das sich an der Gitarre und dem Schlagzeug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN gehören mit zu den bekanntesten Punkbands dieser Republik. Auch weit mehr als 10 Jahre nach ihrer Auflösung sind sie immer noch in aller Punkermunde und drehen immer noch auf den Plattentellern und in den CD Fächern ihre Runden. Das 1983 in Hannover gegründete Punkduo, das sich an der Gitarre und dem Schlagzeug immer fleißig abwechselte, erreichte Ende der Achtziger, auch bedingt durch die damalige Auflösung der ÄRZTE, durch diverse Jugendzeitschriften eine große Bekanntheit. Trotz Kommerzvorwürfen auf der einen Seite, galten sie auf der anderen Seite als eine Art Einstiegdroge in die bunte Welt des Punkrocks und ob Kritiker oder Fan, jeder kannte ihre Songs. Mich persönlich haben die BRIEFTAUBEN seit 1988 musikalisch begleitet und ich war glücklich wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass ich sie 2002 in Hannover noch mal Live erleben durfte. Mittlerweile liegt auch dieses Konzert wieder 7 Jahre zurück und in diesen Jahren ist viel passiert. Das Traurigste war sicherlich der plötzliche Tod von Brieftaube Konrad K., der für Freunde, Angehörige und Fans völlig überraschend kam. Geblieben sind Erinnerungen und Aufnahmen von schönen und großartigen Zeiten einer Band, die an der Punkgeschichte einige wichtige Kapitel mitgeschrieben hat, was die kürzlich veröffentliche ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN DVD auch eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wir tauschten mit Brieftaube Micro einige Sätze aus, die sich wie folgt lesen: </strong></p>
<p><strong><a href="http://uglypunk.de/wp-content/uploads/2010/02/Abstürzende-Brieftauben.jpg"><span id="more-278"></span></a>Ugly Punk: Hi Micro! Wie geht’s, wie steht´s?</strong><br />
Mirco: Eine hervorragende Frage, zu der ich mich hier ausführlich äußern möchte: Soweit ganz gut!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Inwieweit bist Du musikalisch noch aktiv?</strong><br />
Mirco: Seit November 2008 eher nur sporadisch. Davor war ich lange Zeit Gitarrist der SMELLY CAPS und war an verschiedenen Projekten (DIE BOGUMILEN, DIE BETAKTETEN) beteiligt. Das ist mir mit der Zeit alles ein bisschen über den Kopf gewachsen &#8211; schließlich muss ich mich ja auch um meinen Lebensunterhalt kümmern. Eine 40-Stunden-Woche und gerne auch mal ein eingeschobenes Wochenende gehen nicht wirklich spurlos an einem vorbei. Also trete ich erstmal etwas kürzer.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Für welche beruflichen Aktivitäten opferst Du denn die 40 Stunden pro Woche?</strong><br />
Micro: Hab ich doch glatt wieder über die Arbeit gejammert… Tsts. Ich arbeite, wie das in Hannover so üblich ist, bei einer Messebaufirma. Da bin ich manchmal froh einfach nur Feierabend zu haben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hörst Du Dir (nach Feierabend) hin und wieder noch mal die alten Tauben Platten an?</strong><br />
Mirco: Nicht als Ganzes. Aber ich höre immer mal gerne wieder rein und muss dann doch feststellen, dass da ´ne ganze Menge Spaß drinsteckt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Nach langer Wartezeit sind die Arbeiten an der ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN DVD nun so gut wie abgeschlossen. Was wird die Zuschauer vor dem Bildschirm erwarten?</strong><br />
Mirco: Nicht nur so gut wie… Sie ist fertig! Der Titel „25 Jahre sind genug“ ist dem Song „Punkrockrente“ entnommen, den Konrad und ich extra für die DVD geschrieben und aufgenommen haben. Außerdem erwarten euch 2 Live-Konzerte: Zum einen ein Remix von „Außer Kontrolle“, sowie das Glocksee-Jubiläums-Konzert. Ein zweistündiges Interview mit Kommentaren einiger Weggefährten (da sind ein paar Überraschungen dabei) und 6 Videoclips, die nie so richtig veröffentlicht wurden. Ein paar Schmankerl &#8211; und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen, hat unser Haus- und Hofzeichner Josh noch einen neuen Buckligen für das Cover beigesteuert. Ich denke, das Ding ist voll und gut!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Auch ich bin echt gespannt auf das Teil. Wusste gar nicht, dass es 6 Videoclips von Euch gibt. Sollten die mal auf irgendwelchen Musiksendern laufen oder warum wurden die produziert?</strong><br />
Micro: Die wurden genau dafür produziert, aber die entsprechenden Musiksender waren wohl noch nicht bereit für diese Clips. Das Video zu „Zuviel ist nicht genug“ war allerdings für das Goetheinstitut in “weiß nicht mehr wo“ gedreht. Das ist wohl gelaufen. Ein kleiner Beitrag zum deutschen Sprach und Kulturunterricht.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Die Arbeiten an der DVD waren noch in vollem Gange, als Konrad plötzlich und unerwartet verstarb. Was ging in dem Moment, als Dich die Nachricht von seinem Tod erreichte, in Dir vor? Lernt man in solchen Momenten das Leben noch mehr zu schätzen?</strong><br />
Mirco: Ich war geschockt! Ich habe mit Konrad einen sehr langen und wichtigen Teil meines Lebens verbracht, mit vielen intensiven Erlebnissen und Erfahrungen. Ich habe mit Konrads Tod einen sehr wichtigen Menschen verloren und somit auch einen Teil von mir. Das Leben zu schätzen lernt man, glaube ich,  nicht durch den Tod. Das lernt man vom Leben selbst.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Würdest Du sagen, dass Du noch in direktem Kontakt zur Punkszene stehst oder betrachtest Du das bunte Treiben mittlerweile mehr von außen?</strong><br />
Mirco: Jetzt müsste ich lügen um gut dazustehen, aber ehrlich… Nein, in einem direkten Kontakt zur Punkszene stehe ich nicht mehr &#8211; aber ich freue mich immer wieder, wenn ich einen bunten Haufen junger Menschen durch die hannoversche Innenstadt ziehen sehe und ich besuche natürlich auch noch gerne einschlägige Konzerte. Punx not dead! Zudem tauche ich ja immer mal wieder in diesem Kontext auf und den Bezug zum Punk werde ich nie verlieren.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Welche Konzerte sind z.B. für Dich Pflichtstoff, bzw. zählen zu den Einschlägigen?</strong><br />
Micro: Nun ja, PETER und seine TEST TUBE BABIES besuchen uns immer um die Weihnachtszeit, DIE MIMMI´S sind auch immer noch fleißig und gehören zum Pflichtprogramm u.s.w. u.s.w. Es gibt hier und da immer mal wieder einen guten Anlass um zu feiern und ordentlich Pogo zu tanzen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Ihr gehört ja zweifelsohne mit zu den bekanntesten Punkbands hierzulande. Der Aufstieg von der kleinen Underground Punkband, mit der die Medien nach der Trennung der ÄRZTE die Lücke schließen wollten, die sie hinterließen, bis hin zur großen Punkrockband, dauerte nicht lange. Die Kombination aus Kommerz und Punk wird in den meisten Fällen erstmal kritisch betrachtet. Wie sah die Lage bei Euch aus?</strong><br />
Mirco: Das wurde durchaus von vielen erstmal mit Unverständnis gesehen. Zum ersten waren wir ja plötzlich „stinkreich“ und zum zweiten waren Punk und die BRAVO zwei Gegensätze, wie sie größer nicht sein konnten. Wir konnten das so kritisch sehen wie wir wollten &#8211; die BRAVO war ein großartiges Medium zur Verbreitung unserer, im weitesten Sinne, unpopulären Musik und somit der Einstieg vieler junger Leute zum Punk-Rock.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Konntet Ihr, zumindest in Eurem damaligen Umfeld, unterscheiden, ob wirklich nur Unverständnis oder gar eine gehörige Portion Neid mit im Spiel war?</strong><br />
Micro: Neid ist ein Gefühl welches ich nicht wirklich kenne und lasse es deswegen auch nicht zu. Aus dem Unverständnis Einiger wurde ja auch mal ein Verständnis.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Habt Ihr Euch damals wegen den “stinkreich Vorwürfen“ versucht zu erklären oder war das ein Vorwurf, mit dem eine Band in Eurer Position nun mal leben musste?</strong><br />
Micro: Damit mussten wir leben. Ich weiß noch wie Konrad mir mal erzählt hat, das eine Dame mal bei ihm aufgewacht ist und gefragt hat, warum er denn so einen großen Fernseher habe &#8211; seine Antwort lautete: Damit ich mich besser sehen kann!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ugly Punk: Hatten Plattenfirmen, Berater oder Medien zu dieser Zeit großen Einfluss auf Euch oder wart Ihr immer Ihr selbst?</strong><br />
Mirco: Das ganze Spektakel, was um uns herum gemacht wurde, hat uns sicherlich beeinflusst und manchmal auch beeindruckt. Aber um es kurz zu machen: Die Musik, das waren wir selbst und wir sahen auch wirklich so aus! Sowie vor, als auch hinter und ganz weit weg von Bühne und Kamera.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Auch wenn der Spaß in den meisten Eurer Texte im Vordergrund stand, habt Ihr es nie versäumt Euch gegen Nazis auszusprechen. Anfeindungen und heftige Drohungen von der braunen Brut waren die Folge. Habt Ihr gewisse Drohungen ernst genommen oder gingen Euch die alle am Arsch vorbei?</strong><br />
Mirco: Da ging uns gar nichts am Allerwertesten vorbei. Die Drohungen waren ja auch zum Größenteil ernst gemeint und ab und zu sind wir ja auch gerade mal so mit einem blauen Auge davon gekommen. Es war tatsächlich nicht immer lustig. Es gibt viele, die der stumpfen Gewalt dieser Vollidioten nicht entkommen sind und wir standen bei denen ja im oberen Drittel auf der Liste. Das war aber kein Grund für uns, den Nazis weiterhin mitzuteilen, wie sinnlos sie auf diesem Planeten sind!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Was heißt “mit einem blauen Auge davon gekommen“ konkreter? Hast Du da ein krasses Beispiel parat?</strong><br />
Micro: Damit will ich nicht hausieren gehen. Aber wir mussten öfter mal einen schnelleren Gang einlegen oder uns von einer Frankfurter Sicherheitscrew begleiten lassen. Vielen Dank noch mal an die Jungs, wir haben euch gebraucht!</p>
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<p><strong>Ugly Punk: Das letzte Mal habe ich Euch beim legendären Glocksee-Jubiläumskonzert 2002 gesehen. Wenn ich mich recht erinnere, habt Ihr dort sogar ausdrücklich betont, dass dieses Konzi eine einmalige Sache war und es keine Reunion geben wird. Warum habt Ihr Euch immer konsequent gegen eine Reunion gewehrt?</strong><br />
Mirco: Wir wussten beide, dass wir das, was wir mit den Tauben erlebt haben, nicht wiederholen konnten. Wenn man so etwas hat im Leben, dann sollte man es festhalten und nicht durch ständiges Wiederaufkochen verderben.</p>
<p><strong>Ugly Punk: Welchen Stellenwert hatten die BRIEFTAUBEN für Dich persönlich in Eurer Anfangszeit, welchen hatte sie in den Zeiten Eures absoluten Höhepunktes und welchen Stellenwert hat diese Band heute noch?</strong><br />
Mirco: Ich denke, dass mir die Tauben damals die Möglichkeit boten, etwas Eigenes zu machen. Schule, Lehre, der übliche Weg &#8211; das kam für mich immer von Außen. Das musste ich machen! Die Tauben wollte ich machen! Dass daraus jemals etwas wird, war erstmal dahingestellt. Den Höhepunkt hab ich gar nicht so wahrgenommen, sondern erst bemerkt, als er schon wieder vorbei war. Aber ich wollte immer aufhören, wenn es am schönsten ist &#8211; also habe ich die Reißleine gezogen. Lauf nicht blind dem Erfolg hinterher, dafür hast du das nicht gemacht! Ich hatte Spaß, der wurde Ernst. Also musste ich mir neue Wege suchen. Heute sind die Tauben immer noch ein interessantes Phänomen, das Konrad und ich ins Leben gerufen haben &#8211; und darauf bin ich schon ein bisschen stolz!</p>
<p><strong>Ugly Punk: Also kam der Entschluss aufzuhören von Dir? War diese Entscheidung für den Rest der Band nachvollziehbar?</strong><br />
Micro: Zuerst nicht. Unterstützung fand ich erst nur bei Martin Propp, unserem damaligen Manager. Allerdings legte sich die Aufregung schnell wieder und alle Beteiligten konnten mit dieser Entscheidung leben.</p>
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<p><strong>Ugly Punk: Letzte Frage: Welches ist für Dich persönlich das beste BRIEFTAUBEN Album und welches steht bei Dir eher hinten an? (Sofern man überhaupt ein BRIEFTAUBEN Album hinten anstellen kann).</strong><br />
Micro: Also ich würde die Mini EP „Entschuldigen sie bitte“ vielleicht ein bisschen vorne anstellen, aber das ist natürlich Blödsinn. Die sind alle geil!!!</p>
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