TISCHLEREI LISCHITZKI – WIR AHNEN BÖSES

TISCHLEREI LISCHITZKI – WIR AHNEN BÖSES
(Elfenart Records)

Eine böse Vorahnung hat die TISCHLEREI LISCHITZKI und singt, wie gewohnt, auch auf ihrem fünften Longplayer Klartext. „Es brennt wieder in diesem Land, es wurde nichts gelernt, es wurde nichts erkannt“, der Refrain von „Feuer“ bringt die unveränderte Lage auf den Punkt und ist als Warnung, Mahnung und Erinnerung Thema dieser berührenden und beeindruckenden Platte.

Wolfgang Mirosch, geboren 1935 in Celle, ermordet 1943 in Ausschwitz mit nicht mal sieben Jahren. An ihn und andere Opfer wird in „Familiengedicht“ erinnert. Ebenfalls ermordet, Robert Heinrich Salau. Das Instrumentalstück „28463“ trägt seine Häftlingsnummer. Ein „Kein Vergeben, kein Vergessen“ geht diesem voraus und ist so, so wichtig. Das „28463“ in den Song „Blickdicht“ mündet, zeigt am Beispiel Asylpolitik, wie wenig aus der Geschichte gelernt wurde.

Was für ein antifaschistisches Konzeptalbum. Inhaltlich so wertvoll und fern von jeglichem Antifa-Partytourismus mit Konfettikanonen. „Wir ahnen böses“ bleibt hängen, textlich wie auch musikalisch in seiner ganzen Schwermut. In Gedenken an all die Opfer des Faschismus von gestern, heut´ und morgen. Gewidmet Esther Bejarano. Der Kampf geht weiter. Spike

www.tischlereilischitzki.de