RESTPOSTEN – FOR SAIL

RESTPOSTEN – FOR SAIL

Bereits im Mai des Jahres 2020 wurde dieser Tonträger veröffentlicht. Dabei handelt es sich offenbar um das bereits zweite CD Album der recht jungen, aber schon seit ein paar Jahren aktiven Band aus Stralsund / Greifswald, die diese Scheibe mit einem gar lustigen Wortspiel betitelt haben.

Weiß gar nicht so recht, wo ich hier anfangen soll, denn ich bin bei diesem Werk etwas zwiegespalten. Einerseits findet sich viel Naivität aber auch Unbedarftheit wieder. Gut, man muss nicht unbedingt die Geburtsdaten der Musiker im Beipackzettel darnieder schreiben, kann man aber auch schon mal machen. Hat zwar nichts mit dem musikalischen Output zu tun, sagt aber auch etwas aus. Egal. Daran muss man sich ja nicht aufhängen und ist mir auch irgendwie egal. Andererseits offenbar auch nicht, sonst würde ich es ja nicht erwähnen. Sei’s drum. Zu Hören bekomme ich epischen Deutschpunk, was sich nicht unbedingt auf die Qualität, sondern eher die Länge der Lieder und den guten Willen, sich entsprechend zu entfalten, bezieht. Und tatsächlich steckt vor allem in den meisten Texten viel Potential. Andererseits gibt es aber auch Texte wie zum Beispiel „DB“, die lyrischen Anspruch gänzlich vermissen lassen. Ähnlich verhält es sich mit der Musik. Da schwankt man auch zwischen profan, aber gekonnt und gewollt, aber nicht ausgereift genug. Und nochmals dasselbe beim Gesang. Die Stimme ist markant und passt zu dieser Art des Deutschpunks, ist aber nicht immer tonsicher. Wäre jetzt nicht schlimm, aber sobald die Chöre einsetzen, wird’s doch etwas arg. Schon beim ersten Song „Der Neunte“ ist dies unüberhörbar.

Auf Grund der Entwicklungsfähigkeit, muss ich hier vor allem den Enthusiasmus der Band und den Charme der Scheibe in den Vordergrund stellen. Ist zwar nicht alles wirklich toll, aber zumindest gut gemeint. Zudem sollte man sich freuen, dass es immer noch junge Bands gibt, die versuchen Akzente zu setzen. Das mag hier vielleicht nicht immer gelingen, ist aber sympathisch und hoffentlich auch ein Ansporn, den beschrittenen Weg weiter zu gehen. Mirko

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