OPTION WEG – MEHR BULLEN MEHR BOMBEN FÜR EIN WIRKLICH GUTES LEBEN

OPTION WEG – MEHR BULLEN MEHR BOMBEN FÜR EIN WIRKLICH GUTES LEBEN
(Elfenart Records)

Ganz schön lang der Titel des mittlerweile vierten Albums von OPTION WEG aus Berlin. Und wie auf den bisherigen Alben verbindet die Band hier auf angenehme Weise Spaß mit Politik, Lebensfreude mit Frust und Punk mit Liedermaching.

Zum Fundament, bestehend aus der klassischen Punk-Instrumentierung, gesellen sich Quetsche und Geige, während man sich beim Gesang sehr flexibel zeigt, und so darf jede(r) mal ans Mikro. Gerne aber auch mal alle zusammen oder sich abwechselnd. Während die Mucke nicht nur abwechslungsreich, sondern auch größtenteils locker flockig daher kommt, sind die Texte inhaltlich von Ernsthaftigkeit und politischem Engagement geprägt. Und das wird nicht nur im Allgemeinen, sondern auch durch persönliche Alltagsgeschichten verdeutlicht. Durch die Quetsche, bedient von Yok (Quetschenpaua) findet sich auch der Einfluss des Liedermachers wieder. Gerade bei den ruhigeren Passagen. So kritisch und fordernd die Texte sind, findet sich hier auch ein gewisser Sarkasmus wieder, so dass trotz der ernsten Anliegen auch immer wieder das Augenzwinkern zur Geltung kommt. Stilistisch ist ein Vergleich mit TOD UND MORDSCHLAG für mich daher nicht abwegig. Die politische Ausrichtung, die sich zwischen Emanzipation, Gleichberechtigung, Gesellschafts- und Kapitalismuskritik bewegt, sowie die Präsentationsform dürfte daher klar sein. Vorausgesetzt natürlich, man kennt T.U.M.

Abwechslungsreicher Politpunk ohne depressive Emotionalität, dafür mit klarer Haltung und dem Blick nach vorne. Für meinen Geschmack könnte manchmal allerdings ein wenig mehr Druck und Bestimmtheit in den Stimmen liegen, ist jetzt aber auch nicht so schlimm. Auf jeden Fall ein hörenswertes Album mit klaren Aussagen. Die der LP beiliegende CD enthält übrigens noch einen weiteren Song, der wie ich vermute, auf Grund der Spielzeit von über 45 Minuten wohl nicht mehr auf die Vinylversion gepasst hat. Mirko

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