ESCANDALOS – ZUHAUSE

ESCANDALOS – ZUHAUSE
(Ring of Fire Records)

Als SKA-Punk wird uns das dritte Album dieser siebenköpfigen Band, die mir bisher fremd war, angepriesen. So ganz will ich das aber nicht unterschreiben. Jedenfalls hat man fast zwei Jahre an den neuen Liedern herumgeschraubt, um sie in die jetzige Form zu bringen. Geschrieben waren sämtliche Songs nämlich bereits innerhalb von wenigen Wochen.

Zwar finden sich in der Besetzung drei Bläser/-innen wieder, was aber noch lange keinen ausgeprägten SKA-Sound oder Rhythmus verspricht. Und HAMMERHAI haben ja schon gezeigt, dass man auch komplett auf eine Bläserfraktion verzichten kann, um eine ordentliche Portion dieses Stils in die Musik einzuflechten. Hier würde ich diese Instrumente als passende Unterstützung des poppig-rockigen Punks bezeichnen. Denn das ist das Fundament. Der Off-Beat steht nämlich selten im Vordergrund, wird aber als Hintergrund gerne mal mit eingeflochten. Dabei gibt es fette, volle, zum Teil schon fast hymnenhafte Songs zu hören. Mal etwas poppiger, mal etwas härter, aber immer gespickt mit vielen eingängigen Melodien. Dazu wird persönliches, alltägliches, aber auch nachdenkliches in den Texten verarbeitet. Das soziale Engagement findet jedenfalls nicht nur in Form der Werbung für die Organisation „Plan international“, die auch ich unterstützenswert finde, statt. Gesangliche Unterstützung gibt‘s übrigens auch noch. Und zwar von Annette B., ehemalige Frontfrau von HANS-A-PLAST.

Auch wenn die Songs teilweise sicherlich auch in Richtung Mainstream tendieren, und auch ein breites Publikum ansprechen können, gefällt mir das Werk doch ausgesprochen gut. Zudem muss ich manchmal über den nicht zu verheimlichenden sanften Dialekt eines der Sangesknaben Schmunzeln. Eingängiger Pop-Punk mit SKA-Einfluss, gespickt mit unaufdringlichen, aber klaren Botschaften. Hat sich also gelohnt, etwas länger an den Songs herum zu basteln. Mirko

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