BELAKO – PLASTIC DRAMA

BELAKO – PLASTIC DRAMA
(BMG/Warner)

Hochgelobt von der Fachpresse und einem Soziapathen wie Liam Gallagher ist die baskische Band offiziell immer noch ein Geheimtipp. Mit BMG/Warner hat man allerdings ein Majorlabel im Rücken und zwei der drei vergangenen Alben konnten sich bereits in den spanischen Charts platzieren. Mit diesem, dem vierten Album, schaffte es die Band sogar in die Top 10.

Wer jetzt vielleicht aber denkt, hier bekomme man simple Tralala-Musik zu hören, liegt nicht ganz richtig. Auch wenn man sich das Etikett Post-Punk anheftet, verorte ich die Band aus dem Baskenland doch eher in der Schublade Indie-Rock. Auch wenn sich das manchmal nicht viel schenkt. Die englischsprachigen Lieder (eines ist aber auch auf Französisch) schwanken zwischen melancholischem Pop und emotionalem Rock. Dabei weisen die Songs viele Ecken und Kanten auf und passen nicht so recht in ein Schema. Die traditionelle Besetzung wird durch ein Keyboard/Synthie ergänzt und auch die weibliche Stimme wird ab und an durch den elektronischen Fleischwolf gedreht. So ergibt sich ein doch recht ungewöhnlicher Sound, der vor Monotonie ebenso wenig zurückschreckt, wie vor erruptiven Gefühlsausbrüchen.

Recht sperriges Album, das aber auch eingängige Melodien bereithält, das mal roh aber auch mal lieblich klingt. Sicherlich oftmals nicht den üblichen Hörgewohnheiten des Mainstream-Rocks entsprechend und dennoch erfolgreich, woraus sich schließen lässt, dass die Mucke doch eine gewisse Faszination auslösen kann. Für einen Über-den-Tellerrand-Blick ist die Scheibe also durchaus geeignet. Mirko

www.belakoband.com