HASS – MACHT KAPUTT, WAS LÄNGST KAPUTT IST

HASS – MACHT KAPUTT, WAS LÄNGST KAPUTT IST
(Aggressive Punk Produktionen)

TON STEINE SCHERBEN haben uns damals empfohlen, dass kaputt zu machen, was uns kaputt macht. Haben wir gemacht bzw. haben wir versucht. Unbestreitbar haben wir früher viel kaputt gemacht und die SCHERBEN lieferten den Soundtrack dazu. Jetzt kommen HASS und rufen dazu auf, dass kaputt zu machen, was längst kaputt ist. Jungs, echt jetzt? Ich komme gefühlt aus dem Kaputtmachen ja gar nicht mehr raus.

Sechs Jahre sind seit dem letzten Album von HASS ins Land gezogen und genügend Hass ist immer noch vorhanden. Da scheint über die vielen Jahre, die HASS schon aktiv sind und die Deutschpunkszene mitgeprägt haben, nichts verloren gegangen zu sein. Dem Sound ist natürlich eine Weiterentwicklung zu entnehmen, aber die Rauheit älterer Tage drückt dennoch recht häufig durch. Die besungenen Themen wie z.B. Medien, Krieg, Kirche, Konsum, Nazis oder USA sind nicht neu, aber auch hier schimmert bei der Ausdrucksweise immer so ein wenig die typische Plakativität früherer Tage heraus, für die Deutschpunk berühmt und berüchtigt ist und geliebt oder gehasst wird.

Man kann HASS jedenfalls nicht vorwerfen, dass sie sich komplett verdreht, verändert oder dem Trend angebiedert haben. Sie bleiben sich und ihrem Genre treu und das schon seit Jahrzehnten. Mich können die HASS-Alben nach den Klassikern „Zurück in die Zukunft“ (1989) und „Gebt der Meute was sie braucht“ (1990) leider nur teilweise packen – und dazu zählt somit auch dieses hier. Das liegt wohl in erster Linie an den vielen Erinnerungen, die mit den alten Schinken verknüpft sind. Die Dinger, in Verbindung mit meinen vielleicht wildesten Jahren, haben die Messelatte einfach zu hochgelegt. Spike

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