PROUD TO BE PUNK #32

PROUD TO BE PUNK #32

Schon wieder ein halbes Jahr rum und das bedeutet, eine neue Ausgabe des ehrwürdigen „Proud to be Punk“ liegt auf meinem Tisch. Erneut proppevoll mit allerlei lesens- und wissenswertem.

Auch wenn das Cover das Thema „Black lives matter“ hervorhebt, wird diesem Bereich doch vergleichsweise wenig Platz eingeräumt, was ich ein bisschen schade finde. 1½ Seiten Reflexion einer Demo/Kundgebung und eine gute Seite Interview mit Bubu, dunkelhäutigem Sänger und Gitarrist bei Asselterror, der ein wenig von seinen Erfahrungen erzählt. Offenbar haben sich auf die Schnelle nicht noch weitere selbst betroffene Gesprächspartner finden lassen. Dafür ist das Interview mit den Machern des mir auch sehr sympathischen BROT-Fanzines mit 10 Seiten doch recht ausführlich, aber auch sowohl unterhaltsam als auch informativ ausgefallen. Ein weiteres Interview gibt es mit EMBOSCADA aus Halle/Saale. Der Bericht über Punk aus München beschränkt sich auf das Vorstellen einiger weniger Punk-Scheiben und der zugehörigen Bands. Ich denke, dass die bajuwarische Landeshauptstadt einiges mehr in Sachen Punkrock zu bieten hat, als diese kleine Auswahl. Sehr gut gefallen hat mir sowohl der Blick auf die Song-History des Songs „Indo China“ von CRUZIFIX, als auch das „Name-Dropping mal anders“. In ersterem Artikel findet man eine kompakte Zusammenfassung des Indochina-Krieges zwischen den französischen Kolonialisten einerseits und den Staaten Vietnam, Laos und Kambodscha andererseits. Aber auch einen kurzen Blick auf den Beginn des Vietnam-Krieges, der unmittelbar darauf folgte. Im Name-Dropping werden zu diversen Bandnamen die geschichtlichen und begrifflichen Hintergründe diverser Bandnamen wie DIASPORA, OI POLLOI, BLUT + EISEN, HAYMARKET oder SAPERE AUDE erläutert und die jeweilige Band kurz vorgestellt. Per Interview wird, um auch den politischen Aspekt mit einzubringen, die linke Gruppierung SPEKTRUM 360° und das Bildungswerk Stanislaw Hantz vorgestellt. Abgerundet wird diese vielfältige Ausgabe durch die üblichen Rubriken mit Reviews und dem Sachsen Szenereport sowie einem Konzertbericht des L‘ATTENTAT Revival-Konzertes in Leipzig.

Im Vergleich mit der letzten Ausgabe ist hier etwas mehr Abwechslung geboten, was ich positiv hervorheben will. Auch daher wieder eine sehr lesens- und lohnenswerte Ausgabe dieses idealistischen Heftest. Kann ich nur empfehlen. Mirko