PROUD TO BE PUNK #31

PROUD TO BE PUNK #31

Der gute Jan wird nicht müde, in schöner Regelmäßigkeit, seine 80 vollgestopften Seiten in Heftform auf die Leser los zu lassen. Woher er die Zeit nimmt, dass alles (fast) im Alleingang zu bewerkstelligen und dann auch noch beruflich und musikalisch stets Vollgas zu geben, ist mir weiterhin schleierhaft.

Auch die neue Ausgabe ist wieder vollgestopft mit allem Möglichen, so wie man es aus der Vergangenheit gewohnt ist. Ein zweiteiliger Tourbericht von SOCIAL ENEMY in Spanien, bei denen Jan seit neuestem Gitarre spielt, Interviews mit SZRAMA und CREME BRÜLLE, aber auch mit der Studentengruppe „Kritisches Lehramt Leipzig“. Dazu als Gastartikel zum Haldenstadt Anders-Festivals, bei dem alte Leipziger Bands nochmals die Bühne unsicher machten. Natürlich inklusive eines ausführlichen Reviews zur dazugehöhrigen 3-LP-Box. Aber auch das Multimediaprojekt „A Global Mess“ erfährt genauere Betrachtung. Dazu, wie üblich sowie historische Abhandlungen aus oder kurz vor der Zeit des Nationalsozialismus (Die Schwarzen Scharen, eine militante Anarchistengruppe in der späten Weimarer Republik), als auch Aktuelles zum Thema (Gedenken der Opfer rechter Gewalt). Ein klein wenig fehlt mir diesmal, auch wenn die Bandbreite weit ist, thematische Abwechslung. So dreht sich vieles, wie in den bisherigen Ausgaben auch, um Nationalsozialismus und Faschismus. Klar, ein wichtiges Thema, aber es gibt sicher auch noch andere Themengebiete, wie es das Interview mit der Gruppierung angehender Lehrer ja zeigt. Auch wenn das Themengebiet Rechtsradikalismus Platz findet. Ebenso im Interview mit dem RAA Sachsen, das Opfer rechter Gewalt zur Seite steht. Selbes betrifft auch die musikalische Ausrichtung, denn die zum Gespräch gebetenen Bands entstammen doch alle derselben Musikrichtung. Sicherlich ist beides der Profession und dem Musikgeschmack Jans geschuldet, aber einen Blick über den Tellerrand fände ich auch mal ganz interessant. Nichtsdestotrotz sind die Interviewfragen gewohnt überlegt und gehen in die Tiefe, während die Artikel wieder sehr gut recherchiert sind.

Wie immer eine sehr interessante Lektüre, aber ein wenig mehr thematische Vielfalt und vielleicht auch mal ein Augenzwinkern und weniger Verkopftheit würde dem Heft nicht schaden. Denn fast alles ist doch ziemlich ernst, so dass ich manchmal das Gefühl habe, Lebensfreude und Leichtmütigkeit sind nicht so Jans Sache. Dennoch ist auch diese Ausgabe absolut lesenswert und natürlich auch informativ. Mirko