THE SWIPES – GENERATION SLAVE

THE SWIPES – GENERATION SLAVE
(No Balls Records)

Fünf Jahre nach dem letzten Album folgt nun der dritte Longplayer der Hessen. Zwischendurch gab es allerdings auch zwei EPs zu hören. Nun also wieder ein komplettes Album mit 11 Songs, die politisch und gesellschaftlich klare Stellung beziehen.

Bereits auf den beiden EPs hat die Band klar Stellung bezogen und sich gegen Not, Elend und die Missstände auf dieser Welt engagiert. So auch hier. Die Texte sind dahin gehend unmissverständlich und schon Liedtitel wie „You call it fake news“, „Requiem for Nepal“ oder „No medals, no hounor“ zeugen von kritischer Attitüde, aber auch Solidarität mit Notleidenden. Allein der Auszug aus der Liste einer Organisation für Flüchtlinge, die zeigt wie viele Menschen in kürzester Zeit ihr Leben auf der Flucht verloren haben, macht sprachlos. Das Engagement der Band spiegelt sich aber auch in einer Spendenaktion für see-watch.org durch Erwerb des Tonträgers wieder. Dieses Engagement und das direkte Benennen der Missstände ändert aber nichts daran, dass ich mich ein wenig schwer tue mit der Scheibe. Grundlegend bleibt man sich musikalisch zwar treu und bietet engagierten Garage- und Indierock, hat aber ein wenig an Druck hinzugewonnen. Aber irgendwie wollen die Songs bei mir nicht so zünden, wie es die etwas poppigeren, seichteren Vorgänger gemacht haben. Komisch, ist aber so. Gut gespielt und abwechslungsreich sind die Songs ja schon, bleiben bei mir aber nicht so richtig im Ohr hängen und wirken auch ein wenig gewöhnlich, was ich doch schade finde.

Die Scheibe punktet daher bei mir hauptsächlich durch die Aussage der Texte, die wichtig und richtig sind. Gutmenschentum im positivsten Sinne. Diese Botschaften hätten daher, wie ich finde, eine ansprechendere (zumindest was mich betrifft), musikalische Untermalung verdient. Enthusiasmus, Herzblut und Eindringlichkeit kann man dem Album dennoch nicht absprechen. Mirko

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