DAS LECK – FERDYDURKE

DAS LECK – FERDYDURKE
(Fuego)

Unglaubliche 77 Lieder haben DAS LECK auf diese Doppel-CD gequetscht und die Songs sind meist gar nicht mal so kurz. Damit das komplette Volumen der Tonträger ausgenutzt. Und das, wo im Jahr 2017 erst das erste Album erschien, dass ebenfalls mit massig Songs ausgestattet war.

Das Trio aus dem Norden der Republik spielt eine Mischung aus Punk, Rock und Garage mit einem Hang zur Experimentierfreude, die auch durch elektronische Einflüsse zum Ausdruck kommt. Der Sound ist dumpf und scheppert über zwei Stunden vor sich hin. Die Texte bestehen teilweise nur aus Satzfragmenten, aber auch längere Lyrik findet sich wieder. Vieles davon ist recht schräg, voller Anspielungen und auch mal provokant. Dabei aber auch immer auf gesellschaftliche Auswüchse fixiert. Man hat das Gefühl, jede noch so skurrile Idee, Nachricht oder Erfahrung wurde hier postwendend vertont. Dies schließt natürlich nicht aus, dass auch so mancher Schrott mit dabei ist. Das schlägt sich auf die Musik nieder. Denn unter den Songs befinden sich auch viele nicht gerade einfallsreiche oder gar eingängige Sachen. Bei einer solchen Lauflänge kann das dann auch schon mal etwas nervig werden. Sicher wäre da weniger mehr gewesen. Man muss ja wirklich nicht jeden Mist mit einfallslosen, experimentellen Tonfolgen unterlegen – und dann auch noch veröffentlichen. Dennoch ist vieles recht interessant und schön abgedreht.

Ziemlich schräge, teils absurde Angelegenheit mit vielen Ideen. Vom Sound her sicher verbesserungswürdig, dafür aber mit dem nötigen Garagen-Charme. Zudem finden sich bei diesem umfassenden Blick auf das Zeitgeschehen viel Sarkasmus und Ironie wieder. Im Endeffekt aber streckenweise etwas bemüht und einfach viel zu lang. Mirko

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