CHRISTMAS – HOT NIGHTS IN SAINT VANDAL

CHRISTMAS – HOT NIGHTS IN SAINT VANDAL
(Kidnap Music)

Eine eingeschweißte CD aus der Originalpressung der neuen CHRISTMAS Platte flattert mir hier aus dem Hause Kidnap in den Briefkasten. So muss das sein, so kann man wenigstens mitlesen, anders als bei gebrannten Promos, wie sie manche Agentur schickt. Nicht das ich mir die größte Mühe geben würde, die englischen Texte komplett zu übersetzen, aber so zeilenweise muss man ja mal genau hinschauen. Grob geht’s persönlich bis „den Wahnsinn der Menschheit offenlegend“ zu. („no future, no friends, resignation is where it ends“). Danke dafür schon mal. Der Kidnap steht für Qualität. Flugs die CD in den Player geschoben, um sie erstmal nebenbei laufen zu lassen. Doch hoppla, was ist das denn?

Vom ersten Ton an bläst mir hier eine megafette Produktion die Ohren durch! Die Scheibe macht richtig Druck! So eine fette Aufnahme hab ich schon lange nicht mehr gehört. Meine Aufmerksamkeit war somit geweckt, also mal genauer hinhören. Die Band tourt permanent, 500 Shows in 13 Ländern, 13 VÖs in 10 Jahren sowie 14 verschlissene Bandmitglieder stehen hier zu Buche. Dadurch haben die Saarländer (ob die aktuellen Mitglieder alle Saarländer sind, weiß ich gar nicht, aber ist ja auch egal) sich einen hohen Bekanntheitsgrad erspielt, auch durch diverse Supportslots bei verschiedenen Genregrößen. Ich hab ihnen in der Vergangenheit gerne mal fehlende Eigenständigkeit attestiert. Durch die ständige, von Wahnsinnsidealismus getriebene Präsenz macht die Gang das aber mittlerweile völlig wett, auch durch diese Monsterproduktion.

Hier hört man jeden Ton glockenklar, aber dennoch mit genügend Rotz heraus, vor allem der Bass ist hier sehr präsent, was dank der stoischen Präzision keineswegs stört. Top Job von Band und Studiotypen. Meist geht es nicht mal megaschnell zur Sache, eher so im Midtempobereich mit kurzen Bolzparts, aber immer schön drückend und treibend. Der Punk`n´Roll wird auch mit diesem Output nicht neu erfunden, aber schon so ein bisschen neu definiert. Ein vorderer Platz in der großen Schublade ist dem Vierer sicher. Muss man aufgrund der fetten Aufnahme unbedingt anhören. Chris de Barg

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