MAFFAI – ZEN

MAFFAI – ZEN
(Kidnap  Music)

Das Debütalbum der süddeutschen Band wird im Wachzettel auch mit dem Attribut „Postpunk“ beschrieben. Dabei trifft es der Begriff „Indie-Rock“, der ebenfalls angeführt ist treffender, wenn auch das Adjektiv „wütend“ vielleicht ein wenig übertrieben erscheint. Denn vielleicht könnte man partiell sogar das Wörtchen Pop mit ins Spiel bringen. Zumindest was das Musikalische betrifft.

Stellenweise erinnert mich das Ganze auch ein klein wenig an die frühe Neue Deutsche Welle, allerdings in einem modernen Soundgewand. Manchmal aber auch an den deutschen 80s Pop, was sicherlich auch dem entsprechenden Einsatz eines Synthesizers zu verdanken ist. Textlich kratzt man dabei nicht nur an der Oberfläche, sondern dringt auch tiefer in die Materie ein, ohne zu verklausulieren. Musikalisch gibt man sich relativ minimalistisch und auch die Melodien sind recht einfach. Manchmal sogar ein wenig monoton. Allein der Gesang bringt hier die notwendige Intensität mit, die der instrumentale Teil ein wenig vermissen lässt. Daher könnte man, um ein wenig Namedropping mit einzubringen, die Band als softe Version von AKNE KID JOE bezeichnen, von denen passender Weise auch zwei Mitglieder beim Song „Tunnelblick“ als Gastmusiker fungieren.

Ein bisschen mehr Pep hätte die Scheibe sicherlich vertragen, weshalb die Scheibe bei mir nicht so recht zünden mag. Da können Gesang und Texte noch so intensiv und emotionsgeladen sein, wenn der Druck dahinter einfach fehlt. Indie-Rock-Freunden sei diese Scheiben dennoch als Neuentdeckung empfohlen.  Mirko

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