TOY DOLLS, CRIM (08.10.2019, LKA Stuttgart)

TOY DOLLS, CRIM  (08.10.2019, LKA Stuttgart)

Hab mir ja lange überlegt, ob ich zu diesem Konzert gehen soll, obwohl die TOY DOLLS zu meinen absoluten Lieblingsbands gehören. Der Grund: Beim letzten Konzert vor einigen Jahren an selber Stelle, hat Giterrengott Olga nach der Hälfte des Konzertes ständig einen mehr als ekelhaften Rotzfilm aus der Schnauze hängen gehabt, was mich echt angewidert hat. Also hab ich mir lieber die „Our Last DVD“ gekauft. Aber auch da ist ihm irgendwann der Schleim auf abartige Weise aus der Gosche gelaufen, so dass ich das Teil gleich wieder abgestoßen habe. Gut, da sich ein Kumpel das Teil bei einem großen Versandhandel bestellt hat und gleich zwei Mal geliefert bekam, hab ich die DVD doch wieder im Regal stehen. Das aber nur nebenbei. Aber irgendwie hatte ich Schiss, dass das wieder so ekelig werden könnte. Nun haben die TOY DOLLS mit „Episode XIII“ eine neue Scheibe rausgehauen. Und irgendwie hat mich das Teil echt gepackt. Vom Sound her hat sich natürlich nix geändert. Wäre auch schlimm, wenn es so gewesen wäre. Irgendwie vergleichbar mit AC/DC oder MOTÖRHEAD. Man weiß einfach, was man bekommt. Also hab ich mir dann doch ganz spontan eine Eintrittskarte für die 40-Jahre Jubiläumstour geholt, auch wenn das Konzert unter der Woche stattfand.

Am selben Tag war allerdings auch ein Geburtstagsumtrunk zum 80ten meines Senior-Chefs angesetzt. Da ich wusste, dass das Bier im LKA recht teuer ist, aber eine willkommene Gelegenheit, etwas vor zu glühen. Also hab ich mich dort ein wenig angeschickert, um direkt von dort zum LKA zu brausen. 15 Minuten vor offiziellem Konzertbeginn war ich dann am LKA und musste feststellen, dass die Vorband bereits mitten in ihrem Set war. Also bin ich schnell rein in den Laden und hab mir die restlichen 30 Minuten von CRIM aus Spanien reingezogen. Obwohl das Bier unverschämte 4,30 € gekostet hat, hab ich mir eine Schale geholt, denn nur so halb beschickert ist ja auch nix. Und viele bekannte Gesichter hab ich bis dato auch nicht gesehen. Die Band war aber ganz gut. Nix besonderes, aber doch schon recht nett. Die Stimmung im Publikum war auch gut und so hab ich mir das dann mit meinem kostenintensiven Labber-Bier doch voll rein gezogen. War aber auch wirklich OK. Das Publikum war sehr gemischt, wobei vom Alter her die älteren Semester ein wenig die Überhand hatten. Mittlerweile hatte ich auch ein paar Leute getroffen die ich kannte, aber mehr als ein kurzes „Hallo!“ war irgendwie nicht drin.

Mit einem neuen Bierchen in der Hand hab ich mich dann durch die Menge bis zum Bühnenrand gekämpft. Punkt 21.00 Uhr ging dann das Licht aus und die drei Musikanten betraten unter lautem Jubel die sich erhellende Bühne. Ohne Umschweife ging es dann auch gleich los. Olga und seine Mitstreiter feuerten nach einem kurzen Intro mit „Firy Jack“ den ersten Klassiker ab. Es folgte Hit auf Hit, quer durch das musikalische Schaffen, wobei es immer wieder faszinierend ist, dass die ersten Songs in den sicher ganz schön warmen, lustigen Anzügen abgerockt werden. Große Veränderungen im Vergleich zum letzten Konzert vor fünf Jahren waren im Set allerdings nicht aus zu machen. Zwei drei Songs vom neuen Album und eine leicht abgeänderte Liedreihenfolge, aber das war‘s eigentlich auch schon. Macht ja aber nichts, sind schließlich ausnahmslos großartige Songs und vor der Bühne ging es ziemlich gut und schweißtreibend zur Sache. Dennoch war am Rande des Pulks noch etwas Platz um aus unmittelbarer Nähe einen guten Blick und nicht ganz so viel Gedränge zu haben. Leider musste ich alsbald dann doch die Blase entleeren, also hab ich mich wieder an schweißnassen Körpern zum Klo begeben, das sich am hinteren Ende der Halle befindet. Von dort hab ich dann auch noch zwei, drei Songs angeschaut, wobei man hier auch ganz gut das wilde Treiben vor der Bühne beobachten konnte.

Die musikalische Performance war, wie zu erwarten, hervorragend. Die Show, die Choreographie und die kleinen Gags zwischendurch waren aber immer noch dieselben wie vor Jahren. Man bekommt halt genau das was man erwartet. Inklusive der lauthals mitgrölenden Fans. Also hab ich mir schnell noch ein Becher des Luxusbiers in den Hals geschüttet und mich für den restlichen Auftritt wieder durch die Meute bis vor zur Bühne gekämpft, um mir Evergreens wie „Glenda & the Testtube Babies“ aus der Nähe anzuschauen. Dabei hat sich Olga alle 2 Minuten irgendein Minzdrop oder sowas ähnliches in die Kiemen gestopft und zu meiner Freude diesmal nicht das Mikro mit seinem Schleim voll gerotzt. Nach enthusiastischen 78 Minuten war dann aber auch schon Schluss und die Recken verließen die Bühne, ohne eine Zugabe zum Besten zu geben, was ich dann doch ein wenig enttäuschend fand. Zur arbeitnehmerfreundlichen Uhrzeit wurde dann das Publikum auch schon wieder in die Nacht entlassen. Die Typen am Merchstand bekamen jedoch noch alle Hände voll zu tun und auch ich hab mir die aktuelle Scheibe noch in der Vinylversion unter den Nagel gerissen, auch wenn der Preis von 20 Öcken jetzt nicht gerade ein Schnupperangebot war.  Na ja, man gönnt sich ja sonst nicht viel. Nachdem ich mir auf dem Rausweg noch ein paar Restbiere zu einem leicht schalen Heimfahrtrunk zusammengeschüttet hatte, bin ich dann aber auch schon wieder zur Bahn geeiert. Bereits um 23:15 Uhr war ich dann im heimischen Gemäuer und hab mir noch die halbe Nacht sämtliche TOY DOLLS-Hits reinzogen, um nach zweieinhalb Stunden Schlaf dann doch etwas angeschlagen den Weg zum Lohnzahler anzutreten.

Auch wenn‘s von mir aus ruhig noch ein wenig länger hätte gehen können, war es doch wieder ein Erlebnis, den Herren bei der Arbeit zuzusehen und ich bin gespannt, ob ich die Band nochmals live zu sehen bekomme. Mirko