LUSTFINGER – ES GIBT NICHTS ZU BEREUEN

LUSTFINGER – ES GIBT NICHTS ZU BEREUEN
(Rotz + Wasser, H´art)

Es gibt nichts zu bereuen? Wirklich nicht? Wenn ich mir so anschaue wo bzw. mit wem LUSTFINGER in der letzten Zeit Konzerte gespielt haben, würde mir da z.B. schon was einfallen, aber vielleicht läuft das ja unter „Provokation“ oder unter „sein eigenes Ding durchziehen“. Wie auch immer, gerade mal ein Jahr nach ihren letzten Album (Wir wissen was wir wollen), mit dem es musikalisch wieder leicht zurück zu den raueren Punkwurzeln ging, legt die 1981 in München gegründete Band nach.

Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger erlebte man die wohl erfolgreichste Bandphase. Konzerte mit TOY DOLLS, RAMONES oder THE POGUES, Tourneen sogar in den USA und Chartplatzierungen (damals war das noch ne´ Leistung) weckten breites Medieninteresse. Nach und nach verließen alle Musiker bis auf Gründungsmitglied Tom Fock die Band und genauer dieser hält die Band in häufig wechselnden Besetzungen am Laufen. Ist aber, so muss man ehrlich sagen, nicht mehr dasselbe wie damals. Die Band ist eine andere, die Musik hat sich entwickelt und ist eine andere, nur der Name ist eben noch geblieben.

„Es gibt nichts zu bereuen“ ist ein sehr fett produziertes Album, das unterm Strich aber mehr als harter Deutschrock und weniger als Punkrock durchgeht, auch wenn die Band gerne auf diesem Punkrockding herum reitet. Ebenso wie auf diversen Sexphantasien wie „Bumsilaki“ (den Humor muss ich nicht lustig finden, oder?) oder einem Nümmerchen zu zweit auf dem „Damenklo“. Und neben den härteren Rocknummern haben es LUSTFINGER mit den Balladen vielleicht auch etwas übertrieben. „Niemals vergessen“, „Unser Weg“, „Bier“ und „Lass mich los“ animieren mehr zum Feuerzeuge rauszuholen, aber nicht zum Pogotanz. Mit dieser Art von Punk-, bzw. Deutschrock könnte ich höchstens als Radiostation oder als Fan von SERUM 114 oder BRDIGUNG oder wie sie alle heißen was anfangen. Bin ich aber alles nicht! Spike

https://lustfinger.com