PETER CORETTO – ANGST KOSTET FREIHEIT

PETER CORETTO – ANGST KOSTET FREIHEIT
(Trash-Pop Records)

Von dieser Scheibe habe ich lediglich das ansehnliche 20-seitige Siebdruck-Textheft und den Download-code zugeschickt erhalten. Offenbar gibt‘s die edel aufgemachte 180gr-Vinyl-Scheibe nur in begrenzter Menge und in ausgewählten Läden. Die Band gibt es bereits seit 2001 und ist an mir bisher vorüber gegangen. Die Homepage sieht allerdings professionell & fancy aus und die nächsten Konzerte werden vom OX-Fanzine präsentiert. Da es sich hier um modernen Postpunk handelt ist das aber auch kein Wunder.

Wer Peter Coretto ist, bleib jedenfalls im Dunkeln, denn keiner aus der bajuwarischen Band heißt so. Ist aber auch egal, denn das hier ist Post Punk, der voll in die TURBOSTAAT-Kerbe schlägt. Vor allem gesanglich & textlich. Musikalisch gibt man sich dagegen nicht ganz so monoton und eindimensional. Im Gegenteil, das ist schon anspruchsvoll. Ebenso wie die Texte. Von der Aussage her ist das schon auch gut, wenig verklausuliert aber doch irgendwie auf intellektuell getrimmt. Hab ich ja nix dagegen. Intelligente Menschen wollen sich ja auch irgendwie auf ihrem Niveau ausdrücken und auch Akademiker-Punks wollen bedient werden. Ich hoffe man unterstellt mir hier keinen Sarkasmus. Dennoch ist doch eher der Pöbel für Phrasen wie „stürmt die Paläste“ oder „plündert hier“ zu haben, als angehende Besserverdienende. Wer von denen haut wohl sein eigenes Haus zu Klump? Aber das macht Fat Mike ja auch nicht. Und der sieht doch ziemlich streng nach Punkrock aus. Also alles gut! Allerdings stehen solche Phrasen auch in einem anderen Kontext. Und es ist auch gut, dass PETER CORETTO den Intellektuellen in ihrer wilden Phase seine Aussagen vehement ins Hirn hämmert, in der Hoffnung, dass sie dies in späteren Zeiten nicht vergessen und wenigstens in diesem Lebensabschnitt auch konsequent ist. Ein paar Jahre lang gegen etwas kämpfen, bevor man dann doch in das System einsteigt, sich vielleicht aber noch ein wenig an die rebellische Jugend erinnert. Aber meist ist das dann doch eine verlorene Hoffnung. Aber ein Versuch ist es dennoch wert. PETER CORNETTO schaffen das dann allerdings doch etwas besser als viele andere Bands aus diesem Lager, aber wirkliche Hoffnung keimt in mir da nicht auf. Denn dafür sind die Aussagen für dieses Klientel teilweise dann doch zu radikal. Aber wer weiß das schon.

Für mich wirklich eine der besseren Postpunk-Vertreter, die klare Aussagen kolportieren. Andererseits schwingt, da man sich durch den medialen Auftritt konträr dazu präsentiert, das Gefühl mit, dass man es vielleicht doch mit jemandem zu tun hat, der am Ende doch nicht so konsequent ist, wie er es vermittelt und es sicher auch gerne wäre. Aber so ist das eben manchmal. Mirko

http://peter-coretto.de