PASCOW – JADE

PASCOW – JADE
(Rookie Records)

Fünf Jahre nach Diene der Party, dem letzten regulären Album von Pascow, legen die Jungs aus dem Saarland (und Trier) hier ein neues Album vor. Ein lang erwartetes Album, denn die letzten Jahre machten sie eher mit Projekten wie der DVD /Vinyl Sammler Box LOST HEIMWEH von sich reden. Das Ding kenn ich gar nicht. Seit Wochen wurde man schon angefixt, indem öfter mal das Design vom Cover mit dem Mädchen (Jade?) in verschiedenen Zusammenhängen, letztens dann auch mit Videoclips im Netz auftauchte. Jetzt isse also da die neue Platte, zumindest in meinem Briefkasten, danke dafür, offizielle VÖ ist am 25.01.2019.

Im Promoschreiben der Labels zitieret man nur die Band, die sich „von kryptischer Scheisse und Codierung verabschiedet“, ein Genre was sie selbst geschaffen haben würde ich sagen. Hört man sich die neue Platte an und liest die Texte, merkt man was damit gemeint ist. Die Texte sind jetzt klarer, verfolgen ein Thema und erzählen nachvollziehbare Geschichten, gespickt mit wohlformuliert verpackten Mittelfingern in alle Richtungen der kranken Zivilisation. Auf den früheren Alben wurden ja gerne mal zwar wohldurchdachte, aber wenig präzise aussagekräftige Texte rausgefeuert, also irgendwie schräges Zeug, was man als kryptische Scheisse bezeichnen kann. Pascow sind jetzt irgendwie erwachsen geworden, dazu passt auch die etwas poppigere und ausgefeiltere, sich häufig im Midtempo bewegende Mucke. Alex ist im Video zu JADE mit seinen grauen Haaren und Falten (sorry Alex, aber ich darf das sagen, wir sind ungefähr gleich alt) auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Die Ballade WUNDERKIND ist ein Highlight der Platte und erklärt wohl so ziemlich das Konzept des Albums, mit der Titelfigur, die sich in verschiedene Charaktere verwandelt. Mehr wird aber jetzt nicht verraten.

Wie komm ich jetzt auf den Punkt? Ich finde die Platte super. Pascow haben den nächsten Schritt getan, ohne sich vom vorherigen Stil komplett zu verabschieden. Ihre Stilmittel setzen sie jetzt bloß dosierter ein und der weibliche Gesang bei manchen Songs von Nadine Nevermore, Fr. Wolf und Wick van Houdt tut sein bzw. ihr übriges. Als Produzent hat man sich Kurt Ebelhäuser ins Boot geholt und das Arbeiten mit einem Produzenten führt ja schließlich in der Regel auch zu anderen Ergebnissen, als wenn die Band ihre eingeprobten Songs im Studio alleine nach Schema F einprügelt. Unbedingt auf Tour ansehen, die Platte ist ein Pflichtkauf. Sie zündet richtig nach mehreren Durchläufen. Die Edition mit 2 LP´s enthält wohl noch massig Specials. Chris de Barg

https://pascow.org