FLORIAN LUDEWIG – BRANDENBURG MUSS BRENNEN, DAMIT WIR GRILLEN KÖNNEN

FLORIAN LUDEWIG – BRANDENBURG MUSS BRENNEN, DAMIT WIR GRILLEN KÖNNEN
(Satyr-Verlag)

Dies ist der bereits zweite Roman von Florian Ludwig, punk-affinemFussball-Fan aus der Brandenburger Provinz, der mittlerweile in Berlin lebt. Bereits in seinem Erstling beschäftigte er sich mit seinem Leben als Fußball-Fan und „Feierabendterroristen“, der deshalb auch schon mal im Knast gelandet ist. Hier nun sein neues Buch, das im Wesentlichen aus Zwei Komponenten besteht. Fußball und Punk.

In den 24 Kapiteln erzählt der Autor zum einem Erlebnisse aus seinem Leben als Fan, wobei nicht so ganz klar ist, ob sich das alles tatsächlich so zugetragen hat. Diese Kapitel, die meist recht kurz gehalten sind, mischen sich mit dem zweiten Kernthema. Hier werden die Erlebnisse von Berndte erzählt, einem Provinz-Punk aus Brandenburg. Sowohl das Abhängen mit den Kumpels, Konzert- und WG-Parties, Besuche im Stadion aber auch Berndtes Liebschaften, Beziehungen und sein Versuch in der Metropole Berlin Fuß zu fassen, werden hier geschildert. In wie weit es sich hier um Fiktion handelt, bleibt ebenfalls unklar. Allerdings handelt es sich bei der Hauptfigur und den anderen Typen um Charaktere, die wie aus dem Leben gegriffen sind und auch tatsächlich so existieren könnten. Und da Lude, wie der Autor auch genannt wird, aus eben diesen beiden Milieus stammt, weiß er auch wovon er schreibt und zeichnet ein authentisches Bild vom Leben als Punk vom Lande zwischen TeBe Berlin, dem FC St.Pauli, dem Stress mit Nazis und Polizei. Der Schreibstiel ist flüssig und unterhaltsam, die Anekdoten empfinde ich dennoch als etwas spannungsarm und wenig mitreißend. Sie erscheinen mir eher wie eine lose Bestandsaufnahme von Episoden aus verschiedenen Lebensphasen als eine stringente Geschichte, so dass es mir schwer fällt, mit den Protagonisten ‚mitzufiebern‘.

Obwohl vieles etwas sprunghaft wirkt und mir die Identifikation mit den Personen fehlt, lesen sich die gut 180 Seiten, dank des lockeren Schreibstils von Florian Ludwig, gut durch und sorgten auf der täglichen S-Bahnfahrt für angenehme Unterhaltung ohne wirklichen Tiefgang, aber mit viel Herz. Mirko

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