CANINE – BLEAK VISION

CANINE – BLEAK VISION
(Bacillus Record / Bellophone)

Wenn man sich das brave Bandfoto so anschaut, ist man ein wenig irritiert von der düsteren und bedrohlich wirkenden Aufmachung des Debüt-Albums der Frankfurter Kapelle. Und danach auch gleich etwas überrascht, was die Combo hier vom Leder zieht. Von Heiterkeit und Frohsinn ist das weit entfernt, aber einen solch brachialen Sound hätte ich den Jungs dann doch nicht zugetraut.

Derber Hardcore wird hier geboten, der aber auch gut durchdacht ist und sich trotz der Härte als sehr abwechslungsreich darstellt. Sofort fühle ich mich (auch des Covers wegen) an SPECHT RUPRECHT erinnert, die einen ähnlichen Sound fabrizieren und noch etwas experimenteller vorgehen, dafür aber auch nicht die Wucht von CANINE besitzen. Nichts desto trotz verstehen es auch die Hessen verschiedene Einflüsse mit einander zu kombinieren und ein anspruchsvolles, komplexes Soundgewitter zu fabrizieren, das sich gewaschen hat. Daher sind die Songs auch nicht wirklich eingängig. Dennoch bleiben die prägnanten Parts im Ohr hängen, so dass die Scheibe unweigerlich gleich eine zweite Runde im Abspielgerät dreht um auch wirklich alles erfassen zu können, was da über einen hereinbricht.

Anspruchsvoller Brachialsound, der musikalische Kompetenz und Härte gekonnt vereint. Eine Platte also, die es absolut wert ist, mehrfach zu rotieren und bei der man dadurch auch immer wieder neue Elemente heraushört. Sehr gut, sowas. Mirko

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