THE HEISENBERGHS – SWIMMINGPOOL VOLL BIER

THE HEISENBERGHS – SWIMMINGPOOL VOLL BIER
(Hicktown Records)

Aha, eine metallische Punkband – oder anders herum – die sich nur einem Thema verschrieben hat: Dem exzessiven Alkoholgenuss und allem was damit zu tun hat. Nicht wirklich originell und natürlich auch prollig scheint das hier also zu werden. Nach einer EP veröffentlichen die vier gestandenen Trinker aus München nun also ihr erstes Album.

Ganz in der Tradition von Suff-Bands wie den DIMPLE MINDS brettert der erste Song „Jetzt geht es los“ aus den Boxen, der nur eine Textzeile beinhaltet. Im Weiteren stellt sich die musikalische Darbietung dann aber als ziemlich rustikal heraus. Alles recht einfach gehalten und das ein oder andere mal holpert‘s auch ein bisschen. Darf‘s ja eigentlich auch, wenn man das Zeug auch hackendicht vorspielen muss (oder will). Ein bisschen interessanter hätten die Lieder aber schon gestaltet werden können. Klingt alles ein wenig nach Pressbetankung und anschließender, deprimierender Suche nach dem letzten Schluck Plörre in einer vergessenen Bierflasche voller Kippenstummel, anstatt nach fröhlichem Umtrunk unter Gleichgesinnten. Das lyrische Niveau erreicht dabei selten die Tischkante, was ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet habe. In kurzen Momenten kann man zwar einige Lichtblicke erahnen, insgesamt gesehen bleibt aber doch vieles auf der Strecke. Ebenso wie der ein oder andere satirische Seitenhieb, wie er zum Beispiel in „Trumpelei“ zu hören ist. Für mich ist das alles einfach ein wenig zu gezwungen und gewollt. Nix gegen die Sauferei, aber die  HEISENBERGHS schaffen es weder,  ausgelassene Stimmung zu verbreiten, noch wirklich die volle Latte an Primitivität und Proletentum aufzufahren, die dieses Thema bieten kann.

Mein Fazit fällt daher eher nüchtern aus. Hier wird mit aller Gewalt versucht, Unterschichten-Säufer-Mucke zu produzieren. Leider fehlt dabei einfach der nötige Witz und der Charme, dem zumindest das gelungen Cover-Artwork gerecht wird. Fühlt sich für mich eher an wie ein zu langer Besuch in der Cannstatter „Schwemme“ als ein freudiges, assiges Trinkspektakel. Mirko

http://theheisenberghs.de