PROUD TO BE PUNK #28

PROUD TO BE PUNK #28

Schon wieder ein halbes Jahr vergangen und wieder ist eine neue Ausgabe des Proud to be Punk am Start. Leider bin ich nicht so wirklich zum Lesen gekommen und so hat es diesmal doch ein paar Tage länger gedauert, das Teil durch zu schmökern.

Auf die Standard-Rubriken, wie die Reviews und den Sachsen-Szene-Report will ich gar nicht groß eingehen. Alles wie gehabt. Zu Beginn dreht sich alles um Punk im Osten Europas. So präsentiert uns Jan einen Abriss über die Geschichte des Punk hinter dem sogenannten eisernen Vorhang. Beleuchtet wird dabei die Historie in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, der Sowjetunion, Rumänien und noch ein paar anderen Ländern des Warschauer Paktes. Alles sehr aufschlussreich. Aber auch der Osten der Republik wird in Form einer ausführlichen Vorstellung der Band Wutanfall sowie deren Protagonisten behandelt. Als wäre das noch nicht genug, kommt auch Gerald von Gleichlaufschwankung zu Wort, der kürzlich seine Autobiographie „Untergrund war Strategie“ veröffentlicht hat. Auch diese Beiträge und Interviews finde ich ziemlich gelungen und informativ. Ebenso wie das Interview mit dem Hamburger Label Riot Bike Records. Ein wenig enttäuscht war ich dagegen vom Interview der mir außerordentlich gut gefallenden F*CKIN‘ ANGRY. Entgegen bisheriger Interviews sind die Fragen hier nicht so tiefschürfend, wie man es von Jan gewohnt ist. Gleiches gilt für das Interview mit gleich drei Fanzines, die allesamt von weiblichen Menschen verantwortet werden. Hier hält sich Jan auffallend zurück, weshalb ich es etwas vermisse, dass hier auch mal nachgebohrt wird. Ist aber auch nicht ganz einfach bei so einem Gruppen-Interview. Vor allem aber auch, da die Antworten dabei meist doch recht lange ausfallen. Ist aber auch kein  Wunder, wenn fünf Personen was zu sagen haben. Andererseits kann sich so jede/r auch ein eigenes Bild machen, ohne eine Wertung vorgekaut zu bekommen. Für Geschichtsinteressiert bekommt man dafür diesmal einen tieferen Einblick und Hintergründe zur Entstehung des Weber-Liedes, welches ja auch von einigen Punk-Bands in verschiedener musikalischer Qualität vertont wurde. Ansonsten hält sich Jan in Bezug auf historische Ereignisse abseits des Punks diesmal vornehm zurück.

Wie immer ist das Heftchen mit seinen 80 Seiten sehr lesenswert, auch wenn es diesmal ein paar Abzüge in der B-Note gibt. Dennoch ist auch diese Ausgabe eine klare Empfehlung für interessierte Menschen, die nicht nur Suff im Kopf haben. Mirko