MILENRAMA – CORAZÓN Y ACITUD

MILENRAMA – CORAZÓN Y ACITUD
(Sarna Social / Cn‘r / RilRec / Gabba)

Dies ist bereits das dritte Album der katalanischen Band, die schon seit etwas mehr als 10 Jahre existiert. Oder muss ich sagen spanische Band? Man wird einerseits ja schnell als Nationalist abgestempelt, wenn man Volksgruppen unterstützt, die für eine Abspaltung von einem Land kämpfen, dem sie sich nicht zugehörig fühlen und für ihre eigene Identität. Andererseits wird so was aber ja auch oft als Befreiungskampf gegen die oktroyierende Besatzungsmacht angesehen. Hmmm… so ist das dann wohl, wenn Dogmatismus und blinder Aktionismus mit Verständnis und Rationalität konkurrieren. Das durften in letzter Zeit auch andere Bands erfahren, die sich gegen völkische Gewalt und Staatsterror stellten und es dennoch wagten, ihre Herkunft und Identität in ihre Lieder mit ein zu bringen. Das aber nur am Rande. Hier soll es ja um die neue Scheibe von MILENRAMA gehen.

Die Band stellt sich konsequent gegen Homophobie und Faschismus, gegen Kapitalismus, Politik gegen das Volk und kämpft für Verständnis und ein soziales Miteinander. Ganz egal, wer man ist und woher man kommt. Für eine offene Welt ohne diesen Dogmatismus, der auch innerhalb der „Szene“ zu Spaltungen führt. Für alle, die kein Spanisch oder Katalonisch verstehen, sind die Texte daher auch in englischer Übersetzung abgedruckt und vermitteln eine klare Haltung, über die man sich schon mal Gedanken machen sollte. Verpackt wird das Ganze in melodischen HC-Punk, der keine Wünsche offen lässt. Schnelle Beats, eingängig und treibend. Dazu eine markante weibliche Stimme, die nicht auf Anhieb als solche zu erkennen ist. Hier könnte sich der Kreis fast schon wieder schließen, denn warum muss ich auch extra betonen, dass die Band mit einer Frontfrau aufwartet. Nur weil ich diese nicht auf Anhieb als solche erkannt habe oder weil Frauen in Punk-Bands immer noch als exotisch gelten? Aber sei‘s drum. Ich will mich da jetzt nicht rein steigern. Diese Band und diese Scheibe sind nämlich ein gutes Beispiel dafür, wie man diesen Dogmatismus bestens umschiffen kann, dabei klare Ansagen formuliert und dazu noch richtig geilen Punkrock zum besten gibt. Dass sich die Band nach einer unscheinbar anmutenden, aber wirkungsvollen Heilpflanze benannt hat, passt da wie die Faust auf‘s Auge.

Eine fette Scheibe, die sowohl musikalisch als auch textlich überzeugen kann, Mauern ein- und einfach mitreißt, wichtige Themen anspricht und sich einen Scheiß um überflüssigen, kontraproduktiven Firlefanz schert. Hier werden die Dinge beim Namen genannt, und das ist gut so. Mirko

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