HYPAAKTIV+ – RACIST WORLD

HYPAAKTIV+ – RACIST WORLD
(Raw, rare & snotty Records)

Fast fünf Jahre nach Ihrer ersten CD haben die Nürnberger Punks endlich ihr zweites Album am Start. Diesmal in Form einer toll aufgemachten Vinyl-Scheibe. In weniger als 30 Minuten werden 16 Lieder runter gebolzt, bei denen erneut kein Blatt vor den Mund genommen und der aktuellen politische Lage kompromisslos der Kampf angesagt wird.

Schön aufgemacht ist die auf farbiges Vinyl gepresste LP, deren Coverbild schon zeigt, wer die Feindbilder sind. Dazu ein Textblatt und eine Hand voll Aufkleber. Ein Downloadcode gibt‘s dazu selbstverständlich auch. Das soll aber genug sein zu den Äußerlichkeiten. Die Mucke, die HYPAAKTIV+ raus hauen, ist relativ einfach gestrickter, rustikaler HC-Punk, der gut rein knallt, wobei gerade mal drei Lieder die zwei-Minuten-Marke knacken. Der Sound ist dabei schön schäbig und treibend. Am Mikrophon finden sich zwei Barden, die im Wechselgesang die politischen, kämpferischen Statements abfeueren. Und das mal in deutscher, mal in englischer Sprache. Mir wär‘s dabei ehrlich gesagt lieber gewesen, man hätte sich auf die Muttersprache beschränkt, denn die englischen Texte sind doch sehr stark vom deutschen Akzent der beiden Frontmänner geprägt, was in meinen Ohren doch immer ein wenig schmerzt. Zudem hätte der Gesang ein wenig ausdrucksstärker sein können. Textlich widmet sich die Band sowohl innenpolitischen als auch globalen Themen, die hauptsächlich Rassismus und deren Folgen behandelt. Es wird gewettert gegen Faschismus, Populismus, Terror & Krieg sowie die Wirtschafts- und Weltpolitik an sich. Und das in sehr direkten Worten, die allerdings auch mal mit Plattitüden und Parolen durchsetzt sind. Allen voran der Song „Yuppies“ wäre hier zu nennen, der doch etwas arg stumpf geraten ist. Aber so ist das halt, wenn die Texte direkt aus dem Bauch heraus kommen.

Mit „Racist World“ bekommt man also eine geballte Ladung Wut um die Ohren gehauen, die weniger auf filigrane Töne oder verschwurbelte Lyrik setzt als auf einen Schlag in die Magengrube. Das ist zorniger Punk, der sich einen Dreck darum schert, was irgendwelche Kritiker davon halten mögen – und das ist gut so. Mirko

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