HARTE WORTE – SO WIE IHR UNS KENNT

HARTE WORTE – SO WIE IHR UNS KENNT
(Sunny Bastards)

Für alle die, die HARTE WORTE bereits kennen, beschreibt der Albumtitel das neueste Werk des Quartettes aus dem Ruhrpott mit nur einer Aussage: „So wie ihr uns kennt!“ So signalisiert man der Fangemeinde, dass alles beim Alten ist. Dürfte für diese beruhigend sein, immerhin schlagen viele Bands aus dem Oi & Punk Bereich irgendwann andere, ruhigere oder angepasstere Wege ein. HARTE WORTE gehören scheinbar nicht dazu.

Nach einem wirklich lustigen Intro (welches ich tatsächlich gleich ein paar Mal nacheinander gehört habe) startet die Platte mit ihrem Programm unter der Selbstbezeichnung „PottCore“. Wie dem Ruhrpottler nachgesagt wird, trägt er das Herz oft auf der Zunge und so wirken auch die Texte ziemlich direkt und nicht lange um den heißen Brei herum diskutiert oder pseudointellektuell gehalten. Viel Ruhrpottromantik und Tresenpoesie, aber auch viel Klischee. Anti Bullen, Pro Saufen, viel dicke Lippe – textlich kein Neuland, aber Themen, die immer gut funktionieren, wenn man berauscht von Alkohol oder Testosteron ist oder einfach mit ein paar Freunden Party machen will. Besonders wichtig allerdings, gerade nach dem, ich nenn ihn mal „Ausrutscher“ mit der ersten Platte, die auf KB-Records erschien, ist so ein Text wie H.D.F.F.D.S. in dem es heißt: „Fick Pediga, AfD und wie sie alle heißen / Nennt sie wie ihr wollt, ich nenn sie braune Scheiße!“ Wichtiges und gutes Statement!

Auch der Deutschrock bekommt sein Fett im Song „Kopie“ weg. Textauszug: „…von dem völkischen Gesülze kommt mir gleich die Kotze hoch!“ Doch nicht nur das Fischen in rechten Tümpeln stößt der Band bei einigen Deutschrockbands übel auf, auch die Fake-Attitüde kommt zur Sprache. Das Album endet mit zwei Coversongs (Bombe / DIE PRINZEN und Spielerfrau / OLLI SCHULZ). Die oft prollige Ausstrahlung, die natürlich zum hier dargebotenen Streetpunk / Oi-Punk wie die Butter auf´s Brot passt und allein schon durch die raue Stimme transportiert wird, gefällt mir weniger. Die klare Positionierung gegen rechts hingeben sehr. Die Musik ist nicht zu glatt gebügelt, aber trotzdem mit Druck produziert und mit fetten Chören unterlegt. Wissta bescheid! Spike

www.harteworte.de