DIE SIFFER – VIERUNDZWANZIG

DIE SIFFER – VIERUNDZWANZIG
(Riot 77 / Calygram)

DIE SIFFER befinden sich im vierundzwanzigsten Bandjahr und veröffentlichen mit „Vierundzwanzig“ ihr achtes Album. 24 geteilt durch 8 macht im Durchschnitt alle 3 Jahre ein Album. Hab ich mal eben so im Kopf ausgerechnet, Mathegenie eben. Weiß gar nicht, warum ich in dem Fach damals immer zwischen befriedigend und ausreichend schwankte. An mir kann´s scheinbar nicht gelegen haben.

Zurück zu DIE SIFFER. Die bleiben sich mit ihrer weitläufig und frei interpretierbaren Selbstumschreibung „hartchorpop“ treu. Schwer einzuordnen, weil´s einfach von allem ein bisschen ist. Den Punkanteil empfinde ich als sehr gering, da nehmen Pop oder Rock weitaus größere Parts für sich in Anspruch. (Fun-)Punker kommen natürlich trotzdem auf ihre Kosten, brauchen jedoch einen etwas spezielleren Humor. Es wird mit viel ÄRZTE-ähnlichem Wortwitz gearbeitet, der allerdings auch schon mal albern wirken kann. Muss man mögen. Textlich vielleicht auch eher was für die jüngere Generation, musikalisch hingegen aber so variabel, dass es vielleicht mehr die Älteren anspricht, speziell die, die früher mal Deutschpunk mochten, aber mittlerweile breit gefächerter geworden sind und auch mal zur deutscher Pop- und Rockmusik greifen.

So eine geniale Sache wie „Nazis ham ne´ Scheißfrisur!“ findet sich hier nicht (auch wenn es blöd ist, die Band ständig an diesem Spruch, Song & Shirtmotiv zu messen). Und 17 Songs, die es auf fast eine Stunde Spielzeit bringen, ziehen sich auch zu lang. An ihren Instrumenten haben DIE SIFFER einiges auf dem Kasten, dass wird vor allem in den etlichen Frickeleien auf dem großen genreverbindenen Spielfeld deutlich. Aber manchmal es ist dann doch etwas zu experimentierfreudig und nicht mein Humor. Etwas weniger von allem wäre hier einfach mehr gewesen. Eine Bewertung, um den Kreis mal zu schließen, würde meiner damaligen Mathenote gleichen. Spike

www.diesiffer.de