SICK OF SOCIETY – PERLEN VOR DIE SÄUE

SICK OF SOCIETY – PERLEN VOR DIE SÄUE
(Eigenproduktion)

Nachdem Sänger und Gitarrist Fizzi vor einigen Jahren gesundheitsbedingt die Band verlassen musste, brachen schwere Zeiten für SICK OF SOCIETY an. Nach längerer Suche und Unstetigkeiten hat man aber nun zwei kompetente Gitarristen gefunden und Bassist Steini hat den Hauptgesang übernommen. In dieser Besetzung wurde nun in Eigenregie ein neues Album eingespielt, das trotz des herben Verlustes ihres Frontmannes genau dort anknüpft, wo die Band mit dem genialen Vorgänger „Niemals wie der Rest“ aus dem Jahre 2012 aufgehört hat.

Begann die Band vor über zwanzig Jahren noch mit chaotischem Metal, hat sich der Stil mittlerweile zu modernem, schnellen Deutschpunk mit klarer politischen Haltung entwickelt. Die zwölf auf diesem Album enthaltenen Songs (plus Intro), werden dann auch in gerade mal 26 Minuten herunter gerotzt. Der Sound ist treibend und fett aber auch rotzig und nicht zu glatt, so dass mir beim Namedropping Bands wie ABSTURTZ oder ALARMSIGNAL in den Sinn kommen. Und da mir genannte Bands ausgezeichnet gefallen, läuft mir natürlich auch der Sound von SOS prima rein. Eingängige Punkrock-Smäsher zeichnen das Album aus, wobei mir der ein oder andere Melodielauf allerdings altbekannt vor kommt. Aber so ist das halt bei einem beschränkten Akkord-Repertoire. Macht aber nix, denn die Songs fräsen sich trotzdem ins Hirn, denn man gibt’s sich sichtlich Mühe, neben einem fetten Schlagzeugbeat auch bei der Gitarrenarbeit nicht nur die gewohnten Akkordfolgen stumpf hintereinander abzuspulen. So laufen die Songs in einem Rutsch durch und laden förmlich dazu ein, nach einer kurzweiligen knappen halben Stunde, erneut den Startknopf zu drücken. Textlich gibt man sich gewohnt kritisch, lässt aber auch mal persönliches mit einfließen. Immer schön direkt, ohne stumpf zu sein. Sehr überrascht bin ich, dass Steinis Gesang dem von Fizzi doch recht stark ähnelt, was ich nur begrüßen kann. War ich doch sehr gespannt, wie sich der Sängerwechsel auswirken würde. Andere mögen vielleicht sagen, hier hätte man auch neue Wege beschreiten können, mir ist‘s ehrlich gesagt so aber lieber.

Wer die letzten beiden Alben der Band schon gemocht hat, wird mit dem neuen Album bestens bedient und kann hier bedenkenlos zugreifen. Der Dampfhammer-Deutschpunk, den SICK OF SOCIETY hier abfeuern, kann sich wirklich hören lassen und die Scheibe wird sicher noch einige Runden in meinem Abspielgerät drehen. Mirko

www.sickofsociety.de