EXKREMENT BETON – KOMPLETT IM ARSCH

EXKREMENT BETON – KOMPLETT IM ARSCH
(Anarchy of Sound Records)

Seit fast 15 Jahren erfreuen uns EXKREMENT BETON mit ihrem dreckigen Punkrock, der vor allem durch seine primitiven Fäkal-, Sex- und Suff-Texte heraussticht. Keine Peinlichkeit wurde dabei in den letzten Jahren ausgelassen. Nun gibt es mit „Komplett im Arsch“ eine Compilation, auf der verlorene Songs aus den Jahren 2003 bis 2016 auf einer Scheibe zusammengefasst wurden, um die Wartezeit auf das neue Album zu verkürzen.

Und wie sollte es auch anders sein, wird man beim Hören dieser Scheibe mit Songs belohnt, die an die niedrigsten Instinkte appellieren. Selbstverständlich wird der und die ein oder andere diese politisch völlig unkorrekten textlichen Ergüsse als asoziale, dumme Kackscheiße verteufeln. Derjenige oder diejenige hat aber vermutlich von Punkrock nicht besonders viel verstanden. Und wer glaubt, dass das alles auch noch ernst gemeint wäre oder es vielleicht wirklich ernst nimmt, was hier so von sich gegeben wird, sicherlich noch weniger. Natürlich ist es dennoch sexistische Kackscheiße. Aber eben auf eine ironisch-provokante Art und Weise vorgetragen, der ich dennoch etwas abgewinnen kann. Das ist eben rotziger anti-pc-Pogo-Punkrock, der neben den stumpfen Songs aber auch den ein oder anderen ‚anständigen‘ Beitrag im Repertoir hat. Fokus liegt aber, wie man es von EXKREMENT BETON gewohnt ist, auf dem Assel- und Gossen-Punk. Für Szenepolizisten natürlich ein gefundenes Fressen. Aber so ist das halt mit dem Punkrock. Musikalisch finde ich die Scheibe übrigens richtig geil, wenn ich dieses Wort hier mal anbringen darf. Auch, wenn man mal von der ein oder anderen Live-Aufnahme absieht, vom Sound her. Knallt einfach gut rein. Vor allem die neueren Sachen sind echt gut aufgenommen. Zur Auflockerung gibt es ein paar nachgespielte Lieder, wobei sich bei dem Onkelz-Cover von „Ich lieb mich“ erneut die Aufpasser der politischen Konformität auskotzen dürften. Allerdings finde ich diesen Beitrag (der einen anderen Text wie das Original bereit hält) auch ziemlich daneben, deshalb habe ich dafür dann auch vollstes Verständnis.

Man bekommt mit dieser Compilation genau das, was man von dieser Band erwartet. Wer mit sowas bisher nix anfangen konnte, sollte besser die Finger von der Scheibe lassen. Ich, der ich mich doch auch als linkspolitischen aber auch nachdenklichen Menschen bezeichne, lasse mich dennoch gerne mal in die Niederungen der Niveaufreiheit herab. Vor allem wenn diese so enthusiastisch vorgetragen wird wie hier. Punkrock, Alter! Mirko

www.exkrementbeton.de