EIN PAAR TAGE IN ALBANIEN (Teil 1)

EIN PAAR TAGE IN ALBANIEN  (Teil 1)

Leider durfte ich meinen restlichen Urlaub nicht mit ins neue Jahr nehmen und so musste ich notgedrungen noch eine Woche im Dezember frei nehmen um die restlichen fünf Urlaubstage zu verbraten. Was bietet sich also am besten an, um diese Zeit sinnvoll zu nutzen? Genau… mal wieder eine Woche abhauen. Als Ziel hab ich diesmal das kleine Land auf dem südlichen Balkan ausgesucht und, wenn ich schon dort unten bin, zwei Tage in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens dran gehängt. Wirklich viel war mir von Albanien bisher nicht bekannt und so habe ich völlig erwartungsfrei die Reise in den Süden angetreten. Um kurz nach 4:00 Uhr morgens bin ich also aus den Federn gekrochen und hab mich auf den Weg zum Flughafen gemacht. Der Flug ging über Frankfurt/Main, so dass ich erst um 13:00 Uhr auf dem relativ kleinen Flughafen von Tirana angekommen bin.

Nachdem ich etwas Geld gewechselt hatte, wollte ich eigentlich mit dem Bus los. Allerdings hat es draußen richtig gestürmt und auch in anbetracht, dass die öffentlichen Überlandverbindungen nicht die besten und relativ zeitraubend sind (bei den kurzen Tagen im Winter also nicht ideal), habe ich mich spontan dazu entschlossen, für die ersten paar Tage ein Auto zu mieten. Also bin ich schnell zu einem einheimischen Anbieter, der mir einen Kleinwagen für läppische 12 € pro Tag vermietet hat. Die „Formalitäten“ waren schnell geklärt und der Mitarbeiter schickte mich zum Eingang des Flughafens, wo mir ein weiterer Mitarbeiter das Auto anliefern sollte. Nach zwei Minuten erschien der Wagen, aus dem gleich fünf Personen sprangen. Bis auf den Fahrer verschwanden alle auch sofort, während mir der zurück Gebliebene den Autoschlüssel und die Parkplatzkarte in die Hand drückte, sagte, dass die Karre leer sei und ich sie leer zurück bringen soll und jetzt schnell den Parkplatz zu verlassen habe, da das Halten direkt vor dem Flughafen nur bis zu vier Minuten frei sei. Dann hat auch er sich verflüchtigt und ich stand da mit dem Kram. Also bin ich schnell ins Auto gehüpft, hab meinen kleinen Rucksack hinter mich geworfen und im strömenden Regen den Parkplatz verlassen, um anschließend die Kiste auftanken zu lassen und mich mit den grundlegenden Bedienungselementen vertraut zu machen. Danach ging es in verhaltenem Tempo über die „Autobahn“, die eher einem Flickenteppich glich und die bei dieser Witterung mit großer Vorsicht zu befahren war, zu meiner ersten Station.

Durrës


Durr
ës ist die zweitgrößte Stadt des Landes, der wichtigste Hafen und im Sommer auch ein beliebter Badeort. Bereits im Jahre 627 v.Chr. gegründet, war der Seehafen schon in frühen Tagen der wichtigste Handelshafen des römischen Reichs und stellte die Verbindung nach Konstantinopel und den Orient dar. Zudem war Durrës in den 1910er-Jahren auch kurzzeitig Hauptstadt von Albanien. Da es nach meiner Ankunft im Hostel, welches sehr zentral, direkt neben dem Rathaus und der Großen oder auch Neuen Moschee liegt, aufgehört hat zu regnen, bin ich noch ein bisschen durch die weihnachtlich dekorierte und beleuchtete Stadt getigert, hab für wenig Geld ein paar Nahrungsmittel gekauft und bin noch an die Küste. Der Wind war jedoch immer noch ziemlich heftig, weswegen auch der kleine Jahrmarkt an der Uferpromenade geschlossen war und in tiefem Dunkel lag. Die alte Burgruine und die Einkaufspromenade waren jedoch schön beleuchtet und auch für die Witterungsbedingungen ganz gut bevölkert. Hab mich dann aber doch recht schnell wieder zurück ins gemütliche, Holzofen beheizte Hostel begeben, in dem nur wenige, dafür aber sehr sympathische Gäste waren.

Also ich am nächsten Tag aus dem mit einem Handtuch abgedichteten Fenster des zugigen 6-Bett-Zimmers sah, war ich freudig überrascht, denn der Himmel war wolkenlos blau und die Sonne lachte am Himmel. Nach einem kurzen Frühstück begab ich mich nochmals an die Uferpromenade, an der das ein oder andere Kämpferdenkmal aus der Zeit der kommunistischen Diktatur zu bestaunen ist. Linker Hand befindet sich der riesige Handelshafen, der optisch eine relativ schäbige Industrieästhetik besitzt. Rechter Hand befindet sich die Strandpromenade, auf der sich der kleine Jahrmarkt und auch viele, zu dieser Jahreszeit eher verwaiste Straßencafés befinden. Der Strand war allerdings ziemlich verschmutzt, aber es ist gerade ja auch keine Badesaison. Dennoch war es schön, die Promenade bei herrlichem Sonnenschein entlang zu laufen. Hinter den Cafés wird es jedoch schon ziemlich schäbig. Viele Wohngebäude sind baufällig und einige davon gleichen fast schon Ruinen. Der schöne Schein wird dagegen nur an den für Touristen interessanten Orten gewahrt. Auch liegt überall Plastikmüll herum, den die Einheimischen gerne überall in die Gegend pfeffern, obwohl es genug Mülleimer gibt. Vor allem an dem kleinen Bach und dem Wäldchen, die sich am nahen Stadthügel befinden, sieht es aus, wie auf einer Müllhalde. Von besagtem Hügel, den ich am nächsten Morgen noch besteigen sollte, hat man dennoch einen tollen Ausblick sowohl über die Stadt als auch über die Küste. Wirklich Schade, dass hier das Bewusstsein für einen einigermaßen verträglichen Umgang mit Müll nicht sonderlich ausgeprägt ist. Nachdem ich mich ob des tollen Wetters länger als geplant dort aufhielt, war es nun aber Zeit, in die ca. 90 km entfernte Kleinstadt Berat zu fahren, die als „Stadt der 1000 Fenster“ bezeichnet wird, seit 1961 offiziell als „Museumsstadt“ gilt und seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie gilt zudem als eine der ältesten Städte des Landes, wo bereits 2600 v.Chr. Menschen gesiedelt haben

Berat


Die Fahrt nach Berat war weniger anstrengend als die Fahrt vom Flughafen nach Durrës. Zum einen war die Straße besser, das Wetter gut und, da es Sonntag war, auch nur wenige Autos unterwegs. Dennoch muss man recht aufmerksam fahren. Denn die albanischen Autofahrer sind zwar relativ entspannt, aber es gibt auch Ausnahmen. Zum einen sind da die Schleicher, die im Tempo eines Pferdegespanns über die Autobahn zuckeln, andererseits die Raser, die einem im Heck hängen und auch Lichthupe geben, wenn man gerade einen LKW überholt. Ja was denken die denn wohin ich ausweichen soll? In die Leitplanke rauschen oder mich doch lieber unter dem LKW verkeilen? Aber hier wird das alles etwas entspannter gesehen. Außerdem wurde eigentlich nie gehupt und Ampeln habe ich auch keine einzige gesehen. Erst in Tirana war dann beides zu hören und zu sehen.  Richtige Auffahrten gibt es auf der Autobahn auch nicht, so dass auch gerne mal ein Kleinwagen direkt von einem Feldweg auf den Highway einschert. Aber auch Innerorts drängt man sich gerne mitten in den Verkehr. Vor allem in den vielen Kreisverkehren ist man nie so ganz sicher, wer jetzt zuerst darf, kann aber dennoch immer damit rechnen, irgendwie reingelassen zu werden. Da sind sie dann schon sehr Umsichtig. Krass empfand ich jedoch die 60er-Fahrer, die einen Großteil der Verkehrsteilnehmer stellten. Das sind diejenigen, die immer 60 km/h fahren. Ganz egal ob nur 30 km/h (Innerorts) oder 90 km/h (Autobahn) erlaubt sind. Auch sollte man stets auf Fußgänger gefasst sein. Zum einen stehen oftmals Personen am Rand der Autobahn, die auf die Sammeltaxis (Furges) warten. Es kommt aber auch ab und an vor, dass Personen auf der Mittelleitplanke sitzen oder Fußgänger einfach die Autobahn überqueren. Da sollte man schon etwas aufpassen.

Nach einer guten Stunde Fahrt war ich dann in dem historischen Städtchen und bin gleich am Ortseingang auf eine schmale, löcherige Straße abgebogen, die relativ steil hinauf zum Kalaja, der Burg von Berat führt. Von hier oben hat man einen wundervollen Blick über die Stadt und den dahinter gelegenen, schneebedeckten Tomorr (2415 m), der als heiliger Berg gilt. Auf der anderen Seite kann man einen ebenso schönen Blick über die Tiefebene und den langgestreckten, fast 1200 Meter hohen Bergrücken des Shpirag genießen. Innerhalb der teils verfallenen Burgmauern befindet sich eine immer noch bewohnte, kleine Ortschaft, in der sich einige Herbergen, ein Restaurant, ein kleines Ikonen-Museum sowie eine Kirche und die Überreste zweier Moscheen befinden. Sämtliche Wege und fast alle Gebäude sind aus weißem Stein gebaut, was ein sehr ansprechendes Ambiete ergibt. Ein absolut sehenswerter Ort, der viel für die Augen bietet und den Aufstieg bzw. die Fahrt nach oben absolut lohnenswert macht.

Nach dem Verzehr meines Mittagsvespers habe ich mich dann auf der anderen Seite des Hügels über eine sehr steile Pflasterstein-Straße, die nur im ersten Gang und im Schritttempo befahren werden kann, in die Innenstadt abgeseilt. Vor allem das riesige Universitätsgebäude sticht hier hervor. Eigentliche Attraktion ist allerdings der Altstadtteil Mangalem, der unterhalb der Burg direkt an den Hügel gebaut ist und durch seine vielen historischen Häuser besticht. Auch hier lohnt sich ein Spaziergang durch die engen und steilen Gassen. Ansonsten leidet die Stadt aber stark unter einer hohen Arbeitslosigkeit und dem wirtschaftlichen Niedergang, der durch den Tourismus, der aber auch nicht in übertriebenem Maße vorangetrieben, bisher kaum aufgefangen werden konnte.

Da es mittlerweile schon Nachmittag war, hab ich mich dann langsam auf den Rückweg gemacht, nicht aber bevor ich noch eine kurze Runde über den städtischen Friedhof gedreht habe. Etwas, was ich eigentlich immer ganz gerne mache, denn an Hand der Bestattungsrituale und Ehrerbietung an die Toten kann man oftmals viel über die Kultur eines Volkes erfahren. Auf dem weiteren Rückweg habe ich dann in der relativ jungen Kleinstadt Lushnja eine kurze Rast eingelegt und einen herrlichen Sonnenuntergang genossen. Früher ein kleiner, durch Landwirtschaft geprägter Ort, wuchs Lushnja in den 1970er-Jahren durch die Industrialisierung zu einer Arbeiterstadt heran, in deren Umgebung auch einige Internierungslager aus der kommunistischen Ära zu finden sind. Eigentlich keine wirklich schöne Stadt, im Rot der untergehenden Sonne war es dann aber doch einen kurzen Stopp wert.

Zurück in Durrës bin ich dann nochmals zur diesmal geöffneten Kirmes gelaufen, wo aber, bis auf den Autoscooter, nichts wirklich viel los war. Nichtmal an den vorhandenen Schießständen, die es in Albanien zu Hauf gibt und den Eindruck vermitteln, die Albaner seien ein schießwütiges Volk. Ein Eindruck, der sich im Laufe der nächsten Tage immer mehr verstärken sollte. Vorbei an der weihnachtlich beleuchteten Moschee und dem Hauptplatz ging es dann zurück ins Hostel. Überhaupt scheint hier keine der beiden vorherrschenden Religionsgemeinschaften (Muslime und orthodoxe Christen) Problem damit zu haben, den anderen Glaubensbruder in seiner Umgebung zu dulden. Vielleicht täuscht dieser erste Eindruck ja, aber ich habe es in den fünf Tagen im traditionsbewussten Albanien nicht erlebt, dass irgendwelche religiösen Spannungen aufgekommen wären. Mir kam das alles doch immer sehr entspannt und tolerant vor.

Kruja

Am nächsten Morgen hab ich mich herzlich von der freundlichen Hostel-Crew und dem polnischen Pärchen aus dem Nachbarzimmer verabschiedet und mich, nachdem ich noch kurz auf dem Hügel den Blick über die Stadt schweifen ließ, auf den Weg nach Shkodra, ganz im Norden des Landes gemacht. Die Stadt liegt lediglich ca. 110 km entfernt, was mir erlaubt hat, noch einen kurzen Abstecher nach Kruja zu machen, das etwas Abseits vom Weg aber in der gleichen Richtung liegt. Die Fahrt war wieder etwas abenteuerlicher, da ich erneut den Flickenteppich befahren und am Abzweig in den Norden im Schritttempo eine einsturzgefährdete Brücke überqueren musste. Aber auch danach war es teilweise doch ziemlich nervenaufreibend, denn die weitere Strecke bestand aus einer etwas holprigen Landstraße auf der einige Pistensäue doch ein wenig übertrieben haben. Deshalb wunderte es mich auch nicht, dass alle Nase lang eine polizeiliche Verkehrskontrolle die teils wirklich wahnsinnigen Fahrer aus dem Verkehr gezogen haben. Nicht nur einmal habe ich es bei manch waghalsigem Überholmanöver vor meinem inneren Auge derbe krachen sehen. Da lag schon etwas Anspannung in der Luft.

Nachdem ich das verkehrsreiche Städtchen Fushë-Kruja hinter mir gelassen hatte, ging es über eine schmale, kurvenreiche Straße in die am Steilhang des Mali e Krujë (1176 m) gelegene Kleinstadt Kruja, die nicht nur durch ihre Lage besticht, sondern auch eine ebenfalls sehr sehenswerte Burg-Anlage besitzt. Vom Gelände der Festung hat man einerseits einen tollen Blick auf das Felsmassiv aber auch einen spektakulären Blick über die Tiefebene bis hin zur Küste. Wirklich atemberaubend. Innerhalb der Burgmauern gibt es verschiedene, urige Restaurants sowie das Skanderbeg-Museum, welches aber Montags leider geschlossen ist. Georg Kastrioti Skanderbeg (1405-1468) gilt in Albanien als Volks- und Nationalheld, da der Fürst und Militärkommandeur, ursprünglich türkischer Soldat, Albanien und das Christentum gegen die osmanischen Invasoren verteidigte und für die Unabhängigkeit des Landes kämpfte. Schade, denn das Museum hätte ich mir schon gerne auch von innen angeschaut. Unterhalb der Burg befinden sich dutzende Souveniergeschäfte, von denen aber mangels Touristen in der Nebensaison nur etwa die Hälfte geöffnet war. Sehr erfreulich, dass ich hier von niemandem (so wie auch sonst in auf meiner Reise) bedrängt wurde. Ganz im Gegenteil. Die Menschen waren alle sehr freundlich und zuvorkommen und haben sich eher für mich und meine Herkunft interessiert, was das ein oder andere nette Gespräch zur Folge hatte, ohne dass hier irgendwelche Hintergedanken zum Vorschein gekommen wären. Leider war die Zeit aber schon wieder etwas fortgeschritten, so dass ich mich zu meinem Gefährt begeben habe, um mich wieder auf den Weg in Richtung Shkodra zu machen.

Die Fahrt führte mich entlang des Bergmassivs weiter gen Norden. Leider konnte ich nur wenige Blicke auf die tolle Umgebung werfen, da die Fahrt angesichts der bereits geschilderten Umstände auf den ländlichen Straßen eine große Aufmerksamkeit erfordert. Daher hat sich dadurch auch die Fahrzeit etwas verlängert so dass ich fast eine Stunde später als geplant in meinem nächsten Zielort eingetroffen bin.

Shkodra


Wie schon in Durrës hatte ich die ungefähre Lage des Hostels schnell gefunden. Allerdings hab ich das Haus, welches sich in zweiter Reihe befindet, nirgendwo ausmachen können. Daher bin ich die Straße mehrmals hin und her gefahren, was sich als recht mühsam erwies. Nicht nur, dass das Verkehrsaufkommen recht hoch war, so hielten auch einige Verkehrsteilnehmer spontan in zweiter Reihe, natürlich ohne Hinweis durch den Blinker. Eine Funktion, die hier sowieso niemand zu kennen scheint und für die Albaner offensichtlich das unnötigste Teil eines Kraftfahrzeugs ist. Zum anderen hielten sich mehrere Bettler, einer davon im Rollstuhl, mitten auf der Straße auf, so dass man wirklich aufpassen musste, keinen davon mit dem Außenspiegel zu erwischen oder jemandem über  den Fuß zu fahren. Also hab ich die Karre schließlich an der nächsten Straßenecke abgestellt und mich zu Fuß auf die Suche begeben. Da ich nun den Blick für die Umgebung frei hatte, war das Etablissement doch recht schnell gefunden. Ein gemütliches Haus mit großem Außenbereich, einer supernetten Familie als Gastgeber sowie drei gechillten Hunden und zwei Katzen. Eine wirklich sehr gemütliche Hütte, in der ich für die eine Nacht der einzige Gast war.

Nachdem mir die Herbergsmutter alles erklärt, einige Tipps gegeben und auch auf einen Rakı eingeladen hat, hab ich mich dann in die keine 200 Meter entfernte Innenstadt begeben, um noch etwas von der Stadt zu sehen bevor es dunkel wird. Schließlich war mein Zeitplan eng gesteckt, so dass ich am nächsten Morgen eigentlich keine Gelegenheit mehr hatte, mehr von der Stadt zu sehen. Das über 5000 Jahre alte Shkodra, gelegen unterhalb der Burg Rozafa, eingezwängt zwischen drei Flüssen und dem Skudarisee, gilt als kulturelles Zentrum Albaniens. Dennoch, war ich von der Stadt etwas enttäuscht. Dies mag sicher auch daran liegen, dass ich wirklich nicht genügend Zeit hatte, auch die Umgebung zu erkunden, was ich doch ein bisschen Schade fand. So hat sich mein Besuch lediglich auf die Innenstadt beschränkt, der ich jetzt nicht wirklich besonders viel abgewinnen konnte. Es gibt zwar zwei große, sehenswerte Moscheen, zwei äußerst schlichte Kathedralen und eine hübsche orthodoxe Kirche, ansonsten kam mir die Umgebung aber doch relativ schmuddelig vor. Auch hier liegt viel Müll auf den Straßen und auch hier sind viele Gebäude in äußerst schlechtem Zustand. Zudem verursacht das starke Verkehrsaufkommen eine gut spürbare Luftverschmutzung. Nach Einbruch der Dunkelheit und dem Einschalten der Festtagsbeleuchtung  hat sich dieser Eindruck aber ein wenig gebessert und ich bin dann doch noch zwei Stunden lang durch den Stadtkern spaziert.

Zurück im Hostel habe ich dann, um mir den Zeitdruck ein wenig zu nehmen und um nicht nochmals hetzen zu müssen, die Übernachtung in Prizren (Kosovo), die zwei Tage später sein sollte, gecancelt um meinen Aufenthalt in Tirana, meiner letzten Etappe in Albanien, um einen Tag zu verlängern. Angesichts dessen, dass ich erst abends dort angekommen wäre und am nächsten Morgen schon wieder mit dem Bus nach Mazedonien fahren wollte, eine gute Entscheidung, hätte ich vom Aufenthalt dort eigentlich nichts gehabt. Nachdem ich mir dann in der Küche des Hostels, unter strenger Beobachtung der Hunde und Katzen, mein Abendessen zubereitet habe, hat mich die Belegschaft dann eingeladen, zusammen mit ihnen auf der im Aufenthaltsraum aufgebauten Leinwand noch ein paar Folgen der Serie „Black Mirror“ anzuschauen, was ich aus Müdigkeit eigentlich erst ablehnen wollte. Da die Leute aber so nett und freundlich war, hab ich mich dann doch dazu gesellt und in guter Gesellschaft einen schönen, gemütlichen und familiären Abend verbracht.

Am nächsten Morgen bin ich dann relativ früh raus und zu meiner Überraschung hat in der Küche bereits ein opulentes Frühstück, bestehend aus frischem, leckeren Brot, Spiegelei, Gemüse, Kraut, Feta, selbstgemachter Marmelade sowie Tee und Saft auf mich gewartet. Großartig! Leider musste ich mich dann von der mehr als sympathischen Truppe verabschieden und den Weg zum Nënë- Tereza-Airport antreten, wo ich um spätestens 11 Uhr den Mietwagen wieder abgeben musste. Sehr schade.

Fortsetzung folgt….