HUELSE – IM KREIS GEDREHT UND JETZT IM KRIEG

HUELSE – IM KREIS GEDREHT UND JETZT IM KRIEG
(Bakraufarfita Records)

Bakraufarfita Records beweisen mit dieser Veröffentlichung mal wieder ihre Vielseitigkeit. Neben klassischen Punkbands schießen mir in Verbindung mit dem Label gerade Bands von Rock über Elektro bis hin zu Schlager durch die Birne. Und nun HUELSE, eigentlich eine Punkband, die aber jegliche Punkrahmen zu sprengen oder auf sie zu scheißen scheint. Ugly-Punk-Kollege Mirko hatte es vor etwas über einem Jahr mit dem Demo der Jungs zu tun. Dieses hab ich mir eben auch mal zum Vergleich gegeben und merke, welch einen Sprung die Kapelle aus Hessen gemacht hat.

Allein von der Aufnahmequalität her machen die sechs Songs dieser EP hier schon wesentlich mehr Spaß. Zwischen Post- und Wavepunk singen HUELSE manchmal, schreien auch manchmal, aber am liebsten erzählen sie ihre Texte. Vom Aufbau her gerne vertrackt, nicht immer harmonisch und immer zwischen Ausbrechen und wieder runterkommen. Melancholie ist dabei ständiger Begleiter aller Stücke, von denen ich allerdings lediglich das erste (Trauma) und das letzte Stück (Kyrill) als zu schleppend und dadurch als zu anstrengend empfinde. Mit den dazwischenliegenden Nummern (Horstgedanken, Rede von, Kevin P. hat Probleme und Neuer Herbst) bin ich sofort warm geworden.

Das Promoschreiben schließt mit dem Satz: „HUELSE sind Bene, Jan, Niklas und Fabian, alle Anfang 20.“ Wer mit Anfang 20 schon so klingt wie eine Mischung aus BOXHAMSTERS, DACKELBLUT, EA80 und TURBOSTAAT, dem könnte ein nicht unbedeutendes Stück musikalischer Zukunft gehören. Spike

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