SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT

SPECHT RUPRECHT – JUBEL TRUBEL HALBWAHRHEIT
(Eigenproduktion)

Fünf Jahre nach ihrem Debüt und nach zwei Jahren Live-Abstinenz liegt nun das zweite Album der Erfurter vor. Sehr schön aufgemacht im Poster-Faltcover und limitiert auf nur 150 Stück. Da sollte man doch schnell zugreifen. Und nicht nur der liebevoll gestalteten Verpackung wegen, sondern durchaus wegen der musikalischen Qualität von SPECHT RUPRECHT.

Auch auf ihrem zweiten Album haben die Thüringer hunderte Ideen auf Lager und mich wundert, dass sie es schaffen, das alles in 11 Liedern unter zu bringen. Auf jeden Fall ist der Sound abstrakt und eine Mischung aus eigentlich so allem, dass alles auf der Basis bodenständigen Hardcores. Sicherlich mag das aber nicht jedermanns und auch -fraus Geschmack sein, denn die Songs sind teilweise doch ziemlich vertrackt. Nach kurzen Startschwierigkeiten beim ersten Lied gehen mir die restlichen Stücke aber ausnahmslos gut rein! Denn ich finde, der Band gelingt es recht gut, dass alles in einen Topf zu werfen und kräftig darin zu rühren. Die Texte sind für mich dabei eher das passende Beiwerk. Denn einen wirklichen Sinn dahinter darf man sicherlich nicht immer suchen oder erwarten. Allerdings passen viele der lyrischen Satz- und Textfragmente wirklich ausgezeichnet ins musikalische Gesamtbild. Und dass die Musikanten ihre Instrumente auch wirklich beherrschen, muss ich wohl nicht zusätzlich erwähnen.

Man muss das halt schon mögen, solch einen Sound, der manchmal auch anstrengend sein kann und sich in keine Schublade stecken lässt, für seine Komplexität aber erstaunlich eingängig ausfällt. Für mich eine grandiose Scheibe, die gekonnt mit allen Elementen der modernen Rockmusik spielt und dabei einen gesunden, wenn auch etwas geringeren Härtefaktor als beim Erstling, besitzt. Post-Hardcore at it‘s best. Mirko

http://spechtruprecht.de