SANDOW – ENTFERNTE WELTEN

SANDOW – ENTFERNTE WELTEN
(Major Label)

Abgesehen von einem Hörspiel ist dies das erste Album der bereits in den 1980er-Jahren in Cottbus gegründeten Band um Autor, Regisseur, Produzent und Komponist Kai-Uwe Kohlschmitt. Kultstatus erreichte die Indie- und Experimentalband mit ihrem Song „Born in the GDR“, welcher mir bisher nicht geläufig war. Das neue Album ist ein Konzeptalbum, welches sich mit entlegenen Orten der Welt beschäftigt.

Dass die Band, wie ich las, nicht unbedingt massentauglich ist, zeigt auch dieses fett aufgemachte, 70-minütige Album, das sowohl als CD als auch als Doppel-LP erhältlich ist. Viel anfangen kann aber auch ich mit diesem Oeuvre, welches einen hohen künstlerischen Anspruch für sich proklamiert, nicht. Die Songs sind vertrackt und enthalten eine große Anzahl ungewöhnlicher Klänge sowie tiefsinnige Texte die von einem hohen Grad an intellektueller Poetik und Lyrik geprägt sind. Diese „Meisterwerke“, wie es das Anschreiben formuliert, sind mir aber einfach nicht zugänglich. Nicht nur textlich, sondern auch musikalisch. Eingängig sind die Lieder keinesfalls und mir einfach zu komplex. Der künstlerische Anspruch steht eindeutig im Vordergrund, weshalb die Scheibe wirklich nur für eine gewisse Randgruppe empfänglich sein dürfte. Diese vermute ich sowohl im avantgardistischen Bereich aber auch bei Teilen der Indie-Wave-Szene, die kryptischen Gedankengängen offen steht.

Für mich ist die Scheibe eigentlich so gut wie unhörbar und ganz subjektiv gesprochen würde ich sagen: „Geh mir weg mit dem Scheiß“. Manch andere(r) verliert sich aber vielleicht in den Klängen, die mir ziemlich auf die Nerven gehen. Was SANDOW aufgenommen hat, kann man sicherlich als Underground bezeichnen, als anspruchsvoll gewiss auch, ebenso aber als ziemlich anstrengend. Für mich jedenfalls – und ich glaube für die meisten unserer Leser(innen) – ist die Scheibe ziemlich schwer zu ertragen. Mirko

www.sandow.de