MISSSTAND – I CAN´T RELAX IN HINTERLAND

MISSSTAND – I CAN´T RELAX IN HINTERLAND
(Aggressive Punk Produktionen)

Klagenfurt – die Punkband MISSSTAND hat am 01.09. ein neues Album via Aggressive Punk Produktionen veröffentlicht. Und was für eins! Man könnte meinen, in Klagenfurt gäbe es nicht viel zu klagen, aber die hinterländische Bergidylle scheint zu trügen, denn relaxt klingt irgendwie anders. Überhaupt scheint die Band bei einem Blick auf die Konzertographie und zukünftige Gigs ziemlich selten zu relaxen. Die Kilometer, die das Trio in den letzten paar Jahren abgerissen hat, hat so manch aktive Band nicht in 30 Jahren Bandgeschichte auf dem Tachozähler, aber das wäre wieder ne´ andere Schublade und tut hier nicht zur Sache.

Mani, Patze und Dani blicken äußerst kritisch, angepisst, aber auch fragendend im Hinterland (und auch darüber hinaus) um sich. Die Vorboten „Keine Liebe für dein Scheissland“ und „Hinterland“ eilten bereits über YouTube voraus und ließen den Inhalt erahnen. Überwiegend zähnefletschender, angriffslustiger, politischer Deutschpunk mit klaren Aussagen, der aber durchaus auch persönliche Themen behandelt, die Religionsfrage stellt oder Sehnsüchte hat. In fast jedem Song kriegen MISSSTAND dabei den Bogen von aggressiv gespielten Strophen hin zu melodischen und mitsingkompatiblen Refrains, die sich gleich mit dem ersten Durchlauf einfräsen. Richtig, richtig geil zecken mich die Stücke „Hinterland“, „22:22“ und „Im Dreck“ an. (Und wir liegen im Dreck, haben nichts mehr zu verlieren, denn von hier unten kann man immer noch die Sterne sehen).

Und als wäre ein Album mit der vollen Ladung Deutschpunk nicht genug, packt Aggressive Punk Produktionen als Bonus auch noch den Vorgänger „Die netten Jahre sind vorbei“ dazu. Hier fällt dann, bei der Wahl der Gastsänger, auch die Cliquenwirtschaft auf. KOTZREIZ und ALARMSIGNAL vor drei Jahren und dieses Mal FAHNENFLUCHT. Bleibt also alles in der Aggro-Punk-Labelfamilie. Und klingt auch so. So wie ältere Songs von ALARMSIGNAL, FAHNENFLUCHT oder auch POPPERKLOPPER. Wenn Aggressive Punk Produktionen im Promoschreiben von der Deutschpunk-Newcomer-Platte des Jahres munkeln, munkeln sie keineswegs übertrieben, denn nichts anderes liefern MISSSTAND hier ab. Ich glaube in Österreich würde man trocken sagen: „Dieses Album geht sich aus!“ Spike

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