GRANDMASTER JAY – WAS SOLL MAXIMAL SCHIEFGEHEN

GRANDMASTER JAY – WAS SOLL MAXIMAL SCHIEFGEHEN
(Eigenproduktion)

Da dem hier zu besprechenden Werk lediglich ein Papierfetzen mit den zwei Worten: „Review bitte“ beiliegt, das Cover keine Kontaktinformationen enthält und es offenbar auch keine Netzpräsenz von GRANDMASTER JAY gibt, kann hier leider nicht viel zum Hintergrund der Band, bei der es sich vermutlich um ein One-Man-Projekt handelt, gesagt werden. Lediglich das kurze Sprech-Stück „Telefongespräch“ lässt auf einen schwäbischen Barden schließen, der sich hier auf niedrig anzusiedelndem Niveau selbst verwirklicht. Die vorliegende CD-R im Vinyl Look ist jedenfalls auf 100 Stück limitiert und wird in einer DVD-Hülle ausgeliefert.

Musikalisch ist das, was uns der selbsternannte Großmeister bietet, grundsolider Oi-Punk mit eingängigen Melodien. Nichts besonders ausgefeilt, aber auch nicht schlecht. Ab und an wird das Ganze dann auch noch mit einem Kazoo und einer Orgel angereichert. Dazu ein roher, nicht immer ganz tonsicherer Gesang, der durch den ein oder anderen Chor Unterstützung erfährt. Vom Songwriting und der musikalischen Umsetzung her ist somit eigentlich alles in Ordnung. Was negativ ins Gewicht fällt sind die oftmals doch ziemlich stumpfen Texte, die sich gerne mal ums Saufen drehen, aber auch vor plattem Sexismus und Machismus nicht zurückschrecken. Soll sicherlich humorvoll sein, ist es aber leider nicht und ich sehe vor meinem inneren Auge die hohlen, zugesoffenen Vollpfosten, die sich darüber beömmeln und grölend in diese Peinlichkeiten mit einstimmen. Da schüttelt‘s mich doch glatt vor lauter Schreck. Nun gut, die Suffgeschichten kann man trotz des niedrigen Niveaus ganz gut ertragen, aber Songs wie „Zwischen deine Beine“ und „Passpartout“ sind doch ziemlich daneben.

Auch wenn sich die Mucke auf dieser Scheibe ganz gut verkaufen lässt, verärgern die primitiven Texte doch mehrheitlich. Der ein oder andere wird anmerken, dass das eben so ist im Oi!-Punk. Sex & Suff und Rock‘n‘Roll halt, den man nicht zu ernst nehmen sollte. Im Endeffekt ist das alles aber doch oftmals ziemlich blöde und pubertär. Mirko