PROUD TO BE PUNK #26

PROUD TO BE PUNK #26

Ja ist denn schon wieder ein halbes Jahr rum? Nein, diesmal ist die neue Ausgabe einen Monat früher erschienen als erwartet, darum aber wieder genauso fett und inhaltsreich wie man es von Jans Heft gewohnt ist. Für die nächsten Tage sollte mein Lesestoff für die S-Bahn also gesichert sein.

Das Kernthema dieser Ausgabe stellt der umfangreiche Erlebnis- und Erfahrungsbericht zu Gedenkstätten der Naziverbrechen (diesmal in Tschechien) dar, der 22, also etwas mehr als ein Viertel der insgesamt 80 Seiten einnimmt. Aufgeteilt in vier Abschnitte, die immer mal wieder mit anderen Themen aufgelockert werden. Und das ist auch bitter nötig, wie ich festgestellt habe. Ich hab nämlich zuerst alles andere gelesen, bevor ich mich dem kompletten Bericht gewidmet habe. So wurde es, obwohl der Bericht interessant und lehrreich ist, am Schluss doch etwas zäh. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit dem Schicksal nicht zu vergessender Opfer von rechter Gewalt zu Beginn der 1990er Jahre in Ostdeutschland. Ein dunkles Kapitel der Nachwendezeit, das man ebenfalls nicht vergessen sollte. Aber es geht auch wieder um Punk und Musik. So erfahren die von mir sehr gemochten TIN CAN ARMY aus Göttingen einen Nachruf und CREME BRÜLLE aus Plauen darf sich kurz vorstellen. Des Weiteren gibt es ein Interview mit den Betreibern des Thüringenpunk-Blogs. Für die Liebhaber des exotischen Anarchopunks gibt es ein Interview mit LOS REZIOS aus Peru. Das ist aber noch lange nicht alles und hat man hier wieder eine Ausgabe vor sich, die viel Info für wenig Geld bietet.

Auch wenn ich diesmal ob der Länge des Tschechien-Berichtes einige Abstriche machen muss, kann ich auch diese Ausgabe bedenkenlos empfehlen und ziehe erneut meinen Hut vor Jan, der es schafft in schöner Regelmäßigkeit, fast im Alleingang, dieses Fanzine raus zu hauen. Für mich absolute Pflichtlektüre und ich hoffe noch viele Ausgaben des PTBP in Händen halten zu können. Mirko