LUCKY PUNCH – MIT GOTTES SEGEN SCHLAGEN WIR AUF DES TEUFELS PAUKE EINEN UNTERIRDISCHEN CHA-CHA-CHA

LUCKY PUNCH – MIT GOTTES SEGEN SCHLAGEN WIR AUF DES TEUFELS PAUKE EINEN UNTERIRDISCHEN CHA-CHA-CHA
(Anarchy of Sound Records)

Ziemlich langen Titel haben sich LUCKY PUNCH da ja für ihr neues, das bereits zweite Album, ausgesucht. Passt aber ganz gut, denn für Feingeister ist das Liedgut der Band sicherlich nichts. Darüber ist sich der Hersteller jedoch bewusst und stellt auch klar, dass es sich hier natürlich um Satire handele, bei der „traumatische Erlebnisse mit Alkohol und dem weiblichen Geschlecht“ verarbeitet wurden. So kann man‘s natürlich auch sagen.

Zu hören gibt es jedenfalls bodenständigen, kraftvollen und direkten Oi-Punk, der auch das ein oder andere Gitarrensolo bereithält. Geht gut nach vorne ab und knallt auf musikalischer Ebene schon ziemlich gut rein. Natürlich nichts, was man nicht schon mal gehört hätte, dafür handwerklich einwandfrei, eingängig und für gepflegten Rüpelpogo prädestiniert. Alles im grünen Bereich also. Über die Texte kann man sich natürlich streiten. Vor allem, wenn man einen politischen oder gesellschaftskritischen Anspruch pflegt. Political correctness wird hier nämlich mit Füßen getreten. Vorrangig geht‘s ganz schamlos um Suff & Sex, Bier und Pornos. Ernst zu nehmen ist das alles natürlich nicht und hat auch immer ein klitzekleines Augenzwinkern mit dabei. Dennoch ist es sicherlich nicht schwer, den Texten Sexismus, Machismus und pubertäre Primitivität vorzuwerfen. Denn die Texte bedienen doch ausschließlich niedrigste Instinkte. Wer an so was Spaß hat wird darum auch sicherlich nicht enttäuscht. Bei anderen könnte dieser Aspekt aber doch eine Abneigung gegen die Band hervorrufen. Jedermanns und vor allem -fraus Humor ist dieser Fäkal-Porno-Suff-Proll-Rock sicherlich nicht.

Musikalisch auf jeden Fall ein starkes Album mit vielen hitverdächtigen, energiegeladenen Oi-Punk-Songs. Was die Texte anbelangt kann man hier allerdings nur – und das bedenkenlos – die Selbsteinschätzung der Band übernehmen: „Wir sind scheiße und haben Komplexe, darum diese primitiven Texte“. Mirko

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