PROUD TO BE PUNK #25

PROUD TO BE PUNK #25

In schöner Regelmäßigkeit, so alle halbes Jahr, kommt mal wieder das PROUD TO BE PUNK ins Haus geflattert. Und dies ist bereits die 25te Ausgabe. Da bereits bei Heft Nr. 20 ein kleines Jubiläum mit einem umfangreichen Rückblick gefeiert wurde, hält sich Jan in dieser Ausgabe damit zurück und präsentiert dafür einen ausgiebigen Blick auf die spanische und baskische Geschichte und die dortige Szene.

Ganze 30 Seiten widmet Jan diesem Blick, wobei er hier tatkräftige Unterstützung von Robert, Gitarrist von ONE STEP AHEAD erhielt, der auf Grund seiner Liebe zum spanischen Punkrock und einschlägigen Sprachkenntnissen nicht zu unrecht mit involviert war. Zuerst gibt es einen Überblick über ein paar spanische Bands, der bei der Fülle an Bands natürlich nur eine kleine Auswahl beinhalten kann. Im Anschluss daran findet sich ein sehr interessanter Überblick über die spanische Politgeschichte bis hin zum Nachkriegs-Faschismus, der immerhin bis 1976 unter General Franco bestand hatte. Ein Auge wird dabei aber auch immer auf die Historie und die Unabhängigkeitsbestrebungen des Baskenlandes geworfen. Da kann man auf jeden Fall einiges an Information aufsaugen. Zur Auflockerung folgt ein Reise-/Konzertbericht von ONE STEP AHEAD, die im letzten Jahr zwei Konzerte in Spanien bzw. im Baskenland gespielt hatten. Beim Gegenbesuch der spanischen Politpunkband RPG7 hat Jan dann die Gelegenheit genutzt, diese zum Interview zu bitten. Hier hätte ich mir aber gewünscht, ein bisschen mehr über die Band zu erfahren, geht es doch im Gespräch hauptsächlich um Politik, Geschichte (was ja in vorangegangenem Artikel schon ausreichend thematisiert wurde) und die politische Haltung in der spanischen Punk- und Oi!-Szene. Wer ein bisschen was über die Machnowzi erfahren möchte, eine ukrainische Anarchistengruppe, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine relativ große Bewegung darstellte, wird im Folgenden bedient. Darüber hinaus gibt es noch einen längeren Artikel zum Jubiläum des Vereins BON COURAGE, in dem Jan recht aktiv ist. Ein weiteres Jubiläum (10 Jahre) feiert RASH-Berlin/Brandenburg, die im Heft ebenfalls zu Wort kommen. Weitere interessante und lesenswerte Interviews wurden geführt mit @PATIO NO aus Venezuela und der österreichischen Punkband ROST. Nicht zu vergessen das Gespräch mit den Veranstaltern des Berliner Punk-Film Festivals TO DRUNK TO WATCH, das einen guten Einblick in deren Organisation bietet. Abgerundet wird das Heft wie immer mit dem Sachsen-Szene-Report sowie einigen Fanzine- und Plattenkritiken.

Bleibt zu sagen, dass hier mal wieder eine mehr als lesenswerte Ausgabe vorliegt, die einiges an Infos bietet und an der man als interessierter Mensch durchaus eine Weile mit dem Konsum beschäftigt ist. Ich lese das Teil jedenfalls immer wieder gerne, nicht zu Letzt, weil mich sowohl die Mischung aus Politik und Musik als auch Jans Schreibstil gut anspricht. Auch hier wieder eine klare Empfehlung an alle, die Ihr Hirn noch nicht am Bordstein abgelegt haben. Mirko