FRUSTKILLER – TREIBGUT

FRUSTKILLER – TREIBGUT
(Yellow Snake Records)

Ewig nichts mehr gehört von FRUSTKILLER, also auf ein musikalisches Lebenszeichen bezogen. Ansonsten muss ich zugeben, dass das vor 11(?) Jahren veröffentlichte Vorgängeralbum „Serum“ seinen festen Platz in meiner persönlichen Playlist hat und zwischendurch immer mal gerne aufgelegt wird. Ich bin also sehr gespannt auf die neue Platte mit dem düsteren und geheimnisvollen Erscheinungsbild.

Geht auch gleich gescheit los. Marcel´s unverwechselbare und kräftige Stimme verleiht der Band die vertraute Einzigartigkeit, mit der man FRUSTKILLER unter allen Deutschpunkbands heraushört. Deutschpunk ist das allerdings nur bedingt, denn spielerisch musiziert die Band auf eine sich von dieser Sparte abhebende Art, bzw. repräsentiert nicht unbedingt das, was man sich unter klassischem Deutschpunk vorstellt. Lediglich beim Anpacken mancher Texte (Religion, Saufen etc.) schimmern die Deutschpunkwurzeln dann doch noch durch. Hier wagt die Band oft einen Spagat zwischen Bierernst und Todernst. Nicht das ich zum Lachen in den Keller gehe – die spaßigen Eisen und ein Hauch von Klischee mögen das Album zwar auflockern, aber kritische Lyrics stehen FRUSTKILLER meiner Meinung nach viel, viel besser. Der Sound ist fett und metallastig, ja die ganze Produktion ist zeitgemäß und wuchtig abgemischt.

Unterm Strich steht ein musikalisch ausgereiftes Album, das verspielt, hart und melodisch zugleich ist. Toppt zwar für mich persönlich nicht den Vorgänger (mit dem ich diverse Umstände und Erinnerungen verbinde), setzt in Sachen Punkrock mit deutschen Texten aber einige deutliche Ausrufezeichen. Für mich unverständlich, das sich der Bekanntheitsgrad dieser Band in kleinerem Rahmen bewegt, zumal ihr Sound doch von Bands wie DRITTE WAHL oder KAPITULATION BONN nicht weit entfernt ist. Spike

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