ELOSSA – GALAXIE

ELOSSA – GALAXIE
(Eigenproduktion)

Saßen die Bandmitglieder auf dem Cover ihrer ersten Scheibe noch etwas verlegen in ihrer Jagdhütte, haben sie diese nun verlassen. Axt schwingend, mit Laubsäge und Vorschlaghammer bewaffnet, wird sich durch den dichten sächsischen Wald gekämpft, auf dem Weg in die Galaxie. Soviel erst mal zu den Äußerlichkeiten des neuen ELOSSA-Tonträgers.

Wirklich geändert hat sich seit der letzten Scheibe ansonsten nichts. Auch nicht daran, dass ELOSSA gerne mal etwas längere Werke zelebrieren. Man haut diesmal sogar einen 8-minüter raus, wie ich hier schon mal verraten will. Vielleicht sind einige Songs auch etwas epischer geworden. Allen voran „La noche de alma“, welches ein sehr verträumtes, reines Gitarrenstück ist. Ansonsten gibt es weiterhin bodenständigen Metal-Rock, der breit aufgestellt ist, von der Geschwindigkeit her aber vornehmlich ein recht gedrosseltes Tempo vorgibt. Deshalb kann es sich bei den langen Liedern leider auch das ein oder andere Mal etwas ziehen, was gerade beim ersten Lied, dem Titelstück der Fall ist. Danach hat man sich aber auch schnell in den ELOSSA-Flow eingehört. Man muss lediglich etwas Zeit mitbringen. Denn sonst entgeht einem schnell die Intensität, die einige Lieder in sich tragen. Ein bisschen Pathos ist da natürlich auch mit dabei, aber unaufdringlich und stimmig. Dazu trägt sicherlich auch Rico‘s Stimme mit bei, die ich als unglaublich ausdrucksstark und variabel empfinde.

Nach einem echt starken Mini-Album präsentiert sich die zweite CD der Sachsen mit einer fast doppelt so langen Spielzeit, wobei sich nur wenige Lieder mehr auf der Scheibe befinden als beim Erstling – und auch hier sollte man die Bilder im Booklet als eher selbstironisch interpretieren und vorrangig den musikalischen Inhalt betrachten. Und den fasse ich kurz so zusammen: Vielleicht nicht jedem sofort zugänglicher, moderner, deutschsprachiger Grunge-Emo-Metal-Rock-Mix. Auch wenn‘s nicht ganz an den Vorgänger rankommt, ein mehr als hörenswertes und eindringliches Album.

www.elossaband.de