WIZO – DER

WIZO – DER
(Hulk Räckorz)

Der WIZO mal wieder. Kam nicht erst vorgestern die „Punk gibt′s nicht umsonst! (Teil III)“ raus? Also gefühlt. – „Nee du, das ist auch schon wieder 2 Jahre her“ – Ach so, na ja, die Zeit rennt. Zum 30 Jährigen (die Pause jetzt mal mitgerechnet) haut er (der WIZO) laut Promoschreiben sein wahrscheinlich radikalstes Album raus.

Die Band ist und bleibt erstmal unverkennbar, Axel Kurth´s Stimme erkennt man untern tausenden. Auch der WIZO-typische Humor ist nicht verlorenen gegangen. Gerne provokant, aber damit trotzdem gute Denkanstöße gebend. Dem Behandeln von aktuellen politischen Thematiken stehen auch immer wieder ironische oder herkömmliche Punklyrics gegenüber. Anarchie, Religion, Chaostage, das Übliche halt. Die politischen Eisen (z.B. Flüchtlingsthemen) lässt der WIZO gut glühen und bringt sie bestens rüber. Bei den „szenetypischen“ Texten weiß ich allerdings oftmals nicht, in welchem Maße die Band die Träumerei von Anarchie oder den Kampf gegen das Kapital ernst meint oder aber einfach nur genau weiß, was ihnen die Hörerschaft aus der Hand frisst – aber das soll letztendlich mein eigenes Problem bleiben.

Ich kann mit den kreativen Melodien, die tatsächlich von Punk bis Pop, von Metal bis Schlager reichen, wesentlich mehr anfangen, als mit den zu häufig in Richtung „teeniemäßig“ tendierenden Texten. Denke aber auch, dass das ne´ Altersfrage ist (zumindest bei mir). Oder doch der Beweis für die Midlife-Crisis? Die Kultalben „Bleib tapfer / für’n Arsch“ und „UUAARRGH!“ hab ich seinerzeit jedenfalls gut abgefeiert, aber das ist über 20 Jahre her. An „Der“ wird sich deshalb die neue Genration der aufstrebenden Punktetten und Punkerz mehr erfreuen als ich. Spike

www.wizo.de