V.A. – DIE REALITÄT MUSS STERBEN, DAMIT WIR LEBEN KÖNNEN

V.A. – DIE REALITÄT MUSS STERBEN, DAMIT WIR LEBEN KÖNNEN
(Stajner Youth Entertainment)

Die Hochzeit der physischen Kompilationen ist ja schon lange vorbei. Eigentlich findet man so was fast nur noch als Magazin-Beilage oder Label-Promo. Und das hör ich mir ehrlich gesagt echt selten an. Dann schon eher irgendwelche Internet-Punkrock-Sender. Aber es hat ja nicht jeder Internet und zurückspulen oder noch mal hören bei ‘nem geilen Song kann man auch nicht. Geschweige denn, den Scheiß wegdrücken. Weil Scheiß ist ja meist immer irgendwie mit dabei.

Hier hält sich dies aber wirklich sehr in Grenzen. Hauptsächlich tummeln sich hier diverse junge, unbekannte D.i.Y-Bands, aber auch etwas bekanntere Gruppen, wie zum Beispiel KANNIBAL KRACH, DV HVND oder DIE SHITLERS sind vereinzelt an zu treffen. Diese drei Bands zeigen auch gleich sehr schön auf, dass die musikalische Bandbreite weit gestreckt ist. So findet sich aus den meisten Spielarten des deutschen Punkrocks irgendetwas wieder. Dazu noch ein paar Gäste aus den USA, Kroatien und Polen und schon hat man eine wirklich gute Mischung zusammengewürfelt. Da merkt man sofort, dass das nicht so ‘n lieblos hingeschusterter Sampler ist. Man hat also schon drauf geschaut, dass nicht ganz so viel Müll dabei ist. Bester Beweis dafür ist, dass ich sogar den letzten Song, der vom mir hochgeschätzten, aber musikalisch oft unhörbaren E-ALDI stammt, recht erträglich finde. So wie die musikalische Bandbreite weit ist, verhält es sich natürlich auch textlich. Von Spaß über Sarkasmus bis Revolution ist alles mit dabei was Punkrock zu bieten hat. Deshalb sind auch ein paar eher … hmm … ich sag mal: gut gemeinte Lieder mit dabei. Nr. 15 zum Beispiel.  Dafür kann man aber auch wirklich was entdecken, wie ich, die BRUTALE GRUPPE 5000.

Der Preis der CD mit 34 Liedern von ebenso vielen Bands soll ja angeblich nicht besonders hoch sein. In der Aufmachung ist das Teil deshalb auch relativ schlicht. Da gibt’s im Cover lediglich die Kontakt-Adressen der Bands. Meiner Meinung nach braucht’s aber eigentlich auch nicht viel mehr. Inhaltlich überzeugt mich das Teil nämlich. Da ist alles dabei, was ein guter Punkrock Sampler braucht. Und das rechtfertigt auch, dass es weiterhin gute Sampler geben sollte. Mirko

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