SVEN (ROCK AM BERG FESTIVAL)


Auch dieses Jahr geht es in Merkers wieder ordentlich zur Sache. Bereits zum elften Mal findet das ROCK AM BERG statt, welches sich “Wir rocken rechts weg“ auf die Fahnen geschrieben hat. Wer einmal dort war, weiß um die tolle Atmosphäre und stellt schnell fest, warum das ROCK AM BERG längst seinen festen und beliebten Platz in der Festival-Landschaft hat. Wir plauderten ein wenig mit Veranstalter Sven über die Idee, das Motto, die Auswirkungen und das ganze Drumherum. Auf geht´s!

Ugly Punk: Hallo Sven! 11 Jahre “Rock am Berg“ in Merkers. Wann und warum kam dir die Idee, ein Festival dieser Art aufzuziehen und wie lange hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert?
Sven:
Moin Steff! Das Rock am Berg ist vor 11 Jahren quasi aus der Idee entstanden in unserer Provinz selbst ein Festival aufzuziehen und kulturell in dieser Richtung aktiv zu werden. Im ersten Jahr bestand Rock am Berg nur aus vier Bands, die einem Tag spielten, somit brauchten wir für die Vorbereitung und die tatsächliche Umsetzung nicht sehr lang. Frei nach dem Motto einfach mal machen. Der Zuspruch war ok und wir waren gezündet das ganze so fortzuführen.

Ugly Punk: Ein Besuch auf dem Festival und ein Blick auf die Flyer zeigt, dass sich mit der Zeit einiges getan hat. Das Ganze ist gewachsen, die Acts werden immer fetter, das Gelände größer, 2 Bühnen etc. (aber trotzdem alles noch irgendwie familiär). Wie würdest du als Veranstalter dieses Wachstum beschreiben, wenn Du mal das erste “Rock am Berg“ mit dem letzten vergleichst?
Sven:
Da wir in den elf Jahren alleine das Gelände dreimal wechseln mussten, kann man das erste ursprüngliche Festival nicht mehr mit dem heutigen Rock am Berg vergleichen. Natürlich ist es ein schönes Gefühl zu sehen wie aus dieser kleinen Idee vor elf Jahren, jetzt schon ein immer bekannter werdendes Festival wird. Dennoch wird es immer unser Anspruch bleiben uns weiter zu entwickeln… Aber es war auch immer unser Anspruch uns weiter zu entwickeln, zu lernen und einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ich persönlich denke, dass wir mit der Idee Rock am Berg noch lange nicht am Ende sind und auch weiterhin daran arbeiten werden Jahr für Jahr ein gutes Programm mit einem ebenso guten Rahmenprogramm zu liefern.

Ugly Punk: Alleine ist das alles sicherlich nicht mehr zu wuppen. Welche Fäden ziehst du selber und wann kommt dein Team ins Spiel?
Sven:
Wir sind ein festes Team von 7 Personen, wo jeder seine Aufgaben hat. Allein ist so ein Festival nicht zu stemmen. Ich selbst koordiniere jegliche Bandangelegenheiten, bin Vorsitzender vom Rock am Berg Merkers e.V., trage das Ganze nach außen und bei mir laufen alle Fäden zusammen, aber wie gesagt ohne das Team neben mir wäre das absolut nicht machbar!

Ugly Punk: Dadurch dass du viele “große Bands“ an Land ziehst, hast sich sicherlich auch die Kostenfrage geändert. Über Geld spricht man zwar nicht gerne, aber hast du finanzielle Folgen schon mal zu spüren bekommen oder hat sich bis jetzt alles immer einigermaßen gedeckt?
Sven:
Bis jetzt haben wir tatsächlich immer so kalkuliert das wir zumindest immer auf null gekommen sind. Dadurch dass die Bands jedes Jahr „größer“ werden, kommt auch jedes Jahr mehr Publikum. Dadurch schaffen wir es auch die Preise relativ konstant zu halten. So ist der Eintrittspreis, im Vergleich zum letzten Jahr gleich geblieben.

Ugly Punk: Wie gehst du bei der Bandauswahl vor. Lässt du nur spielen was dir selber gefällt und hast du auch immer ein offenes Ohr für Publikumswünsche?
Sven:
Oh je…was da so spielen würde ;- ) Natürlich ist es schön Bands dort zu haben, die man selbst gern hört, das ist aber nicht meine Philosophie bei der Auswahl. Ich hab da u.a. auch gute „Berater“ im Umfeld und natürlich muss das Gesamtprogramm passen. Z.B. würde ich keine 5 Headliner aus 5 verschiedenen Musikrichtungen machen. Klar fließen Publikumswünsche mit ein, aber da ist leider nicht alles zu verwirklichen. Wünsche sind manchmal sehr teuer ;- )

Ugly Punk: Nun findet das “Rock am Berg“ sozusagen in der tiefsten Provinz Thüringens statt. Noch dazu unter dem wichtigen Motto “Wir rocken rechts weg“. Gibt oder gab es in dieser Region viel Gegenwind aus dem rechten Lager? Und wie reagiert die Bevölkerung auf das bunte Treiben?
Sven:
Anfangs gab es immer mal kleinere Sticheleien, aber nix gravierendes. Das hat sich in den letzten zwei Jahren allerdings geändert. Wir werden schon direkt verbal angegangen, es gab Handgreiflichkeiten und man geht auch online direkt auf uns ein. Aber genau das ist ja auch von uns so gewollt. Wir wollen denen zeigen, dass sie hier nicht tun und lassen können was sie wollen und wir lassen uns das Dagegensein nicht verbieten. Wir werden diesen Weg genauso weitergehen. Wir machen ja als Verein nicht „nur“ das Festival, wir organisieren Demos, Infoveranstaltungen, Filmaufführungen und kleinere Konzerte im Club69 in Merkers. Dazu ist mir auch die Aufklärung direkt vor Ort wichtig und die wird nicht weniger. Aber da ich das große Glück hab für eine sehr engagierte Landtagsabgeordnete, Anja Müller, arbeiten zu dürfen, kann man das wunderbar verbinden. Stay left!!! Wir arbeiten mit Ortsansässigen Vereinen zusammen, unterstützen uns Gegenseitig und haben von der Krayenberggemeinde einen Nutzungsvertrag für das jetzige Gelände erhalten. Merkers selbst hat ja nun nicht wirklich viel zu bieten und trägt somit auch keinen Ertrag aus unseren Veranstaltungen. Aber zumindest gibt es einen Getränkeshop und ab 2017 auch einen Einkaufsmarkt im Ort. Welch rasante Entwicklung nach über 25 Jahren Mauerfall.

Ugly Punk: Könntest du uns das schlimmste und das für dich schönste Erlebnis nennen, das du beim “Rock am Berg“ erleben durftest?
Sven:
Das schlimmste war zweifelsohne im Jahr 2012, als wir aufgrund von einem heftigen Unwetter das Festival abrechen mussten. Zum Glück ist da, außer materiellen Schäden, nix weiter passiert. Das schönste ist der Zuspruch von Bands und Publikum. Da bekommt man mit ein paar kurzen Sätzen sehr viel zurück, das reicht mir persönlich schon als Bestätigung. Und ich habe in den ganzen Jahren so viele großartige Menschen kennenlernen dürfen, zu denen ich, wie zu dir lieber Steff, nach wie vor guten Kontakt hab und mich bei der ein oder anderen Band über die Gästeliste rein schnorren kann ;- )

Ugly Punk: Mit der letzten Frage darfst du gerne ganz ungehemmt die Werbetrommel rühren. Warum sollte Mensch sich das “Rock am Berg“ auf keinen Fall entgehen lassen?
Sven:
Das Rock am Berg will dem Publikum und den Bands eine ansprechende Atmosphäre bieten, wir wollen Musik, Spaß und Aufklärung unter einem Hut haben, ohne jemanden was aufzudrängeln. Rund um das Festival gibt es dieses Jahr viele neue Stände wie z.B. Peta2, die Jugendkampagne von PETA Deutschland. Dazu ist der FC St. Pauli Fanshop Wagen exklusiv beim Rock am Berg!!! Schwarzesocke Mailorder wird das Publikum mit Shirts und Infomaterial versorgen!!! Das Cafe Libertad Kollektiv haut Soli Cafe raus!!! Fire and Flames Music wird extra aus Flensburg anreisen um mit GEGEN RECHTS ZU ROCKEN!!! Dazu die bereits angekündigten Stände von Sea Shepherd Deutschland, Viva con Aqua Göttingen, Linksjugend['solid]Thüringen, IG Metall Eisenach, einer Plattenbörse, Maniac Attack Records. Dann wird es wieder unsere Festivalshirts geben. Veganes Essen kommt wie bereits die letzten beiden Jahre aus Magdeburg von Vegamond “vegane Kochkunst”. Fleisch, Suppen, verschiedene Cocktails und Getränke gehören natürlich auch mit aufs Gelände. Des Weiteren gibt es einen kostenpflichtigen Toilettencontainer UND wir werden das Müllpfand einführen. Infos dazu auf unserer Homepage http://rockamberg-merkers.de/rundumInfos.html