CARNIVAL OF SUBCULTURE (BERLIN, 14.05.16)

CARNIVAL OF SUBCULTURE (BERLIN, 14.05.16)

Jedes Jahr findet der berühmte Karneval der Kulturen in Berlin statt. Rund um den Blücherplatz am Halleschen Tor gab es am letzten Wochenende Krach, Kultur, Fraß aus aller Welt und viel zu viele Menschen. Ich bin kurz durchgelaufen und holte mir einen Burger, während ich eine Frau beobachtete, die mit Hilfe von zwei handelsüblichen Löffeln am Rande des Weges versuchte, auf sich aufmerksam zu machen bzw. mit aufgesetztem Lächeln und “Singen” Musik zu fabrizieren. Die gehörte definitiv nicht zum Programm. Bunt, laut und interessant war es allemal. Jedoch geht es bei diesem Event anscheinend mehr um das verdiente Geld, statt wirklich “Kultur” zu erleben. Dabei möchte ich natürlich nicht alle Künstler auf dem Karneval der Kulturen über einen Kamm scheren.

Eine Art Gegenveranstaltung dazu war der Karneval der Subkulturen, den ich leider nur am Samstagabend für ein paar Stündchen besuchen konnte. Es ist aufgezogen wie der Karneval der Kulturen, nur viel kleiner, nonprofit und für die subkulturelle Szene natürlich viel interessanter, aber auch für typische Touristen ne´ echte Sehenswürdigkeit.

Los ging es am Freitag bereits mit einem Warm Up Gig mit verschiedenen Bands. Am Samstagmittag dann ab 13 Uhr startete die Parade mit Umzugswägen am U-Bahnhof Samariterstraße und fuhr bis vor die Köpi, dem seit 26 Jahren besetzten Haus mit Wagenplatz. Vor der Köpi fanden dann auch die Konzerte, abwechselnd auf zwei Bühnen statt und es gab viele unterschiedliche Stände, die sich hunderte Meter aneinanderreihten. Dort gab es neben dem besten Essen, Klamotten, Bücher, Infomaterial und Künstler, die ihre selbstgemachten Werke präsentierten. An jedem der Stände konnte man stöbern was das Zeug hält. Ich musste mir auf jeden Fall einen Vöner gönnen. So konnte ich auch die Band “Call the Cops” genießen und noch ein paar Musiker nach ihnen. Das Musikangebot reichte von Punk über Metal bis hin zu Hip Hop.

Die Straße war gerammelt voll. Eine Freundin, die an einem Stand Essen verkaufte, erzählte mir, dass es dieses Fest erst seit wenigen Jahren gibt und es sich Jahr für Jahr immer weiter vergrößert. Das fände sie nicht so toll, da es dadurch immer kommerzieller werden würde. Ich für meinen Teil (und für meinen ersten Besuch dort) fand es nicht zu klein, aber auch nicht zu groß und mich würde es freuen, wenn es noch etwas wächst und an Aufmerksamkeit gewinnt. Am späten Abend, gegen 22 Uhr, ging es mit den Konzerten weiter in der Köpi selbst, habe ich mir sagen lassen. Quasi die Aftershowparty.

Auf dem Karneval der Subkulturen hatte man das Gefühl, dass alle Künstler, egal ob Musiker, Koch oder Handwerker, ihre Sache mit voller Leidenschaft machen. Nicht für’s Geld, sondern für die Message. Tomo