BRDIGUNG – CHAOSTHEORIE

BRDIGUNG – CHAOSTHEORIE
(Rookies & Kings)

Jetzt habe ich mich Jahre lang erfolgreich darum gedrückt, mal ein Album von BRDIGUNG anzuhören. Nun liegt aber das fünfte Studio-Album hier rum und ich wage mich mal an das Werk, das mit 53 Minuten Spielzeit doch schon ordentlich gefüllt ist. Die Band besitzt ja einen zum Teil zweifelhaften Ruf, da man sich nie scheute, mit dubiosen Deutschrock-Bands die Bühne zu teilen und bei dem ein oder anderen zweifelhaften Festival mitzuwirken. Ganz frei davon habe ich mir die Scheibe halt mal angehört und weiß folgendes zu berichten:

Aufgenommen ist das Teil schon professionell. Mit Punk hat das alles aber nicht viel tun, bis auf die drei bis 4-Akkord-Musik vielleicht. Da man eine gewisse Metal-Affinität besitzt, ist das aber schon ziemlich OK. Von Punk aber eben weit entfernt. Ich weiß nicht wie man bei solch einer Musik darauf kommt, so exzessiv mit dem Punkrock-Begriff zu werben, denn auch Rebellion oder den Hang zu irgendwelchen Extremen findet man hier nicht. Weder musikalisch noch inhaltlich. Aber zurück zu den Songs. Diese sind schon ordentlich arrangiert und bieten eingängigen, melodiösen Metal-Rock, eigentlich den typischen modernen Mainstream-Deutschrock, den ich auch erwartet habe. Rockmusik eben, die die (besoffenen) Massen für sich einnehmen kann, keine Frage. Dem schließt sich die Lyrik dann auch konsequent an. Es werden alle möglichen gesellschaftlichen Themen beackert, die den sich für rebellisch haltenden Missverstandenen interessieren könnte. Dabei sind die Texte doch relativ zahm, manchmal ziemlich platt und teilweise mit etwas viel Pathos ausgestattet. Im Großen und Ganzen – so empfinde ich – ziemlich bürgerlich. Der ein oder andere Song (z.B. „Scheiss auf die scheiss dritte Welt“, „Autonom Extrem“ oder „Hässliche Fans“) sollen dabei wohl eher sarkastisch und schwarz-humorig sein, kommen bei mir aber leider nicht so an. Hier kann man mir gerne vorwerfen ich wäre zu blöd um die Texte zu verstehen oder sei ein humorloser Nörgler. Im Gesamtkontext kann ich aber zu keinem anderen Schluss kommen, als dass einige Texte diverse Interpretationsmöglichkeiten zulassen, deren Aussagen sich leicht so hindrehen lassen, wie man’s grade braucht und manches schon ein bisschen pubertär daher kommt.

Zum Schluss lässt sich sagen, dass ich mich wohl nicht so recht anfreunden werde mit der Scheibe – und auch der Band. Gegen die Musik an sich lässt sich nicht viel sagen. Fette Produktion, treibend und eingängig, aber eben massenkompatibler Herdensound. Kann man sich anhören, vorausgesetzt das Hirn wird ausgeschaltet, man braucht Beistand in der Pubertät, fühlt sich endlich verstanden oder benötigt einfach nur musikalische Bestätigung für die Anliegen der ‘Ungehörten’. Dieses alles ist aber einfach nicht meine Welt. Mirko

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