25 JAHRE NO EXIT (HISTORISCHE SPREERUNDFAHRT, BERLIN 14.05.2016) SUPPORT: RASTA KNAST

25 JAHRE NO EXIT (HISTORISCHE SPREERUNDFAHRT, BERLIN 14.05.2016) SUPPORT: RASTA KNAST

Eine etwas andere Spreerundfahrt durfte ich am Samstag, den 14.05. erleben. Als ich rumerzählte, ich würde am Samstag ne Spreerundfahrt machen, wurde ich teilweise doof angeguckt und es fielen Worte wie “Kaffefahrt”, “langweilig” und “spießig”. Doch diese hier sollte keinesfalls so werden. Die Berliner von NO EXIT luden ein zu ihrem 25 jährigen Bandbestehen (oder -Überleben), als Support hatten sie RASTA KNAST im Gepäck. Gute Kombi. Das Konzert beider Bands fand auf einem typischen Touridampfer entlang der Spree statt. Super mega geil! Dachte ich. Der Haken dabei war: Das alles um 11 Uhr morgens. Sozusagen Frühschoppen. Aber ich bin ja noch jung und quietschfidel.

In der Facebook-Veranstaltung wurden die Stationen, an denen man entlangfährt, genannt: “An Bord geht es am Haus der Kulturen der Welt. Wir kommen an vielen bekannten Punkten der Berliner City vorbei (Nikolaiviertel, Fernsehturm, Mühlendammschleuse, Schlossplatz, Berliner Dom, Alte Nationalgalerie, Neues und Altes Museum, Pergamonmuseum, Bodemuseum, Tränenpalast, Bahnhof Friedrichstraße, Bundespresseamt, ARD-Hauptstadtstudio, Jakob-Kaiser-Haus, Reichstagsgebäude, Paul-Löbe-Haus, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Berlin-Hauptbahnhof, Moltkebrücke, Schweizerische Botschaft, Bundeskanzleramt, Haus der Kulturen der Welt, Moabiter Werder. Zusätzlich bei 1,5 Stunden: Schloss Bellevue, Innenministerium, Meierei Bolle, Teleport, Spreebogen, Lessinghaus, Hansabrücke.“

Die Anreise war etwas hektisch, der Weg von Treptow durch ganz Berlin zum anderen Ende der Spree gestaltete sich als ein Kampf unter Zeitdruck. Mit meinem Freund Gismo rannte ich die letzten Meter zum Dampfer. Dort erwartete uns eine entspannte, gleichzeitig ausgelassene Stimmung und eine sehr familiäre Atmosphäre. Der Ein oder Andere war schon gut dabei und am Rumgröhlen, die meisten führten nette Gespräche oder warteten schon gespannt darauf, dass RASTA KNAST beginnt. Ein paar vereinzelte Kids, Gismo und ich drückten den Altersdurchschnitt stark nach unten. Insgesamt waren ca. 100 Mann an Bord, die Karten waren dementsprechend limitiert. (19.91 €) Zu Essen gab es leider nur typische Tourikost wie Schnitzel, Leberkäse und anderes verarbeitetes Fleisch. Das Bier war ziemlich teuer, ich kann mich wage an fast 4 Euro pro Becher erinnern.


Nachdem wir ein Stück auf der Spree gefahren sind und am Oberdeck kurz die hervorspitzende Sonne genossen und den Anblick des Regierungsviertels ertrugen, ging es auch schon los. RASTA KNAST lieferten eine Stunde ihr gewohntes, solides Set ab. Man sah ihnen an, dass die letzte Nacht kurz war. Anfangs verhalten, taute das Publikum nach langer Zeit dann doch auf und eine Hand voll Menschen tanzten in der Mitte. Ich hatte ja schon fast ein wenig Bedenken. Ich bin ja selber nicht immer so ein Pogo-Typ, aber hallo?! RASTA KNAST?!!!


Gegen Ende ihrer Show sind wir wieder ans Oberdeck und bewunderten die Oberbaumbrücke und den Molecule Man (diese löchrige Statue, die aus der Spree herausragt). Dort sammelten sich nach und nach alle Besucher und es entstand ein ziemlich lustiges Bild. In Verbindung mit den gehissten NO EXIT Flaggen sah es ein bisschen nach Piratenschiff aus und fühlte sich auch fast so an. Ein hin und her Gegröhle zwischen unserem und anderen Touridampfern war ab und an zu hören. Eher im Sinne von “Öööööööh! Frühschoppeeeeen!” Teils vergnügte, teils entsetzte Gesichter waren die Antwort darauf.


Wir quatschten ein Weilchen mit den Jungs von RASTA KNAST und schon ging es weiter mit NO EXIT. Sie spielten ein Set, bestehend aus vielen Songs, die sie sonst nicht auf der Bühne präsentieren, aber natürlich auch Klassiker, die das Publikum emotional mitrissen und zum Bewegen animierten. NO EXIT kamen mit ihrer Berliner Schnauze gut an. Viele eingefleischte NO EXIT Fans, sehr familiäre Stimmung. Bis 14 Uhr ging der Spaß, danach folgte ab 15 Uhr die selbe Spreerundfahrt nochmal, wer also Zeit und Lust hatte konnte sich das Ganze noch einmal geben.


Insgesamt ging es wie immer viel zu schnell vorbei und auf dem Nachhauseweg reflektierte ich noch einmal das Erlebnis… ein Touridampfer voller Punks, von unten dröhnt laute Musik… muss witzig ausgesehen haben von Außen. Also ich als Außenstehender hätte mich auf diesen Dampfer gewünscht, anstatt in einer Gruppe Touristen zu sitzen, beschallt von einer schlechten, lauten Anlage auf der die CD “Sehenswürdigkeiten auf der Kaffeefahrt über die Spree” läuft.