LESBIAN RANK INGFERNO – SPACKER DER LIEBE

LESBIAN RANK INGFERNO – SPACKER DER LIEBE
(Eigenproduktion)

Bei dieser ‘Band’ handelt es sich eigentlich um ein Soloprojekt eines gewissen ‘Ing Ferno’, der bereits unter dem Bandnamen drei CDs veröffentlicht hat. Bei diesem Album auf einer selbst gebrannten CD handelt es sich um das erste aus dem Jahre 2014, worauf im Jahr 2015 zwei weitere folgten. Live ist der Herr wohl auch meist solo (mit Halbplayback), ab und an wohl aber auch mit Unterstützung einiger Bühnenmusiker unterwegs. Und da die Bandinfo unverhohlen von dilettantischen Aufnahmen, peinlichem Material und den Mut zur Blamage spricht, bin ich auf alles vorbereitet.

Ganze 31 Lieder befinden sich auf dem Tonträger, die vom Stil her doch sehr unterschiedlich sind. Punkrock, Pop, Schlager, Party-Songs, ein bisschen SKA und auch Elektro. Was dem Ing Ferno halt grad so einfällt. Dabei sind manche Songideen auch ganz interessant, vor allem was das Musikalische betrifft. Auch der Sound ist eigentlich recht annehmbar, wenn auch meist sehr minimalistisch. Der Gesang ist allerdings doch meist recht schief und schmerzt schon manchmal in den Ohren, so dass man doch das ein oder andere Mal am liebsten gleich das nächste Lied ansteuern will. Vor allem bei den langsameren Stücken wird es echt grausam. Die Texte sind auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, wenn man es mal so ausdrücken will. Hier hat man das Gefühl, dass auch der letzte Scheiß, der dem Dichter der entsprechenden Zeilen durch den Kopf spukte, niedergeschrieben und vertont werden musste. Das reicht von belanglos über pubertär bis hin zu abgedreht und durchgeknallt. Leider ist das meist nur leidlich lustig, was es offenbar meist sein soll. Vielleicht könnte man die lyrischen Ergüsse mit einem knappen ‘ziemlich kaputt’ zusammenfassen.

Also Punk ist das was Ing Ferno hier bietet auf jeden Fall, keine Frage. Manchmal sogar mit guten Ansätzen. Vor allem bei den Punkrockstücken und auch beim musikalischen Ideenreichtum fällt das positiv auf.  Dennoch ist die Scheibe oftmals schwer zu ertragen. Ich habe die (langen) 77 Minuten aber durchgestanden und kann nicht behaupten, nicht vorgewarnt gewesen zu sein.  Mirko

www.facebook.com/ingferno